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Autor Thema: Hat Bioalgeen eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung?  (Gelesen 8460 mal)

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lilly

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huhu,

ich habe letztens mal wieder ein für mich völlig neuen begriff aufgeschnappt:
BIOALGEEN !
ehrlich, noch nie zuvor gehört, klar bioalgen, aber bioalgeen... fehlanzeige!
google sei dank, habe ich diese seite entdeckt: www.smul.sachsen.de/lfl/publikationen/download/320_1.pdf
mit dem titel: Wirkung von Pflanzenstärkungsmitteln auf verschiedene Kulturarten

nur leider glüht meine leitung beim öffnen der art, das ich das nicht runterladen kann.
vielleicht kann einer mal für mich ein bissl querlesen und es hier zusammen fassen??!?? *bitte*

mir wurde gesagt, dass man bioalgeen mit homoöpathischen mitteln vergleichen kann.
soso, dachte ich, denn bei vielen homoöpathischen mitteln hilft doch auch die kraft des glaubens und des willens.

daher meine frage:
hat bioalgeen eine wissenschaftlich nachgewiesene wirkung?
wenn ja, welche?
nutzt das jemand von euch?
wenn ja, wieviel /ha, wie teuer ist denn das?

oder bin ich hier mal wieder einem quacksalber aufgesessen?

(da im bt dazu überhaupt keine antwort kam, hier mal nachgefragt.
bioalgeen wird hier auf einem recht großem betrieb  zur pflanzenstärkung eingesetzt)
« Letzte Änderung: 24. April 2007, 11:25:28 von Klaus »
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Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich.

Biobauer

  • Gast
Re: Hat Bioalgeen einen wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung?
« Antwort #1 am: 23. April 2007, 13:03:01 »

Hallo, habs nu nicht gelesen ,weisst ja ,keine zeit . aber zwecks homöophtie nochmal ,wir setzen das ja viel bei unseren tieren ein mit erstaunlichen erfolg und die wissen ja nicht was man ihnen da gibt.ich konnts selbst nicht glauben is aber so. und nen paar standardmittel,wie arnika zb erkennt ja schon der verbohrteste erzkonservative mediziner an .
servus Herbert
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Vario936

  • Gast
Re: Hat Bioalgeen einen wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung?
« Antwort #2 am: 24. April 2007, 10:48:24 »

ich glaube nicht an die wunderwirkung von dem zeug.
anscheinend glauben ja nicht einmal die vertreter dieser wunderwaffe an ihre wirkung
auf ein angebot das mittel mal im versuchsfeld zu überprüfen wurde nur abgewunken
nicht mal die 20 l für einen exaktversuch wollte er bereitstellen
also wer so überzeugt von seinem produkt ist solls ma schön für sich behalten
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Klaus

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Re: Hat Bioalgeen einen wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung?
« Antwort #3 am: 24. April 2007, 11:13:53 »

Moin Lilly,

auch auf die Gefahr hin, dass Du dir die genannte Datei mittlerweile selbst heruntergeladen (war bei mir übrigens überhaupt kein Problem mit DSL :pfeiff:) und auch schon komplett gelesen hast, habe ich mal die Zusammenfasung hier rein kopiert.

Zitat Anfang:

5. Zusammenfassung
In insgesamt dreijährigen Gefäßversuchen (7l-Mitscherlich)
wurden Einflüsse verschiedener Mittel
zur Saatgutbehandlung auf die Aufgangsrate und
den Frischmasseertrag sowie der Einfluß von Blattapplikationen
mit Algenpräparaten im Verlauf der
frühen Entwicklung auf Ertragskomponenten und
Qualitätsmerkmale verschiedener Kulturarten (S.-
Gerste, S.-Weizen, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben,
Chinakohl) geprüft.
Beim Saatgut kamen Vorsaatbehandlungen als
Quellverfahren ohne und mit Rücktrocknung und
als Besprühen/Tauchen mit Wasser sowie mit den
Algenpräparaten "Bio-algeen S90 + 2", einem
Kompostextrakt, dem Braunkohlenprodukt "Selobra"
und dem Präparat "Bio-sin" (Mineralien,
Hefe, Kräuterauszüge) im Vergleich zu keiner Behandlung
(Standard) oder einer gebräuchlichen
chemischen Beizung (konventioneller Standard)
zum Einsatz.
Saatgutbehandlungen zur Keimungsförderung
brachten folgende stark von der verwendeten Kulturart
abhängige Ergebnisse:
1. Sommergerste. Im Vergleich zu keiner Saatgutbehandlung
führten die Verfahren Quellen
ohne und mit Rücktrocknung sowie das Besprühen/
Tauchen zu einer Vorverlegung der Aufgangsraten
um ca. 2 - 3 Tage an bestimmten
Boniturterminen während des Aufganges, während
die endgültige Aufgangsrate am Boniturende
nur unwesentlich erhöht wurde.
Auch die Frischmasseerträge (Ernte nach ca.
2 Monaten) hatten sich im Vergleich zu keiner
Behandlung deutlich erhöht. Chemische Beizung
führte dagegen zu einem deutlich verzögerten
Aufgang und zu einer Reduzierung der
Frischmasseerträge. Behandlungen mit Kompostextrakt
sowie mit Bioalgeen zeigten Vorteile
gegenüber den einfachen Wasserbehandlungen
im Auflaufverhalten.
2. Sommerweizen. Nur die Verfahren Quellung
mit Rücktrocknung hatten eine Erhöhung der
endgültigen Aufgangsraten zur Folge, während
das Besprühen/Tauchen sowie besonders wiederum
die chemische Beizung zu einer Reduzierung
der Rate beigetragen haben.
Bei den Quellverfahren sind Vorteile in einer
zeitlichen Vorverlegung des Aufgangs von 2 - 4
Tagen sowie in der endgültig erreichten Aufgangsrate
eingetreten. Alle Behandlungen mit
den geprüften Präparaten brachten entweder
38
keine weitere Erhöhung der Raten und Frischmasseerträge
oder führten bereits zu deren Reduzierung
(Selobra).
3. Mais. Im Vergleich zu unbehandeltem Saatgut
führte nur die chemische Beizung zu einer Verbesserung
der Aufgangsrate um ca. 10 %. Alle
anderen Verfahren und geprüften Präparate reduzierten
den Aufgang und die Frischmasseerträge
z. T. erheblich (besonders Besprühen/
Tauchen, Selobra) oder hatten im Vergleich zu
keiner Behandlung ähnlich hohe oder nur geringfügig
bessere Aufgangswerte zur Folge
(Wasser-Quellung mit/ohne Rücktrocknung,
Kompostextrakt mit Rücktrocknung).
Allerdings hatten wahrscheinlich zu Beginn des
Aufgangs ungünstige Witterungsbedingungen
zur Folge, daß Saatgut der Standard-Varianten
(ohne Behandlung, chem. Beizung) im Vergleich
zu Quellverfahren (besonders mit Wasser,
Bioalgeen, Kompostextrakt) mit einer vorübergehenden
deutlichen Verzögerung der
Aufgangsrate reagiert haben.
Alle Quell- und Sprüh-Verfahren führten zu einer
Reduzierung der Frischmasseerträge (besonders
Wasser-Behandlungen), so daß der
aufgangsfördernde Effekt wahrscheinlich nur in
einem erhöhten Längenwachstum der Pflanzen
bestand.
4. Zuckerrüben. Die einjährig durchgeführten
Saatgutversuche mit unpilliertem Saatgut führten
zu eindeutig negativen Ergebnissen in Bezug
auf die Aufgangsrate des Saatgutes. Dies
konnte bereits bei allen Verfahren ab Beginn
des Auflaufens nachgewiesen werden. Besonders
die geprüften Präparate haben zu diesen
ungünstigen Wirkungen beigetragen, während
lediglich Behandlungen mit Wasser (besonders
Quellung ohne Rücktrocknung) zu ähnlich hohen
Endwerten im Aufgang geführt haben, wie
es bei unbehandeltem Saatgut zu beobachten
war.
Blattbehandlungen mit Algenkonzentraten
("SM 3", "Bio-algeen S90 + 2") wurden nach
Vorschrift der Hersteller in Verdünnungen von
1:1000 - 1:100 je nach Kulturart ab dem 2 -
3-Blattstadium bzw. 70 % Aufgang in 1 - 4
Anwendungen in 1 - 2 wöchigem Abstand mit
einem Feinsprühgerät appliziert.
Die Pflanzen wurden z. Zt. der gewöhnlichen Erntereife
geerntet (Ausnahme Kartoffel, mit einer
Zwischenernte z. Zt. der Blüte). Wegen der insgesamt
relativ geringen Wirkungsstärke der Behandlungen
wurde das Verfahren der Diskriminanzanalyse
zur statistischen Trennung der Applikations-
Varianten (Gruppen) verwendet.
Blattbehandlungen führten im dreijährigen Durchschnitt
zu nachfolgenden Wirkungen auf Entwicklung
sowie Ertrags- und Qualitätskomponenten der
geprüften Kulturarten:
1. Im Vergleich zu unbehandelten Standard-Pflanzen
führten Blattbehandlungen mit SM3 und
Bioalgeen zu sehr ähnlichen bis gleichen Reaktionen
auf Entwicklung, Erträge und Qualität
der geprüften Kulturarten.
2. Algenpräparate hatten ebenso relativ ähnliche
Wirkungen nach vorwiegend mineralischer
NPK-Düngung und organischer Grunddüngung
mit Rindergülle zur Folge. Manchmal wurden
allerdings relativ hohe Werte der Standard-
Varianten durch Algenbehandlungen reduziert
und relativ niedrige Werte angehoben (z. B.
Kornanzahl/Ähre bei Gerste, Pflanzenlänge bei
Mais, Wurzelmenge bei Kartoffeln, Gehalt an
Trockenmasse bei Chinakohl).
3. Algenbehandlungen führten zu einer Beschleunigung
des Wachstums bei vorwiegend vegetativen
Pflanzenteilen, so daß z. B. bei Kartoffeln
die Pflanzenlänge und Blattanzahl sowie die
Kraut- und Wurzelmenge erhöht wurde.
Gleichzeitig waren bei einigen Pflanzenarten
auch geringfügig höhere relative Gehalte an
Chlorophyll festzustellen (bei Kartoffeln zusätzlich
bei Messung zu Beginn der Abreifephase
auch niedrigere Chlorophyllwerte).
4. Nach einer Zwischenernte z. Zt. der Blüte
(Kartoffeln) sowie bei der Endernte wurden
daher (mit Ausnahme bei Mais) höhere Erträge
an vegetativen Pflanzenteilen (Stroh bei Gerste,
Kraut bei Kartoffeln, Kopf- bzw. Blattertrag
bei Chinakohl) ermittelt.
5. Da die Gesamterträge gegenüber den nichtbehandelten
Kontrollpflanzen nicht verändert
bzw. leicht geringer ausgefallen waren, sind die
Erträge von vorwiegend generativen Ernteprodukten
(Korn bei S.-Gerste u. Mais) sowie
Knollen bei Kartoffeln vorwiegend geringer
ausgefallen. Hierdurch wurde das Stroh/Kornbzw.
das Kraut/Knollen-Verhältnis (Harvest-
Index) zuungunsten des Korn- bzw. Knollenanteils
reduziert.
39
6. Die Kornzahl/Ähre (S.-Gerste) sowie die Knollenanzahl/
Pflanze bei Kartoffeln sind durch Algenbehandlungen
im Durchschnitt der Versuche
etwas angestiegen; das TKG (S.-Gerste,
Mais) sowie das durchschnittliche Knollengewicht
wurden hierdurch entsprechend reduziert.
7. Blattapplikationen mit Algenpräparaten hatten
auch Einfluß auf die Gehalte an Inhaltsstoffen
der Kulturarten. So wurde der Gehalt an Trockenmasse
bei Kartoffel-Knollen und Chinakohl-
Blättern reduziert. Die Gehalte an Stärke
in Körnern wurden kaum verändert und in den
Kartoffelknollen reduziert, die Gehalte an Zukker
bei Chinakohl z. T. deutlich angehoben. Die
Gehalte an N, P und K wurden in Körnern und
Knollen meistens leicht erhöht (Konzentrationseffekt).
8. Die Nährstoffentzüge (N, P, K) wurden mit den
geernteten Körnern und Knollen überwiegend
leicht negativ verändert und bei Stroh und
Kraut und Chinakohl-Kopf ebenso z. T. deutlich
angehoben. Die Gesamtentzüge der Pflanzen
hatten sich allerdings kaum von den unbehandelten
Pflanzen unterschieden.
Einige erfolgversprechende Anwendungen (z. B.
Saatgutbehandlungen mit Quellverfahren bei Gerste
u. Weizen) sowie Algenanwendungen zur Anregung
des Wachstums vorwiegend vegetativer
Pflanzenteile (im Gemüsebau, Topfpflanzen) wurden
nach den Ergebnissen dieser Gefäßversuche
und einer eingehenden Literaturauswertung (Algenpräparate)
für eine Prüfung unter Praxisbedingungen
(Feldversuche) vorgeschlagen.
Insgesamt müssen übertriebene Erwartungen bei
der Anwendung hier beschriebener Präparate zur
Pflanzenstärkung relativiert werden. Bei wiederholter
exakter Prüfung sind Wirkungen dieser Mittel
als relativ gering anzusehen und bei Anwendung
immer im Verhältnis zu den entstehenden Mittelkosten
betriebswirtschaftlich zu kalkulieren.

Zitat Ende

Gruß
Klaus
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lilly

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Re: Hat Bioalgeen einen wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung?
« Antwort #4 am: 24. April 2007, 11:27:39 »

Moin Lilly,
auch auf die Gefahr hin, dass Du dir die genannte Datei mittlerweile selbst heruntergeladen (war bei mir übrigens überhaupt kein Problem mit DSL :pfeiff:) und auch schon komplett gelesen hast, habe ich mal die Zusammenfasung hier rein kopiert.

nein, hatte ich noch nicht gelesen, daher danke  :-*
und dieser seitenhieb auf d-s-l..... jaha, damit kannst du mich ärgern, aber nich dolle!  ;)

Insgesamt müssen übertriebene Erwartungen bei der Anwendung hier beschriebener Präparate zur
Pflanzenstärkung relativiert werden. Bei wiederholter exakter Prüfung sind Wirkungen dieser Mittel
als relativ gering anzusehen und bei Anwendung immer im Verhältnis zu den entstehenden Mittelkosten
betriebswirtschaftlich zu kalkulieren.
Zitat Ende

und genau DAS ist doch das entscheidende und hat mir/uns sehr geholfen. danke  :D
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