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Autor Thema: Luzerne  (Gelesen 26023 mal)

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zwiebe

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Re: Luzerne
« Antwort #30 am: 09. Oktober 2016, 20:09:13 »

Pflug ist sicherer.
Aber bei 2x Grubbern, leicht schräg zueinander, habe ich auch noch kein großes Problem erlebt.
Spare dir Mulchen oder tiefen Schnitt und investiere in eine gute Wurzelunkrautbehandlung im Weizen.
Ampfer lässt grüßen.
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Raider

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Re: Luzerne
« Antwort #31 am: 10. Oktober 2016, 09:46:43 »

Pflug ist sicherer.
Aber bei 2x Grubbern, leicht schräg zueinander, habe ich auch noch kein großes Problem erlebt.
Spare dir Mulchen oder tiefen Schnitt und investiere in eine gute Wurzelunkrautbehandlung im Weizen.
Ampfer lässt grüßen.

Danke für Eure Tipps.
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Grenzstein

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Re: Luzerne
« Antwort #32 am: 11. Oktober 2016, 09:07:37 »

Hier mal meine Erfahrungen zum Umbruch von mehrjährigen Luzernebeständen im Biolandbau vom Sommer 2016.
Es handelt sich um sehr schwere und flachgründige Muschelkalkverwitterungsböden (max. Pflugtiefe 15 cm!) mit hohem Steinbesatz (Minutenböden).

Durch die extreme Trockenheit im Sommer 2016 waren die Böden staubtrocken und hart wie Stein. Eine Bodenbearbeitung im August war sogut wie nicht möglich, da die Bodenbearbeitungsgeräte sehr schlecht oder nicht einzogen.

Ich habe mehrere Varianten ausprobiert und tlw. wieder aufgegeben aber hier mal eine Übersicht über die einzelnen Varianten und die Ergebnisse:

Variante 1: Intensiv, Pflug spät:
- Kurzscheibenegge auf max. Tiefe am 15.08. (leider zog die KSE (Pöttinger Terrasem 6m mit Fahrwerk) nur wenige cm ein)
- Drillkombination: Zwischenfrucht Buchweizen 80 kg/ha Reinsaat direkt folgend
- Flachgrubber 5 cm (Anfang Sept., da der Buchweizen noch im Staub lag und die Luzerne munter weiter gewachsen ist)
- Pflug 15 cm (Ende Sept. nach 35mm Niederschlag, da die Luzerne immernoch munter weiter gewachsen ist)
- Flachgrubber zur Saatbeetbereitung direkt nach dem Pflug
- KE-Drillkombination: Dinkel 200 kg/ha im Spelz am 08.10.

Variante 2: Pflug solo früh:
- Pflug 15 cm Mitte August
- Solo-Kreiselegge 5 cm zur Saatbeetbereitung direkt folgend
- KE-Drillkombination: Dinkel 200 kg/ha im Spelz am 08.10.

Variante Pflug 3: Pflug solo spät:
- Pflug 15 cm (Ende Sept. nach 35 mm Niederschlag)
- Solo-Kreiselegge 5 cm zur Saatbeetbereitung direkt folgend
- KE-Drillkombination: Dinkel 200 kg/ha im Spelz am 08.10.

Eine Zerstörung der Narbe mittels Fräse oder KSE vor dem Pflug war in Variante 2 und 3 leider nicht möglich, da diese Flächen im Trinkwasserschutzgebiet liegen und eigentlich pfluglos bestellt werden müssten. (Bio-Betrieben ist der Pflugeinsatz nach mehrjährigen Leguminosen erlaubt).

Erkenntnisse:
- Eine Beseitigung der Luzerne mittels KSE oder Flachgrubber hat bei den staubtrockenen Bedingungen nicht funktioniert.
- Der Zwischenfruchtanbau zur Bindung des freiwerdenden Stickstoff war für die Katz, da der Zwischenfrucht nach Luzerne das Wasser fehlte.
- Durch den Einsatz des Pfluges in allen drei Varianten ist die Luzerne (hoffentlich  ;)) sicher beseitigt.
- Bei Variante 1 ist die Bodengare und wahrscheinlich damit auch die Mineralisation am besten.
- Bei einem frühen Pflugeinsatz (Variante 2) waren zur Aussaat einige Pflanzen wieder ausgetrieben und etwas Ackerfuchsschwanz aufgelaufen.
- Die Schleppschar-Drilltechnik kommt mit den tlw. spargelähnlichen Luzernewurzelresten problemlos zurecht.

Favorit für nächstes Jahr ist Variante 3 etwas abgeändert:
- Pflug Ende Sept auf 15 cm
- Flachgrubber oder Solo-Kreiselegge zur Saatbeetbereitung Anfang Oktober
- KE-Drillkombination Mitte Oktober

Viele Grüße
« Letzte Änderung: 11. Oktober 2016, 09:09:55 von Grenzstein »
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guest1284

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Re: Luzerne
« Antwort #33 am: 11. Oktober 2016, 18:39:49 »

Das mit nur einmal Pflügen geht wenn du über Wochen trockene Bedingungen hast.
Dann kann man die Wurzeln immer wieder trocken legen.

In einem feuchten Jahr wird das 2malige Pflügen unschlagbar sein.
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Tim

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Re: Luzerne
« Antwort #34 am: 11. Oktober 2016, 19:38:03 »

Jetzt mal ohne Scherz.

Nicht nur hier,  auch in Mecklenburg, Sachsen und gerade Brandenburg ist der Boden nicht pflügbar wenn er nicht eine feste bodenstruktur unter 10-15cm beibehält.

Wird tiefer gescheibt,  gegrubbert,  gepflügt - dann fällt da kein erdbalken mehr um,  man schiebt allerhöchstens das Pulver zur Seite - das wären dann genau die Bedingungen bei denen man Kartoffeläckern nachsagt das sie gerade durch diese extreme bodendurchwühlung schneller verdichten,  unkontrollierbar mineralisieren (und damit ja auch ein Stück weit degradiert) und verschlämmen/erodieren.

Ich weiss nicht ob man das will??

Interessant ist aber schon das es viele Ansätze gibt erfolgreich Luzerne wieder los zuwerden.

Mfg tim

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Bleifuss

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Re: Luzerne
« Antwort #35 am: 11. Oktober 2016, 22:10:39 »

Ich mach seit 20Jahren Luzerne und habe noch nie ernsthafte Probleme gehabt mit durchwuchs. Hab gestern gepflügt, nächste Woche wird gesät. Mir ist es schleierhaft was da Probleme machen könnte
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Raider

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Re: Luzerne
« Antwort #36 am: 12. Oktober 2016, 09:20:53 »

Ich mach seit 20Jahren Luzerne und habe noch nie ernsthafte Probleme gehabt mit durchwuchs. Hab gestern gepflügt, nächste Woche wird gesät. Mir ist es schleierhaft was da Probleme machen könnte

Na zum Beispiel dass das Pflügen hier nicht geht...
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zwiebe

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Re: Luzerne
« Antwort #37 am: 12. Oktober 2016, 12:50:26 »

... gehen vielleicht schon irgendwie, aber auch Sinn machen ....
Letztes Jahr den Pflug zusammengerissen und die Kreiselegge wie im Steinbruch gefahren, heuer eigentlich fast ein wenig feucht, da ich den Staub vom letzten Jahr kenne.
Im Raps mit 0,17 Runway gefahren und die Luzi ist für heuer Geschichte.
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Gameorg

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Re: Luzerne
« Antwort #38 am: 14. Juni 2020, 11:10:03 »

Hat jemand Erfahrung mit Lentagran WP in Luzerne? Wie kulturverträglich ist es, vorallem bei größeren Luzernepflanzen?

In der Beschreibung steht BBCH13-30. Habe eine Wildfläche kultiviert, Über 2HA war Buschwerk das tiefengefräst wurde. An anderen Stellen ist der Unkrautdruck recht hoch wegen der jahrelangen Ungepflegtheit der Flächen.
Aufgrund der verschiedenen Bedingungen ist der Aufgang recht unterschiedlich, sprich an manchen Stellen ist die Luzerne gerade erst am keimen, an anderen schon in Richtung Längenwachstum, also BBCH30. Im großen und Ganzen wird die Fläche aber.

Ich bin am überlegen mit Lentagran und Gräsermittel den gröberen Unkrautdruck nochmal zu behandeln. Es hängt auch vom Niederschlag ab. Bleibt es trocken, ist eher eine Behandlung angesagt, ist wüchsiges Wetter könnte ein Reinigungsschnitt in ein paar Wochen helfen.

Abhängig davon, ob Lentagran recht scharf ist oder nicht hätte ich kommende Woche noch ein Fenster, will aber größere Pflanzen nicht schädigen.
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Panta rhei

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Re: Luzerne
« Antwort #39 am: 14. Juni 2020, 11:56:13 »

Ich hatte ähnliche Flächen.
Hab vor zwei Wochen alles gemulcht.
Die Luzerne/Rotkleemischung war einige Tage später nicht wieder zu erkennen.
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Standort: westliches Moseltal