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Autor Thema: Vogelgrippe / Geflügelpest  (Gelesen 24577 mal)

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Verbraucher

  • Frischling
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Vogelgrippe / Geflügelpest
« am: 24. Juni 2007, 12:52:02 »

Hallo Forum,

ich bin ein normaler Verbraucher, habe durch Google dieses Forum gefunden. Sieht ja ganz informativ aus.

Meine Frage:
In Nürnberg hat es einen Fall von Vogelgrippe gegeben: http://www.focus.de/gesundheit/news/tierseuche_aid_64300.html

- Hat dies Auswirkungen auf die Landwirtschaft?
- Welche Massnahmen befürchtet Ihr Landwirte?
- Wie kann der Verbraucher reagieren?

Bitte versteht das nicht falsch, ich möchte keine Hysterie über eine "Geflügelpest" auslösen, aber ich würde doch gerne Bescheid wissen.
Etwas verunsichert bin ich dann doch.

(nur überschrift geändert, gruß lilly)
« Letzte Änderung: 09. September 2007, 15:44:30 von lilly »
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Vario936

  • Gast
Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #1 am: 24. Juni 2007, 13:06:14 »

moin verbraucher

erst mal hat das keine großen auswirkungen ausser die im artikel erwähnten auflagen

die landesregierung kann jedoch zb. eine stallhaltungspflicht beschließen.

dies hat dann schon wirtschaftliche auswirkungen da oft nicht genügend stallraum zur verfügung steht
die leistungen der tiere können schlechter werden usw.

auswirkungen für den menschen sind ersteinmal sehr unwarscheinlich. übertragungen des erregers in unseren breiten auf den menschen ebenfalls da bei uns kaumjemand auf engstem raum "tisch und bett" mit dem federvieh teilt.

die befürchtung einer pandemie ist jedoch berechtigt falls der erreger sich verändert und von mensch zu mensch übertragbar wird

aus meiner sicht ist die gefahr bei der täglichen fahrt zur arbeit zu verunglücken aber weit aus größer
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cara

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #2 am: 26. Juni 2007, 17:09:29 »

Fleisch von Geflügel ist sowieso immer durchzuerhitzen, nicht nur wegen der Vogelgrippe, ich erinnere da insbes. an Salmonellen und Campylobacter...

Auswirkungen auf die LW:
Tiere aus betroffenen Betrieben werden ausnahmlos getötet (gekeult)
Stallhaltungspflicht besteht in einigen Teilen D's schon seit fast 1,5 Jahren.
Für Indoorhalter verändert sich durch die Stallpflicht nicht viel, schwerer trifft es dabei Halten von freilaufenden Geflügel.
Die Tiere müssen aufgestallt werden, oftmals ist der Stall allerdings nicht gross genug für alle Tiere, da er ja auf Auslaufhaltung ausgelegt ist.
Ausnahmen kann der Amtsveterinär erlauben, dazu muss aber der Auslauf von oben gegen "Einwirkungen von Wildvögeln" geschützt werden, sprich es muss verhindert werden, dass Wildvögel und eigentlich auch deren Exkremente in den Auslauf gelangen können.
Dazu kommt, dass in den Sperrbezirken nach einem aktuellen Nachweis ein Verbringungsverbot erlassen wird.
Das bedeutet, dass der Landwirt sein Geflügel nicht transportieren darf, auch nicht zum Schlachthof/Mäster/Eiproduktion -> die Tiere überschreiten ihr Schlachtgewicht/Mastanfangsgewicht/Legehennenanfangsgewicht und wirtschaftliche Verluste sind vorprogrammiert.

Wie kann der Vrebraucher reagieren?
sinnig und nicht hysterisch.
tote Vögel nicht anfassen - macht der normale Mensch ja eigentlich eh nicht.
tote Vögel dem Veterinäramt melden - Telefonnummer findet sich im Telefonbuch oder auf der HP des Kreises/der Stadt
Vogelfütterung an Gewässern minimieren - sollte man eh nicht machen, ist nicht gut für die Vogelgesundheit an sich.
ansonsten steht eigentlich alles in Rüdis Beitrag ;)
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LiGrüss cara

Die Kunst zu Leben besteht darin, zu lernen im Regen zu tanzen, anstatt auf Sonne zu warten.

lilly

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #3 am: 09. September 2007, 15:49:48 »

ich höre jede stunde im radio von der keulung der enten in bayern.
über 200.000 tiere, unfassbar!

ist es sinnvoll bzw. berechtigt so einen bestand zu keulen?
wie groß ist dennoch die ansteckungsgefahr?
wer zahlt den ausfall? tierseuchenkasse?
gibt es eine sperrzone?
haben die geflügelhalter vermehrt angst?
werden geflügelprodukte dadurch teurer?

eine verbraucherin fragt!


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Biobauer

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #4 am: 09. September 2007, 16:02:00 »

Hallo,obwohl da s fast meine nachbarschaft ist kann ich dir auch wenig dazu sagen ,sperrzonen wurden meines wissens schon eingerichtet,ob die nun andere höfe abschirmen oder perverse zuschauer abhalten sollen weiss ich nicht. ich hörte nur gestern ,das die personen die die keulung vornehmen psychologisch betreut werden ,ich möchte so etwas nicht machen müssen .fatal ist ,das in unserer gegend riesige legehennenbetriebe bzw mastställe für geflügel sind.
ohne mich nun durch den ganzen wissenschaftlichen geschreibs durchgeackert zu haben halte ich persönlich so ne keulung für nicht sinnvoll,ich fühle mich zumindest keienswegs bedroht von diesen virus,wir leben doch unter ganz anderen bedingungen als in südostasien. allgemein sollte man sich aber aus seuchentechnischer sicht die frage stellen ,ob solche ballung von tieren sinnig ist.aber ich weiss schon ,die leute wollen halt ente für kleines geld essen ,da muss man halt auch sowas tolerieren .
servus
« Letzte Änderung: 09. September 2007, 16:16:04 von Biobauer »
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Rabe

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #5 am: 09. September 2007, 22:30:01 »

ich höre jede stunde im radio von der keulung der enten in bayern.
über 200.000 tiere, unfassbar!

ist es sinnvoll bzw. berechtigt so einen bestand zu keulen?
wie groß ist dennoch die ansteckungsgefahr?
wer zahlt den ausfall? tierseuchenkasse?
gibt es eine sperrzone?
haben die geflügelhalter vermehrt angst?
werden geflügelprodukte dadurch teurer?

Es ist sehr wohl sinnvoll den Bestand zu keulen, da die Tiere den Erreger in sich tragen und weiter verbreiten. Wassergeflügel (Enten, Gänse) stirbt zwar nur unter Extrembedingungen (siehe Winter 2005/2006) an der Vogelgrippe, bei Hühner Puten etc. ist die Vogelgrippe aber latent und führt zum Tod innerhalb von 3-4 Tagen. Dementsprechend wäre jeder Tiertransporter (von lebenden Enten, Gänsen) eine fahrende Vogelgrippeschleuder. Solang man nicht mit den toten Kadavern spielt/ engen Kontakt hat ist die Ansteckungsgefahr relativ gering. D
en Ausfall beim Entenbetrieb bezahlt die Tierseuchenkasse (wenn er den versichert ist) den Verdienstausfall im Schlachthof (dem Schlachthof gehören alle bisher betroffenen Betriebe) trägt der Schlachthof selber. Für Schlachthöfe werden zwar Verdienstausfallversicherungen angeboten, die kann sich aber keiner leisten. Den Ausfall bei den Betrieben in der Umgebung tragen die Betriebe.
Und dieser Ausfall ist wahrscheinlich noch weit größer als im Mastbetrieb. Um den Entenbetrieb wurde eine Sicherheitszone eingerichtet, aus der keine Geflügelprodukte ausgeführt werden dürfen. In dieser Sicherheitszone (besteht seit Mittwoch)liegen große Legehennenbetriebe, Elterntierherden für Masthähnchen von einer Mastkükenbrüterei, mehrere Hähnchenmäster u.a. Geflügelhalter. Bei den Legehennenbetrieben stapeln sich somit Massenweise Eierkisten (teilweise im Hof da die Läger für solche Mengen nicht gedachtwaren), in den Mastställen drängt sich das schlachtreife Geflügel und von den Elterntierherden dürfen keine Eier zur Brüterei gefahren werden.
Der Legehennenbetrieb macht Verluste, da durch die unsachgemäße bzw. zu lange Lagerung ein Teil der Eier in dieTKB wandert.
Bei den Elterntierherden ist die Kette der leidtragenden um einiges länger. Die Brüterei bekommt weniger Eier (weniger deshalb, weil die Elterntierherden im weiteren Umkreis verteilt sind), und kann weniger Küken an die Landwirte ausliefern. Die Landwirte müssen wegen Kükenmangel längere Leerstandszeiten in Kauf nehmen, und bekommt der Schlachthof weniger Ware, hat eine mangelhafte Auslastung und kann u.U. einen Teil der Verträge nicht erfüllen.
Die Mastbetriebe bekommen Probleme da sie durch den Ausfuhrstop die Besatzdichten überschreiten. Dies führt dann zu erhöhten Ausfällen, Abzügen wegen nicht brauchbarer Schlachtgewichte etc.
Vermehrt Angst hab ich deswegen nicht, da ich keine toten Tiere ins Bett nehm, und wir einen guten Hygienestatus am Betrieb haben. Kontakt mit Entenmastbetrieben bzw. deren Betreibern werd ich aber bis auf weiteres absolut vermeiden. Dies ist kein Witz!! Im Frühjahr ist zuerst in Ungarn und kurze Zeit später in England in einem Putenmastbetrieb die Vogelgrippe ausgebrochen. Die Betriebe gehörten zu einer Firma. Wie sich bald rausgestellt hat, haben Mitarbeiter die Vogelgrippe von Ungarn in den Betrieb in England eingeschleppt. Bei Puten ist die Vogelgrippe absolut tödlich, und so verging nicht viel zeit bis die Tiere nach der Ansteckung verendet sind.
Aktuell wird Geflügel nur wegen der gestiegenen Futterpreise teurer. Allerdings hab ich schon gehört das best. Supermarktketten mit Hilfe der Vogelgrippe den Preis drücken wollen. Die Zahl der gekeulten Enten ist im Verhältnis zum Gesamtbestand noch nicht so groß das Auswirkungen auf den Preis zu erwarten sind.

MfG Herbert
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Georg

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #6 am: 09. September 2007, 23:27:26 »

Hallo Herbert

Endlich mal einer der das "Drumherum" eines solchen Falles darstellt! Ein wirklich guter Beitrag!
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Klaus

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #7 am: 10. September 2007, 07:28:33 »

Hallo,

ich schließe mich Georg's Aussage an!

Ist es denn tatsächlich so gewesen, dass man den Virus schon in geschlachteten und tiefgefrorenen Tierkörpern gefunden hat?
So wurde es hier teilweise in den Radionachrichten verbreitet.

Gruß
Klaus
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Mim

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #8 am: 10. September 2007, 09:51:48 »

Hallo,

ich möchte den Beitrag von Herbert noch ergänzen:

Aus "Sicht der Tiere" ist die Keulung nichts anderes als die Tötung die ihnen sowieso nach den paar Lebenswochen bevorsteht - nur ohne den Lebendtransport zum Schlachthof.

Das weitaus größere Problem - unahbhängig von Enten, Schweinen, Kühen ist neben dem "Keulbezirk", also der Radius in dem der Virus gebremst werden soll um den Virusherd d.h. keine empfänglichen Tiere mehr "da" sind (System verbrannte Erde)

ist der "Sperrbezirk" der bis zu 10 km betragen kann. Hier gilt nämlich dann ein "Verbringungsverbot" der Tiere, d.h. auch nicht zum Schlachthof wenn dieser aussherhalb des Speer- und Beobachtungsgürtel liegt.

Nun haben ja z.B. Hähnchen als "Standardware" genau so wie Enten einen unheimlich engen "Gewichtskorridor", d.h. es gibt zwar Leicht oder Schwermast aber ausserhalb der Gewichtsgrenzen (ähnlich beim Schwein die Schlachtmasken) kommen dann große Abzüge auf die Lieferranten zu.

Vor allem das Tierschutzproblem ist in Sperrgebieten er-heb-lich: Die Tiere wachsen ja weiter, der Lebendbesatz je qm Stallfläche steigt und der Betrieb DARF nicht verkaufen/transportieren! Mastschweine etc. wachsen am Schluss ja bis zu 1 kg +/- je Tag, bei einem 1.000 Mastschweinebestand heißt 1 Woche über Schlachtdatum stehen 7 to Zuwachs im Stall der von der Stallgröße her nicht geplant ist!

Hier sind die Verluste der Tierhalter immens - denn es muss ja weiter gefüttert werden siehe Herberts Beitrag - und welcher sicherheitsbedachte Lebensmitteleinzelhändler möchte gern Fleisch aus der "Sicherheitszone" haben!? Absatzmöglichkeiten?

Die Kosten im Seuchenfall sind in den Gesetzen der EU genau speziell überhaupt welche Erkrankungen und darauf basierend die Tierseuchenkassen-Erstattungen der Bundesländer geregelt.

Für den Seuchefall sind i.d.R. NUR die Keulungen abgesichert - nicht die Verluste aus den Sperrbezirken!

Wenn nun ein Sperrbezirk über Wochen aufrecht erhalten wird (man beachte z.B. bei Hähnchen binnen 35 Tagen von Küken auf Mastendgewicht) so kann man sich die Verzeiflung der Tierhalter vorstellen.

Für mich ist - so ethisch fraglich es im ohne dieses Hintergrund wissen klingen mag - für Tiere UND Tierhalter die Keulung die bessere/leichtere Methode: Der Landwirt bekommt seine Verluste ersetzt, reinigt, desinfiziert den Stall ordentlich und nach der Sperrzeit kann er wieder neu aufstallen.

Gruß Mirjam

P.S. die Schweinepest in Luxemburg vor einigen Jahren wurde allein durch die Autoreifen eines Beraters übertragen!
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lilly

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #9 am: 10. September 2007, 17:39:17 »

ich bin schlichtweg begeistert über eure berichte.
diese vielen info´s waren mir so bei weiterm nicht bekannt!

vielen vielen dank! :daumen:
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Mim

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #10 am: 11. September 2007, 13:50:14 »

Hallo

danke Lilly, ir-gend-wann steht dann hoffentlich in meinem Profil nicht mehr "Frischling"  ;D....

Übrigens - die Entenherden die in Bayern vorsorglich gekeult wurden: Waren tatsächlich positiv bzw. infiziert.

Das Problem bei einer solchen Entscheidung ist: Der Erreger wird u.U. schneller übertragen - als die Laborwerte da sind, so dass die Frage nach der Risikoabschätzung steht oder ein gigantischer Abriegelungsaufwand: Es muss ja Futter in die Ställe, es müssen die toten Tiere abgeholt werden, es fahren die Vets zur Tierkontrolle auf den Hof - die Mitarbeiter, alles Fahrzeugverkehr...

Was mich bei der ganzen Geschichte ehrlicherweise ärgert ist: In der ehemaligen DDR gab es eine Spezialeinrichtung die sich mit Forschung und Ausbildung für landwirtschaftliche Produktionshygiene beschäftigt hat. Mit Seuchenschutz und Co, mit der richtigen Desinfektion, den richtigen Managemenentkonzepten zur Einschränkung der Vektoren (Überträger) und Co.

Und - das ganze Dinge wurde einfach "eingestampft", die fachkundigen Mitarbeiter in alle Winde verstreut, das vorhandene Wissen fast eingemottet...  :(. "Übrig" bliebt z.B. Prof. Dr. Krüger in Leipzig, eine echte Produktionstierärztin mit Fach- und Praxisverstand.

Ich weiß aus meinen Ausbildungstätigkeiten, dass dort durch das LPG-System und dem Bewußtsein für Populationsdruck und Intensivtierhaltung - dann entsprechend Konzepte vorlagen und durchgezogen wurden: Das hieß im Seuchenverdachtsfall: Kamen nur noch Kranke oder Schwangere vom Betrieb bis geklärt war was Sache ist - das klingt jetzt hart: Aber der größte Überträger ist ja nach dem Tier selbst - der Mensch.

Anmerken bei den Seuchendiskussionen möchte ich: "Leider" kommen nur die großen Seuchenmeldungen und Keulungsaktionen in die Medien, so dass der Eindruck entsteht, dass dies ~ ausschließlich ~ ein Problem der Intensivtierhaltung ist. Oder gar der ~ Auslöser ~ die "Massentierhaltung"!?

Wenn man allerdings sich die Seuchenmeldungsticker von www.animal-health-online.de oder direkt bei der weltweiten Seuchenkontrollbehörde (in englisch)  http://www.oie.int/wahid-prod/public.php?page=weekly_report_index&admin=0

nachliest, erkennt man sehr schnell, dass es ständig auf der Welt Seuchenausbrüche gibt, auch in Brasilien in einem Bauerndorf mit 5 Hütten oder Schweinepest in Kroatien oder grassierend in Rumänien in "bäuerlichen" Haltung, in Afrika, bisher PRRS-frei kriegt man diese Krankheit nicht in den Griff, weil die Klein/st-Haltungen eben nicht wie die großen Erzeugerbetriebe aus definiert freien Betrieben Ferkel zukaufen, sondern "auf dem Markt " und damit unkontrolliert das Virus streuen: Was derzeit noch keulen bedeutet in der Hoffnung, große Seuchenzüge und den großen Impfschemata herumzukommen.

Und - viele Seuchenausbrüche in bäuerlichen Haltung bleiben natürlich "ungeklärt": Wenn in einem Hinterhofhühnerbestand von zwanzig Hennen mal eins tot drinliegt, na dann ist eins halt tot. Wird vergraben oder dem Hund oder in den Misthaufen (gehört ja eigentlich in eine Tierkörperbeseitigungsanstalt!)

Andersherum, wenn in einem 1000 Legehennenbetrieb ebs diese (1 aus 20 =) 5 % "plötzlich tot umfallen" - dann fällt das natürlich auf und wird untersucht...

Nur mal so als Gedankenanregung


Gruß Mim
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lilly

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #11 am: 11. September 2007, 19:01:20 »

ich bin weiterhin schwer beeindruckt von deinen beiträgen mim   :D
welche zeitungen muß ich lesen, dass MIR so verständlich wie du es geschrieben hast,
erklärt wird, was wirklich sache ist?
ich bin nun wirklich verbraucher, obwohl ich seit kindesbeinen mit landwirtschaft
mal mehr, mal weniger, zu tun hatte
und bei mir kommen "andere" nachrichten bzw. meldungen an.

daher nochmal danke für deine ausführlichen berichte.

übrigens, ab 50 beiträgen bist du kein frischling mehr  ;)
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Mim

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #12 am: 12. September 2007, 15:28:40 »

Hallo,

nun ist ein nicht so pathogener H5N1 auch in Herden in Südbayern/Rottal nachgewiesen worden und es steht Keulung an.

Wiederum - die Entenbetriebe standen in Kontakt. Wenn man die Entfernung sieht und die nur "Einzelkontakt" die in solchen Anlagen auch mit "Besucherbüchern" nachvollziehbar sind -

das zwischen "normalen" Bauernhöfen - mir wird für den Herbst/Winter Angst und Bang. Noch dazu ist in der Oberpfalz DIE Brüterei Süd von Wiesenhof, damit ihr mal eine Einblick habt die Schlacht- und Schlupfdaten der dt. Geflügelproduktion

nur von Jan bis Juni 2007 und die dazugehörige Veränderung zum Vorjahr in %, Quelle: aktuelle Ausgabe DGS 2007

Schlupf in 1.000 Küken mit Veränderung zum Vorjahr in % (weißes = Geflügelfleisch ist auf dem Vormarsch)

- Legeküken                          22 676  (+ 4,3)        allein im Juni 3,6 Mio
- Jungmasthühner (Hähnchen) 230 906 (+ 5,9)
- Putenküken:                       21 032 (+10,3)
- Enten                                11 836  (+ 5,0)
- Gänse                                  786 (+ 29,9)



Gruß  Mim
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Rabe

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #13 am: 12. September 2007, 19:30:39 »

Hallo

unter http://www.landkreis-schwandorf.de/

kann man sich ein Bild über die Einschränkungen, Sperrbezirke etc. machen, die eingehalten werden müssen.

MfG
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cara

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Re: Vogelgrippe / Geflügelpest
« Antwort #14 am: 15. September 2007, 09:43:49 »

Hallo,

nun ist ein nicht so pathogener H5N1 auch in Herden in Südbayern/Rottal nachgewiesen worden und es steht Keulung an.



Hallo Mim,
der dort nachgewiesene Virustyp ist zwar H5, aber nicht N1.. irgendein anderer, welcher habe ich aber nicht wirklich rausbekommen..

übrigens habe ich neulich einen Bericht über Geflügelkompostierung (in dem Fall Puten) gelesen.. Im Falle solch grosser Keulungsaktionen sollen damit die Verwertungsanstalten entlastet werden
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