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Autor Thema: CO2 Steuer  (Gelesen 1237 mal)

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donnershag

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CO2 Steuer
« am: 16. November 2020, 11:46:38 »

Nächste Jahr wird die Produktion erheblich teurer, durch die CO2 Steuer. Wieviel CO2 Steuer bezahlen unsere Nachbarn dann??

Gruß
Martin
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Mathias

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #1 am: 16. November 2020, 12:26:00 »

Meine Nachbarn werden die genauso zahlen müssen und werden meine Co2 Steuer sicherlich nicht übernehmen
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"Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd."

John Deere 7830

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #2 am: 16. November 2020, 12:42:36 »

Nächste Jahr wird die Produktion erheblich teurer, durch die CO2 Steuer. Wieviel CO2 Steuer bezahlen unsere Nachbarn dann??

Gruß
Martin
Ich weiß gar nicht wieviele Jahre wir schon keine Agrardieselrückvergütung mehr haben. Wer gleicht uns diesen Wettbewerbsnachteil gegenüber den deutschen Bauern aus?  >:(

Schöne Grüße vom Nachbarn.
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Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann Spuren hinterlassen.

wernerzwo

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #3 am: 16. November 2020, 12:47:06 »

Nächste Jahr wird die Produktion erheblich teurer, durch die CO2 Steuer. Wieviel CO2 Steuer bezahlen unsere Nachbarn dann??

Gruß
Martin
Ich weiß gar nicht wieviele Jahre wir schon keine Agrardieselrückvergütung mehr haben. Wer gleicht uns diesen Wettbewerbsnachteil gegenüber den deutschen Bauern aus?  >:(

Schöne Grüße vom Nachbarn.

vergleiche mal Deine Einkaufspreise und unsere - Strom/Heizöl/Diesel - und dann sprechen wir über das Thema nochmal...
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BNT

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #4 am: 16. November 2020, 13:00:43 »

Dünger, Saatgut, PSM.
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donnershag

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #5 am: 16. November 2020, 13:13:28 »

Mir geht es konkret um die osteuropäischen Nachbarn, die liefern Milch zu gleichen Preisen wie wir, haben aber jetzt schon ca. 10 Vorteil in den Produktionskosten. Diese würde sich mittelfristig noch erhöhen.

Gruß
Martin
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Egon

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #6 am: 16. November 2020, 23:54:05 »

Eigentlich müssten wir Ackerbauern ja CO2 vergütet bekommen, da wir im Saldo über den gesamten Betrieb
viel mehr Kohlenstoff binden, als wir freisetzen.
Genauso wie die Forstwirtschaft.
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Stanky

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #7 am: 17. November 2020, 07:14:41 »

Moin,
so sehe ich das auch, aber wie soll mann dann die Landwirtschaft kaputt machen, wenn man sie da noch dran teilhaben läßt? :denk: :ironie:
Gruß
Frank
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De een hett een Rittergut, de anner ritt dat Gitter rut.

Georg

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #8 am: 17. November 2020, 08:13:58 »

Eigentlich müssten wir Ackerbauern ja CO2 vergütet bekommen, da wir im Saldo über den gesamten Betrieb
viel mehr Kohlenstoff binden, als wir freisetzen.
Genauso wie die Forstwirtschaft.

Du hast die Möglichkeit Dir Deine CO2 Bindung auf Deinen Feldern vergüten zu lassen! Das sind bis zu 200 Euro/ ha im Jahr!
Schau mal bei Lagerhaus.at
Das Lagerhaus gehört Mehrheitlich der Baywa, also dem Raiffeisenkonzern.

In Deutschland gibt es schon ein paar NGOs die da auf Kosten der Bauern mit kassieren
Und Du kannst drauf warten, bis ein Vertreter der Raiffeisenorganisation wie Baywa, Agravis etc. Bei Dir auf der Matte stehen werden und Dir "helfen" wollen!
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Trecker-fahrer

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #9 am: 17. November 2020, 08:24:58 »


vergleiche mal Deine Einkaufspreise und unsere - Strom/Heizöl/Diesel - und dann sprechen wir über das Thema nochmal...
Die Dieselpreise in Deutschland und Österreich sind fast identisch. In den letzten 2 Jahren gab es nur einen durchschnittlichen Unterschied von 0,03€ je Liter.
Die Stromkosten sind in Deutschland ca. 0,09€ je kWh höher.
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Wade

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #10 am: 17. November 2020, 08:27:45 »

Ich hatte ehrlich gesagt noch nie einen Österreicher beim verpächter der mir Flächen weg pachten wollte, das sind immer nur Leute aus der Region...
Es hat auch noch nie einer gefragt was in Österreich für Pacht gezahlt wird bei den Pachtverhandlungen, nur was der Nachbar zahlt.  ;)
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charlie

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #11 am: 17. November 2020, 09:53:19 »

Hier kommt es immer auf die Sichtweise an...
In der Regel leben wir und unsere Betriebe vom Verkauf unserer Produkte.
In den meisten Fällen handelt es sich bei der Urproduktion um die Herstellung austauschbarer Produkte.
Der Preis ist begrenzt und richtet sich nach dem Markt aus Angebot und Nachfrage.
Wirtschaftlicher Erfolg liegt darin, die Stückkosten bei der Produktion niedrig zu halten.
Abgaben wie die CO2-Steuer verteuern die Produktion und den Transport.
Dagegen stehen Subventionen wie Agrardieselerstattung und Flächenprämie.
Da die Steuern und Subventionen im gemeinsamen Markt Europa oder gar global gesehen völlig unterschiedlich sind, genauso wie Kosten für Arbeit, Boden, etc, aber auch die Erträge ebenso unterschiedlich, bleibt für eine wirtschaftliche Betrachtung eben nur: Markterlös - Transportkosten - Stückkosten der Produktion = Gewinn

Die Größe eines Betriebes kann hierbei durch Effizienz-Vorteile zur Senkung der Stückkosten beitragen.
Jedoch kommt im Ackerbau ein zusätzlicher Faktor hinzu:
Die Subvention über die Fläche beeinflusst die Kosten für den Produktionsfaktor Boden.

@wade: und hier liegt dann auch ein Unterschied in der Relevanz: in D und auch AT profitiert der Biolandbau von einer höheren Förderung der Flächeneinheit, der Anteil rein flächengebundenen, ertragsunabhängigen Umsatzes steigt bei einfachen Marktfrüchten im Vergleich zum Umsatz aus dem Verkauf der Feldfrüchte und beeinflusst damit in vielen Fällen die Attraktivität rein in Fläche zu wachsen stärker als eine Intensivierung der Produktion.
Aber auch du konkurrierst nicht nur mit dem Nachbarn in der Region (egal ob Bio oder Konvi) sondern auch mit dem Bio- oder gar Konvikonkurrenten aus den europäischen Nachbarstaaten (unter anderem Österreich), der über andere Vorraussetzungen bei Produktionskosten und/oder staatlichen Prämien/Beihilfen sowie Steuern und Abgaben verfügt, um Marktanteile an einem begrenzten Markt. Die meisten landwirtschaftlichen Produkte sind herkunftsunabhängig und sogar produktionsformunabhängig austauschbar.

Ebenso unterschiedlich sind auch die Verhältnisse zwischen Ackerbau und Viehhaltung, hier geht idR der Anteil der Flächensubvention an Umsatz/Gewinn noch einmal zurück. Einzig Auflagen zu einer Flächenbindung zB landwirtschaftlicher Tierhaltung oder Kosten für die Abgabe von Wirtschaftsdünger üben Druck auf den Flächenmarkt aus. Auch hier sind die Markterlöse für austauschbare Produkte wie Milch oder Fleisch begrenzt und bilden selten ein Abbild aus Produktionskosten plus Gewinnmarge.

Und noch ein Punkt fällt mir gerade ein: die nationale Begrenzung der CO2-Steuer belastet zB die innerdeutschen Transporte stärker als Transporte aus den EU-Nachbarstaaten, die zB ihren LKW ganz einfach vor der Grenze nochmal volltanken und damit ohne CO2-Abgabe nach D liefern können...

Mit der CO2-Steuer wird also ganz klar inländische Produktion verteuert ohne einen Ausgleich zum Import eben dieser Produkte zu schaffen. Eine Realisierung der Mehrkosten am Markt halte ich für die deutsche Landwirtschaft im Gegensatz zu vielen anderen Branchen für unmöglich.
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

Helmo

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #12 am: 17. November 2020, 10:37:44 »

Schön zusammengefasst Charlie!
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John Deere 7830

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Re: CO2 Steuer
« Antwort #13 am: 17. November 2020, 11:34:58 »

Ich hatte ehrlich gesagt noch nie einen Österreicher beim verpächter der mir Flächen weg pachten wollte, das sind immer nur Leute aus der Region...
Es hat auch noch nie einer gefragt was in Österreich für Pacht gezahlt wird bei den Pachtverhandlungen, nur was der Nachbar zahlt.  ;)
Mir ging es nur darum das ich das Gefühl hatte hier fühlt sich jemand benachteiligt gegenüber den Nachbarn (= Rest Europa).

Ich wollte daher nur aufzeigen dass auch die Nachbarn teilweise benachteiligt werden und sich so das Ganze vielleicht auch ausgleicht.
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