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Autor Thema: Pferdemist kompostieren - wie?  (Gelesen 2008 mal)

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charlie

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Re: Pferdemist kompostieren - wie?
« Antwort #15 am: 03. November 2020, 09:04:23 »

...
Kompostieren ist bei uns in Niedersachsen ohne eine spezielle Infrastruktur nicht möglich , weil wir ohne spezielle mistplatte mit entsprechender jauchegrube den  mist von Huf und Klauentieren
Nur noch mit fliess oder Folienabdeckung max 3 Monate zwischenlagern dürfen .

Die Feldrandkompostierung ist schon ein schwieriges Unterfangen (vor allem dank der bürokratischen Einschränkungen)
Aber gerade was den Düngungseffekt bzw. die Nährstoffverfügbarkeit kompostierter oder zumindest gut gerotteter Pferdemiste zur Kultur angeht gegenüber einer Frischanwendung deutlich im Vorteil. Und damit auch in der DBE besser darstellbar.

Die Abdeckung mit Kompostvlies erfüllt meines Wissens nach die niedersächsischen Vorgaben und von einer Beschränkung der Lagerzeit am Feldrand auf 3 Monaten generell ist mir auch für NS nix bekannt. Oder handelt es sich bei dir um Auflagen in Wasserschutzgebieten?
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

Flori

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Re: Pferdemist kompostieren - wie?
« Antwort #16 am: 03. November 2020, 10:15:44 »


 Meiner Meinung nach ist bei Pferdemist das Hauptproblem dass er so hitzig ist. Umso strohiger umso schlimmer. Kommt etwas Wasser drauf, ohne ihn wirklich zu
 durchfeuchten, bringt dass die Umsetzung kurz in gange, aber so stark, dass die Feuchtigkeit wieder verdampft und doch wohl einiges an Ammoniak mitnimmt.
 
 Meiner Meinung nach gibt es daher, wenn man über keine expliziten Möglichkeiten zur Kompostierung verfügt, nur 2 Möglichkeiten:

 1.) Das Zeug muss direkt nach dem Anfall !Regelmässig! gut durchgewässert werden, so dass es eben nicht anfängt zu kochen. Dass muss wie gesagt direkt nach
      dem Ausmisten auf der Mistplatte passieren. Dann kannst Du es nach einer Vorrotte rausfahren und auf Feldmiete setzen. Nochmal paar Wochen da uns es
      passt.

 2.) Andere feuchte Organik zumischen. Dann brauchst Du aber viel davon. Und entsprechende Technik zum Mischen oder jemanden der Zeit und Laune hat dass mit
      nem Lader entsprechend zu bewerkstelligen. Das geht, aber eben nicht husch husch.

 Bei der Feldmiete mache ich das bei Pferdemist immer konträr zu den anderen Mieten. Möglichst flach und breit, dass wenn Regen fällt, der auch entsprechend die
 Schichten durchdringen kann. Wenn Du die Miete hoch und walmförmig machst, kommt bis zum Kern nie Wasser rein. Daher, nur die obersten 50 bis 100cm kommen
 in Rotte, und dass umso schwerer, weil der Kern ständig Fieber schiebt und damit die Feuchte wieder raustreibt....
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JD Bochum

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Re: Pferdemist kompostieren - wie?
« Antwort #17 am: 03. November 2020, 12:12:52 »


 Meiner Meinung nach ist bei Pferdemist das Hauptproblem dass er so hitzig ist. Umso strohiger umso schlimmer. Kommt etwas Wasser drauf, ohne ihn wirklich zu
 durchfeuchten, bringt dass die Umsetzung kurz in gange, aber so stark, dass die Feuchtigkeit wieder verdampft und doch wohl einiges an Ammoniak mitnimmt.
 
 Meiner Meinung nach gibt es daher, wenn man über keine expliziten Möglichkeiten zur Kompostierung verfügt, nur 2 Möglichkeiten:

 1.) Das Zeug muss direkt nach dem Anfall !Regelmässig! gut durchgewässert werden, so dass es eben nicht anfängt zu kochen. Dass muss wie gesagt direkt nach
      dem Ausmisten auf der Mistplatte passieren. Dann kannst Du es nach einer Vorrotte rausfahren und auf Feldmiete setzen. Nochmal paar Wochen da uns es
      passt.

 2.) Andere feuchte Organik zumischen. Dann brauchst Du aber viel davon. Und entsprechende Technik zum Mischen oder jemanden der Zeit und Laune hat dass mit
      nem Lader entsprechend zu bewerkstelligen. Das geht, aber eben nicht husch husch.

 Bei der Feldmiete mache ich das bei Pferdemist immer konträr zu den anderen Mieten. Möglichst flach und breit, dass wenn Regen fällt, der auch entsprechend die
 Schichten durchdringen kann. Wenn Du die Miete hoch und walmförmig machst, kommt bis zum Kern nie Wasser rein. Daher, nur die obersten 50 bis 100cm kommen
 in Rotte, und dass umso schwerer, weil der Kern ständig Fieber schiebt und damit die Feuchte wieder raustreibt....

Dem kann ich nur zustimmen.

Es hilft zusätzlich auch wenn die Struktur zerstört wird durch Schreddern oder durch Geschnittenen Stroh beim Einstreuen.
Das billigste was ich bisher gesehen habe war ein Kollege der den Mist in ein Gemietetes Fahrsilo gefahren hat und den Mist erst nach 1 Jahr gestreut hat. Einmal Aufschieben und Fertig

Ob das System mit der Trockenfermentation funktioniert weiß ich leider auch nicht habe es bisher nur im Netzt was gesehen. Allerdings wenn die eine Anlage vor über 10jahren Gebaut worden ist heißt das ja nicht das es heute immer noch nicht geht entwickeln muss sich alles. Pöttinger baut ja auch sowas und mehrere Kommunen (ok die müssen nicht Wirtschaftlich sein) betreiben sowas auch schon also im Gewissen Rahmen muss es gehen.
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Wade

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Re: Pferdemist kompostieren - wie?
« Antwort #18 am: 03. November 2020, 12:27:42 »

Kannst Du wegen der Ausbringung von Pferdemist als Kopfdünger mit mehr Unkraut zur Ernte rechnen?
Nein!
Wobei ich einschränken muss , ich bin konvi , bei biobetrieben könnte es anders aussehen ! ?
Gestreut wird bei uns von Oktober bis Anfang april auf wintergetreide nach der herbst Behandlung mit bodenherbiziden .
Bisher haben wir noch nicht gegen Gräser im Frühjahr nachbehandelt , abgesehen von wenigen Randbehandlungen gegen taube trespe , was aber eher meiner minimalen bodenbearbeitung anzurechnen ist .
Wobei bei uns inzwischen  weidelgras immer mehr zum Problem wird , aber das  lasste ich eher der Substratausbringung an .
Ob diese mistdüngung für dikotyle unkräuter förderlich ist mag ich auch nicht abstreiten aber bei uns gehört eine späte  Behandlung gegen klette und Windenden knöterich zur Standartmassnahme .

Ich denke er meint nicht wegen dem Effekt der Düngung, sondern wegen den Samen aus dem Mist die bei frischer Anwendung nicht abgebaut sind. Ist zb bei Ampfer ein großes Problem.
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sten

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Re: Pferdemist kompostieren - wie?
« Antwort #19 am: 03. November 2020, 13:33:42 »

Ja, das meine ich.
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JM

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Re: Pferdemist kompostieren - wie?
« Antwort #20 am: 03. November 2020, 18:58:30 »

Ja , hatte ich auch so verstanden ! Oder passt meine Antwort nicht dazu
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sten

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Re: Pferdemist kompostieren - wie?
« Antwort #21 am: 03. November 2020, 19:03:28 »

Doch, danke!
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Cat-Driver

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Re: Pferdemist kompostieren - wie?
« Antwort #22 am: 03. November 2020, 21:40:46 »

Kannst Du wegen der Ausbringung von Pferdemist als Kopfdünger mit mehr Unkraut zur Ernte rechnen?

Hi,

ich (konvi) fahre Pferdemist im Hafer, testweise auch mal in Ackerbohnen als Kopfdünger (Raps mag das überfahren gar nicht), auch mal ne Fahrgasse in Gerste/Weizen. In der Kultur war kein Unterschied im Unkrautbesatz zu erkennen ...


Aber:
seit dem ich die letzten 10 Jahre einiges an Pferdemist eingesetzt habe, habe ich deutlich mehr mit Ampfer zu kämpfen...

Liegt es am Pferdemist, an fast 30 Jahren ohne/sehr wenig Pflug, am Klimawandel, an der Einschleppung aus ehemaligen Bio-Flächen (eigentlich eine Beleidung für jeden Bio, die Bewirtschaftung war eher völlig chaotisch als gezielt Bio) ... ich weiß es nicht
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JM

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Re: Pferdemist kompostieren - wie?
« Antwort #23 am: 04. November 2020, 07:41:45 »

...
Kompostieren ist bei uns in Niedersachsen ohne eine spezielle Infrastruktur nicht möglich , weil wir ohne spezielle mistplatte mit entsprechender jauchegrube den  mist von Huf und Klauentieren
Nur noch mit fliess oder Folienabdeckung max 3 Monate zwischenlagern dürfen .

Die Feldrandkompostierung ist schon ein schwieriges Unterfangen (vor allem dank der bürokratischen Einschränkungen)
Aber gerade was den Düngungseffekt bzw. die Nährstoffverfügbarkeit kompostierter oder zumindest gut gerotteter Pferdemiste zur Kultur angeht gegenüber einer Frischanwendung deutlich im Vorteil. Und damit auch in der DBE besser darstellbar.

Die Abdeckung mit Kompostvlies erfüllt meines Wissens nach die niedersächsischen Vorgaben und von einer Beschränkung der Lagerzeit am Feldrand auf 3 Monaten generell ist mir auch für NS nix bekannt. Oder handelt es sich bei dir um Auflagen in Wasserschutzgebieten?


Auf die lagerdauer gehe ich jetzt nicht weiter ein , kann gut sein das ich da nicht auf dem aktuellen Stand bin aber wenn ich meine Pflanzen mit Nährstoffen versorgen will dann mache ich das mineralisch oder mit gärsubstrat !
Mit pferdemist dünge/Schütze ich meinen Boden und stelle meinen bodelebewesen futter zur  Verfügung , mehr nicht .
Angerechnet habe ich die nährstoffe aus pferdemist noch nie und werde es auch zukünftig nicht !
Im Gegenteil bei sehr frischen mist und je nach zeitpunkt der Ausbringung muss ich kalkulieren das ein teil des anschliesend aufgebrachten Stickstoff fixiert wird  .
Ein biobetrieb hat da sicher eine ganz andere Anforderung und da bin ich bei dir , das ist eine kompostierung aus Sichtweise der Nährstoffverfügbarkeit kriegsentscheidend !
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Biokartoffel

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Re: Pferdemist kompostieren - wie?
« Antwort #24 am: 04. November 2020, 09:47:12 »

Meine Erfahrung: Egal welcher Mist, je länger er liegt, desto besser ist er für den Boden. Am besten denke ich wären zwei Jahre. Bei mir gehts nicht unbedingt um Stickstoff, sondern Humusaufbau und die anderen Nährstoffe. Ich mache das momentan so: Pferdemist wird mit Kleegrasschnitt und anderem Mist gemischt und dann bei Bedarf dann ausgebracht (meist im Herbst in ZF oder Winter/Frühjahr ins Getreide). Kompostieren würde ich das nicht nennen, eher versuchen wir immer das Kleegras zu silieren, indem wir es mit dem älteren Material abdecken.
 
Das Hauptproblem aber sind aber die Vorschriften. Es gäbe so interessante Verfahren, wie die Witte Kompostierung. Aber einen Kompostplatz bauen sehe ich nicht ein und deshalb versuche momentan vorrangig legal zu arbeiten anstatt mich mit Verbesserungen zu beschäftigen! Traurig aber wahr! :(

Eine Idee wäre anfallenden Mist ohne langes Lagern oder aufbereiten auf Kleegras oder Grünland zu streuen und die Flächen dann bei Bedarf zu mähen und den Aufwuchs direkt auf andere Flächen zu streuen... also cut and carry plus Mist input

Schöne Grüße

 
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