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Autor Thema: Zukunftsaussichten LW  (Gelesen 2827 mal)

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Berry

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #15 am: 17. Oktober 2020, 17:25:37 »

Vielen Dank für Eure Meinungen.
Ich sehe auch nicht "rabenschwarz", aber eben nicht mehr "rosarot".
Das mit dem "wichtigsten Beruf auf Erden" stimmt nur bedingt- keinesfalls mehr in den Köpfen der meisten Verbraucher und Politiker.

Was ist wenn in 20 Jahren 20 % weniger Fleisch gegessen werden, 10 % Lebensmittel aus der Retorte kommen oder billiger ersatz sind ( das sind vielleicht heute schon mehr) und die erträge aber um 20 % steigen.

Ich glaube nicht, dass wir dann nur einen Brei aus der retorte löffeln, aber dass weitere Rohstoffe vor allem in der Industrie durch billige Produkte ersetzt werden.
Werden wir dann nur noch auf den guten Standorten produzieren? -  dazu gehören wir sicherlich nicht
muss auf den schlechten Standorten extensiv und billig produziert werden? eigentlich nicht mein Fall und meine Betriebsausrichtung

Und wenn ich hier so lese oder im Nachbarthread so gucke stehe ich mit meinem leichten Pessimismus nicht alleine.
- warum baut jemand einen genehmigten Stall nicht?
- warum bereut es jemand nicht, vielleicht vor Jahren gebaut zu haben...

Es fahren wohl viele mit angezogener Handbremse.

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halbspaenner

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #16 am: 17. Oktober 2020, 20:00:45 »

Moin Martin,
schön, daß Du diesen Thread angeleiert hast :daumen:!
M.E. wird die Landwirtschaft in Deutschland 2 Wege gehen:
Entweder, was sich ja v.a. in den östlichen Bundesländern abzeichnet, daß außerlandwirtschaftliche Investoren endgültig das Heft in die Hand nehmen und riesige Betriebe bzw. Firmengeflechte entstehen. Dem können so kleine Kläffer wie wir nix entgegen setzen, oder werden höchstens noch als Folklorekasper im gewissen Rahmen geduldet :rolleyes:.
Es könnte aber auch anders laufen: Durch die sich immer mehr abzeichnende zukünftige Deindustriealisierung unserer grünsozialistischen Meinungsmacher in Form von Regierungsverantwortlichen wird die breite Masse der Verbraucher einfach nicht mehr genug Kohle haben um sich auf dem Weltmarkt mit bezahlbaren Nahrungsmitteln zu versorgen, so daß wieder eine Art Subsistenzlandwirtschaft entstehen wird. Außerdem werden die Großbetriebe massive Probleme bekommen einigermaßen fachkundige Traktoristen zu bekommen, alle Probleme kann die Digitalisierung auch nicht lösen!
Am Ende meines beruflichen Weges weiß ich weniger denn je, wo die Reise hin geht, es ist heutzutage noch nicht einmal mehr möglich Betriebsmittel fürs nächste Wirtschaftsjahr vorzukaufen......
Nachdenkliche Grüße, Rudolf
 
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Thomas

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #17 am: 17. Oktober 2020, 20:02:51 »

Ich bin überzeugt, dass in Zukunft bewusster gegessen wird, zumindest in den Industrienationen bzw. in EU. Ich gehe selbst in diese Richtung, mag vielleicht auch am Alter liegen. Viele (auch ich) stellen sich die Frage bzw. in Frage, ob für unsere Mahlzeit ein Tier sterben muss / musste. Wobei mir persönlich extrem wichtig ist, dass das Fleisch / der Fisch, was ich mir zubereitet oder bestellt habe, dann auch aufgegessen wird. Verschwendung von Lebensmitteln generell geht gar nicht.

Man muss aber auch bedenken: Wenn der Mensch nicht irgendwann angefangen wäre, Fleisch zu essen, würden wir heute noch auf dem Baum schlafen.

Aber bewusster essen, Qualität essen, Regionales essen: Das ist mMn die Zukunft. Das hat natürlich Einfluss auf die LDW. In der Standard-Milchproduktion bzw. in der Standard-Fleischproduktion (also austauschbare Produkte ohne besondere Eigenschaften (das ist jetzt nicht qualitativ negativ gemeint, wir produzieren in D bzw. Mitteleuropa nach höchsten Standards!!)) sehe ich nicht so wirklich eine Zukunft, jedenfalls nicht in der bisherigen Breite der Produktion.

Es wurde vor 30 Jahren schon gesagt, dass die Bevölkerung wächst, die aufstrebenden Staaten alle Fleisch statt Reis o.ä. essen wollen und irgendwann ein Boom der ldw. Produkte kommt. Das ist bisher nicht eingetreten und ich sehe auch keine Ansätze, dass das in Aussicht kommt. Dafür sorgen schon die globalisierten Märkte.

Dazu kommen einfach die Hemmnisse der Politik und Verwaltung (Bauauflagen z.B.) und tlw. auch die öffentliche Meinung.

Gruß
Thomas
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canuck

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #18 am: 17. Oktober 2020, 20:59:54 »

Bei uns glauben die meisten an eine gute Zukunft der Landwirtschaft.
Die Stahlbauten schossen wie Pilze aus dem Boden.Milch und Geflügel sind trotz den sehr hohen Investitionen die grossen Stars.Baukosten das eine, aber daneben noch die grösseren Quota Kosten.
Landpreise auch das mehrfache als vor 15 Jahren.
Produktionskosten stiegen ja auch und trotz allem scheint der Optimismus zu überwiegen.
Die Landwirtschaft scheint bei den meisten Leuten immer noch in einem guten Licht zu stehen.
Ich selber glaube auch das ausser landwirtschaftliche Investoren einen noch grösseren Einfluss bis ganz zum Bauern haben.
Ein anderer Indikator sind, die neuen Ethanol Alkohol Fabriken und Molkerei die bei uns gebaut werden.
Eine Molkerei von China finanziert,also glauben wenigstens sie an eine Zukunft.
Schade das die Familienfarm einen immer schwereren Stand hat.
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kitkat1975

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #19 am: 18. Oktober 2020, 07:30:39 »

ich glaube nicht mehr an eine glorreiche zukunft der lw und allem voraus der tierhaltung.
zumindest nicht solange die politische Richtung beibehalten w
investitionen die nur compliance und immer strengeren auflagen dienen muss man sich leisten können.
wir oder zumindest ich kann das nicht mehr ruhigen gewissens
wer soll sich denn bei den äusseren gegebenheiten für 20 jahre bei einem stallneubau verpflichten?
man möge sich mal vorstellen wenn man der industrie oder meinetwegen auch aldi das so sagen möge das sich ihre investionen in 20 jahren amortisieren sollen
..😂
kein euro würde da investiert!
aber von uns erwartet man es
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Ruebe

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #20 am: 18. Oktober 2020, 08:09:16 »

Zitat
wer soll sich denn bei den äusseren gegebenheiten für 20 jahre bei einem stallneubau verpflichten?
man möge sich mal vorstellen wenn man der industrie oder meinetwegen auch aldi das so sagen möge das sich ihre investionen in 20 jahren amortisieren sollen

Das ist eine Frage der aktuellen Steuergesetzgebung .... wenn ALDI & Co nach 10 Jahren nen Laden dicht machen, neu bauen, aufgeben ist der abgeschrieben, bezahlt und hat Gewinn gebracht ....
Die Beschleunigung der Wirtschaft (kürzere Abschreibungsfristen, schnellerer Ersatz, weniger Reparatur) hat sich nur in der Ldw und einigen Handwerksbetrieben noch nicht durchgesetzt. Viele Politiker verstehen doch gar nicht warum man 20 Jahre weit denken und kalkulieren muß

Bestes Beispiel sind die PV Anlagen .... nach 20 Jahren Einspeiseverbot, aber nutzt du selber mußt du EEG Umlage bezahlen ....
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monsato

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #21 am: 18. Oktober 2020, 12:17:49 »

hay

Die supermärkte sind in 3 Jahren bezahlt ,zb. Nudelfabriken max. 7 Jahre  alles was drüber währe würden die nicht angreifen.
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Hebamoe

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #22 am: 18. Oktober 2020, 12:57:36 »

hay

Die supermärkte sind in 3 Jahren bezahlt ,zb. Nudelfabriken max. 7 Jahre  alles was drüber währe würden die nicht angreifen.

Bei uns Produzieren Nudelfabriken mit 50 Jahre alten Gebäuden und Betonhochsilos. Glaube nicht das die in 7 Jahren bezahlt waren.

Die neue Chipsherstellungsfabrik Fonzies Snackfood war schon mehrmals Pleite.

Und auch Aldi wird seine Gebäude Gesetzlich 3% sind 33 Jahre Nutzungsdauer abschreiben wie wir auch.
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BNT

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #23 am: 18. Oktober 2020, 13:02:19 »

Ist bei uns ähnlich. Von den örtl. Lebenesmittelherstellern kann man das Sparen lernen.
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klausg

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #24 am: 18. Oktober 2020, 13:23:47 »

hay

Die supermärkte sind in 3 Jahren bezahlt ,zb. Nudelfabriken max. 7 Jahre  alles was drüber währe würden die nicht angreifen.

Bei uns Produzieren Nudelfabriken mit 50 Jahre alten Gebäuden und Betonhochsilos. Glaube nicht das die in 7 Jahren bezahlt waren.

Die neue Chipsherstellungsfabrik Fonzies Snackfood war schon mehrmals Pleite.

Und auch Aldi wird seine Gebäude Gesetzlich 3% sind 33 Jahre Nutzungsdauer abschreiben wie wir auch.

Aldi hat in den seltensten Fällen eigene Gebäude - die lassen von Investoren (auch z. T. Bauern nach Baulandverkäufen) bauen und mieten 10 Jahre. Dann wird gekündigt und von Vorne.

Gerade bei Photovoltaik sieht man deutlich, wie  in der Industrie Investitionen getätigt werden. Wieviel haben denn Anlagen auf dem Dach, obwohl sie riesige Flächen hätten? Nur sehr wenige - denen ist die Rendite zu gering und die Amortisationszeit zu lang. Sowas machen nur Bauern und Häuslebauer und Idealisten.
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Wade

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #25 am: 18. Oktober 2020, 13:53:19 »

Gerade bei Photovoltaik sieht man deutlich, wie  in der Industrie Investitionen getätigt werden. Wieviel haben denn Anlagen auf dem Dach, obwohl sie riesige Flächen hätten? Nur sehr wenige - denen ist die Rendite zu gering und die Amortisationszeit zu lang. Sowas machen nur Bauern und Häuslebauer und Idealisten.

Ist leider echt so, die Renditen bei PV sind für Industrie/Gewerbe zu gering und der Aufwand zu hoch. Wenn es gebaut wird dann mehr als PR-Maßnahme bzw Greenwashing, um sagen zu können: Schaut her wir sind so ökologisch und haben PV aufm Dach.
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Hebamoe

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #26 am: 18. Oktober 2020, 14:53:17 »


Aldi hat in den seltensten Fällen eigene Gebäude - die lassen von Investoren (auch z. T. Bauern nach Baulandverkäufen) bauen und mieten 10 Jahre. Dann wird gekündigt und von Vorne.

Das hieße ja, das der Gebäudeinvestor durch die hohen Mieteinnahmen für Aldi die Steuern bezahlt. Das glaube ich nicht.
Natürlich ist es eine Abschreibeabsicht die nur den einen Gewinnbringenden Ansatz hat. Wertsteigerung und Inflation.
Aber dies ist im Moment auch in Frage zu stellen.

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klausg

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Re: Zukunftsaussichten LW
« Antwort #27 am: 18. Oktober 2020, 16:16:02 »

Zitat
Das hieße ja, das der Gebäudeinvestor durch die hohen Mieteinnahmen für Aldi die Steuern bezahlt. Das glaube ich nicht.
Natürlich ist es eine Abschreibeabsicht die nur den einen Gewinnbringenden Ansatz hat. Wertsteigerung und Inflation.
Aber dies ist im Moment auch in Frage zu stellen.

Für Aldi ist selbst bauen meist komplett uninteressant - Mietkosten sind zu 100% Aufwand und hat hat keinen Aufwand für die Immobilienverwaltung. Investiert wird lieber über die eigenen Stiftungen - wie aktuell wieder in Thüringen.
Der Investor will ja Geld anlegen und dafür Rendite, also Mieteinnahmen die er dann natürlich auch versteuern muß.
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