www.agrowissen.de  
www.agrowissen.de  
Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Autor Thema: Sommergerste 2020  (Gelesen 9499 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Stanky

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 4 428
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #75 am: 31. Juli 2020, 09:41:38 »

Moin,
das ist bei uns genau so. Gestern hatte sie 19,5%, aber wir hatten auch zwei Tage Schmaulwetter vorweg, also Niesel und bedeckt und Gestern nur 20°C.
Ich hoffe heute mit 17% dreschen zu können. Das dann einen Tag schwitzen lassen und dann einmal rasch durch den Trockner, dann sollte das passen.
Gruß
Frank
Gespeichert
De een hett een Rittergut, de anner ritt dat Gitter rut.

nofear

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 6 455
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #76 am: 31. Juli 2020, 17:24:02 »

wie schauts mit der Braugerste aus ?

hab heut mal reingeschnuppert mitn Drescher, Bestand ist Reif , Sorte Solist, bei der ersten Kontrolle im Korntank einige grüne Körner,
ohne Fahrgasse , warum ?

Abgestiegen , sind jetzt nebentriebe mit kurzen Ähren nachgeschoben wo so 15 cm kürzer sinn wie die reife Gerste, mit 10 Körner .

im Juli hats nur 15 mm geregnet im Juni 109 mm , sowas kenn ich noch nicht.

in der Region andere Schläge angeschaut das selbe Problem, egal ob andere Sorte oder Saatzeitpunkt,

Zur Ursache:

Ich vermute, wenig Wasser zwischen Aufgang und Ende Bestockung und dann gabs  bei ausreichend Nährstoffen (Ende April/Anfang Mai hier) nochmal Wasser und die hat Nachschosser gemacht und nicht wieder reduziert.
Gespeichert
„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

Desperado

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 1 952
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #77 am: 31. Juli 2020, 19:15:38 »

Die Sommergerste schwankt hier im Ertrag von ordentlichen 5-5,5to bis indiskutablen 2to, je nachdem wie gut und gleichmäßig sie im Frühjahr aufgelaufen ist. Alles in allem ist 2020 aber kein großes Braugerstenjahr. Und zu allem Ungemach sind auch die Preise für vertragsfreie Ware im Keller (coronabedingt).
Ich glaub kaum, dass man heuer 16€/dt bekommt. Für Winterbraugerste wird's wohl nur 14,50 geben. Auch die Proteinwerte sind oftmals erhöht
Gespeichert

angusy

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 3 411
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #78 am: 02. August 2020, 07:41:23 »

Mit der Sommergerste haben wir gestern die Ernte vorerst abgeschlossen (Soja und Hamsterstreifen folgen im Herbst). Die Sommergerste war die erwartete Enttäuschung. Selbst bei gleichmäßigem Auflauf und eigentlich schönem Bestand waren es nur knapp 7 t/ha. Ansonsten werden wir eher bei 5 t/ha liegen. Exakte Zahlen habe ich erst, wenn die Ware über die Brückenwaage gegangen ist. Die später aufgelaufene Sommergersten hat zwar das Problem optisch etwas kaschiert, aber Ertrag wurde an diesen Stellen nicht generiert.

Jetzt gilt es einen Abnehmer für den Mist zu finden.
Gespeichert

Wetterauer

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 335
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #79 am: 02. August 2020, 08:28:14 »

Dazu muss mehr Bier getrunken werden ... die Brauereien haben dieses Jahr nicht den Fassbierabsatz und deren Lager mit Malz sind voll
Gespeichert

angusy

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 3 411
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #80 am: 02. August 2020, 08:56:10 »

Ein vernünftiger Futtergerste-Preis wäre mir auch recht.
Gespeichert

Kastanie

  • Junior Member
  • **
  • Offline Offline
  • Beiträge: 38
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #81 am: 02. August 2020, 10:13:45 »

Dazu muss mehr Bier getrunken werden ... die Brauereien haben dieses Jahr nicht den Fassbierabsatz und deren Lager mit Malz sind voll


Mhmmm... endlich hab ich einen plausiblen Grund gefunden, dass mein Betrieb auch Corona Staatshilfe bekommt....
weniger Bierabsatz = schlechter Braugerstenpreis = Einkommenseinbußen auf Grund von Corona....... :angel:
Gespeichert

Peter83

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 694
  • Beruf: Landwirt
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #82 am: 02. August 2020, 10:26:22 »

Die Sommergerste war die erwartete Enttäuschung. Selbst bei gleichmäßigem Auflauf und eigentlich schönem Bestand waren es nur knapp 7 t/ha. Ansonsten werden wir eher bei 5 t/ha liegen.

Wie viel dt hättest du in deiner Region denn normalerweise (/gerne) geernetet?
Gespeichert

angusy

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 3 411
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #83 am: 02. August 2020, 12:33:47 »

Es war erst meine 2. Sommergerstenernte.

Letztes Jahr erreichte ich deutlich über 7 t/ha. Daher waren 7 t/ha so ein etwa meine Vorstellung. Aber bei dem Feldaufgang war schnell klar, dass ich kleinere Brötchen ....... kleinere Bierfässer brauen muss.
Gespeichert

Stanky

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 4 428
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #84 am: 02. August 2020, 12:35:44 »

Moin,
meinen ersten Sommergerstenschlag habe ich in der Scheune, 65dt/ha Ventina auf 14,5% bezogen auf 25iger Boden.
Gruß
Frank
Gespeichert
De een hett een Rittergut, de anner ritt dat Gitter rut.

charlie

  • Moderator
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 8 188
  • Beruf: Agrarflächendesigner
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #85 am: 02. August 2020, 12:43:41 »

Es war erst meine 2. Sommergerstenernte.

Letztes Jahr erreichte ich deutlich über 7 t/ha. Daher waren 7 t/ha so ein etwa meine Vorstellung. Aber bei dem Feldaufgang war schnell klar, dass ich kleinere Brötchen ....... kleinere Bierfässer brauen muss.

Da würde ich mich aber nicht grämen...
Einer unserer Druschkunden ist passionierter intensiver Sommerbraugerstenanbauer und erreicht für meine Region am Main meist Toperträge. Im letzten Jahr lag er im Schnitt bei deutlich über 7t/ha Brauqualität und in der Spitze gar über 8t. Doch in diesem Jahr waren für ihn, trotz optisch guter Bestände ohne Auflaufprobleme die 7t/ha auch ein zu hoch gestecktes Ziel.
Sowohl unterdurchschnittliche Bestandesdichte als auch selbst bei ausreichender Bestockung, dann eben die Kornzahl je Ähre ließen in diesem Jahr keine Rekordergebnisse zu.
Zusätzlich noch leicht erhöhte Proteinwerte...
Einzig die Vollgerstenanteile waren stabil hoch.
Gespeichert
Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

angusy

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 3 411
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #86 am: 02. August 2020, 14:56:47 »

Aus ackerbaulicher Sicht mag das schon stimmen.

Betriebswirtschaftlich gesehen, kann ich es mir schlicht nicht leisten, eine Frucht hinzustellen, die im Ergebnis deutlich weniger als 1.000 EUR/ha Erlös bringt. Irgendeine Vogel-Großstädter-Scheißdreck-Blühfläche hätte mir 750 EUR/ha bei nahezu Null Kosten eingebracht und ich Looser baue Sommergerste an, die wahrscheinlich mangels Abnehmer als Futtergerste enden wird und daher auch nicht deutlich mehr als 750 EUR/ha bringen wird.

Gespeichert

Präzisionsbauer

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 175
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #87 am: 02. August 2020, 16:04:48 »

Aus ackerbaulicher Sicht mag das schon stimmen.

Betriebswirtschaftlich gesehen, kann ich es mir schlicht nicht leisten, eine Frucht hinzustellen, die im Ergebnis deutlich weniger als 1.000 EUR/ha Erlös bringt. Irgendeine Vogel-Großstädter-Scheißdreck-Blühfläche hätte mir 750 EUR/ha bei nahezu Null Kosten eingebracht und ich Looser baue Sommergerste an, die wahrscheinlich mangels Abnehmer als Futtergerste enden wird und daher auch nicht deutlich mehr als 750 EUR/ha bringen wird.
Moment mal, mit der Blühfläche holst dir alle Unkräuter der Welt auf den Acker, da kämpfst du Jahre bis der Acker wieder sauber wird. Da habe ich mittlerweile meine Schmerzgrenze schon hochgefahren und baue lieber ne ordentliche Sommerung, die unter Umständen kurzfristig sogar den niedrigeren DB aufweist, an.
Gespeichert
Fehlende ackerbauliche Kompetenz lässt sich auch durch Digitalisierung nicht ausgleichen.

Peter83

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 694
  • Beruf: Landwirt
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #88 am: 02. August 2020, 19:12:03 »

Aus ackerbaulicher Sicht mag das schon stimmen.

Betriebswirtschaftlich gesehen, kann ich es mir schlicht nicht leisten, eine Frucht hinzustellen, die im Ergebnis deutlich weniger als 1.000 EUR/ha Erlös bringt. Irgendeine Vogel-Großstädter-Scheißdreck-Blühfläche hätte mir 750 EUR/ha bei nahezu Null Kosten eingebracht und ich Looser baue Sommergerste an, die wahrscheinlich mangels Abnehmer als Futtergerste enden wird und daher auch nicht deutlich mehr als 750 EUR/ha bringen wird.

ok aus der Perspektive kann ich es nachvollziehen. Ich freue mich, wenn ich über 6t Ernte. Bei mir wird sie so oder so Schweinefutter (und ich habe sie nur angebaut, weil ich Raps umbegrochen hatte..).

Ich dachte immer, dass das Blüh..saatgut so teuer wäre?
Gespeichert

charlie

  • Moderator
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 8 188
  • Beruf: Agrarflächendesigner
Re: Sommergerste 2020
« Antwort #89 am: 02. August 2020, 22:31:32 »

Aus ackerbaulicher Sicht mag das schon stimmen.

Betriebswirtschaftlich gesehen, kann ich es mir schlicht nicht leisten, eine Frucht hinzustellen, die im Ergebnis deutlich weniger als 1.000 EUR/ha Erlös bringt. Irgendeine Vogel-Großstädter-Scheißdreck-Blühfläche hätte mir 750 EUR/ha bei nahezu Null Kosten eingebracht und ich Looser baue Sommergerste an, die wahrscheinlich mangels Abnehmer als Futtergerste enden wird und daher auch nicht deutlich mehr als 750 EUR/ha bringen wird.

So einfach ist das Spiel mit den Blühflächen leider auch nicht:
Saatgutkosten für Blühflächen nach HALM nicht unter 200€/ha, Regio Saatgut für mehrjährige eher 300€.
Auch für die einjährigen gilt ein Verpflichtungszeitraum von 5 Jahren.
HALM Blühflächen dürfen nicht in Wasserschutzgebieten mit Düngeeinschränkungen angelegt werden.
Außerdem ist die maximale Schlaggröße 1ha und max 10% Flächenanteil der Ackerkulturen förderfähig

Bei Braugerste kommt es immer entscheidend auf die Vermarktung an.
Im Winter wurden für Sommerbraugerste 190€/t Netto Kontrakte angeboten. Dabei 5 t/ha abgesichert und die 1000€ Umsatz je Hektar sind fast generiert.

8t/ha Weizen zu 150€/t frei Gosse Landhandel ex Ernte sind auch nur 1200€ Umsatz bei deutlich höheren Pflanzenschutz- und Düngekosten.
idR liegen hier in der Region zwischen den Deckungsbeiträgen im langjährigen Schnitt zwischen Winterweizen und Sommerbraugerste etwa 100€ je zugunsten des Weizens.
Gespeichert
Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.