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Autor Thema: Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren  (Gelesen 1254 mal)

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Kuhbauer

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Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren
« am: 28. Januar 2020, 09:52:05 »

Moin.

Die Düngeverordnung beinhaltet ja das Verbot der Breitverteilung ab 2020 bzw. 2025 . Für uns ist die Anschaffung entsprechender Technik der Zeit wirtschaftlich uninteressant. Ich suche daher nach Alternativen (würde gerne unsere eigenen Maschinen weiter nutzen).

Es gibt verschiedene Produkte bzw Stoffe, die man in die Gülle einrührt und die deutliche Verminderung der Emissionen versprechen. Mir sind insbesondere Gesteinsmehle (gibt die verschiedensten Bezeichnungen dafür, häufig wird Zeolith gesagt) und Kohle sowie evtl Produkte mit Mikroorganismen sympathisch, Schwefelsäure eher weniger.

Meine Frage:
- gibt es Leute, die damit schon Erfahrungen haben? Könnt ihr mal berichten?
- wie könnte man die Emissionsreduzierung solcher Stoffe nachweisen, gibt es bezahlbare Methoden?
- in der DüV ist vorgesehen, dass Alternative Methoden zur Emissionsminderung zugelassen werden können; für wie realistisch haltet ihr es, dass es zu Genehmigungen kommt? (in Süddeutschland ist der Druck wohl höher, da die Struktur eine ganz andere ist; Stichwort IG gesunde Gülle) Wie könnte man vorgehen um da etwas zu erreichen? Lt aktueller Info kann die Kreisstelle jährlich Genehmigungen aussprechen.

Danke und Viele Grüße
« Letzte Änderung: 28. Januar 2020, 09:55:05 von Kuhbauer »
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Josef

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Re: Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren
« Antwort #1 am: 28. Januar 2020, 13:03:49 »

Moin.

Die Düngeverordnung beinhaltet ja das Verbot der Breitverteilung ab 2020 bzw. 2025 . Für uns ist die Anschaffung entsprechender Technik der Zeit wirtschaftlich uninteressant. Ich suche daher nach Alternativen (würde gerne unsere eigenen Maschinen weiter nutzen).

Es gibt verschiedene Produkte bzw Stoffe, die man in die Gülle einrührt und die deutliche Verminderung der Emissionen versprechen. Mir sind insbesondere Gesteinsmehle (gibt die verschiedensten Bezeichnungen dafür, häufig wird Zeolith gesagt) und Kohle sowie evtl Produkte mit Mikroorganismen sympathisch, Schwefelsäure eher weniger.

Meine Frage:
- gibt es Leute, die damit schon Erfahrungen haben? Könnt ihr mal berichten?
- wie könnte man die Emissionsreduzierung solcher Stoffe nachweisen, gibt es bezahlbare Methoden?
- in der DüV ist vorgesehen, dass Alternative Methoden zur Emissionsminderung zugelassen werden können; für wie realistisch haltet ihr es, dass es zu Genehmigungen kommt? (in Süddeutschland ist der Druck wohl höher, da die Struktur eine ganz andere ist; Stichwort IG gesunde Gülle) Wie könnte man vorgehen um da etwas zu erreichen? Lt aktueller Info kann die Kreisstelle jährlich Genehmigungen aussprechen.

Danke und Viele Grüße

Selbst wenn es ein Produkt gibt das Emmisionen mindern kann ist trotzdem die Breitverteilung mit dem Prallteller ab 2020 bzw 2025 verboten! Da kannst du so viele Gutachten in Auftrag geben wie du willst, das wird sich nicht ändern, eher verschlimmern!
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Ede

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Re: Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren
« Antwort #2 am: 28. Januar 2020, 13:25:18 »

Wenn es was gäbe, was zulassungsfähig wäre, würde ein Hersteller sowas doch massiv bewerben, oder was für ein Interesse sollte er haben, das nicht zu tun?  :frage:
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BNT

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Re: Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren
« Antwort #3 am: 28. Januar 2020, 13:30:47 »

Es gibt einen solchen Zusatz. Man nennt ihn Wasser. ;)

Die Applikationstechnik ist gar nicht so wichtig. Man kann sogar bessere Werte erreichen, wenn man zwar mit einem Prallteller arbeitet, dafür aber einen guten Zeitpunkt abwarten kann.

Der pH Wert spielt natürlich auch eine Rolle. Ansäuern macht schon Sinn.


Aber wie Josef schreibt: An entsprechender Technik führt aufgrund der DüVO kein Weg vorbei.
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Vario_fahrer

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Re: Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren
« Antwort #4 am: 28. Januar 2020, 13:37:18 »

Breitverteilung wird ja nicht komplett verboten, auf unbestelltem Ackerland ist diese ja weiterhin erlaubt.
Wenn also die meisten Gülle vor der Maissaat ausgebracht wird kann man das weiterhin mit vorhandener Technik machen, auf Grünland gehts das aber nicht.
Da muss man dann für seinen Betrieb schauen ob es sinnvoll ist die Gülle auf dem Grünland vielleicht vom Lohner ausbringen zu lassen aber die meisten Gülle weiterhin selber mit vorhandener Technik auszubringen.
Von irgendwelchen Wundermitteln halte ich gar nichts, auf dauer kann man dann besser direkt in bessere Ausbringtechnik investieren.
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Kuhbauer

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Re: Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren
« Antwort #5 am: 28. Januar 2020, 14:24:44 »

Wenn es was gäbe, was zulassungsfähig wäre, würde ein Hersteller sowas doch massiv bewerben, oder was für ein Interesse sollte er haben, das nicht zu tun?  :frage:


Naja zum Beispiel Kohle oder Gesteinsmehl sind jetzt nicht groß herstellerabhängig bzw. patentierbar. Von daher wird dort keiner groß Geld in die Hand nehmen können um das zu bewerben oder entsprechende Studien zu finanzieren oder gar in Richtung Gesetzgeber zu lobbyieren.

Vorteil von soetwas wäre ja auch, dass es bereits im Stall die Emissionen vermindert und später im Boden noch positiv wirken könnte. Ich hab mir auch schon verschiedene Studien angeguckt - nicht alle kommen zum selben Ergebnis, aber es scheint grundsätzlich möglich zu sein, die Ausgasung erheblich zu reduzieren. Ist aber irgendwann auch eine Frage der Aufwandmenge und des Preises.

Hier noch der Link zur IG gesunde Gülle in Süddeutschland. https://www.xn--ig-gesunde-glle-bwb.de/

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klausg

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Re: Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren
« Antwort #6 am: 29. Januar 2020, 12:44:20 »

Ich verstehe nicht, warum das nicht mit Schleppschuh gehen soll. da muss man halt 10 Tage nach dem Mähen warten, bevor man die Gülle auf die Wiese fährt. dann wird die Gülle auch unten drin abgelegt. Wenn man sie dann noch verdünnt, gibts auch keine Güllewürste.

Bei diesen ganzen Gesteinsmehlprodukten wird nur durch die extrem große Oberfläche eine Reaktion erzielt. Die Güllen haben danach nicht mehr Ammonium - nur weniger Ammoniak. Kann sich dann jeder ausrechnen, wo der ist. Gleicher Effekt wie belüften.

Bringen tut tatsächlich nur die PH Wert Absenkung was.
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superuser

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Re: Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren
« Antwort #7 am: 13. Februar 2020, 08:49:35 »

ohne Worte. Ich meiner damit vorallem den Schluss vom Video  :frage:
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"Die Deutschen haben von jeher die Art, daß sie es besser wissen wollen, als der, dessen Handwerk es ist, und es besser verstehen als der, der sein Leben damit zugebracht." Zitat Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter

BNT

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Re: Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren
« Antwort #8 am: 13. Februar 2020, 09:00:33 »

Solche Videos gibt es auf Youtube zu Hauf.

Auch so ein Highlight:

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Schorsch

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Re: Güllezusätze um gasförmige Verluste zu reduzieren
« Antwort #9 am: 13. Februar 2020, 14:14:25 »

Moin.

Die Düngeverordnung beinhaltet ja das Verbot der Breitverteilung ab 2020 bzw. 2025 . Für uns ist die Anschaffung entsprechender Technik der Zeit wirtschaftlich uninteressant. Ich suche daher nach Alternativen (würde gerne unsere eigenen Maschinen weiter nutzen).

Die Alternative: Mit eigener Technik auf unbestelltes Ackerland. Die restlichen Einsätze per Lohnunternehmer oder Maschinengemeinschaft.

Was aber wirtschaftlich wirklich uninteressant ist: Hohe Emissionsverluste und schlechte Verteilung durch Nutzung von veralteter Technik.
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