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Autor Thema: Rotes Gebiet/Nitratmessung  (Gelesen 3855 mal)

nofear, Juentha, Kiki und 3 Gäste betrachten dieses Thema.

granola

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Re: Rotes Gebiet oder Nitratlüge?
« Antwort #15 am: 10. November 2019, 20:49:18 »

Wir haben uns zu einer Art Interessengemeinschaft zusammen geschlossen.
Nächste Woche haben wir eine erste Versammlung.

Ps : Habe die Überschrift geändert
Ich kome auch aus so einem rotren Gebiet aufgrund einer unglaublichen Geschichte. Darf ich zum Treffen dazukommen?
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Kamile

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #16 am: 11. November 2019, 09:28:57 »

Fragt doch im Kreis Heilbronn nach. 4000 ha SCHALVO Nitrat-Problemgebiet sind jetzt zum Normalgebiet herabgestuft. Geht doch, wenn die öffentliche Hand über 600 000 € sparen kann.
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huabermaxl

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #17 am: 11. November 2019, 15:32:46 »

Fragt doch im Kreis Heilbronn nach. 4000 ha SCHALVO Nitrat-Problemgebiet sind jetzt zum Normalgebiet herabgestuft. Geht doch, wenn die öffentliche Hand über 600 000 € sparen kann.

Kann allerdings auch jederzeit andersrum sein, je nach Entwicklung der Werte. Im roten Gebiet in BaWü gibt's meines Wissens auch keinen Pauschal Ausgleich, auch wenn's Wasserschutz ist.
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Panta rhei

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #18 am: 11. November 2019, 17:56:23 »

Hallo,
danke für die Beiträge.
Fakt ist, das niemand davon ausgeht, dass alle roten Gebiete verschwinden.
Es kann aber nicht sein, das ein  Wasserkörper ohne rote Quelle in Sippenhaft genommen wird, weil im angrenzenden Gebiet was nicht passt. 
Mein Führerschein wird ja auch nicht eingezogen, wenn der Nachbar besoffen Auto fährt!
Ebenso kann es nicht sein, das ein Gebiet mit 33.000 ha wegen einer Quelle rot wird und im Nachbar Bundesland auf Gemeindeebene abgegrenzt wird.
Hier gibt es noch viele Ungereimtheiten.
Ich kann euch allen nur raten, macht regionale Aktionsgruppen und sucht Gespräche.
Hier ist der Bauernverband sogar aufgewacht :o
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Panta rhei

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #19 am: 14. November 2019, 20:52:50 »

Wir hatten Anfang der Woche ein erstes Treffen.
Über WhatsApp hatten wir aus dem begrenzten Raum etwa 50 Kontakte zusammengetragen, mittlerweile sind wir bei  60.
Es waren etwa 50 Landwirte, Winzer, zwei Bürgermeister von betroffenen Gemeinden, und  der Geschäftsführer und der Vorsitzende vom Kreisbauernverband anwesend.
Presse wurde bewusst nicht eingeladen.
Ein Kläranlagen Meister aus der Region informierte uns über den Stand der N Frachten bei Kläranlagen, Verluste etc. :rolleyes:
Wir haben mittlerweile mehrere Kontakte zur Politik teilweise schon mit Terminen.
Wir haben deutlich zur Sprache gebracht, das wir auch bereit sind Geld in die Hand zu nehmen um ein Normenkontrollverfahren anzu strengen.
Das soll aber erst der zweite oder dritte Schritt sein, vor der Umsetzung im April wäre da eh nichts zu erreichen.
Augenmerk legen wir jetzt auf die Möglichkeit der Binnendiffernzierung.
Ps Wir haben eine Viehdichte von vermutlich unter 0,5GV je ha.
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Panta rhei

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #20 am: Gestern um 00:21:19 »

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Kiki

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #21 am: Gestern um 06:41:36 »

Bei uns in Niedersachsen wurden gestern die Verschärfung der düvo von der Landesregierung wider besseren Wissens verabschiedet .
Hier sind es rund 40 % der lwnf  im roten Gebiet
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RedHeath

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #22 am: Gestern um 08:21:58 »

Dass die Landesregierung es verabschiedet hat, ist auf jeden Fall Mist!
Das "Wie" stimmt mich allerdings leicht positiv. Wir waren gestern ja spontan mit ca. 150 Leuten vor dem Versammlungshaus in Hannover.
Beim Reingehen hat Lies sich richtig was anhören müssen, da wurde nochmal Dampf abgelassen.
Hinterher stand er zusammen mit Otte-Kinast (Agrarministerin) sowie dem Ministerpräsidenten eine Stunde auf dem Bürgersteig und hat mit uns diskutiert. Das machen die nicht jede Woche.
Lies hat glaubwürdig angekündigt konstruktiv für die Landwirtschaft das Messnetz überprüfen zu lassen. Weiterhin sollen in der Umweltministerrunde auch Landwirte mitangehört werden und nicht mehr nur ausschließlich die NoGOs. Da hat sich die Denkweise schon geändert in den letzten Wochen.
Otte-Kinast hat klargestellt, dass die Düngesaison 2020 noch nicht von den Verschärfungen betroffen sein wird. Stefan Weil hat eine persönliche Einladung zu einer Gesprächsrunde bei ihm in der Staatskanzlei ausgesprochen.
Beide Minister haben uns ermuntert zahlreich und lautstark in Berlin den Druck auf die Bundesministerinnen zu zeigen!
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wollomo

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #23 am: Gestern um 08:22:11 »

viele Betriebe haben ja nicht die Zeit, um das alles zu recherchieren. Christian Lohmeyer zB. macht nen super Job. Ob er die ganze Zeit dafür über hat, wage ich auch zu bezweifeln aber ich freue mich drüber.

Wie bekommen wir das großflächiger hin, ohne, dass ein jeder Betriebsleiter da viel Zeit reinsteckt? Und wie erwirken wir wirklich Gehör damit? So, dass es in der Politk ankommt und berücksichtig wird? Müssen wir einen Spendenverein aufbauen, der das Umsetzt? In Bauernhand?

Trotz "Nitratlüge", möchte ich ich aber auch anmerken, dass es noch genug Betriebe gibt, die ,bewusst und teilweise sträflich, punktuell für hohe N-min_werte sorgen und somit leider auch berechtigt für Aufschreie sorgen.
Natürlich gibt es einige "Schweine" unter uns. Aber kann man die nicht mit bisherigen Mitteln bestrafen? Ich kann doch auch nicht pauschal Tempo 30 im Ort fahren nur weil sich einige nicht an 50 halten und statt dessen mit 70km/h fahren. Hier verstehe ich die Logik nicht.
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juliusjr

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #24 am: Gestern um 10:06:13 »

Ja so läuft das. Da brauch ich bei uns nur über die Fluren zu fahren, dann seh ich wer sich an die Düngeverordnung hält und wer nicht. Die jetzige Düngeverordnung wäre scharf genug wenn sie eingehalten werden würde.
Auch versteh ich nicht warum es rote Gebiete braucht. Jeder sollte sich an die jetzige Düngeverordnung halten (und evtl den N überschuß in der düngebilanz verringern) und dann is gut....
« Letzte Änderung: Gestern um 10:09:34 von juliusjr »
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granola

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regionale Aktionen Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #25 am: Gestern um 11:32:38 »

Alle die hier mitlesen: mittlerweile gründen sich in vielen Regionen Gruppen die der fachlichen Begründung ihres jeweiligen roten Gebietes auf den Grund gehen wollen. WIR forschen nach, WIR bitten zu Tisch! Wasserführung, Bodenaufbau und ähnliches sind unsere Themen, da werden wir uns fachliche Hilfe holen und das Wissen der Landwirte aus den letzten Jahrzehnetn zusammentragen. Dies wird einige Zeit dauern, ich bitte um Geduld, aber auch darum dsich zu melden wenn andere Regionen ähnliches in Angriff nehmen. Aus Brandenburg habe ich schon einen Kontakt, hier in Nordhessen laufen die Drähte heiss und wie ihr oben lest ist der Süden von RLP auch aktiv.
@ Kkamile: Du wolltest jemanden besuchen  ;) , das wäre ein zusätzliches Thema, wir telefonieren! Vieleicht können sich die agrowissen-Kollegen aus dem Raum Heilbreonn / Heidelberg mal bei Dir melden, ich komme demnächst wieder zum Brezeln essen da können wir mal einen Schlachtplan abstimmen!
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MDW

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #26 am: Gestern um 20:59:46 »

Auch ich bin jetzt rotes Düngegebiet. Im Umkreis von 10km steht keine Kuh und kein Schwein.....
Aber der Dorfbach ist seit fast 2 Jahren trocken und das Dorfklärwerk leitet weiter ein.
In 2017 hat der Biber das Wasser so angestaut das es wohl drohte in den Trinkwasserbrunnen im Nachbarort zu fließen..... Ab nach Berlin.
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Kamile

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #27 am: Gestern um 21:30:45 »

@Granola Das mit dem Schlachtplan wird nichts. Weil ich zitiere Matheus den Achten, wer keine Sau hat, kann auch keine schlachten. Aber das sind Zusammenhänge, die in der heutigen   Gesellschaft verloren gegangen sind.
Aber ich habe eigenen Brunnen werde demnächst Nitratprobe ziehen. Wäre Möglichkeit auf AW eine Sammlung mit Ergebnissen anzulegen.

Gruß
Gerhard
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Panta rhei

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #28 am: Heute um 08:18:08 »

Auch ich bin jetzt rotes Düngegebiet. Im Umkreis von 10km steht keine Kuh und kein Schwein.....
Aber der Dorfbach ist seit fast 2 Jahren trocken und das Dorfklärwerk leitet weiter ein.
In 2017 hat der Biber das Wasser so angestaut das es wohl drohte in den Trinkwasserbrunnen im Nachbarort zu fließen..... Ab nach Berlin.

Wie weit läuft das Wasser aus der Kläranlage den, bis es auch versickert ist?
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Panta rhei

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Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #29 am: Heute um 10:22:46 »

Kurze Frage:
Hat jemand Zugang zu den gesamten Stoffströmen in Bezug auf N in den Abwassersystemen?

Anteil Verlust in den Leitungen
Anteil Überlaufsysteme
Anteil Klärschlamm
Anteil Ableitung im Klarwasser, der ja vermutlich bei 12-15% liegt und
Anteil gasförmiger Emmisionen in den Belebungsbecken!!

Ich denke die letzte Position ist die größte und darüber hat noch niemand geredet:
Ammoniakemmisionen werden ja auch fast ausschließlich der Landwirtschaft zugeschrieben.

Entsteht im Belebungsbecken Ammoniak?
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