www.agrowissen.de  
www.agrowissen.de  
Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Autor Thema: Rotes Gebiet/Nitratmessung  (Gelesen 3851 mal)

Kiki, Juentha und 3 Gäste betrachten dieses Thema.

Panta rhei

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1 943
Rotes Gebiet/Nitratmessung
« am: 09. November 2019, 17:56:26 »

Hallo,
derzeit brodelt es ja landauf, landab bzgl. der roten Gebiete und deren Messpunkten.

Gibt es eine Vorschrift, die die Probenahmetiefe regelt?

Hintergrund: hier im Umfeld sind zwei mir bekannt Messstellen in der Liste, wo das Wasser am Hang aus einer oberflächennahem Quelle kommt.
Diese Wasser hat nie Tiefen über 5-8 m gesehen. Werte knapp über 50 verwundern da nicht.
Im ganzen Landkreis wird vermutlich kein Trinkwasser über 25 mg zu Tage gefördert....Viehdichte 0,5 GV/ha im Landkreis gibt es etwa 8 Biogasanlagen, 7 davon etwa 40 km von uns entfernt :rolleyes:
Gespeichert


Es sind nicht die schlechten Jahre, die uns Probleme bereiten, es sind die falschen Entscheidungen in den guten Jahren!
Standort: westliches Moseltal

Meisteringenieur

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1 887
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #1 am: 09. November 2019, 20:12:28 »



Gespeichert

Meisteringenieur

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1 887
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #2 am: 09. November 2019, 20:18:33 »

Hier in der Ecke. Direkt bei mir im roten Gebiet sind zwei Brunnen zu hoch.
Einer liegt direkt an einer ehemaligen Hausmülldeponie.
Der andere komplett oben am Berg nur von Wald umgeben.

Ich glaube mittlerweile schon auch an eine Nitratlüge.

Mir war auch nicht bewusst das eine Kläranlage nur ca. 80 % vom N rausbringt und 70% vom Phosphat.

Die Kommunen scheißen sich selber einen Dreck um ihren Einträge.
Bestes Beispiel ist bei mir im Dorf. Wir hatten bis vor 15 Jahren mehrere große Weiher als Klärung. Diese sind von der Kommune gepachtet. Da sie seitdem nicht mehr gebraucht werden wollte der Landwirt sie natürlich gesäubert mit Bodenproben usw zurück.
Daraufhin haben sie den Pachtvertrag verlängert und lassen es versickern bis es wohl irgendwann mal von selber sauber ist.
Gespeichert

Peter83

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 393
  • Beruf: Landwirt
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #3 am: 09. November 2019, 20:41:51 »

viele Betriebe haben ja nicht die Zeit, um das alles zu recherchieren. Christian Lohmeyer zB. macht nen super Job. Ob er die ganze Zeit dafür über hat, wage ich auch zu bezweifeln aber ich freue mich drüber.

Wie bekommen wir das großflächiger hin, ohne, dass ein jeder Betriebsleiter da viel Zeit reinsteckt? Und wie erwirken wir wirklich Gehör damit? So, dass es in der Politk ankommt und berücksichtig wird? Müssen wir einen Spendenverein aufbauen, der das Umsetzt? In Bauernhand?

Trotz "Nitratlüge", möchte ich ich aber auch anmerken, dass es noch genug Betriebe gibt, die ,bewusst und teilweise sträflich, punktuell für hohe N-min_werte sorgen und somit leider auch berechtigt für Aufschreie sorgen.
Gespeichert

Peter83

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 393
  • Beruf: Landwirt
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #4 am: 09. November 2019, 20:47:44 »

Ich kenne jemanden, der in Hannover im NLWKN sitzt und der sagt, dass das teilweise Fake News sind von Lohmeyer und dass er nur laut rumkrakehlt...
Ich kann Lohmeyer jetzt nicht en detail bestätigen aber es geht doch darum, faktenbasiert und neutral zu berichten/arbeiten/politisch steuern. Die in den Behörden sind wirklich tief überzeugt, von dem was sie da von sich geben. Entweder selber Ideologen oder schon "gehirngewaschen" und gar nicht offen für Leute, die sie "zerlegen"
« Letzte Änderung: 09. November 2019, 21:02:53 von Peter83 »
Gespeichert

Meisteringenieur

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1 887
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #5 am: 09. November 2019, 21:03:35 »

Ich glaube einfach das sie mit sowas gar nicht gerechnet haben.
Das die Landwirte Nitrat mit eintragen ist mir auch klar. Aber das es nur die Landwirte sind und sonst keiner glaube ich nicht. Aber es wird so dargestellt das wir die einzigen Sinn und nur wir das Problem lösen können. Wenn es überhaupt ein Problem ist bzw gibt. 

Sie werden wahrscheinlich halt auch alles geben um den Lohmeyer mundtod zu machen. Ich hoffe er knickt nicht ein.
Gespeichert

Ede

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 4 568
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #6 am: 09. November 2019, 21:25:20 »

Der war auch schon n halbes Jahr Wolfsberater und hat dann hingeschmissen, weil er sich nicht vorschreiben lassen wollte, was er sagen darf und was nicht. Ich denke, der knickt so schnell nicht ein.
Gespeichert

Panta rhei

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1 943
Re: Rotes Gebiet oder Nitratlüge?
« Antwort #7 am: 09. November 2019, 22:14:13 »

Wir haben uns zu einer Art Interessengemeinschaft zusammen geschlossen.
Nächste Woche haben wir eine erste Versammlung.

Ps : Habe die Überschrift geändert
Gespeichert
Es sind nicht die schlechten Jahre, die uns Probleme bereiten, es sind die falschen Entscheidungen in den guten Jahren!
Standort: westliches Moseltal

RedHeath

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 293
  • Beruf: Landwirt
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #8 am: 09. November 2019, 22:29:01 »

Wir sammeln über den Bauernverband Wasserproben bzw. Analysen aus unseren Beregnungsbrunnen. Es gibt hier in jeder Gemarkung 2-5 Brunnen. Ich habe einen Brunnen bei der LUFA analysieren lassen, dort sind weniger als 0,5mg/l nachgewiesen. Einer der 3 Roten Brunen im Grundwasserkörper ist 5km Luftlinie entfernt. Dort sind es angeblich über 50 mg/l.
Fakten sind in Sachen DüVO nicht relevant.
Deshalb muss politischer Druck aufgebaut werden. Anders geht es nicht!
Macht mit bei "Land schafft Verbindung"!
Gespeichert

Johannes OM

  • Frischling
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 5
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #9 am: 10. November 2019, 01:00:40 »

Hallo,

hier mal der Leitfaden zur Grundwasserprobenahme vom Grundwasserüberwachungsprogramm Baden-Württemberg

Herausgeber:LUBW

Stand: Februar 2013

https://www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/224409/leitfaden_grundwasserprobennahme.pdf?command=downloadContent&filename=leitfaden_grundwasserprobennahme.pdf

Gruss
« Letzte Änderung: 10. November 2019, 01:05:56 von Johannes OM »
Gespeichert

Farmer

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 244
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #10 am: 10. November 2019, 10:20:13 »

Hallo,
bei uns ist auch ein roter Brunnen ca 800 m vom Betrieb entfernt in einem für unser Gebiet untypischen Sandstrang. Die Bohrlöcher am Betrieb haben in den letzten Jahren Werte von 0 bis 2 gehabt. Ich will keinem was unterstellen, aber den Deckel von dem Standrohr kann ein drei jähriges Kind abnehmen. Ich finde das bedenklich vorsichtig ausgedrückt.  Wie ist das bei anderen gelöst?
Gruß Walter
Gespeichert

Ede

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 4 568
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #11 am: 10. November 2019, 12:38:06 »

Im Grunde wird die Probe ja auch aus dem "stehenden" Grundwasser genommen, oder? Eigentlich müßten da erstmal 10m³ rausgepumpt werden, um ne gescheite Messung zu haben, oder sehe ich das falsch? So ist es ja quasi bei den Hauswasseranlagen, also stetige Entnahme.

Gruß
Ede

Edit:
hier ist es andersrum, wo sandige Böden sind, ist kein rotes Gebiet, bei Lehm und Ton ist rotes Gebiet  :frage:
« Letzte Änderung: 10. November 2019, 12:44:08 von Ede »
Gespeichert

adefrank

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 174
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #12 am: 10. November 2019, 14:59:22 »

Bei mir liegt auch eine Fläche im roten Gebiet. Der nächstgelegene Trinkwasserbrunnen liegt tiefer und ist etwa 4 km entfernt. Dort gefördertes Trinkwasser hat einen Nitratgehalt von 2 mg/l. So gnz kann ich da den Handlungsbedarf nicht erkennen. Auch ergaben die Nmin Untersuchungen auf der Fläche in den letzten zwei Jahren stets Werte unter 50 kg N/ha. Also irgendwie kann ich hier den Handlungsbedarf nicht erkennen, insbesondere nicht weil diesals rotes Gebiet eingestuft wurde. Angeblich soll es irgendwo einen Hausbrunnen geben, bei dem der Grenzwert überschritten wurde. Möglicherweise wurde dort der Garten zu intensiv gedüngt (weit verbreitetes Problem) , die Kanalisation/Sickergrube ist undicht oder es gab einen Misthaufen nahe am Brunnen. Aber die Ausweisung der roten Gebiete erscheint mir doch ziemlich willkürlich.
Gespeichert

Merkur

  • Full Member
  • ***
  • Online Online
  • Beiträge: 119
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #13 am: 10. November 2019, 17:21:59 »

Es liegt immer daran in welcher tiefe gemessen wird, je tiefer gemessen wird um so niedriger die Werte. Keine Ahnung ob es dafür Richtlinien gibt hab zumindest in dieser Richtung nichts gefunden. Die Wasserwerke messen zumindest gerne in den oberen Schichten (Grundwasseroberkante) zumindest gibt es etliche Messstellen hier die wohl so ausgelegt sind. Das da höhere Werte bei rauskommen dürfte klar sein.  Wenn durch den Absenktrichter der Grundwasserstand auch noch übernatürlich abgesenkt wird wird das hinsichtlich des Nitratwertes ebenfalls nicht positiv zu bewerten sein.  Ich habe direkt vor dem Hof eine Messstelle vom staatlichen Umweltamt  die hochoffiziell einen Messwert von 4,8 (Nitrat 2019) ausweist trotzdem ist hier alles rotes Gebiet. Das Problem was unser Wasserwerke aktuell hatt ist die Angst vor einem Nitratdurchbruch aufgrund des Pyrit abbaus  Teilweise gibt es wohl auch schon Flächen die in der Vergangenheit massiv überdüngt wurden bei denen es schon soweit ist, der Rest währe in ca. 40 Jahren so weit wenn so weiter gedüngt würde.
Problematisch sind da wohl nmin Werte von grob über  30  mit denen die Flächen in den Winter gehen.
Aktuell habe ich vom Wasserwerk zwei neue Messstellen am Hof bekommen einmal in 6 m und in 20 Meter tiefe anscheinend um die Verlagerung  des Stickstoffs feststellen zu können.
Gespeichert
Die Selbstsucht besteht nicht darin, daß man lebt, wie man will, sondern daß man von anderen verlangt, sie sollen leben, wie man will. Zitat: Oscar Wilde

Mathias

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 980
Re: Rotes Gebiet/Nitratmessung
« Antwort #14 am: 10. November 2019, 18:03:33 »

Wir sind seit August diesem Jahres auch Rotes Gebiet, in Summe sind Aufgrund eines Brunnens somit 5800-5900 ha als Rotes Gebiet erklärt.

In den vergangenen 1,5 Jahren wurde auch ein Unternehmen beauftragt das die Ursache ermitteln sollte.
Dort wurden in dem Gebiet die ganzen N-Bilanzen der LW Betriebe der letzten 6-7 Jahre untersucht, mit dem Ergebnis das diese
Im Schnitt der Jahre und der Betriebe bei 35kg N Überschuss pro ha lag.
Aufgrund des Niederschlags, der Sickerrate und der N Bilanz wurde dann ein Nitrat-Verlagerungspotenzial von 11-68 mg Berechnet.

Hinweise von den Landwirten wurde nicht nachgegengen. Im Nachbarort wurde mitte der neunziger mal Material in einem alten Tagebau verklappt. Davon wusste in den Ämtern keiner etwas und der Sache wurde nicht nachgegangen.

Zudem ist diese "Rote" Messstelle die einzige in einem Gebiet von vielleicht 20000-25000 ha. Also das kann ja auch vorher schon irgendwo in den Grundwasserkörper drücken.

Ich hatte mich nun auch ein bischen dahinter geklemmt wie da nun gemessen wird.
Dann hab ich vom Land Brandenburg von 2005 mal veröffentliche Messwerte gefunden.

Da wurden in unserem Ort 2 Brunnen veröffentlicht. 4m auseinander.
Der eine Brunnen Nitrat an der Nachweisgrenze. Der Andere 125 mg Nitrat pro l Grundwasser.

Darauf hin schrieb ich an das Landesumweltamt und hab um die Werte dieser 2 Brunnen der letzten 30 Jahre gebeten.
Und dazu gefragt wie die sich das erklären. Hab aber noch keine Reaktion erhalten.

Gespeichert
"Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd."