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Autor Thema: Winterweizen 2020  (Gelesen 36045 mal)

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charlie

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #210 am: 31. Juli 2020, 20:15:51 »

Auch ich sehe Gerste nicht als alleinige Ursache für eine schlechteren Folgeweizen.
Meiner Meinung und Erfahrung auf meinen Standorten nach ist es dann die gesamte Stellung des Weizens innerhalb der FF.
Wenn der Weizen nach Gerste bereits der 3./4. oder gar noch häufigere Wintergetreideanbau in Folge ist, dann fällt er eben in das Loch, dass auch ein 3./4./5. Monoweizen aufweist. Erst danach stabilisieren sich die Weizenerträge in Wintergereidefolgen wieder, erreichen aber nicht das Niveau eines Blattfruchtweizens, selbst spät gesäte Mais- oder Rübenweizen, wenn sie nicht völlig in den Boden geschmiert werden, liegen dann meist darüber.

Weizen nach Roggen oder Triticale scheitert bzw leidet in der Regel dann, wenn das Stroh nicht geräumt wird und Bodenbearbeitung und Drilltechnik mit den hohen Strohmengen nicht zurechtkommen und die Saatgutablage nicht ideal ist, oder nach Pflug eben die Strohstörschichten die Wurzelentwicklung des Weizens hemmen.

Steht aber ein Weizen zB nach einer Raps-Wintergerste oder einer Rüben-Sommergerste, dann sind die Erträge selten von klassischen 2. Weizen (1. Stoppelweizen) zu unterscheiden, meist sogar besser.
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Charlie

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granola

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #211 am: 02. August 2020, 17:12:31 »

Bilder vom Versuchsfeld Gudensberg kurz vor der Ernte, Aufnahmedatum im Bildtitel, mangels Zeit packe ich sie erst mal schnell hier rein und ich hoffe man kann etwas zu den Sortenunterschieden erkennen!

https://view.publitas.com/raiffeisen-waren-gmbh/feldfuhrer-gudensberg-01-06-2020/page/18-19
Die Bilder stammen aus dem "Sortenversuch" nach Raps, Feldführer Seite 19, auf Seite 3 in der Mitte zwischen den größeren Parzellen mit weniger Sorten aber mehrfaktoriellen Versuchen und den Kleinversuchen.
Generell berücksichtigen daß hier auf einem Top-Standort mit sehr guter Vorgeschichte gewirtschaftet wird!
« Letzte Änderung: 02. August 2020, 17:36:15 von granola »
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Bücken heisst Bücken weil sich der Esel dort gebückt hat. Bauern gehen aufrecht! Danke Christian !!!

granola

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #212 am: 02. August 2020, 17:16:11 »

weitere Bilder die ich schon mal komprimiert vom Handy rübergezogen habe für mich interessant wie lang manche der neuen Sorten sind!
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granola

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #213 am: 02. August 2020, 17:29:08 »

Im Versuch wurde deutlich massiver nachgekürzt als bei mir und ganz anders gedüngt, darauf führe ich zurück daß der Campesino bei mir wesentlich länger ist.
Bei Interesse schicke ich gern weitere und unkomprimierte Bilder per mail!
Ausführliche Infos im Netz, sicher auch bald Ergebnisse!
https://www.raiwa.net/feldtaghome
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agri

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #214 am: 02. August 2020, 22:05:47 »

Bilder vom Versuchsfeld Gudensberg kurz vor der Ernte, Aufnahmedatum im Bildtitel, mangels Zeit packe ich sie erst mal schnell hier rein und ich hoffe man kann etwas zu den Sortenunterschieden erkennen!

https://view.publitas.com/raiffeisen-waren-gmbh/feldfuhrer-gudensberg-01-06-2020/page/18-19
Die Bilder stammen aus dem "Sortenversuch" nach Raps, Feldführer Seite 19, auf Seite 3 in der Mitte zwischen den größeren Parzellen mit weniger Sorten aber mehrfaktoriellen Versuchen und den Kleinversuchen.
Generell berücksichtigen daß hier auf einem Top-Standort mit sehr guter Vorgeschichte gewirtschaftet wird!

Was mich wundert ist das in diesem Versuch die Sorte Chevingon als A eingestuft ist aber vom Sortenvertrieb die Sorte als B angegeben ist . Macht ja nicht viel aus ausser paar kg N 🤔
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charlie

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #215 am: 02. August 2020, 22:44:36 »

Bilder vom Versuchsfeld Gudensberg kurz vor der Ernte, Aufnahmedatum im Bildtitel, mangels Zeit packe ich sie erst mal schnell hier rein und ich hoffe man kann etwas zu den Sortenunterschieden erkennen!

https://view.publitas.com/raiffeisen-waren-gmbh/feldfuhrer-gudensberg-01-06-2020/page/18-19
Die Bilder stammen aus dem "Sortenversuch" nach Raps, Feldführer Seite 19, auf Seite 3 in der Mitte zwischen den größeren Parzellen mit weniger Sorten aber mehrfaktoriellen Versuchen und den Kleinversuchen.
Generell berücksichtigen daß hier auf einem Top-Standort mit sehr guter Vorgeschichte gewirtschaftet wird!

Was mich wundert ist das in diesem Versuch die Sorte Chevingon als A eingestuft ist aber vom Sortenvertrieb die Sorte als B angegeben ist . Macht ja nicht viel aus ausser paar kg N 🤔

Chevignon wurde nach der Ernte 2019 nach seiner eigentlichen Zulassung und Einstufung als A-Weizen zu einem B-Weizen herabgestuft.
Tobak zB wurde dagegen von B auf A heraufgestuft.

Für die Düngung nach DüVo macht dies keinen Unterschied, da der Bedarfswert zur DBE für A/B Weizen gleich ist, für E ist er dagegen bei gleicher Ertragsbasis 30kg N höher, für C dagegen bei gleichem Ertrag 20kg niedriger
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Charlie

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Desperado

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #216 am: 03. August 2020, 01:38:10 »

Bilder vom Versuchsfeld Gudensberg kurz vor der Ernte, Aufnahmedatum im Bildtitel, mangels Zeit packe ich sie erst mal schnell hier rein und ich hoffe man kann etwas zu den Sortenunterschieden erkennen!

https://view.publitas.com/raiffeisen-waren-gmbh/feldfuhrer-gudensberg-01-06-2020/page/18-19
Die Bilder stammen aus dem "Sortenversuch" nach Raps, Feldführer Seite 19, auf Seite 3 in der Mitte zwischen den größeren Parzellen mit weniger Sorten aber mehrfaktoriellen Versuchen und den Kleinversuchen.
Generell berücksichtigen daß hier auf einem Top-Standort mit sehr guter Vorgeschichte gewirtschaftet wird!

Was mich wundert ist das in diesem Versuch die Sorte Chevingon als A eingestuft ist aber vom Sortenvertrieb die Sorte als B angegeben ist . Macht ja nicht viel aus ausser paar kg N 🤔

Chevignon wurde nach der Ernte 2019 nach seiner eigentlichen Zulassung und Einstufung als A-Weizen zu einem B-Weizen herabgestuft.
Tobak zB wurde dagegen von B auf A heraufgestuft.

Für die Düngung nach DüVo macht dies keinen Unterschied, da der Bedarfswert zur DBE für A/B Weizen gleich ist, für E ist er dagegen bei gleicher Ertragsbasis 30kg N höher, für C dagegen bei gleichem Ertrag 20kg niedriger

Ob Du nen A- oder B-Weizen anbaust, spielt kaum noch ne Rolle, weil Du bei einer ertragreicheren Sorte ohnehin nicht mehr die 13% Rohprotein erreichst. Da ist es überlegenswert, ob man nicht lieber eine etwas ertragreichere E-Weizensorte wie den KWS Emerick oder den Pontius anbaut, die mit 30N mehr ne sichere A-Qualität erreichen. Reine Futterweizen werden hingegen zukünftig keine Rolle mehr spielen. Eiweißschwache Partien wird man eh nur noch verfüttern können
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juliusjr

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #217 am: 03. August 2020, 08:39:43 »

Im jahr nach dem e-weizen anbau bekommt man im n- simulationspogramm wieder was abgezogen- glaub 8N.
Die Frage ist ob zb ein kws emerick mit 30n (oder 22n) mehr marktleitung bringt als massenweizen wie asory oder chevignon. Die abzüge für weniger Eiweiß sind sehr gering (wenn asory b weizen und emerick a, dann sind da gerade mal 0,5euro dazwischen).
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BNT

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #218 am: 03. August 2020, 11:35:47 »

Emerick hat ja auch noch andere positive Eigenschaften und die Option in guten Jahren doch noch E-Qualität hin zu bekommen, ist auch ein Argument. Er muss halt zum Standort passen.

Aber interessant ist es schon, wie RP bei den Mühlen auf einmal keine soooo große Rolle mehr zu spielen beginnt. ;)
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Mick

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #219 am: 03. August 2020, 21:45:24 »

Aber interessant ist es schon, wie RP bei den Mühlen auf einmal keine soooo große Rolle mehr zu spielen beginnt. ;)

Hoffentlich spricht sich das bei uns in Österreich auch schnell rum  ;) Es wäre allen gedient, außer den Düngemittelfirmen.
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monsato

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #220 am: 04. August 2020, 14:47:05 »

hay

die genossen brauchen doch noch einen grund um preisabschläge machen zu können und unsere standesvertretung jubelt auch dazu (anscheinend bekommt dieser mensch Geld dafür nix zu tun)
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farmer36

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #221 am: 05. August 2020, 08:20:50 »

hay

die genossen brauchen doch noch einen grund um preisabschläge machen zu können und unsere standesvertretung jubelt auch dazu (anscheinend bekommt dieser mensch Geld dafür nix zu tun)





Wie erfolgt in Ö so die Qualitätsbezahlung bei Weizen:

Wird streng nach Richtlinien: 80 Hl, 15 RP = Premium, 78HL, 14 RP Qualitätsw. und darunter bis 12,5 RP Mahlweizen oder wird auch großzügiger abgerechnet?
Wie machen es die genossen, wie die Privaten?
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monsato

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #222 am: 05. August 2020, 09:07:23 »

hay

 Ja unter 13- 14 Protein ist dann Mahlweizen und unter 78 Hl gibts auch abzüge und unter 76 Hl wirds dann <Futterweizen.

  Bei Spritweizen Äthanolweizen muß auch mind. 12,5 protein  haben.
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steyr

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Re: Winterweizen 2020
« Antwort #223 am: 05. August 2020, 11:23:10 »

Hallo,
in Österr. gibt es bei ETHANOLWEIZEN keine  Proteingrenze, im Gegenteil, zur Ethanol Erzeugung will die Industrie proteinschwaches Getreide.
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