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Autor Thema: Einstieg in den Kartoffelanbau  (Gelesen 7906 mal)

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wollomo

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Re: Einstieg in den Kartoffelanbau
« Antwort #45 am: 04. Februar 2020, 16:23:03 »

Auf über 10€/dt bei Stärkekartoffeln zu kommen halte ich für absolut utopisch! Wie soll das funktionieren, und dann auch noch bei 600dt/ha Ertrag? Vergiss es!

Bei den Kartoffeln hat sich in den letzten Jahren die Spreu vom Weizen getrennt. Entweder man hat ordentlich investiert und hat einen 1 Mio Maschinenpark + eine 500.000€ Halle am Hof stehen,  der Anbau erfolgt "nur" für die Direktvermarktung oder er wurde aufgegeben. Zumindest ist das die Entwicklung in meiner Region bzw. die rund um München bis nach Niederbayern.

Rodepersonal zu finden ist fast unmöglich. Wer soll sich für 10€ hinten auf den Roder stellen?

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wernerzwo

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Re: Einstieg in den Kartoffelanbau
« Antwort #46 am: 04. Februar 2020, 19:06:56 »

Mittlerweile ärgere ich mich ein wenig, daß ich nicht auf die Info-Veranstaltung gegangen bin. Wäre mit Sicherheit interessant gewesen...
Aber mir war die Zeit dafür zu schade, weil ich für mich das Gefühl hatte das irgendwo ein ganz großer Haken sein muss. Weil der DB eben einfach so überragend aus dem "normalen" Rahmen rausfällt. Ich lasse jetzt mal ein paar Kollegen erste Erfahrungen sammeln, ich muss ja nichts überall der Erste sein... ;D

Es wurde vor einiger Zeit schon einmal Reklame seitens der Raiffeisen gemacht. Dabei wurde auch hierauf verwiesen:
https://www.suedstaerke.de/index.php?Vertragsanbau#

Und hier hat mich ehrlich gesagt ein mögliches Kampagnenende "Ende Januar" etwas abgeschreckt - ohne Lagermöglichkeit  :frage:


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Rhoihesse

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Re: Einstieg in den Kartoffelanbau
« Antwort #47 am: 04. Februar 2020, 20:14:56 »

Wie muss ich mir das mit dem stärkeanteil vorstellen?
Hab bei südstärke gesehen es gibt 3 Stufen, 22,22 und 24 %.
Verhält sich das wie bei den Rüben je mehr Ertrag desto weniger Stärke?
Gibts da speziell Stärkesorten? Nur mal so intressehalber.
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tkaczyk

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Re: Einstieg in den Kartoffelanbau
« Antwort #48 am: 08. Februar 2020, 18:24:18 »

Ich hab in 2018 das erste Mal Stärkeknollen angebaut. Erstmal testweise mit 10 ha um zu sehen, was man alles beachten muss und wo die Schwierigkeiten liegen. Zum Frühjahr 19 kam dann ne eigene zweireihige Fräse mit Legemaschine (Fräse im Frontanbau mit aufgesetzter Fassanlage und Lege im Heckanbau. Wir hatten in 18 massive Probleme mit Kluten. In 19 Dank der eigenen Legetechnik so gut wie gar nicht mehr. Das Roden hatte die letzten beiden Jahre ein Lohner gemacht. Bei Kosten zwischen 300 bis 1000 €/ha inklusive Lohn für Sortierpersonal. Kommt halt sehr stark auf den Standort an (bei uns sind aktuell noch auf einigen Standorten die Steine problematisch). Grundsätzlich liegt hier die Erlösschwelle bei ca. 300 dt/ha bei 19% Stärke. Da kommen dann bei der Avebe ca. 80-85 € raus. Abfuhr geht über die Fabrik mit Ladeband und Lkws. Ähnlich wie bei den Rüben. Das reduziert die Kosten doch schon erheblich, wenn man kein Lagerhaus usw. Vorhalten muss.
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Thomas

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Re: Einstieg in den Kartoffelanbau
« Antwort #49 am: 08. Februar 2020, 19:17:02 »

Ich hab in 2018 das erste Mal Stärkeknollen angebaut. Erstmal testweise mit 10 ha um zu sehen, was man alles beachten muss und wo die Schwierigkeiten liegen. Zum Frühjahr 19 kam dann ne eigene zweireihige Fräse mit Legemaschine (Fräse im Frontanbau mit aufgesetzter Fassanlage und Lege im Heckanbau. Wir hatten in 18 massive Probleme mit Kluten. In 19 Dank der eigenen Legetechnik so gut wie gar nicht mehr. Das Roden hatte die letzten beiden Jahre ein Lohner gemacht. Bei Kosten zwischen 300 bis 1000 €/ha inklusive Lohn für Sortierpersonal. Kommt halt sehr stark auf den Standort an (bei uns sind aktuell noch auf einigen Standorten die Steine problematisch). Grundsätzlich liegt hier die Erlösschwelle bei ca. 300 dt/ha bei 19% Stärke. Da kommen dann bei der Avebe ca. 80-85 € raus. Abfuhr geht über die Fabrik mit Ladeband und Lkws. Ähnlich wie bei den Rüben. Das reduziert die Kosten doch schon erheblich, wenn man kein Lagerhaus usw. Vorhalten muss.

Welche Sorte hast du für Avebe? Hatte mit denen auch mal was angedacht, ist aber nichts geworden. Avebe hatte schon Lust.
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greenlife

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Re: Einstieg in den Kartoffelanbau
« Antwort #50 am: 08. Februar 2020, 19:27:24 »

Mittlerweile ärgere ich mich ein wenig, daß ich nicht auf die Info-Veranstaltung gegangen bin. Wäre mit Sicherheit interessant gewesen...
Aber mir war die Zeit dafür zu schade, weil ich für mich das Gefühl hatte das irgendwo ein ganz großer Haken sein muss. Weil der DB eben einfach so überragend aus dem "normalen" Rahmen rausfällt. Ich lasse jetzt mal ein paar Kollegen erste Erfahrungen sammeln, ich muss ja nichts überall der Erste sein... ;D

Es wurde vor einiger Zeit schon einmal Reklame seitens der Raiffeisen gemacht. Dabei wurde auch hierauf verwiesen:
https://www.suedstaerke.de/index.php?Vertragsanbau#

Und hier hat mich ehrlich gesagt ein mögliches Kampagnenende "Ende Januar" etwas abgeschreckt - ohne Lagermöglichkeit  :frage:

Ich habe mir das pdf für die Neuanbauer in dem Link angeschaut.

Wie kriegen die das mit 483EU brutto für Pflanzgut hin?? :nixweiss:
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Blaumeise

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Re: Einstieg in den Kartoffelanbau
« Antwort #51 am: 09. Februar 2020, 11:12:08 »

Tach auch,
hab vor Jahren bei uns auch das erst mal nach min. 40 Jahren im Flur wieder Kartoffel angebaut. Die Wildschweine wussten in "Top Lagen" ( nahe Waldrand, in der nähe von Ruheplätzen) fast nichts damit anzufangen. Ich glaube man muss die erst nach so vielen Jahren auf den "Geschmack" bringen. Getreu dem Motto was der Bauer (das Wildschwein) nicht kennt ist er nicht! Mittlerweile sind die aber durch  Rest auf dem Feld auch bei mir auf den Geschmack gekommen. Bioanbau mit einem nachweisbarem Verkaufspreis in der Direktvermarktung steigert den Blutdruck auf der andern Seite enorm!
15 Ha das ist schon eine Nummer! Würde ich für den Anfang nicht machen ohne großartige Vorbereitung, Absatz etc.
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tkaczyk

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Re: Einstieg in den Kartoffelanbau
« Antwort #52 am: 09. Februar 2020, 15:57:55 »

Ich hab in 2018 das erste Mal Stärkeknollen angebaut. Erstmal testweise mit 10 ha um zu sehen, was man alles beachten muss und wo die Schwierigkeiten liegen. Zum Frühjahr 19 kam dann ne eigene zweireihige Fräse mit Legemaschine (Fräse im Frontanbau mit aufgesetzter Fassanlage und Lege im Heckanbau. Wir hatten in 18 massive Probleme mit Kluten. In 19 Dank der eigenen Legetechnik so gut wie gar nicht mehr. Das Roden hatte die letzten beiden Jahre ein Lohner gemacht. Bei Kosten zwischen 300 bis 1000 €/ha inklusive Lohn für Sortierpersonal. Kommt halt sehr stark auf den Standort an (bei uns sind aktuell noch auf einigen Standorten die Steine problematisch). Grundsätzlich liegt hier die Erlösschwelle bei ca. 300 dt/ha bei 19% Stärke. Da kommen dann bei der Avebe ca. 80-85 € raus. Abfuhr geht über die Fabrik mit Ladeband und Lkws. Ähnlich wie bei den Rüben. Das reduziert die Kosten doch schon erheblich, wenn man kein Lagerhaus usw. Vorhalten muss.

Welche Sorte hast du für Avebe? Hatte mit denen auch mal was angedacht, ist aber nichts geworden. Avebe hatte schon Lust.

Hauptsächlich Axion. Ist die aktuell beste Sorte für Standorte ohne Beregnung. Und auch relativ preiswert. Für frühe Rodetermine haben wir noch 20 ha Euroresa dieses Jahr zum ersten Mal dabei. Eventuell wird noch ein Zug Axion gegen einen Avatar getauscht. Die soll für unsere Trockenstandorte ähnlich gut wie die Axion sein, mit etwas größeren Knollen und weniger Ansatz. Macht sich gerade bei großen Beimengungen durch Steine besser, wenn man von vornherein eine weitere Teilung der Siebkette nehmen kann.
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