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Autor Thema: Frage zu Pachtvertrag bei Flächenanteil  (Gelesen 693 mal)

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spunky

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Frage zu Pachtvertrag bei Flächenanteil
« am: 12. August 2019, 20:43:57 »

was ist von folgendem Pachtvertrag zu halten:

1. 1991, ein Pachtvertrag mit einer Erbengemeinschaft über 3 ha Ackerfläche wird abgeschlossen
2. 1995, der Pachtvertrag wurde verlängert
3. 1997, ein Verpächterwechsel wurde eingetragen 2/3 "Willi Bauer", 1/3 Gemeinde "Kleinkaff"
4. 2000, ein Einheitsvertrag wurde mit "Willi Bauer" über die gesamte Fläche von 3 ha über 15 Jahre abgeschlossen, plus 6 Jahre Option
5. 2008, der Einheitsvertrag wurde nochmal um weitere 12 Jahre verlängert
6. 2018, der Pachtvertrag wurde nochmal um weitere 8 Jahre verlängert, also insgesamt bis 2041!


So wie ich das sehe, sind alle Verträge ab 2000 ungültig, da mit "Willi Bauer" ein Pachtvertrag über die gesamte Fläche abgeschlossen wurde, obwohl ihm nur 2/3 gehören, es liegt keine Vollmacht von der Gemeinde vor.

Wer kennt sich aus und kann dazu was sagen?

MfG.
« Letzte Änderung: 12. August 2019, 20:59:07 von spunky »
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sten

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Re: Frage zu Pachtvertrag bei Flächenanteil
« Antwort #1 am: 13. August 2019, 07:17:19 »

Ja, das erscheint mir in meinem Rechtsempfinden schon so zu sein, wie Du es beschreibst.
Interessant wäre vielleicht noch, ob der Vertragspartner der Verträge (also nicht Willi Bauer oder die Gemeinde) oder jemand
anderes die Rechtmässigkeit anzweifelt.
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Settembrini

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Re: Frage zu Pachtvertrag bei Flächenanteil
« Antwort #2 am: 13. August 2019, 11:19:47 »

Meiner Meinung nach , müsste der Vertrag mit Willi Bauer für die ihm gehörende Fläche weiter gelten , auch deshalb weil er bewusst eine Fläche, die ihm nicht gehört hat, weiterverpachtet hat, war doch der Wille erkennbar , seine Fläche so zu verpachten.
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Henrik

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Re: Frage zu Pachtvertrag bei Flächenanteil
« Antwort #3 am: 13. August 2019, 16:59:44 »

was ist von folgendem Pachtvertrag zu halten:

1. 1991, ein Pachtvertrag mit einer Erbengemeinschaft über 3 ha Ackerfläche wird abgeschlossen
2. 1995, der Pachtvertrag wurde verlängert
3. 1997, ein Verpächterwechsel wurde eingetragen 2/3 "Willi Bauer", 1/3 Gemeinde "Kleinkaff"
4. 2000, ein Einheitsvertrag wurde mit "Willi Bauer" über die gesamte Fläche von 3 ha über 15 Jahre abgeschlossen, plus 6 Jahre Option
5. 2008, der Einheitsvertrag wurde nochmal um weitere 12 Jahre verlängert
6. 2018, der Pachtvertrag wurde nochmal um weitere 8 Jahre verlängert, also insgesamt bis 2041!


So wie ich das sehe, sind alle Verträge ab 2000 ungültig, da mit "Willi Bauer" ein Pachtvertrag über die gesamte Fläche abgeschlossen wurde, obwohl ihm nur 2/3 gehören, es liegt keine Vollmacht von der Gemeinde vor.

Wer kennt sich aus und kann dazu was sagen?

MfG.

Aus der Ferne immer schwer zu sagen. Wenn die Gemeinde nicht unterschrieben hat oder es etwas ähnliches gab, kann man den Pachtvertrag ausserordentlich kündigen. Auch für die restliche Fläche hat meiner Meinung nach Willi Bauer keinen Anspruch. Das wäre anders gewesen wenn erst der Pachtvertrag abgeschlossen wäre und es dann einen Eigentümerwechsel gegeben hätte.

Erbengemeinschaften als Pachtfläche ist eh immer schwierig, es müssen halt alle zustimmen.
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