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Autor Thema: Verhaltensstörungen  (Gelesen 658 mal)

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luwi

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Verhaltensstörungen
« am: 04. August 2019, 09:27:45 »


Ich mäste seit mehren Jahren Ferkel aus Direktbezug eines Sauenhalters, er bezieht die Jungsauen von Topigs.
Der Betrieb hat auf die 70er Linie umgestellt und belegt die Sauen mit Pi Ebern.
Die 70er wachsen schneller und haben einen Schlachtkörper der besser bezahlt wird.
Mit diesen Ferkeln gibt es leider mehr Probleme mit Schwanzbeißen.
Das Zuchtunternehmen spricht nur von anderen Rassen haben und deutlich mehr Probleme haben. Ein befreundeter Mäster bekommt ebenfalls Topigs Ferkel, aber aus einem anderen Bestand und berichtet über ähnliche Probleme.
Das Problem lässt sich mit Ablenkung durch Salzlecksteine, Kaustricke oder Heu und Stroh im Griff bekommen. Es ist allerding sehr Zeitaufwendig und extrem Nervig.
Der Auslöser für den aktuellen „Schub“ ist wohl die Hitze der letzten Tage.
Interessant wäre mal, ob die N-P Reduzierung des Futters auch dazu beiträgt das die Tiere nervöser werden. Wir mussten unsere Schweine zu Veganer machen, obwohl es Schweine von Natur aus nicht sind.
Um das Problem einzugrenzen frage ich hier mal ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt.
Das Thema ist sensibel Antworten gern auch per PN
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Den Stress von heute nennt man später die gute alte Zeit.

Ansgar

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Re: Verhaltensstörungen
« Antwort #1 am: 04. August 2019, 09:51:54 »

Für mich liegt der Schlüssel der Problematik -Ludger, Du hast es auch schon erwähnt - ganz klar in der Tatsache begründet, dass grüne Spinner unter der Regide von Frau Künast die Schweine im Zuge der BSE-Krise per Dekret zu Veganern abgestempelt haben.
Tierische Proteine in Form von Tiermehl waren bis dahin fester Bestandteil der Futterrationen und wurden von einem Tag auf den anderen mittels medialer Unterstützung (so wie wir es von den Grünen noch heute oder sogar noch besser gewohnt sind) verbannt. Ich selber hatte in der Zeit als aktiver Schweinemäster dann noch ein paar Jahre die Möglichkeit, tierisches Eiweiß im Zuge der Verfütterung von Speiseabfällen meinen Tieren zu gönnen, aber auch dem haben übereifige Politiker einen Riegel vorgeschoben. Tatsache ist jedenfals, dass ich in der Zeit keinerlei Probleme mit Schwanzbeißerei in meinen Schweinemastställen hatte. Dabei hatte ich damals nicht ansatzweise den Aufwand mit Beschäftigungsmaterialien so betrieben, wie es heutzutage praktiziert wird, ja sogar mittlerweile ja schon vorgeschrieben ist. Und trotzdem kriegt man an allen Ecken und Kanten die Probleme bezüglich Kanibalismus zu hören und zwar in wesentlich gehäufterer Form als die Schweine noch Omnivoren sein durften.
Für mich ist die Verbannung tierischen Eiweißes aus der Fütterung jedenfalls Dreh- und Angelpunkt für die Zunahme von Schwanzbeißereien.
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bayernfarmer

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Re: Verhaltensstörungen
« Antwort #2 am: 04. August 2019, 11:21:06 »

Hallo,
bin einer der wenigen Betriebe, die noch Molke füttern. Schwanzbeissen ist ein sehr seltenes Thema bei mir. Ist die einzige legale Möglichkeit noch tierische Proteine ins Futter zu bekommen.
Fachliche Entscheidungen spielen keine Rolle bei den Vorgaben für die Tierhaltung. Da setzen sich die Emotionen geistiger Kurzsichtigkeit, gepaart mit fehlender emotionaler Intelligenz auf zwischenmenschlichen Beziehungen durch, weil man das Restgefühl auf Tiere projeziert. Dabei schadet man diesen mehr als es nützt, aber man beruhigt sein Gewissen.
Die ausführenden ( Landwirte) und Tiere müssen dafür büsen.
Wenn dann aber eindeutig auf gewisse Zuchtlinien konzentriert, bzw Ferkelherkünfte.
Die Tiere stehen in einem Stall, aber Herkunft 2 macht Probleme, Herkunft 1 nicht.

mfg

Fritz
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canuck

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Re: Verhaltensstörungen
« Antwort #3 am: 04. August 2019, 18:45:06 »

Schanzbeisen Kanibalismus auch bei Huehner,Hoerner usw. Sind alles Lieblings Themen von den hochzivilisierten Tierschützern ,die aber meist selber nie mit Nutztieren gearbeitet haben.
Ihre Lebensform projektieren sie direkt ueber ihr Haustier zum Nutztier,bis zum extremsten.
Fuer mich eine weitere Seite des Wohlstandes.
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Josef

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Re: Verhaltensstörungen
« Antwort #4 am: 04. August 2019, 19:06:46 »

Das ganze schimpfen ( wenn auch zurecht ) hilft keinen Schweinemäster weiter!
Viele Durchgänge laufen ohne Probleme, trotz Tiermehlverbot, andere laufen voll aus dem Ruder!
Gleiche Lüftung, gleiche Ferkel, gleicher Mäster! Es muss also noch Faktoren geben die wir so noch nicht kennen!
Ich bekomme Ferkel aus Holland und die haben sehr kurze Schwänze. Natürlich ist das auch nicht richtig, aber meine Tiere haben so keine Probleme!
Dafür gab es vom Landkreis ein Anschreiben wie ich das Kupierverbot umsetzen will :frage:
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