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Autor Thema: Verkauft für die Autoindustrie?  (Gelesen 4768 mal)

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bayernfarmer

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Re: Verkauft für die Autoindustrie?
« Antwort #45 am: 06. August 2019, 21:43:36 »

Hallo,
es gibt genug die einfach die Schnauze voll haben und die größte Genugtuung hätten, wenn das deutsche Volk hungern müsste.
Wohl wissend, da sie das kaum erleben werden, aber nicht mehr bereit sind für ein Pack, das eigentlich nicht weis was es will, billig Lebensmittel zu produzieren. Denn sie selbst werden immer irgendwie durchkommen, weil sie ganzheitlich denken.
Es ist ein gewisser Fatalismus, der sich breit macht.

mfg

Fritz
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wernerzwo

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Re: Verkauft für die Autoindustrie?
« Antwort #46 am: 06. August 2019, 22:23:08 »

Fatalist bin ich noch lange nicht!
Ich bin noch überzeugt, durch eigenes Handeln gewisse Dinge beeinflussen zu können - wäre ja noch schöner, wenn ich mich dem Pack einfach so unterordnen würde...
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Mabbi

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Re: Verkauft für die Autoindustrie?
« Antwort #47 am: 06. August 2019, 23:51:42 »

Vor zwei Wochen ruft mich abends ein Kunde an, weil er auf die Idee gekommen ist, seine vor 2 Monten gebaute PV-Anlage mit einem Speicher zu erweitern, da er sich jetzt gerne einen Tesla kaufen würde. Und weil es im Hintergrund Geräusche gab, fragt er, ob er mich im Auto erwischt hat. Als ich dann sage "Ne, aufm Mähdrescher" ist er total aus dem Häuschen. Das fände er total klasse, dass ich sowas mache, dass Landwirte Menschen wären, die noch wüssten wie man richtig arbeitet und das Glück hätten einer wirklich sinnvollen Tätigkeit nachzugehen.

Ich bin ja nun seit fast zwei Jahren nur noch im Umkreis Frankfurt unterwegs und naturgemäß sind der Großteil meiner Kunden mehr oder weniger Teil des "Pack's". Und da meine jetzigen Aufgaben mir die Möglichkeit geben öfter mal ein Schwätzchen zu halten, nutze ich das auch, um die Gemütslage ein wenig zu erforschen und meistens ohne zu Beginn zu sagen, dass ich was mit LW am Hut habe.
Meine Erfahrung ist, dass die wenigsten über die Landwirte schimpfen, sich aber durchaus Sorgen machen und fragen, welchen Anteil die LW an den Umweltproblemen hat, aber durchaus offen und gesprächsbereit sind. Die echten Dummschwätzer scheinen mir nur ein sehr kleiner Teil zu sein.

Die LW unterliegt seit 100 Jahren einem Strukurwandel, wie viele andere Branchen auch. Habe das in der PV im Schnelldurchgang in den letzten 10 Jahren erlebt. Ein Jahr nach dem anderen Untergang, weil die Einspeisevergütung sinkt und dann noch außerplanmäßig sinkt. Und doch gehts weiter, nicht wie 2010 noch gedacht, trotzdem gibt's im Moment wieder einen kleinen Boom und interessanterweise spricht - zumindest im EFH-Bereich - kaum jemand über den 52 GW-Deckel und seine mögliche Folgen.

Insofern muss ich Georg ein Stück weit recht geben. Es wird weiter gehen, die nächste Rezession wird wieder andere Fragen in den Fokus rücken und wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln weiß heute keiner. Natürlich ists in den letzten Jahren nicht gerade für uns gelaufen, die LW ist nicht mehr als Wähler entscheident, eher als Wahlthema. So geht es aber auch anderen, also drauf einstellen und den Wandel möglichst mitgestalten. Denn im Gegensatz zu anderen Branchen, die hier komplett von der Landkarte verschwinden -oder schon verschwunden sind- wird es auch in 100 Jahren noch LW in D geben.
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Spargel84

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Re: Verkauft für die Autoindustrie?
« Antwort #48 am: 07. August 2019, 19:41:56 »

Ich bin Landwirt weil ICH entscheiden kann was ICH mache .
Produziere ich zu den Spielregeln des Abnehmers oder lass ich es bleiben .....?
Niemand muss sich den neusten dicken Fendt auf den Hof stellen , große Ställe bauen, sich Verschulden.
Natürlich gehört auch Mut zum Risiko und Glück dazu .  ;)
Wer nichts wagt der nichts gewinnt   :D
Aber wer heute Milch,Getreide oder andere austauschbare Lebensmittel produziert muss sich auch nicht wundern wenn er ausgetauscht wird . Weil es ander besser oder billiger können .....
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