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Autor Thema: Solaranlage auf Freiflächen  (Gelesen 16063 mal)

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sten

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Solaranlage auf Freiflächen
« am: 15. Mai 2019, 21:10:23 »

Hallo,

kennt sich jemand mit der aktuellen Situation im Bereich des Baus von Freiflächenphotovoltaikanlagen auf Ackerflächen insbesondere in Sachsen Anhalt aus? Unter welchen Bedingungen können und dürfen solche Anlagen auf Ackerland errichtet werden? Entlang von Bahnstrecken und Autobahnen fällt mir ein, auch in benachteiligten Gebieten soll sowas möglich sein. Oft sehe ich hier auch neue Anlagen in Bereichen, die mal als Gewerbegebiet ausgewiesen, aber weiter als Acker bewirtschaftet wurden, das scheint auch möglich zu sein. Aber wie sieht der Einspeisepreis dann aus? Ich habe etwas von Ausschreibungen gehört, kann mir da aber nicht wirklich etwas drunter vorstellen.
Danke
Carsten
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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #1 am: 15. Mai 2019, 21:27:37 »

Ich bezieh mich auf Bayern aber das macht eigentlich keinen Unterschied das es ja Bundeseinheitlich ist.

EEG Förderung gibt's bis 750 kW also Ca. 1 ha Modulfläche sprich feste Vergütung mit aktuell bisschen über 7,5 Cent. Rechne aber mit einem Jahr Genehmigungsdauer. Die müssen aber an Bahn, Autobahn, Stillgelegten Strecken, Deponie etc.  im Abstand von maximal 110 m sein.

Über die 750 kW bzw. auf anderen Flächen musst du in die Ausschreibung.  Sozusagen anbieten. Da sind die Preise zwischen 4 und 6 Cent grob gesagt.
Bauen darfst du dann aber nicht auf jeder Ackerfläche. In Bayern aber zum Beispiel in benachteiligten Gebieten was bei mir aber zum Beispiel hundert Prozent der Fläche ausmacht.

Also reich werden tut mir Fotovoltaik keiner mehr. Von der Vergütung her sehr konkurrenzfähig also kaum noch gefördert.
Ich glaube der Boom kommt in einigen Jahren wenn wirklich die Tierhaltung so drastisch zurück gefahren werden muss.
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Wade

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #2 am: 16. Mai 2019, 00:16:01 »

Das mit benachteiligtem Gebiet ist doch nur fürs EEG relevant. Bauen darfst du im Prinzip überall wenn du eine Baugenehmigung bekommst.
Das EEG braucht man aktuell eigentlich nur um das ganze "abzusichern" damit die Finanzierung günstiger wird. Man kann es auch komplett ohne EGG bauen und den Strom direkt vermarkten, zb mittels langfristiger Verträge direkt an die Industrie (zb Unternehmen die CO2 Frei Produzieren wollen und damit werben wollen, wie zb letzt auch BOSCH bekannt gegeben hat).
Die Preise für den Direktverkauf liegen wohl auch auf dem Niveau von der EEG Ausschreibung. Nur hat man es halt im EEG für 20 Jahre fix, mit relativ geringem Risiko. Auch falls man einen 20 Jahre abnahmevertrag mit ner Firma hat, kann keiner Garantieren dass die Firma in wenigen Jahren noch existiert.

Baukosten pro MW Freifläche (~1ha) liegen wohl bei ~300.000€ Wenn man 5 ct bekommt sind das grob übern Daumen 50.000€ pro Jahr Einnahmen. Das rechnet sich gar nicht soooo schlecht, vor allem wenn man irgendwelche Drecks Flächen nimmt auf denen man <50dt Weizen erntet...

Hier Plant eine Firma 100-150ha Fläche PV zu bauen und dabei ein eigenes Umspannwerk zu errichten. Aber denke das wird nichts werden, jedoch könnte ich mir vorstellen einen kleineren Gemeinschafts/Bürgersolarpark zu bauen, bei dem jeder mitmachen kann wenn er will.


Im Allgemeinen bekommt man aber für gute, intensiv genutzte Ackerflächen einfacher grünes Licht von der Naturschutzbehörde als auf extensives Wiesen/Ackerland, Naturschutzflächen etc. Da es eine Aufwertung der Flächen wäre wenn diese nicht mehr so intensiv genutzt werden.
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Meisteringenieur

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #3 am: 16. Mai 2019, 06:57:45 »

Ich bin ja da grad in einem Genehmigungsverfahren für 1ha. 
Das WWA zum Beispiel sagt da als Einwand das es nicht auf Hochertragsstandorten gebaut werden darf wegen Schutzgut Boden etc. .  Aber wie Wade schon richtig schreibt auf einer Wiese ist es glaub ich gar nicht möglich.
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sten

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #4 am: 16. Mai 2019, 06:58:36 »

Vielen Dank für die Antworten!
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troentken

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #5 am: 16. Mai 2019, 07:56:45 »

...
Baukosten pro MW Freifläche (~1ha) liegen wohl bei ~300.000€ Wenn man 5 ct bekommt sind das grob übern Daumen 50.000€ pro Jahr Einnahmen. Das rechnet sich gar nicht soooo schlecht, vor allem wenn man irgendwelche Drecks Flächen nimmt auf denen man <50dt Weizen erntet... .....


Das glaubst du doch wohl selber nicht?
Trafo, Mittelspannungsseite, Zaun drum, Gestell, Arbeit, Panele, Wechselrichter, Überwachung, "Pacht", usw...
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Mathilde

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #6 am: 16. Mai 2019, 08:06:37 »

Im Allgemeinen bekommt man aber für gute, intensiv genutzte Ackerflächen einfacher grünes Licht von der Naturschutzbehörde als auf extensives Wiesen/Ackerland, Naturschutzflächen etc. Da es eine Aufwertung der Flächen wäre wenn diese nicht mehr so intensiv genutzt werden.

Was soll da bitte aufgewertet werden? Ich sehe da nur eine glänzende, eingezäunte Fläche die langsam versteppt. Eine Auswirkung auf das Ökosystem hat doch noch niemand richtig erforscht. „Artenvielfalt?“
Wenn Folien über Spargel die Gemüter erhitzt dann stellen wir auch das hier in Frage.

LG Mathilde
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Ruebe

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #7 am: 16. Mai 2019, 08:37:49 »

gemach, gemach Mathilde,

wenn der Mittelstand "vergesellschaftet" wird, sind diese Anlagen als erstes dran weil sich einzelne daran bereichern .... Strom ist Politisch relevant, also müssen die, die daran Geld verdienen bestraft werden ....

Nachdem die Aussagen von Kühnert von vielen Politikern unterstützt wurden, sehe ich für D leider keine echte Zukunft mehr ....
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Wade

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #8 am: 16. Mai 2019, 09:02:56 »

...
Baukosten pro MW Freifläche (~1ha) liegen wohl bei ~300.000€ Wenn man 5 ct bekommt sind das grob übern Daumen 50.000€ pro Jahr Einnahmen. Das rechnet sich gar nicht soooo schlecht, vor allem wenn man irgendwelche Drecks Flächen nimmt auf denen man <50dt Weizen erntet... .....


Das glaubst du doch wohl selber nicht?
Trafo, Mittelspannungsseite, Zaun drum, Gestell, Arbeit, Panele, Wechselrichter, Überwachung, "Pacht", usw...

Nur die Anlage ansich, ~200€/kw Containerware PV Module, Wechselrichter 40-50€, Rest für Untergestellt, Zaun.
Trafo von 110kV auf 20kV und 110kV Kabel legen kostet irgendwo 3-4mio, das Rechnet sich dann nur wenn dementsprechend viel Fläche erschlossen wird. Bis <10MW kann man möglicherweise noch an bestehende 20kV Leitung, drüber muss meist ausgebaut werden.


Im Allgemeinen bekommt man aber für gute, intensiv genutzte Ackerflächen einfacher grünes Licht von der Naturschutzbehörde als auf extensives Wiesen/Ackerland, Naturschutzflächen etc. Da es eine Aufwertung der Flächen wäre wenn diese nicht mehr so intensiv genutzt werden.

Was soll da bitte aufgewertet werden? Ich sehe da nur eine glänzende, eingezäunte Fläche die langsam versteppt. Eine Auswirkung auf das Ökosystem hat doch noch niemand richtig erforscht. „Artenvielfalt?“
Wenn Folien über Spargel die Gemüter erhitzt dann stellen wir auch das hier in Frage.

LG Mathilde

Die Fläche ist als PV Anlage nur noch extensiv genutzes Grünland, meist mit Beweidung oder später Pflege. Das ist eben höherwertig als nen intensiv genutzter Acker. Ich kenn hier eine Anlage da wird erst im Juni/Juli einmal drinnen gemulcht wenn die ersten Gräser an die PV Module reichen.
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Wade

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #9 am: 16. Mai 2019, 09:04:50 »

persönlichen Kommentar entfernt - Rohana
« Letzte Änderung: 16. Mai 2019, 12:56:27 von Rohana »
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wernerzwo

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #10 am: 16. Mai 2019, 09:42:13 »

persönlichen Kommentar entfernt - Rohana

Habt ihr eigentlich keine generellen Einschränkungen im Bau durch die Gemeinde?
Wir haben z.B. einen Grundsatzbeschluss, daß KEINE Freiflächenanlage in der Gemeinde gebaut werden darf. Daher gibt es eben eine solche bei uns überhaupt nicht...
« Letzte Änderung: 16. Mai 2019, 10:57:22 von Rohana »
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Mathilde

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #11 am: 16. Mai 2019, 10:36:16 »

Die Fläche ist als PV Anlage nur noch extensiv genutzes Grünland, meist mit Beweidung oder später Pflege. Das ist eben höherwertig als nen intensiv genutzter Acker. Ich kenn hier eine Anlage da wird erst im Juni/Juli einmal drinnen gemulcht wenn die ersten Gräser an die PV Module reichen.

tut mir leid aber ich sehe da keine Aufwertung. Ich sehe da nichts drin, keine Blumen, keine Tiere (ist ja Zaun drumrum). Ich bin nicht gegen Photovoltaik aber nicht auf Land. Dächer, Fassaden, zwischen der Autobahn, Radwegen........aber nicht auf Wiesen oder Ackerflächen, da bin ich ein absoluter Gegner.

LG Mathilde
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Stefan81

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #12 am: 16. Mai 2019, 12:59:04 »

Die PV ist aber viel effizienter als Biogas. Da müsste man die vorher zusperren.
Was bringt man aus einen ha Module raus und wie viele ha würde man bei Biogas dafür brauchen?
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Mit freundlichen Grüßen
aus Österreich
Stefan81

sten

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #13 am: 16. Mai 2019, 13:01:36 »

Womit wir wieder bei der Grundlastdiskussion wären, wie ist die Flexibilisierung von Biogas zu bewerten?
Führt in diesem Thread zu nix, wenn Ihr das diskutieren wollt, macht ein eigenes Thema auf.
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Meisteringenieur

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Re: Solaranlage auf Freiflächen
« Antwort #14 am: 16. Mai 2019, 17:10:49 »

Die Fläche ist als PV Anlage nur noch extensiv genutzes Grünland, meist mit Beweidung oder später Pflege. Das ist eben höherwertig als nen intensiv genutzter Acker. Ich kenn hier eine Anlage da wird erst im Juni/Juli einmal drinnen gemulcht wenn die ersten Gräser an die PV Module reichen.

tut mir leid aber ich sehe da keine Aufwertung. Ich sehe da nichts drin, keine Blumen, keine Tiere (ist ja Zaun drumrum). Ich bin nicht gegen Photovoltaik aber nicht auf Land. Dächer, Fassaden, zwischen der Autobahn, Radwegen........aber nicht auf Wiesen oder Ackerflächen, da bin ich ein absoluter Gegner.

LG Mathilde


Der Zaun darf zum Beispiel nicht bis auf den Boden gehen das Hasen etc. durchkommen.
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