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Autor Thema: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen  (Gelesen 3134 mal)

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Euro-T

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #15 am: 16. Mai 2019, 12:29:23 »

Die grünen Infos muss man m. E. nicht 1:1 umsetzen, aber kennen sollte man sie schon.

Die wenigsten Sachen, die dort geschrieben stehen, setze ich um - ABER: mindestens ein-, zweimal im Jahr stehen da hochinteressante, sonst nur schwerlich zu erfahrende Basics drin. Schon die alleine rechtfertigen imho den Preis.

Die Umsetzung bleibt ja dann jedem selbst überlassen und muß eben auch auf die eigene Situation adaptiert werden. Wer streng nach grünen Infos arbeitet, hat imho auch deren Sinn nicht verstanden.

Denn es ist ja so: letztlich müssen sich alle Autoren eine gewisse Sicherheit einbauen - das gilt für alle Veröffentlichungen im Beratungsbereich. Es muß eigentlich immer davon ausgegangen werden, das unter den schlimmsten Befalls-, Witterungs-, sowie Anwendungsvorraussetzungen appliziert wird und auch dann soll es ja noch erfolgreich sein.

Am extremsten fällt da die Herstellerberatung auf (klar..), aber auch jede andere Beratung kann sich imho davon nicht freisprechen. Gleiches - so habe ich das Gefühl - gilt manchmal auch für Befallssituationen.

Also einmal mehr: jeder muß selbst wissen was er tut, grundlegende Kenntnisse können/müssen von extern kommen, die (situative) Entscheidung muß/sollte jedoch jeder selbst treffen und dazu braucht es Eines: Wissen!

Ein Beispiel, weil wir es unlängst von der Kürzung schon hatten: ich habe mich ja dann, nach erneuter Analyse der Bedingugen für wesentlich geringere AWMs entschieden. Die Tage mit einem Kollegen unweit von mir telefoniert, von dem ich wusste, das er komplett mit schweren Waffen gekürzt hat. Wollte einfach mal wissen, ob er da nach wie vor dahintersteht. - Wohlgemerkt, ich selbst bin nach wie vor D`accord mit meiner eigenen Entscheidung.
Naja jedenfalls, was wurde mir erzählt: er will nachkürzen  :o - und tatsächlich, bei seinen Beständen würde ich da auch mitgehen, die sind schon leicht wackelig. Hätte ein Jeder von uns nun die Vorgehensweise des Anderen adaptiert - einer von uns hätte in jedem Fall einen Fehler begangen - so vielleicht wir Beide  ;D

Im Fungizidbereich das Gleiche, immer wieder rufen auch mich Betriebe an und wollen wissen was sie vielleicht tun oder lassen sollen - Wenn sie mir nichtmal die Befallsituation schildern können, dann erwidere ich, das ich ohne den Bestand gesehen zu haben keine Aussage tätigen werde, alles andere wäre aktuell am Ziel vorbei, die Unterschiede im Druck sind enorm, die Wirkung der (vielleicht) vorausgegangen Maßnahme auch nicht immer gleich - je nach Wirkstoffen halt auch, womit wir wieder am Anfang des Kreises sind.

Und eigentlich mag ich es auch garnicht, wenn manche Kollegen anrufen. Auf Level diskutieren - ja gerne, immer. Wissen saugen und selber nix liefern (können) - hab ich bißchen Bauchweh mitttlerweile.
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Gruß

~~ Olli

Gameorg

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #16 am: 16. Mai 2019, 13:18:54 »

Das denke ich sind doch ein paar interessante Infos

durch Moderator editiert. Bei Veröffentlichungen bitte die Primärquelle nennen und sicher gehen, dass man die Rechte hat oder das selbst gelernte in eigenen Worten wiedergeben.

Allerdings sehe ich dass auch so wie einige hier, dass nicht alles 100% übernommen werden sollte in die Praxis. Z.B. unterscheiden sich die Expertenmeinungen bei 1x Anwendungsstrategien von Fungiziden. Schönberger schreibt, dass dann im Fahnenblatt der beste Zeitpunkt ist, andere Experten wiederrum schreiben, dass die Anwendung zur Ähre wegen der längeren Dauerwirkung wirtschaftlicher ist.

Edit: sorry und danke an den Mod :)
« Letzte Änderung: 16. Mai 2019, 13:40:50 von Gameorg »
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sten

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #17 am: 16. Mai 2019, 13:38:02 »

Muss man vielleicht auf den Naturraum beziehen. Im Regenschatten des Harzes sind dauerfeuchte Infektionsbedingungen im Stadium der Ähre doch eher selten. Hier mag dann die Einmalbehandlung im Fahnenblatt die beste Variante sein. Hab ich auch jahrelang immer mal wieder so gemacht - in den letzten Jahren allerdings nicht mehr, da ich immer gerne in 31/32 vorgelegt habe und dann geschaut habe, was sich so über die Vegetation so ergibt.
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Ruebe

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #18 am: 16. Mai 2019, 13:40:32 »

In unserer Tageszeitung steht heute ein Artikel von einem "Pflanzendoktor", der meint das bei Mehltau 1 Teil + 6 Teile Wasser eine absolut TOP Wirkung erzeilt???

Kann das sein?
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sten

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #19 am: 16. Mai 2019, 13:44:58 »

Sieben Teile Wasser also  ;-)  ?
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Gameorg

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #20 am: 16. Mai 2019, 13:47:32 »

Muss man vielleicht auf den Naturraum beziehen. Im Regenschatten des Harzes sind dauerfeuchte Infektionsbedingungen im Stadium der Ähre doch eher selten. Hier mag dann die Einmalbehandlung im Fahnenblatt die beste Variante sein. Hab ich auch jahrelang immer mal wieder so gemacht - in den letzten Jahren allerdings nicht mehr, da ich immer gerne in 31/32 vorgelegt habe und dann geschaut habe, was sich so über die Vegetation so ergibt.

Genau diese Strategie verfolge ich auch. Ich glaube aber wenn von "Einmalbehandlung" gesprochen wird in der Literatur, geht es nur um die Fahnenblatt/Ährenbehandlung, die einmal oder verteilt auf 2 Spritzungen erfolgt. So liest es sich jedenfalls
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sten

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #21 am: 16. Mai 2019, 13:51:15 »

Ich präzisiere:
Ich hab bis vor der/vier Jahren gerne nur ein Spritzung im voll entwickelten Fahnenblatt gemacht.

Da mir das aber zu heiss wurde (Versicherungsdenken) und die Bestände aber auch immer dichter, bin ich davon abgewichen und hab eine Behandlung in 31/32 gemacht, um dann Spielraum nach hinten zu haben. Manche Weizen haben dann auch erst wieder in die Ähre ein Fungizid gesehen.
Carsten
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Desperado

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #22 am: 17. Mai 2019, 10:38:01 »

Eine erste Behandlung in EC31/32 lohnt sich bei uns nur in den seltensten Fällen - und dann eigentlich auch nur im Stoppelweizen und einem Septoriajahr wie 2016. Die wichtigsten Krankheiten in unserer Region sind Mehltau (insb. bei Gerste und Triticale) und Braunrost. Während man Mehltau am besten mit einer resistenten Sorte begegnet, reicht beim spät aber massiv auftretenden Braunrost eine Behandlung im Fahnenblattstadium idR. aus.
Aufpassen muss man lediglich noch während der Blüte auf Fusarium. Die letzten beiden Jahre bin ich allerdings ohne Ährenbehandlung ausgekommen, aber im Schnitt ist hier jedes dritte Jahr ein Fusariumjahr (ähnlich auch bei Septoria)
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Euro-T

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #23 am: 17. Mai 2019, 15:49:16 »

Ich präzisiere:
Ich hab bis vor der/vier Jahren gerne nur ein Spritzung im voll entwickelten Fahnenblatt gemacht.

Da mir das aber zu heiss wurde (Versicherungsdenken) und die Bestände aber auch immer dichter, bin ich davon abgewichen und hab eine Behandlung in 31/32 gemacht, um dann Spielraum nach hinten zu haben. Manche Weizen haben dann auch erst wieder in die Ähre ein Fungizid gesehen.
Carsten

Ja, hier scheint es heuer auch so zu werden, das eine zarte Fungimaßnahme zur Kürzung in 31/32 einen hochrentablen Effekt haben könnte - wer sie denn gemacht hat.

Ohne Vorlage ist mittlerweile überall Septoria auf F-3 zu finden, nach den Regenfällen vergangen Samstag wird die zu 100% auch weiter sporuliert sein - dementsprechend bestand dort akuter Handlungsbedarf, um innerhalb des bekannten Zeitfensters einen Übertrag auf die oberen Etagen zu verhindern.

Wie sieht die andere Variante aus?

Der Einsatz von 9.-€ (oder 6,50.-€, wer noch Mirage aus 2017 hatte..) hat gelangt, um eine Infektion auf F-3 zu verhindern, in diesen Beständen ist lediglich Ausgangsbefall auf absterbenden Blättern zu finden. Meiner Meinung nach, bei entsprechender Pflanzenanatomie, dürfte da ein übergreifen auf F-2 und höher nur schwerlich möglich sein. Man könnte also durchaus die Füße stillhalten und schauen, wie weit man kommt bzgl. Rost, DTR, Mehltau, usw.. (Läuse, Hähnchen..?)

Man muß es sich eben nur trauen und wie gesagt bestenfalls auch entsprechend aufgebaute Bestände haben.
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Gruß

~~ Olli

Christian2

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #24 am: 17. Mai 2019, 18:06:30 »

Eine Einmalbehandlung nur im Fahnenblattstadium wäre bei uns voll in die Hose gegangen. Gelbrost ist bei uns in der Region praktisch in allen Sorten in EC 32-33 aufgetreten, wer vorher ein Cirkon o.ä. eingesetzt hatte, war nicht betroffen. Ich habe bei den ersten Gelbrostsymptomen Cirkon + Tebucur eingesetzt, da auch Septoria-Bedingungen vorlagen. Wo man in den Ecken nicht ganz sauber gearbeitet hat, ist ab F-1 schon ca. 50 % Blattfläche krank
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granola

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Re: Wirksamkeit von fungiziden Wirkstoffen im Winterweizen
« Antwort #25 am: 17. Mai 2019, 21:48:50 »

Schon mal selbst Fungizid am eigenen Körper eingesetzt?  Welches Mittel wirkt da gescheit mit Einmalbehandlung? Dito bei Euren Tieren.
Aber die Pflanze soll auf einen Rums geschützt und kuriert werden.....
Wer seinen Weizen liebt besucht ihn öfters. Die Einmalbehandlung ist leider mal als erstrebenswertes Ziel in die politische Diskussion gerutscht, wenn ich aif 30% der Blattmasse mit 50% des Mittels eine Infenktion früh stoppen kann ist das so gefährlich das keiner das mehr probieren darf im staatlichen Bereich...

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