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Autor Thema: Tu Felix Austria!  (Gelesen 1572 mal)

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wernerzwo

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Re: Tu Felix Austria!
« Antwort #15 am: 27. Februar 2019, 18:57:00 »

Vernünftig!

Ansonsten bekommt man Narrenfreiheit bzw. Freiheit für Narren in der Natur...
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JueLue

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Re: Tu Felix Austria!
« Antwort #16 am: 28. Februar 2019, 07:28:41 »

Für mich hat sich die Frau - wenn tatsächlich ein Zaun überwunden wurde und Warnschilder vorhanden waren - grob fahrlässig verhalten, was wiederum nach meinem gesunden Menschenverstand einen Anspruch an den Landwirt bzw. dessen Versicherung ausschließt.

Aber: Die entscheidende Frage für mich ist hier am Anfang mal erwähnt worden:

Wirken sich solche Unfälle bzw. Urteile statistisch in der Betriebshaftpflicht aus, bzw. wie steht die Versicherung zu der Sache?

Also: wird jemand mit Almhaltung in Tourismusgegend zukünftig mehr in der Tierhalterhaftpflicht zahlen?

Das ist doch ein absoluter Einzelfall, und genau dafür hat man doch eine Betriebshaftpflicht.
Auch wenn man seine Tiere kennt, kann niemand dafür garantieren, dass nicht ein Tier mit Anlauf den Zaun durchbricht und eine Mutter mit Kinderwagen auf dem Radweg "plattmacht".
Ich sähe es allerdings schon anders, wenn die Frau mit Kinderwagen sich das Weidetor öffnet, und mit Kinderwagen auf die Koppel fährt - nach meinem Empfinden Versicherungsschutz verwirkt.

JueLue
« Letzte Änderung: 28. Februar 2019, 07:35:25 von JueLue »
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BNT

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Re: Tu Felix Austria!
« Antwort #17 am: 28. Februar 2019, 07:48:26 »

Wie gesagt, ich bin mir sicher, dass sie keinen Zaun überwunden hat. Weiderost ja, aber keinen Zaun.
Das mit den Schildern ist halt auch ein Problem: Was soll man daraus ableiten: Es steht ja nicht drauf: "Hunde verboten, Lebensgefahr!" sondern eher so etwas wie "Achtung Weidevieh - Abstand halten und nicht streicheln".

Ich sehe das auch so, dass es genau für solche Fälle Haftpflichtversicherungen gibt. Der Landwirt hat sicher nicht um die rechtliche Einstufung gewusst und auch wenn der Urteilsspruch quasi mit Anlauf erfolgte, weil es schon seit Jahren in diese Richtung geht, hätte er wahrscheinlich, hätte er drei Gutachten in Auftrag gegeben, zweimal als Antwort bekommen, dass er nicht einzäunen muss. Ihm wurde auch keine grobe Fahrlässigkeit angelastet.

In solchen Fällen geht es immer um eine Risikoabwägung. Auch die Gerichte wissen, dass es keine 100%ige Sicherheit gibt. Darum wird ja auch von Sorgfalt gesprochen. Man kann einem nur das vorwerfen, was ein sorgfältiger Mensch machen würde und nicht alles Menschen Mögliche. Latente Gefahren sind natürlich abzuwehren. Daher auch auffällige Tiere besonders zu verwahren.

Die Sache mit dem Zaun wurde auch schon ab und zu vor Gericht behandelt. Ein einlitziger Elektrozaun reicht zb nicht, um eine Kuhherde von einer stark befahrenen Straße zu trennen. In wie fern so ein Zaun zur Trennung von Mutterkuhherden und Wanderern taugt, sollten Sachverständige klären.

Die Landesregierung hat nun ein gesondertes Versicherungssystem beschlossen, inkl. Härtefonds.

Was man so hört, wird die Tierhaltungerhaftung für Weidevieh auf grobe Fahrlässigkeit beschränkt werden.
« Letzte Änderung: 28. Februar 2019, 08:04:15 von BNT »
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