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Tu Felix Austria!

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wernerzwo:
Man kann die Österreicher nur zur ihrer Justiz beglückwünschen!
Ich dachte immer, wir in Deutschland wären in der Hinsicht führend...  ;D

https://www.topagrar.com/rind/news/kuhattacke-tiroler-bauer-zu-490-000-eur-geldstrafe-verurteilt-10365604.html

Der passende Kommentar dazu:
https://twitter.com/i/status/1100042312523149312

BNT:
Da wurde niemand verurteilt und auch keine Geldstrafe verhängt.

Der Tierhalter wurde zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet, was im Rahmen der Tierhalterhaftung nicht ungewöhnlich ist.
Da solche Fälle immer als Einzelfall zu beurteilen sind, musst du die Rahmenbedingungen kennen. Tust du das?

wernerzwo:
Nein, tue ich nicht!

Nur wurde der Landwirt strafrechtlich freigesprochen - was schon sehr zu seinen Gunsten spricht. Es waren sogar Warnhinweise angebracht. Da die Frau ja offensichtlich Hunde dabei hatte, ist für mein Verständnis zumindest eine nicht unerhebliche Teilschuld dabei.

Und im Zivilprozess wurde eine (für europäische Verhältnisse) exorbitante Schadensersatzsumme zugesprochen. Wenn sowas Schule macht, dann wird die landwirtschaftliche Haftpflichtversicherung in Zukunft ein billiges Vergnügen...

Wenn ich da nur an die Mountainbiker denke, die durch meine nicht beschilderten Rückegassen rasen. Was wäre wenn einer sich in den Rollstuhl fährt - ich bin strafrechtlich vermutlich unschuldig (obwohl ohne Warnhinweise?), könnte dann aber wegen eines nicht sichtbaren Baumstumpfes vielleicht haftbar gemacht werden. Wird bestimmt billig...

BNT:
Sind Rentenzahlungen so ungewöhnlich? Verursache mal einen Verkehrsunfall, wo du einen Manager ernsthaft verletzt. Da sind die 20 Mio Deckung schnell weg.
Der Witwer bekommt eine Rente von 1.200 Euro pro Monat, der Sohn eine von 350 Euro. Die verunglückte Frau dürfte wesentlich zum Haushaltseinkommen beigetragen haben. Das ist alles.*
Zur Verantwortung: Die Gemeinde, in der das passiert ist, hat 4.500 Einwohner und im Sommer 3.500 Gäste. Die betroffene Alm liegt an einer öffentlichen Straße, ist auf kurzem Weg vom Ort aus erreichbar und aufgrund des Naturerlebnisses und der Gastronomie dort sehr beliebt. An guten Tagen sollen da schon über 3.000 Wanderer unterwegs sein. Denkst nicht, als Landwirt, dass man sich da besonderen Gefahren bewusst sein sollte?
Das ist wie mit den Weiden an stark befahrenen Straßen. Dort musst du auch besonders achtsam sein.


Um deine Rückegassen musst du dir keine Sorgen machen. Das ist eine ganz andere Geschichte.

wernerzwo:
Darum ist er ja offenbar STRAFRECHTLICH freigesprochen worden - er ist ohne Schuld!
Wenn er Warnhinweise aufhängt, was soll er denn sonst noch machen?

Aber er wird ZIVILRECHTLICH haftbar gemacht (= Schadensersatz) für etwas, daß er selbst nicht beeinflussen bzw. verhindern kann!
Stichwort: Betretungsrecht der Natur

Die Kühe sind ja nicht ausgebrochen, sondern die Wanderin ist zu den Kühen hinein. Das wäre eher wie wenn Dein Manager in Deinem abgeschlossenen Hof mit Warnschild gegen ein Auto gelaufen wäre und hätte sich dabei tödlich verletzt.

Daher wäre ich mir bei den Rückegassen gar nicht so sicher - da ist schnell sowas wie ein "Weg" erkennbar und der unbedarfte "Naturgenießer auf dem Fahrrad" konnte ja nicht ahnen... - Warnschild ist ja keins vorhanden.

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