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Autor Thema: Streuobstflächen optimal verwerten  (Gelesen 1639 mal)

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Kai-Uwe

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Streuobstflächen optimal verwerten
« am: 08. Februar 2019, 19:01:06 »

Hallo, wir haben hier ca 2ha Wiesen und Weiden auf denen früher viele Hochstamm Obstbäume standen. das meiste waren Apfelbäume, es gab auch Birnen, Pflaumen und Kirschbäume...

Die Bäume sind mit den Jahren durch Sturm und Altersbedingt verschwunden. Ich finde das einerseits gut dann kostet es nicht die ganze Zeit Spiegel am Schlepper beim nachmähen :-)
Anderseits finde ich es aber schade da ich Bäume doch gern mag. die Pferde und Schafe sind auch froh wenns ein wenig Schatten gibt oder regenschutz...

Nun möchte ich das ganze wieder anpflanzen und Subventions optimiert betreiben:
was ist möglich?

Baumpatenschaft verkaufen?
Apfelsaft verkaufen? (ist wahrscheinlich zuviel Arbeit)
Das hier: http://fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/101240/?COMMAND=DisplayBericht&FIS=200&OBJECT=101240&MODE=METADATA
C02 Zertifikate verkaufen?

Den Betrieb trennen und einen Teil der Flächen Bio machen schwirrt mir schon länger im kopf rum Da würden die Weiden doch prima dazupassen.:frage:

Bitte nicht falsch verstehen: Ich werde die Bäume auf jeden Fall wieder anpflanzen nur wieso soll ich das in der heutigen Zeit umsonst machen...
Und mir ist durchaus bewusst das vom Pflanzen bis zur Nutzung einige Jahre vergehen, darum sollte auch ohne Ernte ein wenig Geld reinkommen.

Was kostet den eigentlich solch ein Hochstammbäumchen im Durchschnitt?
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granola

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #1 am: 08. Februar 2019, 19:25:03 »

Ich würde mich mit erfahrenen (Forst-)baumschulen mal über Walnuss- und Esskastanie unterhalten.  Wenn das an deinem Sandort nicht geht werden Sie Dir das sagen, ansonsten meine ich das darin das grössere Vermarktungspotential besteht.  Landschaftlich passen Hochstamm-Birnbäume aus dem Sämling gezogen bei Euch gut hin, auch die alten Most-und Lagersorten.
Subventionsoptimierung ist nicht mein Ding, halte ich nicht für nachhaltig!  "Mitnehmen" kann man meiner Meinung nach die Förderung, insbesondere im Öko-Bereich, wenn man es mit Tierhaltung verknüpft, also die Beweidung mit Schafen oder die Nutzung als Auslauf für Bodenhaltungshühner. Oder das Ernteprodukt auch wirklich nutzen kann/ will. Deswegen der Hinweis auf die alten Mostobstsorten! Hier wird jede Menge "Eh da"Obst gepresst, sprich Äpfel von Bäumen die als Tafelobst gepflanzt waren. Wird auch weiter fleissig gepflanzt, insbesondere als (traktorfeindliche) Halbstämme und niedriger. Sprich wer einen gescheiten "Moscht" oder Apfekwein erzeugen will braucht vielleicht in ein paar Jahren die oben genannten
Ökologisch fand ich im letzten Jahr HIER die Robinie am wertvollsten. Kommt gut mit extremer Trockenheit klar und Millionen unbezahlter Arbeiter erzeugen Dir ein unbegrenztes Ernteprodukt, falls Du dich gut mit dem Imker stellst oder selbst noch in die Massntierhaltung einsteigen willst. Schliesst eine Trachtlücke und erstzte 2018 auch so manchem Imker den Beinahe-Totalausfall beim Raps.
Adressen per PN, sonst bekomme ich hier wieder Haue was ich als "regionale Bezugsquelle" empfehle  ;)
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Biobauer

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #2 am: 08. Februar 2019, 19:26:12 »

also in bayern wird die anlage von streuobstbäumen gefördert, bei uns macht das der landschaftspflegeverband
dann gibts übers kulap pro baum 8 euro per anno
hier gibts streuobstinititiven, die zahln pro doppel 24 euro, reich wird man nicht damit, aber vieleicht nen taschengeld für die kinder
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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #3 am: 08. Februar 2019, 19:40:43 »

Hi, evtl. lässt sich das über Ausgleichsmaßnahmen fördern: Das heißt der "Städter" baut eine neue Garage und den Eingriff in die Natur gleicht er mit 3 neuen Obstbäumen bei dir aus. Habe das bisher immer nur für eigene Baumaßnahmen gemacht, aber warum sollte das nicht auch für Fremde funktionieren...
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granola

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #4 am: 08. Februar 2019, 19:49:20 »

Hi, evtl. lässt sich das über Ausgleichsmaßnahmen fördern: Das heißt der "Städter" baut eine neue Garage und den Eingriff in die Natur gleicht er mit 3 neuen Obstbäumen bei dir aus. Habe das bisher immer nur für eigene Baumaßnahmen gemacht, aber warum sollte das nicht auch für Fremde funktionieren...
Dem Bauherren muss die Fläche nicht gehören auf der die Ausgleichsfläche stattfindet, das funktioniert! Allerdings über einen Grundbucheintrag (bei uns zugunsten der UNB beim Landkreis), das heisst das bleibt bei der Fläche egal wer die kauft oder erbt. Ist einerseits eine gewisse Entwertunng, andererseits werden hier Ausgleichsabgaben vermieden die den Bodenpreis bei uns (noch) übersteigen.
Im konkreten Fall würde ich aber längerfristig denken: Jetzt eine INTENSIV genutzte Fläche anlegen, die vielleicht in einigen Jahren extensiviert werden kann wenn eine Hale gebaut, eine Fläche befestigt wird anderswo im Betrieb. Dazu muss zunächst aber (Flächenentrag) die Fläche "Intensiv" genutzt werden.
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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #5 am: 08. Februar 2019, 20:34:22 »

Bei uns wäre dir die Fläche auf der mal alte Obstbäume standen schon längst als Biotop eingetragen worden. Natürlich ohne dein Wissen. 
Dann geht da nix mit Ausgleichsfläche. Du musst eine erbringen wenn du an der Fläche was ändern willst. Das nenne ich mehr als Enteignung.
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Tim

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #6 am: 09. Februar 2019, 08:24:14 »

Bei uns wäre dir die Fläche auf der mal alte Obstbäume standen schon längst als Biotop eingetragen worden. Natürlich ohne dein Wissen. 
Dann geht da nix mit Ausgleichsfläche. Du musst eine erbringen wenn du an der Fläche was ändern willst. Das nenne ich mehr als Enteignung.

Das wird /wurde schon veröffentlicht  , doch hier hats eben keiner mitbekommen ... und der Bürgermeister unterschrieben.

Das was mal als Trockenrasen oder auch Streuobst aufgenommen wurde ist mittlerweile dabei sich in Zwetschgen/Schwarzdorn-dickicht, bzw. Forstfläche zu entwickeln .

Der Landschaftspflegeverband hat diese Entwicklungen hier meiner Meinung nach sogar forciert.. ist den ihre nie versiegende Quelle für Arbeitsplätze und Projekte - doch die Finger machen sie sich nicht schmutzig.
Die fungieren hier als Berater/Projektanten der Gemeinden , schimpfen immer über die EU , das Die das doch so wollen, aber projektieren ein Himmelfahrtskommando nach dem Anderen - Finanzsumme möglichst gross - denn darum gehts doch eigentlich , das Geld zu verschieben.
:hair: :zeter: :wall: :wall: :wall:

So , das musste mal gesagt werden!
 :zunge:

Trotzdem kommt man um die kaum drumrum , gerade wenns mit UNB zu Verhandlungen kommt - zum Schluss hab ich die Angelegenheiten für den Betrieb hier individuell besser hinbekommen, aber der LPV hat mehr Conections und gehört zu "ihnen"..

Streuobst finde ich hier nach wie vor interessant , es war schon früher die effektivste Nutzung für die schlechtesten Flächen.

Das Obst , egal was man nun damit macht, hat für mich eher einen regionalen Wert - die Anlage an sich in voller Blüte im April/Mai - unbezahlbar ... mit ner Kindergartengruppe im September Äpfel auflesen .. zum Hoffest ne Flasche Saft mit Firmenlogo (vlt irgendwann Obstler oder so)

Für uns hier ist das ein Mammutprojekt - ist halt eher so ne persönliche Sache von mir und wo ich für mich und den Betrieb in den nächsten 10 jahren mal stehen will.
« Letzte Änderung: 09. Februar 2019, 08:37:23 von Tim »
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Tim

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #7 am: 09. Februar 2019, 08:38:49 »

Ich glaube die Meinung von Ceres wär hier mal interessant , der hat da schonmal was in die Richtung gemacht  ;D
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granola

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #8 am: 09. Februar 2019, 14:40:08 »

Ich glaube die Meinung von Ceres wär hier mal interessant , der hat da schonmal was in die Richtung gemacht  ;D
Ceres hat einen super-Vermarktungsstandort. Hier werfen sie dich gerade tot mit Apfelsaft. Da es soviel gab und die Gärten ordentlich sein mussten hat man dann 1,40€ pro Liter bezahlt um jetzt den Keller voll Saftkartons zu haben.
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FFFlorian

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #9 am: 09. Februar 2019, 16:30:29 »

Wallnuss kann man doch auch recht hoch frei schneiden sodass man gut unten durch fahren kann.
Außerdem muss man den Baum an sich meines Wissens fast nicht schneiden.
Farmingch kann vlt dazu etwas schreiben?


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Berry

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #10 am: 09. Februar 2019, 17:02:56 »

Der Landschaftspflegeverband ist sicher ein guter Ansatz, die haben vor allem auch Adressen.

Ich habe nur ein paar Hochstämme und lasse aus dem Obst Saft machen, bag in box für ca. 70 ct/l. Da kann man manchmal drauf warten, gibts an jedem Eck. In 60 km Entfernung gibts bei uns aber auch eine Kellerei die den eigenen Saft in Flschen abfüllt- da kann man aber nicht drauf warten.
Bei den Lagerhäusern gibts noch die Möglichkeit Äpfel abzugeben und verbilligt Saft zurückzukaufen.

Größere Streuobstbestände werden maschinell aufgelesen und als Bio vermarktet. Es gibt bei der Kellerei Kumpf dies sogar ohne eigene Bio-Schiene zu machen. Man muss bescheinigen dass die Bäume nach Bio behandelt werden und bekommt dann annähernd den Bio-Preis ( ca 20 statt 22 €/100 kg)

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granola

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #11 am: 09. Februar 2019, 17:11:17 »

es gibt eine Möglichkeit eine kleine Streuobstfläche über einen Verein bio zertifizieren zu lassen. Wer nach 34281 anliefern kann/will sollte sich mit der safteria in Verbindung setzen ( auch über chattengauer ölmühle erreichbar)
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Cyberlui

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #12 am: 09. Februar 2019, 21:23:58 »

Trüffel sind doch der neue Renner, Haselnuss oder glaube sogar Kastanien Setzlinge mit den den Trüffel(Sporen? Myzelien?? geimpft)
Teils spassig, teils ernst gemeint von mir,
 in einem Rundschreiben vom VFL war das mal drin gestanden.

Aber wenn ich so ne Fläche hätte würde ich es glaub ich mal mit ein paar Bäumen probieren mit den Trüffeln :frage: :frage:
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Ceres

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Re: Streuobstflächen optimal verwerten
« Antwort #13 am: 13. Februar 2019, 22:06:16 »

Hallo

schön dass ich von ein paar Mitglieder vom Verein hier erwähnt werde, wenn Kai-Uwe Fragen dazu hat kann er mich ja kontaktieren.

Ach ja wenn jemand Material (Säfte,Secco usw.............) für seinen Hofladen benötigt ich habe noch genug davon.

Anderweitig werde ich hier zu dem ganzen Thema NIX schreiben da ich zZ in einem "schwebenden" Verfahren selber betroffen bin.

Gruß

Ceres
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Wer Bäume setzt,
obwohl er weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen,den Sinn des Lebens zu begreifen.
                              Rabindranath Tagore