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Autor Thema: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger  (Gelesen 11094 mal)

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Farmer_Sam

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #45 am: 14. Januar 2019, 20:01:23 »

3,5% in welchem Horizont?

Bearbeitungstiefe
wird gezogen, bzw. wo halt die natürliche Grenze zwischen aerob und anaerob
Pflug/Mulch 17cm ist Standart auch zur Berechnung
No till 10cm

Der Weg (zu 5) ist eines meiner Ziele,
3,5 finde ich nicht ambitioniert.
Aber es geht ja ums Verhältnis.

Off-topic:
Wundert nicht, dass Fragen als Antworten kommen bei solchen Fragen.


Wenn man einen % Wert angibt sollte man auch sich auch auf etwas beziehen um ein Verhältnis herzustellen.

Humus anzureichern funktioniert nur in Generationen. 0,01-0,1% pro Jahr sind realistische Werte wenn man nur Humusmehrer anbaut und ausreichend organische Dünger aufbringt. Da fallen dann alle Kulturen raus die Humus zehren(Kartoffeln, Rüben, Getreide wenn Stroh abgefahren wird...) Kommt bestimmt ne tolle Fruchtfolge bei rum :)
Natürlich kann man in den ersten 3cm einen hohen Humusgehalt erreichen, das geht dann auch schneller. Aber auf 20cm Krumentiefe gibt es keine schnelle Änderung des Humusgehaltes.
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Heiner

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #46 am: 14. Januar 2019, 20:09:46 »

Hallo,

da erkennt man die Probleme der Wissenschaft, denn es werden nur zu Fragen Antworten gefunden die explizit gestellt werden. Vieles was nicht messbar oder greifbar ist, oder wozu es keine Gelder gibt bleibt unerforscht.

Manches ist auch ohne Wissenschaft offensichtlich und trotzdem unwissenschaftlich :

… natürlich muss ein Nitrifikationshemmer einen Teil des Bodenlebens "schädigen". Sonst würde er ja nicht funktionieren.
Allerdings gibt es doch jede Menge Hinweise darauf,  dass etwa DMPP nur die Ammonium Oxidierer angreift und auch dort nur deren Aktivität hemmt, nicht aber deren Population reduziert. DCD soll ja überhaupt die Regenwurmtätigkeit anregen. Soll daran liegen, dass die dann mehr Stroh fressen müssen. ;)


da die Regenwürmer das Stroh nicht fressen, sondern in erster Linie die das Stroh zersetzenden Pilze "abweiden" wird klar, dass dort ein weiterer Effekt der N-Stabilisatoren sein muss, wenn die Regenwürmer mehr Stroh brauchen um satt zu werden.


Heiner
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jotesen

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #47 am: 14. Januar 2019, 20:17:22 »


jotesen
du bist noch irgendwie durch den Wind, aber ich helfe dir mal weiter.
bringe deine Böden auf min. 3,5% und stelle die Nährstoffverhältnisse mal ein, dann wirst du bemerken, dass man nicht grubbergeil sein muss, sondern nur auf Entzug düngen. so wird dann auch kein N ausgewaschen und ALLES läuft bestens.

Dann muss ich wohl erstma sehr viel Grubbern um auf 3,5% runter zu kommen. Das ist mir zu teuer und habe ich auch gar kein Bock drauf.
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- = Ökologischer Landbau in der Magdeburger Börde und der Heide = -

Wer mir was gutes tun will, findet hier meine Amazon Wunschliste.

Mick

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #48 am: 14. Januar 2019, 20:51:40 »

Genau, man nehme seinen Humus und steigere ihn einfach mal auf >3,5 %. Ist eine meiner leichtesten Übungen. Seitdem ich Kinsey‘s zweite Auflagen „how to steiger‘ your humus exorbitant“ gelesen habe, läuft‘s bei mir. Jedes Jahr 3,5 % mehr- und 20 % mehr Ertrag.

Aber das geht nur mit 72,57% Ca und 13,45%Mg am Austauscher.  :boing:
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WilliW

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #49 am: 14. Januar 2019, 21:02:54 »

„how to steiger‘ your humus exorbitant“

Muss Dich da leider verbessern. Ist ein Adverb. Also bitte exorbitantly. So viel Zeit muss sein  ;D
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NobbyNobbs

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #50 am: 14. Januar 2019, 21:36:52 »

„how to steiger‘ your humus exorbitant“

Muss Dich da leider verbessern. Ist ein Adverb. Also bitte exorbitantly. So viel Zeit muss sein  ;D

Sag‘s doch Kinsey ;D
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Ich mach's einfach mal!

FeSt

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #51 am: 14. Januar 2019, 21:41:07 »

3,5% in welchem Horizont?
Der Weg (zu 5) ist eines meiner Ziele,
3,5 finde ich nicht ambitioniert.
Aber es geht ja ums Verhältnis.


Off-topic:
Wundert nicht, dass Fragen als Antworten kommen bei solchen Fragen.

Wenn man einen % Wert angibt sollte man auch sich auch auf etwas beziehen um ein Verhältnis herzustellen.

Ich meine 5% Humus.

Für Leute, die hier noch keine Bodenprobenanaylse in der Hand hatten - org. C wird das auf einer Auswertung leider nur genannt.
Für Dich noch extra geändert mit %

Ich weiß nur aus georeferenzierten Albrecht-Probenabgleichen +0,7-0,8% org.C/Jahr sind gut machbar.

off-topic
Denke weitere sachliche Erklärungsversuche sind aufgrund des ins Lächerliche ziehen (von Vereinsmitglieder) nicht zielführend!!

Daher kann gerne ein anderer Erklärungsversuche starten.

Eine irronische Empfehlung von einem mir sehr geschätzten sehr erfolgreichen biologisch wirtschaftenden Kollegen darf ich hierzu weiterleiten:
"Also Fest Frostgrubbern dann funktionierts"
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Gutbrod1032

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #52 am: 15. Januar 2019, 00:26:45 »

Zurück zum Thema Nitrifikations-, Ureasehemmer und Co.

In einem Topfversuch bei einem meiner ehemaligen Lehrherren hat man festgestellt das Nitrifikationshemmer die Bodenmikroben mehr oder weniger stark beeinträchtigen, ein Jahr nach der Anwendung ist der Spuk aber vorbei und das Bodenleben ist qualitativ wie quantitativ wieder auf dem Niveau vor der Hemmer-Gabe (Hemmer in Wasser verdünnt, kein Dünger)
Ureasehemmer waren praktisch bedeutungslos.

Von Topfversuchen kann man halten was man will,
im Freiland ist die Mikrobenaktivität von weit mehr als einem Nitrifikationshemmstoff abhängig,
da eine Signifikanz herauszufinden bzw herauszurechnen gestaltet sich äußerst schwierig.

Edit:

Man sollte im Titel evtl Alzon durch Nitrifikationshemmstoffe ersetzen,
sonst kommen irgendwann noch ein paar "nette" schwarz gekleidete Herrn mit Sonnenbrille aus Lutherstadt Wittenberg bei Klaus vorbei...
« Letzte Änderung: 15. Januar 2019, 00:30:10 von Gutbrod1032 »
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pff

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #53 am: 15. Januar 2019, 08:09:50 »

OT *kursiv* : silvester stelone sagt: " Schweinebacke "

XXXXX gib deine manda nachhilfe, und schau drauf : hauptsache meine mädls haben gesunde zähne

XXXXX: 3.5% von 8.9cm tiefe bodentiefe sind 3.5% und 30.1cm bodentiefe ebenfalls 3.5%.  petrus fand den schalter (nicht). old school humusaufbau zeigst du auf. dann hat horsch michael also schlechtes marketing, oder was meinst du? wenn es bios gibt die 0.4-0.7% jährlich (nachweislich) zusammenbringen.

XXXXX: die ALTE heilige kuh, der dicke regenwurm, sollte mal ausgedient haben. der korregiert ja auch nur einen fehler. der landwirt, der das land bewirtet, soll mal eine stufe höher steigen. das mikrobiom ist vielfältig.

XXXXX: tiefer gelegte autos sind in proletenkreisen beliebt.
ist dein acker schon (um 15cm) tiefergelegt, wie im vergleich zu nachbarfelder? bedenke wenn der vorrat im kühlschrank leer ist, will er auch mal wieder gefüllt werden.

XXXX: willst du dich auf der karrerienleiter im aw hocharbeiten? im moderatorenboard im aw mangelts eh ein wenig an qualität. gut moderiert, weiter so!

XXXXXX: was ist wenn schwarze männer aus dem chefhaus klaus gehen? eine angeorderte brügelrevolte oder zum muzzie streicheln ausschwärmen...

« Letzte Änderung: 15. Januar 2019, 08:18:33 von Tim »
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Tim

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #54 am: 15. Januar 2019, 08:25:39 »

@pff

Du wurdest verwarnt. Den ersten Beitrag habe ich verschoben,  den zweiten habe ich mit der Kennung XXXXX anonymisiert.

Diese kryptischen Nachrichten aus denen hier keiner schlau wird sollen durchaus mal konserviert werden.

Mit unter 50 Beiträgen schlägst du hier um dich , provoziert User und kommst zu drastischen Schlüssen was die Moderation angeht. Dabei wollten viele hier einfach deine Hintergründe zum Thema wissen, doch die scheinst du nicht preisgeben zu wollen.

Das geht nicht.

MfG Tim
« Letzte Änderung: 15. Januar 2019, 08:29:08 von Tim »
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NobbyNobbs

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #55 am: 15. Januar 2019, 09:22:00 »

@pff
 einfach deine Hintergründe zum Thema wissen, doch die scheinst du nicht preisgeben zu wollen.

Das geht nicht.

MfG Tim


Das hat nichts mit Wollen, sondern mit Können zu tun.
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Wade

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #56 am: 15. Januar 2019, 09:54:37 »

Wenn ich 3,5% Humus habe kann ich also im Herbst Gülle drauf klatschen und die wird nicht ausgewaschen? Außer ich grubber die ein.
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Schorsch

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #57 am: 15. Januar 2019, 10:24:42 »

Warum sollten 3,5% Humus eine Auswaschung von Stickstoff verhindern können?

A) Der Humus würde die Nitrifikation zeitweise hemmen. Noch nie gehört, erscheint mir unwahrscheinlich.

B) Der Humus würde Nitrat adsorbieren. Das ist tatsächlich für sehr sauren Boden beschrieben. Demzufolge könnte eine Moor-Standort in schlechtem Kulturzustand durchaus in der Lage sein, Nitrat vor einer Verlagerung zu bewahren.

Meines Erachtens dürfte dieser pauschalen "3,5%-Humus-stoppt-Nitrat-Aussage" eine Überinterpretation irgendwelcher Studien zugrundeliegen.
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wernerzwo

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #58 am: 15. Januar 2019, 10:31:47 »


Man sollte im Titel evtl Alzon durch Nitrifikationshemmstoffe ersetzen,
sonst kommen irgendwann noch ein paar "nette" schwarz gekleidete Herrn mit Sonnenbrille aus Lutherstadt Wittenberg bei Klaus vorbei...

Wenn solche "Herren" kommen, dann eher vom tschechischen Geheimdienst  ;D
Schließlich ist der tschechische Ministerpräsident Alleineigentümer von SKW-Piesteriz, wenn ich nicht irre...
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charlie

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Re: Mögliche Schädigung des Bodenlebens durch stabilisierte Dünger
« Antwort #59 am: 15. Januar 2019, 11:31:57 »

Warum sollten 3,5% Humus eine Auswaschung von Stickstoff verhindern können?

A) Der Humus würde die Nitrifikation zeitweise hemmen. Noch nie gehört, erscheint mir unwahrscheinlich.

B) Der Humus würde Nitrat adsorbieren. Das ist tatsächlich für sehr sauren Boden beschrieben. Demzufolge könnte eine Moor-Standort in schlechtem Kulturzustand durchaus in der Lage sein, Nitrat vor einer Verlagerung zu bewahren.

Meines Erachtens dürfte dieser pauschalen "3,5%-Humus-stoppt-Nitrat-Aussage" eine Überinterpretation irgendwelcher Studien zugrundeliegen.

Dem möchte ich noch was hinzufügen:

Das Umweltbundesamt ist sicher keine Heimstatt der Befürwortung konventioneller Landwirtschaft.
Aber die Studie aus 2016 beleuchtet sehr vielschichtig Humusgehalte und deren Veränderung sowie die potenziellen Ursachen und lässt dabei Einflüsse wie Boden, Niederschlag und Klima bzw Temperatur nicht außer acht.

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_26_2016_erarbeitung_fachlicher_rechtlicher_und_organisatorischer_grundlagen_zur_anpassung_0.pdf

Und wenn man ganz einfach mal die Karten der räumlichen Verteilung durchschnittlicher Humusgehalte innerhalb Deutschlands (natürlich wird es da auch kleinräumigere Unterschiede geben) mit den Zonen hoher Nitratbelastung übereinanderlegt, wird man erkennen, dass eine generelle Grenze bei 3,5% für alle Böden unterschiedlicher Entstehung und Mächtigkeit unter allen klimatischen Verhältnissen absolut haltlos ist.

1 - Humusgehalte  https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/384/bilder/dateien/3_karte_gehalte_orgsub_2013-07-02.pdf

2 - Nitratbelastung des Grundwassers - siehe Anhang

Auch weitere Faktoren, wie Mächtigkeit der humosen Schicht, Anreicherung in der obersten Krume bei Notill oder gar Grünland und den Einfluss der Sickerwassermenge bzw der Speicherkapazität unterschiedlicher Tongehalte bleiben in der starren Sichtweise Manfreds/pffs völlig unbeachtet.

Ein kleines Beispiel: Grünland auf unseren Mainwiesen auf purem Mainsand: Humusgehalte in den oberen 15cm bei jenseits 8%, darunter unter 1%. Diese Flächen sind hoch auswaschungsgefährdet.
Nur 500m weiter Auelehm, Tongehalte um 30%, Humus 2,5-3%, jahrelang intensivst bearbeitet. Hier findet selbst auf unbewachsenen gelockertem Boden nur unwesentliche Verlagerung aufgrund unserer geringeren Niederschläge statt. Erst bei Winterniederschlägen jenseits 250mm tritt hier eine messbare Verlagerung aus der durchwurzelbaren Zone statt.
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.
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