www.agrowissen.de  
www.agrowissen.de  
Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Autor Thema: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose  (Gelesen 1223 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Schnortz

  • Sr. Member
  • ****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 370
Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« am: 06. Januar 2019, 09:41:01 »

Hi Dirk,

Auch hier sind die Ackerbohnen proplematisch, was hälst von weißen Lupinen?
Die DSV will ja 2 neue alkaloidarme Sorten mit "ausgeprägte Anthraknosetoleranz" auf den Markt bringen. Laut dem angehängten Artikel der DSV soll Z-Saatgut im Frühjahr 2020 erhältlich sein.
Hast du darüber schon nachgedacht?
Weiß jemand Infos zu Verwendung und Vermarktung?

Gruß
Mark
« Letzte Änderung: 06. Januar 2019, 11:33:17 von Schnortz »
Gespeichert


johndeere820

  • Sr. Member
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 304
Re: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« Antwort #1 am: 06. Januar 2019, 11:29:31 »

Hi Dirk,

Auch hier sind die Ackerbohnen proplematisch, was hälst von weißen Lupinen?
Die DSV will ja 2 neue alkaloidarme Sorten mit "ausgeprägte Anthraknosetoleranz". Laut dem angehängten Artikel der DSV soll Z-Saatgut im Frühjahr 2020 erhältlich sein.
Hast du darüber schon nachgedacht?
Weiß jemand Infos zu Verwendung und Vermarktung?

Gruß
Mark

Die I.G. Pflanzenzucht hat wohl auch eine Sorte in der Pipeline: https://www.pfluglos.de/nachrichten/weisse-lupinen-statt-sojabohnen

Könnte bei innerbetrieblicher Verwertung oder guter Vermarktung interessant werden. Der Rohproteingehalt ist ähnlich hoch wie bei Soja, die klimatischen Ansprüche aber deutlich geringer. Damit ließen sich auch außerhalb der Körnermaisregionen hohe Proteinerträge erzielen, wenn der Standort nicht zur Ackerbohne oder Erbse passt. Ein Vergleich zwischen Ackerbohne, Erbse und Weißer Lupine wäre auf einem Lehmstandort sicherlich interessant.

Zur Verwertung: es gibt mehrere Ansätze aus der Lebensmittelindustrie zur Verwertung der Lupinen:



Ich meine im REWE letztens Lupinen im Regal gesehen zu haben.
Gespeichert

Uwe

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 508
  • Beruf: Ingenieur(ET) / Landwirt
Re: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« Antwort #2 am: 06. Januar 2019, 12:50:51 »

Da juckt es ja fast in den Fingern, einen Sommergerste, Erbsen, Ackerbohnen, weiße Lupinen - Vergleich zu starten.
Die passende Fläche hätte ich für dieses Frühjahr, aber woher kriegt man gesundes Saatgut für weiße Lupinen?
Hier stand sowas bestimmt Jahrzehnte in keiner Fruchtfolge, vielleicht ist bei Anthraknose ein Jahr kein Jahr?
Gespeichert

johndeere820

  • Sr. Member
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 304
Re: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« Antwort #3 am: 06. Januar 2019, 13:59:30 »

Da juckt es ja fast in den Fingern, einen Sommergerste, Erbsen, Ackerbohnen, weiße Lupinen - Vergleich zu starten.
Die passende Fläche hätte ich für dieses Frühjahr, aber woher kriegt man gesundes Saatgut für weiße Lupinen?
Hier stand sowas bestimmt Jahrzehnte in keiner Fruchtfolge, vielleicht ist bei Anthraknose ein Jahr kein Jahr?

Anthraknose ist samenbürtig und weniger eine Fruchtfolgeerkrankung. Saatgut gibt es z.B. bei Freudenberger. Ob das dann Zwischenfruchtsaatgut oder vernünftig aufbereitetes und gebeiztes (Z-) Saatgut ist, kann ich dir nicht sagen.
Gespeichert

dirkk

  • Moderator
  • ******
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 3 828
Re: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« Antwort #4 am: 06. Januar 2019, 14:54:07 »

Ich habe 2006 und 2007 weiße Lupinen zur Probe angebaut - ein wenig fehlt es da an vernünftigen Herbiziden / oder Herbizidstrategie und in der weißen Lupine muß auch an Sclerotinia gedacht werden - hatte ich 2007 drin . 2006 ging noch einiges schief - zu tief gesät , damit zu dünner Auflauf und die Sommerdürre , da blieben nur 24 dt , aber 2007 waren es etwas über 5 to . Beeindruckend ist die exzellente gleichmäßige Stroh- und Kornabreife und sehr gute Druschfähigkeit . In Thüringer LSV wurden Anfang der 2000er bis 7 to gedroschen , was das auch immer nach Randeffekt usw. bedeutet . Hier in der Nähe in Walbeck standen diese zwei Sorten auch schon in 2018 im LSV/BSV . dort fiel auch die gute Standfestigkeit gegenüber Erbsen und blauen Lupinen auf - dort ging wenige Tage vorher ein Gewittersturm durch .

Auf jeden Fall würde die weiße Lupine sehr interessant für mich werden ,sie passt perfekt hierher  ..........aber dies Jahr will ich mich erstmal an der Sojabohne in kleinem Rahmen probieren .

Was die langjährigen Erträge betrifft , lag ich über die Jahre so bei 5- 5,5 to im Schnitt bei der Ackerbohne - in den schlechteren Jahren ( von 2018 abgesehen ) eben über 4 to und in den guten Jahren eben über 7 to . Die Erbse schätze ich eine halbe Tonne tiefer ein , aber da hab ich keine eigenen Erfahrungen . Die Erbse hat mit zuviel Wasser in kurzer Zeit so ihre Probleme und mit zu nasser Bestellung  - weiterhin muß sie "pünktlich"  geerntet werden zu einer Zeit , wo auch Raps , Durum , Sommergerste und früher Weizen reif sein können .
Die Ackerbohne und auch die weiße Lupine werden eine bis zwei Wochen nach dem Winterweizen reif , was eine gute und entspannte  Druschzeit ist .

Gruss
dirkk
« Letzte Änderung: 13. März 2019, 19:14:41 von dirkk »
Gespeichert

Uwe

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 508
  • Beruf: Ingenieur(ET) / Landwirt
Re: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« Antwort #5 am: 07. Januar 2019, 00:22:51 »

Ich bin im Netz drauf gestoßen, dass man mit Diflufenican und 18b was werden könnte.
Das würde natürlich schon beträchtlich weiterhelfen.
Gespeichert

Bleifuss

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 187
Re: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« Antwort #6 am: 07. Januar 2019, 08:53:51 »

Wie sieht es mit Ph Werten aus ?
Ich meinte Lupinen würden in eher saure Böden passen?
Gespeichert

dirkk

  • Moderator
  • ******
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 3 828
Re: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« Antwort #7 am: 07. Januar 2019, 10:43:30 »

Gelbe Lupinen brauchen saure Böden . Die blauen und weißen vertragen keinen freien Kalk bzw. keine frische Kalkung .
Bei mir wuchsen die Weißen in den beiden Jahren auf Löss mit pH bis 7,4 ohne Probleme . Und wenn ich mir die LSV mit blauen Lupinen ansehe , gehen die auch bis pH 7,4 .

Was die Herbizide betrifft , wurden in Australien etliche Versuche gefahren - Diflufenikan geht dort auch im NA -  Spectrum , Clomazone , Picolinafen , tw. Metribuzin gehen ...

In 2007 war bei mir Gardo Gold knapp ausreichend - etwas Clomazone dazu hätte womöglich gereicht .

Gruss
dirkk
Gespeichert

Fox!

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 83
Re: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« Antwort #8 am: 10. Januar 2019, 10:42:43 »

Weiter oben schreibst du, 2006 hätte der Ertrag u.A. durch die Trockenheit ziemlich gelitten. Wie sind denn Lupinen hinsichtlich der Ertragsstabilität in Trockengebieten einzuschätzen? Der Trend der letzten Jahre ging ja - in einigen Gebieten - eher zu weniger Niederschlag. Da habe ich bei Körnerleguminosen immer etwas Bauchweh, wobei ich gerne auch eine Leguminose ins Programm aufnehmen würde.

In Australien habe ich mal einige Hektar Lupinen auf Schwad gelegt. Der dortige Landwirte meinte sie würden sonst nicht gut durchreifen. Ich kann jetzt aber nicht sagen, ob sich die damalige Sorte mit den heimischen vergleichen lässt.

Ansonsten ist auch noch die Frage der Vermarktung offen. Sojabohnen lassen sich inzwischen ja ganz gut vermarkten. Bin auf deine Erfahrungen mit der Bohne gespannt!
Gespeichert

Tim

  • Moderator
  • ******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 7 716
Re: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« Antwort #9 am: 10. Januar 2019, 10:51:16 »

In Australien habe ich mal einige Hektar Lupinen auf Schwad gelegt. Der dortige Landwirte meinte sie würden sonst nicht gut durchreifen. Ich kann jetzt aber nicht sagen, ob sich die damalige Sorte mit den heimischen vergleichen lässt.

Wird ein Problem bei indeterminierten sorten,  bzw. Der mangelnden züchterischen Bearbeitung darauf sein , sobald die Licht und Wasser haben treiben die immer wieder von unten durch..

Die blauen sind mittlerweile fast endständig, Reifen relativ gut ab , aber der züchtungsweg kostet bestimmt Ertrag. Ich denke mal Weisse lupinen sind auch sehr viel spätreifer als die blauen, wenn sie zum verzweigen neigen sollte man dem Rechnung tragen und einen möglichst gleichmässig-dichten Bestand hinstellen?
« Letzte Änderung: 10. Januar 2019, 10:54:17 von Tim »
Gespeichert

Schnortz

  • Sr. Member
  • ****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 370
Re: Weisse Lupinen als alternative Körnerleguminose
« Antwort #10 am: 10. Januar 2019, 16:23:57 »

Sehr interessant, ich werde auf meinem Standort, wenn die neuen Sorten draussen sind ein paar ha probieren.
Bei Ackerbohnen haben wir nicht da Niveau von dir Dirk, wenn wir 4t/ha ernten sind wir hochzufrieden, wir liegen hier zwischen 25-45dt/ha. Mehr ging die letzten Jahren nie, Wasser war begrenzend. Erbsen sind vom Ertrag die letzten Jahre immer besser, zwischen 35-55dt/ha.
Wenn die Lupine tiefer wurzelt könnte sie diese Trockenphasen evtl. besser überstehen.
Wenn ich das richtig verstehe sind sie von der Abreife/Drusch auch nicht schlechter, bisher lese ich mal kein Nachteil ausser das Saatgutimpfen was erforderlich wäre.
Gespeichert