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Autor Thema: MG Überschüsse in den Griff bekommen  (Gelesen 16883 mal)

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Gutbrod1032

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #135 am: 10. Januar 2019, 21:25:56 »

Führer? :D


Wenn sich einer traut: CaCl2 soll laut amerikanischer Quelle deutlich stärker auswaschen, als CaSO4. Allerdings muss man dann noch irgendwie das Cl2 los werden. ;)

Chloridionen sind doch ähnlich auswaschbar wie Nitrat und Sulfat Teilchen.

Düngt man Kartoffeln mit Kaliumchlorid wird dazu geraten den Dünger im Herbst auszubringen um über Winter das Chlorid auszuwaschen da die Kartoffel chloridempfindlich ist.
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BNT

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #136 am: 11. Januar 2019, 08:43:58 »

Auswaschen kannst du nur, wenn Wasser da ist.

Die Idee, dass man Kationen an den Austauscher mobilisieren kann, stammt ursprünglich aus der Problematik saliner Böden. Die gibt es hauptsächlich in ariden Regionen. Es gibt sehr viele Versuche, wie man Na am besten löst und wie das dann abläuft. CaCl2 verwendet man, weil es viel viel besser löslich ist und, weil hygroskopisch, selbst mit kleinen Wassermengen noch zurecht kommt. Du hast dann also in recht kurzer Zeit Na+ gelöst, nur kam man dann drauf, dass das Na+ nicht weit tief genug verlagert wird. Du hast dann auf zb 30 oder 60 cm Tiefe eine neue Salzschicht. Ähnliche Effekte gibt es bei der sog. Subsoil Acidity. Du hast dann zwar im Saatbett oder in der Krume den pH in Ordnung, aber sobald die Pflanzen mit ihren Wurzeln tiefer gehen, treffen sie auf äußerst widrige Verhältnisse.

Ich denke, wenn man beginnt, Kationen zu mobilisieren, sollte man auch mal tiefere Schichten beproben.Es gibt dokumentierte Fälle, in denen war wurden zwar in den oberen 30 cm Mg++  und K+ weniger, dafür weiter unten mehr.

CaCl2 ist im Übrigen natürlich an sich völlig ungefährlich. Man kann das auch essen und es ist ein deklariertes Konservierungsmittel.
Alternativ kann man auch Ca(NO3)verwenden.

Und natürlich, wie nun ausgeführt, spielt die Natur eine sehr große Rolle. Ohne Wasser geht das nun mal nicht.

Kinsey hat laut eigenen Aussagen die ideale Kationenverteilung von Schwarzerdeböden abgeschaut. Bear von den Nährstoffkonzentrationen in Luzerne. Da das ganze auf naturwissenschaftlicher Ebene funktionieren soll (hoffentlich!!!), kann es sich auch nur an den Naturgesetzen orientieren. Die Natur gibt nun mal den Rahmen vor. 
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Schorsch

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #137 am: 11. Januar 2019, 08:57:56 »

Wenn sich einer traut: CaCl2 soll laut amerikanischer Quelle deutlich stärker auswaschen, als CaSO4. Allerdings muss man dann noch irgendwie das Cl2 los werden. ;)

Es handelt sich doch nicht um Cl2 sondern um Cl-, oder? Und das gilt als Anion ähnlich beweglich wie Nitrat.

wenn einer einen toten Boden(biologie) haben, dann nur zu

Wir hatten das ja vor 2 Jahren in Eurem Seminar und auch in Eurem Forum gibts dazu einen kurzen Faden. Meine Meinung hat sich noch nicht geändert:

Im dt. Hands-On Agronomy geht Kinsey auch auf Seite 192 auf das Chlorid ein. Dort heißt es, er habe nicht viele Informationen darüber, dass Chlorid den Boden schädigen würde. Es sind lediglich Keimlingsschäden erwähnt. Die sind nichts neues. Rübenbauern kennen sie gut aus den Warnungen vor Salzschäden, die bei sehr hohen Kali [-Chlorid]-Gaben direkt zur Saat auftreten können - aber halt auch nur dann.

Zur Diskussion mit den Regenwurm-Schäden durch Chlorid: Ob wir den Regenwürmern wirklich helfen, indem wir K-Chlorid durch K-Sulfat ersetzen, ist fraglich:
http://www.bio-gaertner.de/pflanzenkrankheiten/Naehrstoffmangel-ueberschuss
Zitat von: Bio-Gärtner.de
Ammoniumsulfat ist nicht zu empfehlen wegen des Gehaltes an Schwefel, der im Boden wenig gebraucht wird und in größeren Mengen giftig wirkt auf Regenwürmer, Bakterien und Bodenpilze.

Bitte auch in Bezug auf Chlorid dran denken: Die Dosis macht das Gift.

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FeSt

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #138 am: 11. Januar 2019, 09:39:09 »

Düngt man Kartoffeln mit Kaliumchlorid wird dazu geraten den Dünger im Herbst auszubringen um über Winter das Chlorid auszuwaschen da die Kartoffel chloridempfindlich ist.

Nicht nur Kartoffeln....

Ich kann mich dazu noch an die Diskussion am 1.PFF-Day am 4.12.2016 zwischen @Ulrich und @Schorsch erinnern, wie es um die Kalidüngung ging und alle, obwohl es schon zum Schluß des Vortrags war, plötzlich voll konzentriert zugehorcht haben, als es um den Wurm ging.
 
Zitat: "Düngst Chlorid, hast keine Regenwürmer......"

...und nicht nur für die Regenwürmer ist das wie eine Resettaste.


Zur off-topic Frage:
Hoffe Deine Frage zu den @72% ist gestern noch  für Dich nun geklärt worden von ANDERSgesehn
Habe ja gleich gesagt frag ihn, aber wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss halt ich wieder Berge versetzen.  ;)
Ja, danke, das hat sich dann soweit bestätigt. Auch eine Beispiel dafür, dass der einzelne Prozentpunkt nicht alles entscheidet.

Was ich mich frage: Erst die Dreifaltigkeit, jetzt der Prophet ... was soll da noch kommen? :)

@Schorsch
Der Begriff "Dreifaltigkeit" wurde von @BNT geprägt und in die Runde geworfen, wie auch weiters und untragbar
Führer

Da Du ja auf meine Antwort plus Hinweis nicht vertraut hast, habe ich nach deiner 3.Nachfrage zu den @72%, eben dem Sprichwort nach, den Berg zu Dir gebracht. Klar soweit?
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Schorsch

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #139 am: 11. Januar 2019, 10:10:52 »

Der Begriff "Dreifaltigkeit" wurde von @BNT geprägt ...

Das war nichts weiter als ein Scherz.
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BNT

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #140 am: 11. Januar 2019, 13:40:55 »

Zitat von: FeSt link=topic=24252.msg447691#msg447691  [b
"Düngst

Wie so oft, haut ihr dicke Ansagen raus, ohne sie zu begründen.
Man darf raten, warum das so ist.


@Schorsch: Freilich dann als dissoziiertes Cl-
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FeSt

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #141 am: 11. Januar 2019, 14:14:27 »

@BNT
Nix dicke Ansage.
Diese Aussage, die ich von besagten Tag als Zitat hier heute eingestellt habe, stammt nicht von mir,
sondern vom besten mir bekannten konv. Direktsäer, den ich am 1.PFF-Day kennenlernen durfte.
Frag @Schorsch
Wenn Du das Gegenteil beweisen willst, dann nur zu!
Dir sollte ja als Küstennahes Gebiet die Chlor-Toxizität besser bekannt sein, als Chlor-Mangel.
« Letzte Änderung: 11. Januar 2019, 19:06:16 von FeSt »
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Schorsch

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #142 am: 11. Januar 2019, 16:44:04 »

Es ging in besagter Diskussion um das 50er Kaliumsulfat, das den Kinsey-Kunden oft empfohlen wird. Ich stellte in den Raum, dass ich Kali viel lieber in Form des deutlich preisgünstigeren 60er Kaliumchlorid düngen würde um dafür alternativ das benötigte Sulfat mit der Stickstoffdüngung als SSA mitlaufen zu lassen.

Und es stimmt, dass dieser Landwirt - bestimmt ein sehr versierter Direktsäer - dagegenhielt, dass das Chlorid den Regenwürmern schadet. Mir reicht diese Aussage noch nicht, um überzeugt zu sein, zumal, wie oben angeführt, auch das Sulfat aus dem empfohlenen 50er Kali als toxisch für das Bodenleben gilt. Übrigens liegt auch das gesamte K2O aus dem allseits bekannten 40er Kornkali als Chlorid vor. Noch nie gehört, dass das die Würmer killt. Ob es dazu vergleichende Untersuchungen gibt weiß ich nicht. Jemand sollte im Frühjahr wohl besser mal ein paar Wiederholungen anlegen.

Und: Küstennah? Das wusste ich garnicht.
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BNT

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #143 am: 11. Januar 2019, 20:17:28 »

Besagten Mann kenne ich, glaube ich, besser, als die meisten hier.

Man sollte Na Toxizität nicht mit anderem verwechseln.
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pff

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #144 am: 12. Januar 2019, 11:28:23 »


40er Kornkali als Chlorid vor. Noch nie gehört, dass das die Würmer killt.

Küstennah?


das Chlor von den chloridhaltigen Kalidünger wird gasförmig. der Geruch erinnert ans Hallenbad, dort hat es den Sinn Bakterien zu töten, ebenso im Boden.

sulfate befeuert das bodenleben.

der Regenwurm lebt bekanntlich nicht von (fungizierten) weizenstroh.

küstennah ist Münich nicht  :bier: :beuge: :irre: :bruell: :bruell:
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Gutbrod1032

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #145 am: 12. Januar 2019, 11:49:47 »

Zitat
das Chlor von den chloridhaltigen Kalidünger wird gasförmig. der Geruch erinnert ans Hallenbad, dort hat es den Sinn Bakterien zu töten, ebenso im Boden.
das ist aber eine sehr steile These...
wie sollte denn das Chlorid im  Boden reduziert werden?
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pff

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #146 am: 12. Januar 2019, 11:55:18 »


das ist aber eine sehr steile These...


frage dazu K&S Mann dr. gündwin r.

seine Worte
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Rohana

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #147 am: 12. Januar 2019, 12:03:35 »

Wär schon gut wenn du deine eigenen Aussagen auch n bissl belegen könntest und das nicht von uns verlangst (oder zumindest gleich sagst du das These X von Y gehört...).
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sten

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #148 am: 12. Januar 2019, 12:07:53 »

Das ist wirklich ein spannendes Thema. Bei uns in der Gegend spielen chlorhaltige Düngemittel keine Rolle. Eine kurze Websuche hat nix zur Schädigung des Bodenlebens ergeben.
Ich würde da gerne einen eigenen Thread draus machen, wenn jemand eine gute Namensidee hat.
Carsten
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Ansgar

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Re: MG Überschüsse in den Griff bekommen
« Antwort #149 am: 12. Januar 2019, 12:14:17 »

Das ist wirklich ein spannendes Thema. Bei uns in der Gegend spielen chlorhaltige Düngemittel keine Rolle. Eine kurze Websuche hat nix zur Schädigung des Bodenlebens ergeben.
Ich würde da gerne einen eigenen Thread draus machen, wenn jemand eine gute Namensidee hat.
Carsten

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