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Autor Thema: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?  (Gelesen 4499 mal)

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charlie

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Re: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?
« Antwort #30 am: 14. November 2018, 11:01:54 »

Moin,
Mir ist schon klar, um was es da geht.

Aber dennoch: Raiffeisen würde sich nicht nur einmal im Grab umdrehen.


dafür sind all die Genossenschaften schon viel zu groß, der Urgedanke ist vermutlich so heute nicht mehr umsetztbar. Hier ist die örtliche Genossenschaft Ende der 80iger Jahre von Kiel übernommen worden.
Zum Glück haben wir noch min. fünf Landhändler neben der Ha Ge, mit denen man handeln kann.

Gruß
Frank

Die großen „Grünen“ sind ja nur noch auf dem Papier Genossenschaften, ansonsten nicht von einem als AG organisierten Konzern zu unterscheiden. Einzig das Kapital der kleinen Genossen wird noch gern genommen und die Kundenbindung über Genossenschaftsanteile erhöht...

Es gibt ja das Sprichwort mit dem „Beißen der Hand, die einen füttert“...  :rolleyes:
Manchmal ist in dieser Verbindung nicht ganz klar, welche Seite füttert und welche frißt und beißt  :frage:
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

Michi

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Re: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?
« Antwort #31 am: 14. November 2018, 12:06:51 »

du musst aber auch die kehrseite sehen. es gibt inzwischen schon lohnbetriebe, die reparieren auch fremde maschinen weil sie eine so gute werkstatt haben oder du hast landwirtschaftliche betriebe die mehr umsetzen als so manche kleine dorfgenossenschaft, alle wollen doch am ende lieber den zwischenhandel ausbremsen und am liebsten direkt ab hafen oder fabrik kaufen.
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Ansgar

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Re: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?
« Antwort #32 am: 14. November 2018, 14:21:50 »

Man kann ja jetzt hier zu der Agravis stehen wie man will und darüber meckern soviel man will, aber für die Landwirtschaft erbringen die vielen (kleinen) Primärgenossenschaften die Leistungen vor Ort. Und wenn ich für meine örtliche Genossenschaft spreche, für die ich auch seit nunmehr 24 Jahren ehrenamtlich in der Verwaltung tätig bin und die in der Zeit zu einem Unternehmen mit über 200 Mio. € Jahresumsatz gewachsen ist, dann muss ich sagen, dass es am Dienst für die Landwirtschaft und für die über 2.400 Mitglieder nicht hapert. Gut, viele private Landhänder gibt es hier nicht (mehr), was aber nicht bedeutet, dass die Genossenschaften ihre "Monopolstellung" missbrauchen würden, denn der größte Konkurrent der örtlichen Genossenschaft ist die Nachbargenossenschaft - jede Raiffeisen-Genossenschaft steht also sozusagen ständig im Wettbewerb, auch ohne den privaten Landhandel.
Was für uns und andere Primärgenossenschaften aber immer mehr zu einem Dorn im Auge wird, ist die Tatsache, dass die Zentralgenossenschaft, sprich in unserer Region die Agravis, zunehmend das Direktgeschäft mit den größeren Betrieben vor Ort, also an den Primärgenossenschaften vorbei, forciert. Darüber bin ich selbst alles andere als glücklich und es stimmt mich mit Sorge, wenn ich dieses Geschäftsgebaren so verfolge. Die Aktion jetzt mit den Bewirtschaftungsverträgen hinter dem Rücken der örtlichen Lohnunternehmen passt dazu wie die Faust auf´s Auge.
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klausg

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Re: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?
« Antwort #33 am: 15. November 2018, 11:47:35 »

Wenn man jetzt mal ganz ketzerisch ist und es etwas schwarz sieht - dann könnte man sagen: Landwirtschaft wieder zurück zur Leibeigenschaft.

Ob das jetzt Bindungskonzepte der Agravis, Übernahme von Mehrheitsbeteiligungen, Lohnmast oder die Finanzierung von nicht Eigenkapitalgebunden Großinvestitionen ist. Im Zweifelfall, wenn s schief geht,  sind die Betriebe und somit auch der Boden in der Hand von landwirtschaftsfremden Kapitalgebern. Das ist das Ziel, das hinter diesen ganzen Entwicklungen steht.
Wer in dem Hamsterrad drin ist, kommt nicht mehr raus.
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fons

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Re: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?
« Antwort #34 am: 15. November 2018, 17:25:28 »

Wenn die noch größeren ( Basf, Bayer ) auch irgendwann mal in diese Richtung gehen wird s für die Landwirtschaft nicht leichter.
Bei den Landtechnikherstellern denke ich gerade an das Wort " Fulliner "
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Mfg. Fons

Michi

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Re: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?
« Antwort #35 am: 15. November 2018, 19:09:28 »

selbst als landmaschinen bude sind wir durch die hersteller dazu getrieben in zukunft auch agronomische beratung anzubieten. also durch eigenes personal oder partner. so bildet sich ein ziemlich starker apparat der sich in einen massiven strukturwandel und marktkonzentration äussern wird.

alle kleinen primärgenossenschaften fusionieren wie wild, gerade einladung zur hauptversammlung bekommen, statt letztes jahr 5km hab ich nun 60km anfahrt. da sind leute im aufsichtsrat, da kenn ich nicht mal den ort wo die her sind. warum soll ich da noch den wahlaugust machen? hinterher blökt aber wieder alles von familienbetrieben und bäuerlicher landwirtschaft. hören die sich eigentlich noch selber?

selbst die vertretungverbände wie das landvolk legt standorte zusammen um „effizienter“ zu arbeiten.

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nofear

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Re: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?
« Antwort #36 am: 15. November 2018, 19:15:38 »

Das eine wird gewünscht und das andere durch Handeln geschaffen. Ist kein Zufall...
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Josef

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Re: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?
« Antwort #37 am: 16. November 2018, 11:15:47 »


alle kleinen primärgenossenschaften fusionieren wie wild, gerade einladung zur hauptversammlung bekommen, statt letztes jahr 5km hab ich nun 60km anfahrt. da sind leute im aufsichtsrat, da kenn ich nicht mal den ort wo die her sind.

selbst die vertretungverbände wie das landvolk legt standorte zusammen um „effizienter“ zu arbeiten.

Ich bin in dem Aufsichtsrat unser auch durch Fusionen stark gewachsenen Genossenschaft.

Wenn man da ein wenig Einblick gewinnt und sieht wie Auflagen immer mehr Personal binden ( nicht nur die Landwirtschaft hat Ihre Auflagen ) gibt es für kleine Genossenschaft (sicher auch andere Betriebe) gar keine Chance mehr das alles zu erfüllen.
Die Gefahr das der Kontakt zur Basis verloren geht ist natürlich groß, ich muss auch 40km zur Generalversammlung fahren. Es wurde vor Jahren ein Bus angeboten aber das Interesse war so gering das keiner mitgefahren ist. Ist Schade aber leider kaum mehr zu ändern, Hauptsache wir können die Warenlager vor Ort noch erhalten! Aber auch da zeigt sich das aktuell und zukünftig immer mehr zusammen gelegt werden müssen! Kleines Beispiel, liegt bei einem Lager Futtermittel kommt das LAVIS und prüft, man muss manchen Sack Futtermittel verkaufen bis man nur die Prüfkosten wieder rein hat!

Gruß Josef, aber wir schweifen ab!
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BNT

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Re: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?
« Antwort #38 am: 16. November 2018, 11:27:22 »

Sie sollen das mal probieren - und dann wird man sehen, ob es klappt oder nicht.
Ich bin da eher skeptisch.
Oder soll das ein Versuch sein, über die Hintertür an Flächen ran zu kommen?

Wenn ich sehe, wie sehr in der Branche Erfolg und Niederlage vom Knowhow des Betriebsleiters abhängt, kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass man Landwirtschaft so wie die sich das vorstellen betreiben kann.
Wie sind hier nicht in Südamerika.
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wollomo

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Re: Die Agravis - unser aller zukünftiger "alles aus einer Hand" Partner?
« Antwort #39 am: 16. November 2018, 15:45:24 »

Wenn die noch größeren ( Basf, Bayer ) auch irgendwann mal in diese Richtung gehen wird s für die Landwirtschaft nicht leichter.
Bei den Landtechnikherstellern denke ich gerade an das Wort " Fulliner "
Das ist das Problem der Landtechnikhändler aber nicht unbedingt der Kunden. Ich denke es schadet nicht, wenn der Händler vor Ort weis, dass es nicht nur ihn gibt.
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