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Autor Thema: Erntejagd  (Gelesen 2697 mal)

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Frankenpower

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Erntejagd
« am: 18. August 2018, 23:33:55 »

https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Tragische-Jagdunfaelle-waehrend-der-Ern-9617251.html

Bei mir auf dem Maisacker wurde auch eine "Erntejagd" veranstaltet.

Was ich da erlebt habe, ich habe wenig Lust das wieder zu geben.... :kopfschuettel: :stupid: :haeh: :kotz:

Da wurden keine "Stände" vergeben, jeder der eine Kanone hatte, ist da mal irgendwo hin....innerhalb von 20 min sind da mind. 15 "Mann" angerückt....
Hat irgendeiner sich da Gedanken gemacht wo er Kugelfang hat? Wo sein Standnachbar steht? Am Ackerrand waren auch Kinder, die sich einfach das Erntespektakel anschauen wollten..... :irre:
200 m weiter unten verläuft ein Fahrradweg....
Der Acker ist auf einer Anhöhe, dort war auch das Ende des Häckselns.

Ein "Herr" Jäger war noch so dreist, auf den fahrenden Hacksler aufzuspringen und von dort oben rumzuballern....wäre ich bei dieser Situation dabei gewesen, ich hätte das Häckslen einstellen lassen....
Wer haftet, wenn dieser I.... aus welchen Gründen auch immer...ins Schneidwerk fällt? Der Häckslerfahrer war nicht routiniert genug, um dem Revolverhelden Contra zu geben.....

Hinterher habe ich den (selbsternannten) Jagdleiter zur Rede gestellt.....ich habe außer große Schimpftiraden  :cara: keine sinnvolle Aussage bekommen.....

Ich gehe auch schon ein paar Jahre auf die Jagd, aber mit solchen Cowboys will ich nichts zu tun haben  :kotz:

Nun meine Frage.....

Kann ich als Flächenbewirtschafter so was verhindern? Dass diese Chaos Truppe anrückt, und meine Leute (und alle drumherum auch...selbst...) auf dem Acker in Gefahr bringt? Wie kriege ich diese Truppe wieder vom Acker?




« Letzte Änderung: 18. August 2018, 23:54:10 von Frankenpower »
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Früher war sogar die Zukunft besser (Karl Valentin)

nofear

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Re: Erntejagd
« Antwort #1 am: 19. August 2018, 06:53:37 »

Sorry fürs OT, aber hab mir gras mal den verlinkten Artikel durchgelesen.
Warum sind die Flintenlaufgeschosse so gefährlich? (habe keine Ahnung von Munition)
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„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

Stanky

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Re: Erntejagd
« Antwort #2 am: 19. August 2018, 07:30:41 »

Moin,
ich würde mir den Jagdleiter mal greifen, vor 20 Jahren war das hier auch noch sehr kaotisch, heute sind die Jagdausübungsberechtigten hier sehr vorsichtig und total auf Sicherheit bedacht.
Gruß
Frank
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De een hett een Rittergut, de anner ritt dat Gitter rut.

Hein

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Re: Erntejagd
« Antwort #3 am: 19. August 2018, 08:54:38 »

Sorry fürs OT, aber hab mir gras mal den verlinkten Artikel durchgelesen.
Warum sind die Flintenlaufgeschosse so gefährlich? (habe keine Ahnung von Munition)

Der normale Schrotschuss verliert bei mehr als 40 m deutlich an Wirkung durch die Streuung und weil die Schrote eben keinen stabilisierenden Drall(Drehung) haben.
Das Flintenlaufgeschoss wird aus derselben Waffe verschossen. Es erreicht durch die äussere Form einen Drall. Ausserdem geht es allein durch die eigene Masse erheblich weiter und reisst hässliche Löcher. Es ist etwa vom Ausmass so viel wie ein vorderes Fingerglied, aber eben massives Material.
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Josef

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Re: Erntejagd
« Antwort #4 am: 19. August 2018, 08:55:09 »

Moin,
ich würde mir den Jagdleiter mal greifen, vor 20 Jahren war das hier auch noch sehr kaotisch, heute sind die Jagdausübungsberechtigten hier sehr vorsichtig und total auf Sicherheit bedacht.
Gruß
Frank


So ist es bei uns auch, wir sprechen sogar vorher mit den Jägern und geben Termine vorher bekannt, bzw wenn wir losfahren! Läuft alles sehr professionell! ( So ist meine Meinung, bin kein Jäger)
Wir haben hier sehr viele Füchse, ( Nachbar mit Freilandhühner) da ist es schon mal angebracht den Bestand ein wenig zu dezimieren
Maximal sind 3-4 Jäger am Feld, mitfahren tut keiner! Da die Schläge meist relativ groß sind ist die Gefahr des gegenseitigen beschießen relativ gering, aber das schränkt den Jagderfolg dann aber auch wieder ein ;D
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dirkk

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Re: Erntejagd
« Antwort #5 am: 19. August 2018, 09:17:39 »

Zitat
heute sind die Jagdausübungsberechtigten hier sehr vorsichtig und total auf Sicherheit bedacht.
Gruß
Das ist hier auch so und war vor 20 Jahren auch noch " wild-westlicher " . 

Lieber jetzt ein Stück Wild laufen lassen als irgendetwas Gefährliches riskieren . Zum Jagen gibt es die verbleibenden 200-300 Tage im Jahr genug Gelegenheit - es muss nicht der eine Tag sein , wo zwingend "Strecke" gemacht werden muss .

gruss
dirkk
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Corpy

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Re: Erntejagd
« Antwort #6 am: 19. August 2018, 09:24:19 »

Ohne die Erntejagden würden wir den Schwarzwildbestand gar nicht mehr regulieren können. Bei uns läuft das alles sehr professionell ab. Auch wenn viele Jäger beteiligt sind.

Schon bei der Jagdausbildung wird dir eingetrichtert, dass man von fahrenden Fahrzeugen aus nicht schießen darf. Den Typen würde ich knallhart bei der unteren Jagdbehörde oder Polizei anzeigen, dass der schnell seine Zuverlässigkeit verliert.

Bei uns haben die Jäger alle mobile Stände dabei, klappt alles problemlos. Dafür hat der Jagdleiter zu sorgen!
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agri

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Re: Erntejagd
« Antwort #7 am: 19. August 2018, 09:27:56 »

https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Tragische-Jagdunfaelle-waehrend-der-Ern-9617251.html

Bei mir auf dem Maisacker wurde auch eine "Erntejagd" veranstaltet.

Was ich da erlebt habe, ich habe wenig Lust das wieder zu geben.... :kopfschuettel: :stupid: :haeh: :kotz:

Da wurden keine "Stände" vergeben, jeder der eine Kanone hatte, ist da mal irgendwo hin....innerhalb von 20 min sind da mind. 15 "Mann" angerückt....
Hat irgendeiner sich da Gedanken gemacht wo er Kugelfang hat? Wo sein Standnachbar steht? Am Ackerrand waren auch Kinder, die sich einfach das Erntespektakel anschauen wollten..... :irre:
200 m weiter unten verläuft ein Fahrradweg....
Der Acker ist auf einer Anhöhe, dort war auch das Ende des Häckselns.

Ein "Herr" Jäger war noch so dreist, auf den fahrenden Hacksler aufzuspringen und von dort oben rumzuballern....wäre ich bei dieser Situation dabei gewesen, ich hätte das Häckslen einstellen lassen....
Wer haftet, wenn dieser I.... aus welchen Gründen auch immer...ins Schneidwerk fällt? Der Häckslerfahrer war nicht routiniert genug, um dem Revolverhelden Contra zu geben.....

Hinterher habe ich den (selbsternannten) Jagdleiter zur Rede gestellt.....ich habe außer große Schimpftiraden  :cara: keine sinnvolle Aussage bekommen.....

Ich gehe auch schon ein paar Jahre auf die Jagd, aber mit solchen Cowboys will ich nichts zu tun haben  :kotz:

Nun meine Frage.....

Kann ich als Flächenbewirtschafter so was verhindern? Dass diese Chaos Truppe anrückt, und meine Leute (und alle drumherum auch...selbst...) auf dem Acker in Gefahr bringt? Wie kriege ich diese Truppe wieder vom Acker?


Also der Flächenbewirtschafter muss sicher der Jagd ein Möglichkeit geben , aber Soooooooo ?

Der Häcksler Fahrer muss bei solchen Sachen sicher sofort seine Maschine abstellen !!!

Aber warum fragen wir nicht die Polizei , über beabsichtigten gefährlichen Schusswaffen gebraucht ?

Die ist doch für unsere Sicherheit da , die dürfte das doch mal alles im Vorfeld Protokollieren und klären . du könntest sicher aufgefordert werden die Ernte einzustellen , vielleicht . Aber du hättest etwas in der Hand um Forderungen zu stellen .
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JueLue

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Re: Erntejagd
« Antwort #8 am: 19. August 2018, 10:51:37 »

Also, vom Mähdrescher/Häcksler aus zu schießen dürfte außer für den Schützen eine der sichersten Varianten sein.

Bei uns direkt wird bei der Ernte nur die Schrotflinte eingesetzt (weil zum Glück kein Schwarzwild), aber ich wäre mir sicher, dass wir Kugelwaffen ohne erhöhte Sitzposition nicht durchgehen lassen würden (wenn überhaupt).

Ich kenne mehrer Lohnunternehmen hier, die bei Kugelwaffen auf dem Feld die Arbeit einstellen.

Bei den oben beschriebenen Erntejagden wurden so viele Vorschriften misachtet, dass sich alle jagenden auf sehr dünnem Eis bewegen. Da dürfte es für den Landwirt/Lohnunternehmer ein leichtes sein, die ganze Truppe vom Feld zu jagen.

JueLue
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wernerzwo

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Re: Erntejagd
« Antwort #9 am: 19. August 2018, 11:14:06 »

Vorweg: ich bin Landwirt und Jäger und kenne somit beide Seiten!

Das war als Ganzes offensichtlich eine Chaosveranstaltung, wo viele Gebote und Gesetze verletzt wurden:
- vom Häcksler oder Mähdrescher aus zu schießen ist VERBOTEN
- keine Einweisung der Schützen
- keine sicheren Schussfelder
- Unbeteiligte im Gefahrenbereich
- usw.

Es gibt eine UVV Jagd, wer sich nicht dran hält würde bei mir als Jagdgast vom Feld fliegen! Im folgenden Link ist das Wichtigste erwähnt.

https://www.jagdverband.de/sites/default/files/UVV_Jagd_05_2015.pdf

Wenn ich Gastjäger wäre, würde ich mir den "Jagdleiter" gehörig zur Brust nehmen - egal ob ich dann nochmal kommen dürfte!
Als Landwirt würde ich das "Event" bei der nächsten Jagdgenossenschaftsversammlung "lobend" erwähnen.
Außerdem ich hätte dem "Jagdleiter" (der keiner war) gesagt, daß ich sofort mit der Arbeit aufhöre bis das Chaos beendet ist. Wartezeit für Maschinen stelle ich Dir dann in Rechnung ab der zehnten Minute, da ganz eindeutig Regeln der UVV verletzt werden.
« Letzte Änderung: 19. August 2018, 11:39:52 von wernerzwo »
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halbspaenner

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Re: Erntejagd
« Antwort #10 am: 19. August 2018, 11:29:08 »

Moin,
hier gibts ein Sprichwort: "Jägers for sick un Münschen for sick!" ;D
Ein großes Problem ist für mich als Nichtjäger, daß hier in Großstadtnähe v.a. die jüngeren Jäger, oft auch von Beruf "Sohn" :rolleyes:, nicht mehr die geringsten landw. Kenntnisse haben, z.B. wie die Verfahrensabläufe beim Häckseln sind. So stellt sich solch ein Nachwuchsrambo auch mal 10 m direkt vor einen Frontmulcher, Hinweise werden hartnäckig ignoriert, man hat ja schließlich die neuesten Klamotten aus dem Kettner-Katalog :stupid:...
Sorry an die "wirklichen" Jäger hier bei AW, aber dat mußte mal aufs Tablett!
Gruß, Rudolf
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Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn Ihr die Starken schwächt.
Abraham Lincoln

Biobauer

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Re: Erntejagd
« Antwort #11 am: 19. August 2018, 12:31:18 »

man hat ja schließlich die neuesten Klamotten aus dem Kettner-Katalog :stupid:...
Sorry an die "wirklichen" Jäger hier bei AW, aber dat mußte mal aufs Tablett!
Gruß, Rudolf

kettner gibts seid jahren schon nimma, jetzt musste frankonia sagen :) :) :)

das ich von erntejagden absolut nichts halte, hab ich ja schon oft genug hier kund getan
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen

Frankenpower

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Re: Erntejagd
« Antwort #12 am: 19. August 2018, 13:38:30 »

Ich war bei der Ballerrei nicht anwesend.

Das habe ich nach und nach von den Fahrern als Info erhalten....was, und, dass da was im Gange ist.

Als ich am Felde ankam, war der meiste Spuk vorbei, da wir den Acker 2/3,,,1/3  geteilt hatten (wegen Anscheiden durch den Acker 400 m lang, ca. 14 ha), war die große Seite (in welcher auch 2 Schweine drin waren) schon fertig  und vom Rest standen noch ca. 2 ha.

Ich bin dort angekommen, und habe dann gleich den zuständigen "Herrn" ermittelt und Ihm meine Sichtweise dargelegt. (Kugelfang/Schuß von Häcksler, dass das für mich absolute Non Go`s sind, er solle doch mal an die daraus folgenden Gefahren denken.....) Ich habe Ihm aber auch gleich dann mit angeboten, dass er 3 Schlepper als Stände nutzen kann, um sich auf die stehenden Traktoren als Hochstand (Motorhaube) stellen zu dürfen.

Wie gesagt, der hatte aber leider nichts anderes zu tun, wie mir alles mögliche an den Kopf zu werfen....Maisanbau im Allgemeinen und sein Bemühen um Wildschadensvermeidung hier im Besonderen (der Mais hatte keinen Wildschaden und ich habe auch nie welchen dort reklamiert)...., der ging mich an, als hätte ich ihm seinen Lolli weg genommen (oder seinen Spaß am rumballern?)....auf mein Angebot ist er nicht eingegangen....es war mit Ihm nicht zu reden....Mir ging es um die Sicherheit...ihm um seinen Jagderfolg....da war (wohl fast) keine Schnittmenge zu finden....

Jedenfalls habe ich ihm meine Sichtweise dargelegt, leider ist der Acker sehr weit von meinen Betriebssitz entfernt, und nur für diesen Tag hatte ich auch entsprechend Fahrzeuge zur Verfügung, deshalb blieb mir nichts anderes, als das Ganze am Felde zu Ende zu bringen.....Es rückten dann aber bis zum Ende der Häckselei noch weitere Leute an, welches ich schon im Anfangsthread beschrieben hatte. Ich habe meine nach und nach kommenden Fahrer alle auf Seite geholt und wir haben uns für die individuelle Wartezeit (da leider der Häckler auch noch kurz streikte...) gemeinsam zwischen den Fahrzeugen aufgehalten. Es kam (glücklicherweise?) kein weiteres Wild vor.

Nachdem ich gestern Abend den verlinkten Artikel gelesen habe.....Hmmm.....muss ich sagen....es wäre an meiner Verantwortung gelegen, das Häckslen einzustellen. PUNKT.
Wenn ich das gemacht hätte, dann hätte ich wahrscheinlich in zig Gewehrläufe gucken können....

Ich wurde das ganze Jahr von keinem darauf angesprochen, dass es gewünscht sei, informiert zu werden, wenn wir dort häckseln, damit man da begleitend Jagd machen kann..... Ich habe mich solchen Ansinnen nie verweigert, und auch schon Rundenpläne so erstellt, dass es für die Jäger paßt...... Es ist ja nicht das erste mal, dass bei unserer Maisernte  Jäger mit dabei sind...... (ich selber habe, vom Schlepperdach aus, auch schon einige Sauen in meiner Jagd während des Häckslens erlegt).  Obwohl ich seit über 20 Jahre den Acker bewirtschafte, war dort erst das zweite mal Maisernte (die erste Maisernte war ohne "Begleitung" ...und auch ohne Wildschaden.....und mir hat auch niemand hinterher gesagt, beim nächsten Mais soll ich Info geben), und dort hat es (wie dargelegt) einfach organisatorisch nicht gepaßt. Ich habe dies hier beschrieben, weil es eben für mich ein Beispiel war, wie ich es nicht mehr erleben will, weder als Anbauer, Abfahrer und letztlich auch als Jagdscheininhaber....

Vorweg: ich bin Landwirt und Jäger und kenne somit beide Seiten!

Das war als Ganzes offensichtlich eine Chaosveranstaltung, wo viele Gebote und Gesetze verletzt wurden:
- vom Häcksler oder Mähdrescher aus zu schießen ist VERBOTEN
- keine Einweisung der Schützen
- keine sicheren Schussfelder
- Unbeteiligte im Gefahrenbereich
- usw.

Es gibt eine UVV Jagd, wer sich nicht dran hält würde bei mir als Jagdgast vom Feld fliegen! Im folgenden Link ist das Wichtigste erwähnt.

https://www.jagdverband.de/sites/default/files/UVV_Jagd_05_2015.pdf

Wenn ich Gastjäger wäre, würde ich mir den "Jagdleiter" gehörig zur Brust nehmen - egal ob ich dann nochmal kommen dürfte!
Als Landwirt würde ich das "Event" bei der nächsten Jagdgenossenschaftsversammlung "lobend" erwähnen.
Außerdem ich hätte dem "Jagdleiter" (der keiner war) gesagt, daß ich sofort mit der Arbeit aufhöre bis das Chaos beendet ist. Wartezeit für Maschinen stelle ich Dir dann in Rechnung ab der zehnten Minute, da ganz eindeutig Regeln der UVV verletzt werden.

Ich habe versucht ihm ins Gewissen zu reden, dass es so nicht geht. Hätte ich noch mit einer UVV gewunken...und Kosten angedroht, ich weiss nicht was der Typ dann noch veranstaltet hätte. Ist halt Sch.... wenn Du alleine da stehst und der noch zusammen mit 5 weiteren Cowboys.....

« Letzte Änderung: 19. August 2018, 13:49:00 von Frankenpower »
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ct

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Re: Erntejagd
« Antwort #13 am: 19. August 2018, 15:26:15 »

Es ist ja nicht nur die UVV Jagd, sondern im allg. auch die UVV Landwirtschaft einzuhalten.
Nach ein paar Vorfällen mit solchen Cowboys (Kugel im Dieseltank, platter Reifen an Häcklser) ist ein Lohner hier dazu übergegangen Erntejagd direkt um die Maschinen und auf dem gleichen Feld nicht mehr zu dulden. Er argumentiert da auch mit der UVV und das keine Person unter die Räder kommt. Dazu gibt es ja auch Zeitungsberichte. Ich denke das ist in so einem Fall angemessen als Flächenbewirtschafter / ausführender Dienstleister einen Platzverweis für die Fläche zu erteilen. Er schickt somit alle Personen vom zu beerntenden Feld. Wird der Aweisung nicht folge geleistet kommt die Bullizei und kümmert sich darum. Neben dem Feld besteht allerdings keine Handhabe.

Ich erkläre es unseren Leuten immer so, dass die (Ernte-)Jagd nur Nebensache ist, absolut keine Maschinen behindert werden dürfen (Parken der PKWs ist immer wieder Thema :zeter:) und den Anweisungen der Flächenbewirtschafter Folge zu leisten ist. So mehr den diskreten Abstauber machen.
Nun ist das in meinem Fall als Bewirtschafter und gleichzeitig Beständer relativ einfach zu organisieren. Ich kenne als Ex-Häckslerfahrer und Mähdrescherfahrer die Probleme aus dem Ausgangsthema aber auch. Da hilft nur viel und rechtzeitiges Reden / Überzeugen und im schlimmsten Fall auch mal einen Platzverweis als Druckmittel einzusetzen.
« Letzte Änderung: 19. August 2018, 15:35:19 von ct »
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Gruß ct

Tim

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Re: Erntejagd
« Antwort #14 am: 15. Januar 2019, 07:07:01 »

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