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Autor Thema: Winterweizen 2019  (Gelesen 73657 mal)

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dirkk

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #300 am: 19. Mai 2019, 22:46:45 »

Zitat
Wie lief es bisher mit dem " Asory " und " Informer "
  Informer ist relativ wüchsig - fast wie der Sacramento . Asory ist eher unauffällig wie der Reform . Aber von Asory wie auch vom Reform weiß ich , dass sie beide eher etwas lageranfälliger sind und auch beim Halmbruch etwas riskanter - sie haben beide auch offensichtlich das weichere Stroh .

Von der Blattgesundheit sieht es bisher ordentlich aus , bis auf den Mehltau beim Sacramento . Durch das hohe N-Angebot ( N-min ) und immer ein wenig Regen hat es der Mehltau dies Jahr leicht . In dichten Beständen ist auch hier und da Septoria nicht mehr zu übersehen .  Deswegen hat bei mir der Rübenweizen , wo die oben genannten Sorten alle drin stehen , 0,5 Prosaro als " Absicherung "  ( +0,2 Vegas bei Sacramento ) bis zur Ährenbehandlung erhalten . Der Rübenweizen hat sich trotz spätem Saattermins ( 6.11. ) bislang sehr üppig entwickelt . Da gilt auch für die Mietenplätze , die Mitte Dezember in die Erde kamen - ganz im Gegenteil zum letzten Jahr .

Trotzdem brauchen die Bestände weiterhin kontinuierlich Niederschläge - es sind kaum Reserven da ........

gruss
dirkk
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Euro-T

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #301 am: 19. Mai 2019, 22:53:21 »

Denke ihr habt recht und es ist wohl doch Septoria, oder? (Bild).


Wo stand was von Septoria?

Ich vermag auf dem Bild keine klassische Septoria zu erkennen und schliesse mich da eher nofear an.
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Gruß

~~ Olli

Gameorg

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #302 am: 19. Mai 2019, 23:05:16 »

Denke, das sind die Blätter, die in der kalten/trockenen Phase gebildet wurden. Die letzten hatten wieder Nährstoff. Würde passen.
Wie war dei N-Dünung? (Ich könnte mir vorstellen Harnstoff oder Ammonium?)

Danke schonmal für eure Einschätzungen!

Harnstoff und Komplex zur 1. Gabe. 2 Gabe KAS. Wenn es Pilz wäre, müsste ich auch Sporen runterreiben können oder? (was eben nicht geht)
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charlie

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #303 am: 19. Mai 2019, 23:23:33 »

In diesem Zustand sollte Gelbrost sporulieren, also sich gelber Sporenbelag abreiben lassen bzw mit der Lupe zu erkennen sein.
Vor allem tritt er auch üblicherweise zuerst nesterweise auf,
Ob dies bei dir der Fall ist, kann ich so nicht beurteilen, auf dem Bild scheint das erstmal nicht der Fall zu sein, spricht für einen abiotischen Schaden durch Stress (starke Temperaturschwankungen, Trockenheit, Wachstumsregler) oder mangelnde Nährstoffverfügbarkeit (Magnesium wurde schon angesprochen, hab ich aber auf meinen Böden nicht, deswegen fehlt mir auch der Blick dafür).

Septoria kann ich übrigens keine erkennen. Beginnende Infektionen sollten nach deinen Wetterbedingungen jetzt auf mindestens F-3 evtl zu finden sein.
Auch Altbefall und damit ein hohes Inokulum auf den älteren Blättern ist quasi nicht vorhanden.

Gameorg, danke für das Bild, hilfreich wäre noch die Sorte
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

nofear

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #304 am: 19. Mai 2019, 23:44:48 »

... mangelnde Nährstoffverfügbarkeit (Magnesium wurde schon angesprochen, hab ich aber auf meinen Böden nicht, deswegen fehlt mir auch der Blick dafür).

Ich bisher auch noch nie... aber ich hatte auch noch nie so trockenes Frühjahr nach so trockenem Vorjahr.
Im übrigen habe ich laut LUFA genug Mg im Boden. Aber Mg-Mangel wie aus dem Lehrbuch (Bergmann) dieses Jahr.

Kaum Wurzelentwicklung auch bei mir.
Im übrigen wird die Mg-Aufnahme durch Nitrat gefördert. War hier dieses Jahr ganz deutlich zu sehen. Wer früh mit Nitrat angedüngt hat, diese Bestände zeigen diese Symptome nicht und waren auch deutlich wüchsiger und hatten auch den Wachstumsstillstand von 2 Wochen während der Trockenheit nicht so extrem.

Was ich sagen will: Ich bin da absolut nicht der Profi, als tierhaltender Hobbyackerbauer. Und gerade heuer hatte ich schon paar ackerbaulich "Tiefschläge" durch mMn teilweise falsche Entscheidungen (wie z.B. Menge und N-Form der ersten Gabe, Art und Intensität der Bodenbearbeitung). Wobei mir mit solchen Bedingungen wie wir sie heuer hatten bisher auch die Erfahrung fehlte... aber als die N-Gabe anstand, war die Folgewitterung so noch nicht absehbar und der Dünger war eh gekauft...
Aber für mich sind solche Situationen deutlich lehrreicher und schärfen mehr den Blick als Topbestände ohne Makel. Also nicht, dass ich das jetzt immer bräuchte  ;)  aber herausfordernder und Grund sich mehr und tiefer mit der Materie zu beschäftigen ist es halt.   
« Letzte Änderung: 19. Mai 2019, 23:57:20 von nofear »
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charlie

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #305 am: 19. Mai 2019, 23:56:23 »

@nofear

Ich hätte bei mir auch wohl das „bisher“ einfügen sollen, wenn ich so deine Schilderung lese  ;)
So Berichte wie deiner helfen dann auch die Schere im Kopf, das gibt’s bei mir nicht, nicht ganz so schnell zuschlagen zu lassen.

@gameorg

Hier mal noch 2 Bilder aus diesem Frühjahr mit Gelbrost

1 - Asano in Hessen vor 14 Tagen mit dicken Sporenlagern

2 - Franz letzte Woche in der Börde mit ersten Nestern
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Gruß

Charlie

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nofear

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #306 am: 20. Mai 2019, 00:02:07 »

Das blöde an dem Nährstoffmangel war/ist, dass die Symptome für mich leider erst (zu)spät ganz klar erkennbar waren.
Vorher waren das unspezifische Symptome, die alles möglich hätten sein können: Mehltauabwehrnekrosen, Septoria, Nährstoffmangel,...

Ansonsten hätte ich doch deutlich früher mit preiswertem Bittersalz gegensteuern können.
Hätte, hätte Fahradkette…

Aber abgerechnet wird zum Schluss. Die Bestände sind jetzt relativ dünn und sicher auch in der Ertragserwartung insgesamt begrenzt, dafür bin ich bisher preiswert weggekommen, bzw. hab mich zurückgehalten.
Mit den einsetzenden Niederschlägen sind die Bestände jetzt doch auch deutlich ansehnlicher geworden und ich bin  zumindest optisch erstmal etwas versöhnt  :)
Aber man Frage nicht, was man sich da zwischenzeitlich so alles aus mehr oder weniger berufenem Munde so anhören darf ;D aber auch da bekommt an ein dickes Fell
« Letzte Änderung: 20. Mai 2019, 00:10:31 von nofear »
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Gameorg

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #307 am: 20. Mai 2019, 07:22:41 »

@charlie, Sorte ist Genius. Keine Nester im Feld.

@Nofear: Das gleiche kann ich bei mir auch beobachten, dass der Weizen dünner ist. Hab noch Boregar, der ist interressantweise gesund und dicht.
Wir spritzen auch Bittersalz, hätte wohl heuer noch mehr vetragen.

Danke für die Ausführungen und Bilder. Mein Blick ist dadurch jetzt auch besser geschärft in Trockenheit darauf zu achten, was Micronährstoffe und Düngerform angeht. Super das Foto mit Gelbrosrt, da sieht man deutlich den Unterschied, dass isses eindeutig nicht.
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berci

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #308 am: 20. Mai 2019, 07:29:46 »

@Gameorg
Ich habe schon vermutet das es sich um Genius handelt. Das sind bei dieser Sorte ganz normale Stressflecken, bedingt durch die vergangene Kaelte, Wind und Regen. Meiner sieht teilweise auch so aus.
Wir hatten hier im Mai bisher 115mm Regen.
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charlie

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #309 am: 20. Mai 2019, 14:22:40 »


Der Spontan klingt dabei ganz interessant, evtl. auch der Chiron. Apostel an sich auch, aber da gefallen mir die Qualitätseigenschaften nicht so recht. Evtl. probier ich kommende Saison alle drei mal aus.

Da ja die Frage nach dem Spontan gestellt wurde:

Spontan, pfluglos nach Silomais
Nmin gut 140N, 60N aus ASL Mitte März, schwach lehmiger Sand

Hier mal Bilder:

1 - Schlagüberblick, oberer heller Streifen ist eine Kiesader

2 - bisher kein Fungizideinsatz

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Charlie

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Mathias

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #310 am: 20. Mai 2019, 14:35:58 »

Das ist am Rhein/main? oder in der Börde.

EDIT : ersteres.... schwach lehmiger Sand. kein Löss ;) ;D

Da ist ja mein Spontan weiter, da drücken die ersten Ähren raus.
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charlie

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #311 am: 20. Mai 2019, 14:44:36 »

Das ist am Rhein/main? oder in der Börde.

EDIT : ersteres.... schwach lehmiger Sand. kein Löss ;) ;D

Da ist ja mein Spontan weiter, da drücken die ersten Ähren raus.

Gedrillt Ende Oktober/Anfang November... vorher massiv trocken, keine Bearbeitung des Maisackers möglich
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Raider

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #312 am: 21. Mai 2019, 09:09:43 »

ich habe in diesem JAhr drei Sorten im Anbau: RGT Reform, Rubisko und Nordkap. Alle drei bisher ohne Fungizid ausgekommen.

Derzeit schieben Reform und Nordkap das Fahnenblatt, beim Rubisko ist es fast komplett da. Wenn es so weiter geht, wird es ein billiges Jahr was Pflanzenschutz angeht :-)
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Uwe

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #313 am: 21. Mai 2019, 09:55:44 »

Mein Winterweizen (die bessere Hälfte) hat bis Anfang Mai 150N und quasi keinen Niederschlag bekommen.
Im Herbst gab es zur Saat zusätzlich etwa 10t Putenmist (also etwa 100N NH4 + 100N organisch gebunden).
Irgendwo in 31...32 hat er 0.8l CCC bekommen, da sah es aber eher nach einem Frühjahr wie 2018 aus (hatte schon Angst, dass das zuviel war...).

Jetzt hat es diese Woche aber wirklich reichlich geregnet. Ich denke nun wird richtig reichlich N mineralisiert.
Sollte man jetzt (in 37...49) nochmal nachkürzen?

Laut wetteronline.de waren es insgesamt 76mm innerhalb einer guten Woche.
Sorten auf diesem Schlag sind Hondia und Rotax.
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Euro-T

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #314 am: 21. Mai 2019, 10:01:16 »

Jetzt hat es diese Woche aber wirklich reichlich geregnet. Ich denke nun wird richtig reichlich N mineralisiert.
Sollte man jetzt (in 37...49) nochmal nachkürzen?

Sorten auf diesem Schlag sind Hondia und Rotax.

Die Sorten sagen mir beide überhaupt nix, wie sind die denn eingestuft?

Weiter wäre eine Beschreibung des Bestands hilfreich - Wuchshöhe, Knotenabstand, Gewebefestigkeit, usw..

Ich persönlich bin und bleibe allerdings der Meinung, das zum jetzigen Zeitpunkt nur noch Schönheitsreparaturen möglich sind, die in einem ganz schmalen Band von Grenzbedingungen ein Lager verhindern noch könnten. Wenn allerdings noch ein richtiger Schub kommt, dann ist es einerlei, ob nachgekürzt wurde, oder nicht. Die grundlegende Entscheidung muß vorne fallen, ein bißchen schwanger geht nicht.
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Gruß

~~ Olli
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