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Autor Thema: Winterweizen 2019  (Gelesen 86673 mal)

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Euro-T

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #255 am: 10. Mai 2019, 00:41:03 »

Ich habe ja meinen Weizen aufgrund eines Urlaubsintermezzos in zwei Blöcken gekürzt:

die frühen Bestände um den 13.4., damals noch der Beratung und generell vorherrschenden Meinung an eine hohen N Nachlieferung glaubend, mit um 0,4 Prodax und 0,4 bis 0,6 CCC.

Damals hatten wir auch noch eine Restfeuchte, man wusste zwar, das eine warme Woche folgen wird, aber man wusste auch von den hohen Nmin (und erwartend Nmob!) Werten - einzig die weiter folgende Witterung war ungewiss, man erhoffte aber Niederschläge.

Rund zehn Tage später wusste man, das es nicht nur warm geworden war, sondern das ein scharfer Ostwind die Verdunstung noch zusätzlich angefeuert hatte - an eine extrem wüchsige Folgewitterung wollte ich dann auch nicht mehr glauben, so das ich den zweiten Block sehr viel verhaltener gekürzt habe und auch mit Wirkstoffen, die ich aus der Erfahrung besser einschätzen kann:

0,15 Moddus und 0,5CCC, bei klassischem Modduswetter, ansonsten wäre ich evtl. noch auf 0,2 hochgegangen.

Jetzt, gut zwei Wochen später, bin ich der Meinung, die erste Kürzung war entschieden zu hart. Die zweite, moderate Kürzung kam ziemlich auf den Punkt, der Effekt ist genau gut und die Bestände präsentieren sich so, wie ich sie mir vorstelle - die Prodaxvariante ist dagegen sehr gestaucht, das dürfte gewiss Ertrag gekostet haben, warten wir ab.

Hauptsache ne gute Beratung der Berater hat sein Ertrag in der Tasche  :daumen:


In diesem Fall hatte ich zufällig mal gleich drei deckungsgleiche Aussagen zur Meinungsbildung, deswegen schrieb ich es auch so bewusst.

Der eine Berater kostet mich keinen cent, der zweite Berater schreibt in der Fachpresse und die dritte Aussage im Bunde habe ich durch Zufall von einem Bekannten mitbekommen.

Und dann gibt es ja noch die vorherrschende Meinung von der ich schrieb, das ist dann der Austausch unter Kollegen in der freien Wildbahn.

Und alles zusammen, gepaart mit der eigenen Meinung aus Erfahrung ergibt dann die Entscheidung - wie ist das denn bei dir?

A propos Austausch: wie hast du denn gekürzt? Aus dem Nordosten der Republik habe ich bis jetzt noch wenig gehört? 
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Gruß

~~ Olli

treckeripaq01

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #256 am: 10. Mai 2019, 00:55:48 »

Ich habe meine Erfahrungen auf meinem Standort ohne Berater und habe am 18.4 1,2 CCC gefahren und gestern 0,5 CCC plus 0,2 Calma
« Letzte Änderung: 10. Mai 2019, 00:58:29 von treckeripaq01 »
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LW geht auch ohne Berater
Gruß Toni

Euro-T

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #257 am: 10. Mai 2019, 01:26:25 »

Uh, das überrascht mich jetzt, das die Vegetation bei dir so viel später ist.

Was hast du eigentlich gegen Berater? Mal was schlimmes erlebt?

Solange ich mich auf Augenhöhe austauschen kann und nicht nur wie ein Lemming handele und am Ende eben meine eigene Entscheidung treffe, ist das doch eher positiv im Sinne der Horizonterweiterung sehr dienlich?

Letztlich ist es nicht viel anderes, als wenn man hier im Forum Dinge liest und diskutiert, da bleibt auch immer mal was hängen und sicher trägt auch so einiges - manchmal vielleicht auch unterbewusst - zur Meinungsbildung bei.

Meine Entscheidung der AWM zur frühen Kürzung war ja - wie alle Entscheidungen - letztlich meine eigene, die halt eben von vielen Seiten genauso bewertet wurde, wie ich es tat. Beim zweiten, späteren Block war die Situation eine andere, somit habe ich eine andere Strategie gewählt - die ich im Übrigen vorher mit niemandem besprochen habe.

Nochmal: ein Berater ist für mich nicht dazu da, um zu sagen was zu tun ist, sondern um eine Entscheidung auf ein besseres Fundament zu stellen, weil man sie im Diskurs erarbeitet und manchmal nur durchs Gespräch schon selbst auf neue (bessere?) Gedanken kommt.

Ich kenne aus vielen Bereichen eher die Aussage "hätte ich doch vorher mal mir irgendwem darüber gesprochen", als das Gegenteil der Fall ist.

Und wenn ich nur überlege, wieviel Wissen mir zugeflogen ist, weil man einfach über dieses und jenes mal gequatscht hat - da wäre mir viel entgangen, was mir irgendwann dann doch mal sehr nützlich war, ist und sein wird.
Und letztlich nicht nur mir, denn in vielen Beiträgen gebe ich auch immer wieder Wissen weiter, das mir - durchaus auch manchmal von einem Berater - zugetragen wurde.

Aber da ist halt jeder anders, manche wollen es halt nur mit sich selbst ausmachen.

Dennoch fällt halt auf, das du eine ganz besondere Aversion gegen gemeinschaftliches Erarbeiten zu haben scheinst..?

Oder du deutest einfach den Begriff "Berater" anders, als ich es tue?
« Letzte Änderung: 10. Mai 2019, 01:28:43 von Euro-T »
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~~ Olli

treckeripaq01

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #258 am: 10. Mai 2019, 23:35:11 »

Ne schlechte Erfahrungen hatte ich nicht da ich kein hatte  ;D die wollen nur dein bestes und an der Landwirtschaft verdienen, dass muss ich nicht haben. Dafür hab ich meine Ausbildung im Nachgang gemacht. Außerdem treffe ich mich regelmäßig mit mehreren Landwirten zur Ackerrunde da gibt es regen Austausch aus der Umgebung was auch passend zur Region passt. Das ist mir neben den zahlreichen Veranstaltungen ausreichend.

Letztlich ist es nicht viel anderes, als wenn man hier im Forum Dinge liest und diskutiert, da bleibt auch immer mal was hängen und sicher trägt auch so einiges - manchmal vielleicht auch unterbewusst - zur Meinungsbildung bei.

Na ja viel sinnvolles ist da dem Forum in letzter Zeit auch nicht zu entnehmen das geht wohl in euren Areas zurzeit noch unter und ist nur wenigen ausgesuchten zugänglich und Spalte leider das Forum sehr schade eigentlich.


Nach der ersten Wachstumsregeler Maßnahme hat man immer noch eine zweite Chance um nach zulegen wenn man nicht zu hart ran geht und Urlaub in der Saison ist nicht die beste Lösung siehst ja was da bei rauskommt  :police:

« Letzte Änderung: 11. Mai 2019, 06:02:27 von treckeripaq01 »
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Henrik

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #259 am: 11. Mai 2019, 07:21:39 »

Der Weizen Informer gefällt mir derzeit sehr gut bin gespannt wie der drischt. Ist auch sehr gesund bisher.
Tobak fliegt wohl im nächsten Jahr bei mir raus.
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treckeripaq01

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #260 am: 11. Mai 2019, 07:33:07 »

Gesund sind bisher wohl alle Weizen Sorten bei der bisherigen Trockenheit  ;D
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sten

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #261 am: 11. Mai 2019, 08:25:34 »

Gelbrost ist ein Thema bei uns. Der entwickelt sich trotz der Trockenheit.
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charlie

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #262 am: 11. Mai 2019, 09:03:59 »

Gesund sind bisher wohl alle Weizen Sorten bei der bisherigen Trockenheit  ;D

Auf den ersten Blick vielleicht schon.
Beim genaueren Hinsehen finden sich jedoch je nach Region und der dortigen Witterung schon einige Infektionen.
In anfälligeren Sorten schreitet der Gelbrost voran, tlw sind bei uns seit letzter Woche die ersten Nester zu erkennen. Mehltau in geringem Umfang am Halmgrund gibt es auch.
In Reform ist Halmbruch ein Thema, letzte Woche beim Feldrundgang den ersten komplett morschen Stängel beim Kollegen gefunden.
Und Septoria ist jetzt auf F-3 zu erkennen, die Infektionen müssten also so etwa aus der Zeit um den 3.-6.4. stammen, da gab es hier etwas Regen und vor allem auch über Tau lange Blattfeuchten.
Auf den Blättern darüber könnten evtl. am 27.-29.4. Neuinfektionen stattgefunden haben und in den letzten 3 Tagen waren die Bedingungen sowohl für Septoria und Rost gut.

Andernorts scheint es ähnlich zu sein:
Beim Sacramento kann ich auch verbreitet Mehltau unten im Bestand finden ......da muß also auch etwas passieren mit Vegas als Beilage . Ich werde mich für Prosaro als Mittel entscheiden ......je nach Gefährdungslage zwischen 0,5 und 0,8 .  Und die Wettermodelle weisen an sich genug Feuchte und gemäßigte Temperaturen für die nächste längere Zeit aus .

Den Blick aufs Detail kann ein Berater schon schärfen, wenn es nicht gerade der Außendienstler des Landhandels oder der PSM-Hersteller ist.
Das Wissen über die Feinheiten der pflanzenpathogenen Pilze und der entsprechenden fungiziden Wirkstoffe ermöglicht dann nämlich eine situationsbezogene Strategie zu günstigen Kosten.
Wir sind deshalb unter Beachtung der kurativen und protektiven Möglichkeiten auf unseren Weizen mit vollentwickeltem Blattapparat (oder knapp davor) mit verschiedenen Mischungen aus Tebuconazol, Epoxiconazol/Prothioconazol, Prochloraz, Azoxystrobin (und Chlorthalonil) gefahren zu einem Bruchteil der Kosten eines Premiumfungizids.

Der Weizen Informer gefällt mir derzeit sehr gut bin gespannt wie der drischt. Ist auch sehr gesund bisher.
Tobak fliegt wohl im nächsten Jahr bei mir raus.

Hast du den Informer selbst schon stehen?
Ich werde den wohl im nächsten Jahr auch mal probieren.
Was sind deine Gründe vom Tobak Abstand zu nehmen?

In Hessen gefällt mir aktuell Chevignon im frühen Segment sehr gut, die Ährenausbildung knapp unter dem Fahnenblatt lässt hoffen.
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Charlie

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angusy

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #263 am: 11. Mai 2019, 11:24:49 »


Jetzt, gut zwei Wochen später, bin ich der Meinung, die erste Kürzung war entschieden zu hart. Die zweite, moderate Kürzung kam ziemlich auf den Punkt, der Effekt ist genau gut und die Bestände präsentieren sich so, wie ich sie mir vorstelle - die Prodaxvariante ist dagegen sehr gestaucht, das dürfte gewiss Ertrag gekostet haben, warten wir ab.

Mein Weizen ist bis auf den Rübenweizen durchweg in 37. Die WR-Maßnahme hätte wohl etwas geringer ausfallen können. Jedenfalls wird der Hochschnitt dieses Jahr bestenfalls eine "etwas verlängerte Stoppel".  Könnte durchaus passieren, dass die SG ihn an Länge übertrumpft.

Beim Kamerad stelle ich mir gerade die Frage, wie die Abschlussbehandlung (in 39) aussehen soll. Kann man bei einer gesunden Sorte merklich am Fungizid sparen oder sollte man, wenn es ohnehin nur eine Einmalbehandlung sein wird, auf potente und auch teure Mittel zurückgreifen?
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Nobbi

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #264 am: 11. Mai 2019, 12:58:53 »

Ich würde einen gesunden Bestand nicht behandeln.
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Tapion

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #265 am: 11. Mai 2019, 13:08:09 »



Auf den ersten Blick vielleicht schon.
Beim genaueren Hinsehen finden sich jedoch je nach Region und der dortigen Witterung schon einige Infektionen.
In anfälligeren Sorten schreitet der Gelbrost voran, tlw sind bei uns seit letzter Woche die ersten Nester zu erkennen. Mehltau in geringem Umfang am Halmgrund gibt es auch.
In Reform ist Halmbruch ein Thema, letzte Woche beim Feldrundgang den ersten komplett morschen Stängel beim Kollegen gefunden.
Und Septoria ist jetzt auf F-3 zu erkennen, die Infektionen müssten also so etwa aus der Zeit um den 3.-6.4. stammen, da gab es hier etwas Regen und vor allem auch über Tau lange Blattfeuchten.
Auf den Blättern darüber könnten evtl. am 27.-29.4. Neuinfektionen stattgefunden haben und in den letzten 3 Tagen waren die Bedingungen sowohl für Septoria und Rost gut.

Andernorts scheint es ähnlich zu sein:
Beim Sacramento kann ich auch verbreitet Mehltau unten im Bestand finden ......da muß also auch etwas passieren mit Vegas als Beilage . Ich werde mich für Prosaro als Mittel entscheiden ......je nach Gefährdungslage zwischen 0,5 und 0,8 .  Und die Wettermodelle weisen an sich genug Feuchte und gemäßigte Temperaturen für die nächste längere Zeit aus .

Den Blick aufs Detail kann ein Berater schon schärfen, wenn es nicht gerade der Außendienstler des Landhandels oder der PSM-Hersteller ist.
Das Wissen über die Feinheiten der pflanzenpathogenen Pilze und der entsprechenden fungiziden Wirkstoffe ermöglicht dann nämlich eine situationsbezogene Strategie zu günstigen Kosten.
Wir sind deshalb unter Beachtung der kurativen und protektiven Möglichkeiten auf unseren Weizen mit vollentwickeltem Blattapparat (oder knapp davor) mit verschiedenen Mischungen aus Tebuconazol, Epoxiconazol/Prothioconazol, Prochloraz, Azoxystrobin (und Chlorthalonil) gefahren zu einem Bruchteil der Kosten eines Premiumfungizids.

Hier ist die Situation ähnlich, auf F-3 etwas Septoria - ich vermute eher aus der regenreichen Periode mitte März hier - ansonsten ziemlich gesund. Aber, seit Mittwoch jetzt Wetter was Septoria Infektionen ermöglicht, heute zum Beispiel bis jetzt schon 16mm  :huepf: . In deiner Situation bei vollentwickelten Blattaparat fällt die Entscheidung leicht mit einem Fungizid bis zur Blüte zu kommen. Hier ist der Weizen leider noch etwas zurück. Der frühentwickelete beginnt damit das letzte Blatt zu schieben, der etwas später gesäte schiebt noch das vorletzte Blatt... Jetzt die Frage, Montag vergleichsweise viel Geld ausgeben um mögliche Septoriainfektionen seit Mittwoch  kurativ zu stoppen oder aussitzen, warten ob es überhaupt nennenswerte Infektionen gab und dann vielleicht in 10 Tagen mit ner günstigen Mischung gegen Rost (evtl. Mehltau falls nochmal welcher kommewn sollte) zur Blüte zu kommen. Wenn man jetzt gegen Septoria fährt könnte es sein, dass man je nach Witterung vor der Blüte nochmal gegen Roste oder Mehltau oder oder oder ran muss. Drei Behandlungen in diesem Jahr würden wir doch sehr missfallen...
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Euro-T

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #266 am: 11. Mai 2019, 14:19:38 »



Hier ist die Situation ähnlich, auf F-3 etwas Septoria - ich vermute eher aus der regenreichen Periode mitte März hier.

Das glaube ich weniger, Infektionen aus der Zeit hätten sich schon im April gezeigt - abgesehen davon ist fraglich (wenn nicht sogar unwahrscheinlich), ob F-3 Mitte März überhaupt schon da war, das erscheint normalerweise um EC30 rum. Passend dazu schreibst du ja auch, das deine Bestände etwas zurück sind, das macht die Konstellation noch unwahrscheinlicher.

Zitat
Jetzt die Frage, Montag vergleichsweise viel Geld ausgeben um mögliche Septoriainfektionen seit Mittwoch  kurativ zu stoppen oder aussitzen, warten ob es überhaupt nennenswerte Infektionen gab

Im Fall, das wir über Septoria sprechen, gibt es halt eigentlich nichts abzuwarten. Ein bis dato unbehandelter Bestand (was vielerorts heuer absolut möglich und imho auch richtig war), der nun aber doch einen leichten Befall aufweist, würde ich dann jetzt doch nicht schutzlos lassen - gerade nach heute (hier bis jetzt 21mm) dürften 36h erreicht werden, die Temperaturen sind auch nicht arg niedrig - es dürften durchaus Infektionen gesetzt werden.

Mit was behandeln?

Das hängt imho vom Ausgangsdruck, sowie der weiteren Witterung ab (immer auf Sep.ttc. gesprochen).
Aus meiner Sicht, mit Beständen vor EC39 wird das bspw. bedeuten, das ich ab nächstmöglich mit einer Teilmenge Ascra und Epoxy losfahre, mit der Idee, die nächsten gut 14 Tage damit überbrücken zu können und wir uns dann in einer nicht-infektiösen Witterungsphase befinden, bzw. ja dann fast schon über eine Ährenbehandlung nachdenken.

Die Teilmengen werden so kalkuliert sein, das ich von Seiten der Carboxamide einen guten Protektivschutz (auch gegen Roste) habe und es wird dann eben soviel Epoxy zugemsicht, um in Addition gegen Septoria kurativ gut aufgestellt zu sein, als auch für die nächsten rund zehn Tage eine brauchbare Kurativleistung gegen Rost zu haben.

Bestände, die das EC39 erreicht haben, werden leider nicht in den Genuß von Ascra kommen, hier wird es durch ein schnödes Opti ersetzt und die Epoxy Menge etwas hochgenommen. Der Blattapparat ist ja voll entwickelt, da braucht es imho nicht zwingens ein Carboxamid, da tut es auch ein Chlorthalonil dann - das Azol hat ja auch einige Tage Protektivschutz im Gepäck.
Gegen Roste ist protektiv das Strobi an Bord, denke das passt schon recht gut - ist aber dennoch rund 8.-€ teurer, als die obige Mischung, Opti steht aber halt noch in Mengen hier rum und im Gesamtkontext kann ich auch gut damit leben. 

Unter hiesigen Bedingungen sehe ich keine Sinnhaftigkeit darin, jetzt mit dem 65.-€ RundumSorglos(zuviel)Paket auszurücken.
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charlie

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #267 am: 11. Mai 2019, 18:08:21 »

Ich hätte ja hier im Solehio noch gern mit dem Fungizid bis zum vollen Ährenschieben gewartet.
Aber lieber jetzt passend zu Infektionsmomenten behandelt und die Protektivleistung über die aktuellen Regenereignisse mitgenommen als zu einem späteren Zeitpunkt selbst die volle Kurativleistung überfordern.
Hier gab es 0,75l Rubric + 1,25 Amistar Opti um etwas mehr Gewicht auf den protektiven Braunrostschutz sortenspezifisch zu legen, ohne zuviel kurative Septorialeistung einzubüßen.
Was, wann, und ob überhaupt eine Ährenmaßnahme stattfindet hängt von Wetter und dem weiterem Vegetationsverlauf ab.
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Charlie

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #268 am: 11. Mai 2019, 18:24:08 »

Ich hätte ja hier im Solehio noch gern mit dem Fungizid bis zum vollen Ährenschieben gewartet.

Immer wieder krass, wie groß die Unterschiede in der Entwicklung nur auf den paar km Distanz sind.

OK, ist ein Solehio, aber hier ist noch kaum ein Weizen in EC39 und die generative Entwicklung ist der vegetativen noch zusätzlich hinterher.
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Tapion

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Re: Winterweizen 2019
« Antwort #269 am: 12. Mai 2019, 17:34:23 »


Das glaube ich weniger, Infektionen aus der Zeit hätten sich schon im April gezeigt - abgesehen davon ist fraglich (wenn nicht sogar unwahrscheinlich), ob F-3 Mitte März überhaupt schon da war, das erscheint normalerweise um EC30 rum. Passend dazu schreibst du ja auch, das deine Bestände etwas zurück sind, das macht die Konstellation noch unwahrscheinlicher.


Tatsächlich habe ich nochmal nachgezählt, auf den Beständen die im Moment noch das vorletzte Blatt schieben bzw. fast geschoben haben ist es F-4 mit hier und da etwas Septoria. F-3 ist da fast ausnahmslos befallsfrei. Vereinzelt findet sich etwas Septoria auf den in der ersten Oktoberwoche gedrillten Rapsweizen die meist damit beginnen jetzt das letzten Blatt zu schieben. Mag vielleicht auch daran liegen dass der Wachstumsreglereinsatz hier etwas gut gewirkt hat. Hab immer das Gefühl, dass solche Maßnahmen auch die Krankheitsanfälligkeit zumindest nicht reduzieren. Aber jetzt bin ich wenigstens guter Dinge, dass auch der Rapsweizen stehen bleibt :-)



Im Fall, das wir über Septoria sprechen, gibt es halt eigentlich nichts abzuwarten. Ein bis dato unbehandelter Bestand (was vielerorts heuer absolut möglich und imho auch richtig war), der nun aber doch einen leichten Befall aufweist, würde ich dann jetzt doch nicht schutzlos lassen - gerade nach heute (hier bis jetzt 21mm) dürften 36h erreicht werden, die Temperaturen sind auch nicht arg niedrig - es dürften durchaus Infektionen gesetzt werden.


Ja, gestern beim Regen dachte ich auch noch so, bei der trockenen Witterung heute fühlt sich die Lage irgendwie schon anders an  ;D
Meine Erfahrung der letzten Jahre sagt mir eher, dass man bei Septoria gerne in Panik verfällt. Und wenn wir jetzt die einzige Wetterlage hatten die Septoria Infektionen begünstigt seit mitte März, kann ich mir nicht vorstellen dass deshalb jetzt gleich eine Epidemie losbricht. Gleichzeitig sind wir grade dabei von einem frühen Jahr in ein eher spätes zu rutschen sodass sich die Blüte noch etwas verzögern kann und ich nicht weiß ob ich das Fahnenblatt dann z.B. sicher gegen Roste bis dahin schützen kann, wenn es jetzt noch nicht da ist. Der Tobak, soll ja jetzt auch rostanfälliger sein was ich bei einer fusarienanfälligen Sorte jetzt nicht so schlimm finde.




Mit was behandeln?

Das hängt imho vom Ausgangsdruck, sowie der weiteren Witterung ab (immer auf Sep.ttc. gesprochen).
Aus meiner Sicht, mit Beständen vor EC39 wird das bspw. bedeuten, das ich ab nächstmöglich mit einer Teilmenge Ascra und Epoxy losfahre, mit der Idee, die nächsten gut 14 Tage damit überbrücken zu können und wir uns dann in einer nicht-infektiösen Witterungsphase befinden, bzw. ja dann fast schon über eine Ährenbehandlung nachdenken.

Die Teilmengen werden so kalkuliert sein, das ich von Seiten der Carboxamide einen guten Protektivschutz (auch gegen Roste) habe und es wird dann eben soviel Epoxy zugemsicht, um in Addition gegen Septoria kurativ gut aufgestellt zu sein, als auch für die nächsten rund zehn Tage eine brauchbare Kurativleistung gegen Rost zu haben.

Bestände, die das EC39 erreicht haben, werden leider nicht in den Genuß von Ascra kommen, hier wird es durch ein schnödes Opti ersetzt und die Epoxy Menge etwas hochgenommen. Der Blattapparat ist ja voll entwickelt, da braucht es imho nicht zwingens ein Carboxamid, da tut es auch ein Chlorthalonil dann - das Azol hat ja auch einige Tage Protektivschutz im Gepäck.
Gegen Roste ist protektiv das Strobi an Bord, denke das passt schon recht gut - ist aber dennoch rund 8.-€ teurer, als die obige Mischung, Opti steht aber halt noch in Mengen hier rum und im Gesamtkontext kann ich auch gut damit leben. 

Unter hiesigen Bedingungen sehe ich keine Sinnhaftigkeit darin, jetzt mit dem 65.-€ RundumSorglos(zuviel)Paket auszurücken.

Ja, ein 65.-€ RundumSorglos(zuviel)Paket scheint mir definitiv auch überzogen. Wen man die extra Überfahrt nicht scheut wäre auch ein reines Azol kurativ gegen Septoria denkbar und dann auf das voll entwickelte Fahnenblatt 1-1.5l Amistar Opti um sicher zur Blüte zu kommen. Auf jedenfall schonmal vielen Dank für deine Einschätzung. Wird morgen eine Bauchentscheidung ob man kurativ gegen Septoria vorgeht oder nächsten Sonntag in die Kirche um zu beten nur mit so z.B. 1.5l amistar opti auf ein voll entwickeltes Fahnenblatt in so vielleicht 10 Tagen bis zur Blüte zu kommen. Ich werde berichten welcher Fehler dann begangen wurde ;-)

Viele Grüße
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