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Autor Thema: Erträge und Preise für Bioware  (Gelesen 19509 mal)

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Josef

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Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #105 am: 08. September 2019, 08:49:57 »

Da sieht man schön wer Ahnung hat und wer nicht... Es gibt sogar einen Marktwirtschaftlichen Begriff für das was aktuell beim Biomarkt passiert: https://de.wikipedia.org/wiki/Schweinezyklus

Der Fachbegriff den Du suchst lautet nicht "Schweinezyklus" sondern "Umstellprämie" - das dürfte für gefühlt 90% der Umsteller der (letzte) Anreiz gewesen sein! Von der ständigen Diffamierung der "normalen" Landwirtschaft einmal abgesehen...

http://www.stmelf.bayern.de/mam/cms01/agrarpolitik/dateien/massnahmenuebersicht_kulap.pdf

Einfach mal bei B10 nachlesen...

aaaahh ja, die Umstellerprämie die seit 10 Jahren ähnlich hoch ist und davor auch schon nen Jahrzehnt etwas geringer war, ist auf einmal der Anreiz dass alle Umstellen? Wenn man keine Argumente mehr hat (bzw die ja offensichtlich falsch sind) wird die Neiddebatte gefahren  :rolleyes: :rolleyes:

Kein Neid, aber das die Prämien für einige als letzten Strohhalm gesehen werden ist kaum zu bestreiten! Nur diese Betriebe werden keine Konkurrenz für die „alten“ Biobetriebe sein!
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Henrik

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Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #106 am: 23. Februar 2020, 08:53:12 »

Preise für Bio Roggen sind derzeit aber echt traurig. Wann kommt die Erholung ?
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jotesen

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Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #107 am: 23. Februar 2020, 12:53:44 »

Preise für Bio Roggen sind derzeit aber echt traurig. Wann kommt die Erholung ?
Verbandsware liegt bei 31€ frei Verarbeiter. Kein schlechter Preis für Roggen.

Das Problem ist halt, dass einige zu hoch gepockert hatten und dann ausländische Ware rein kam, am Ende ist der Preis abgesackt und es war viel alterntige Ware da, die plötzlich aus dem Lager musste, weil die Ernte anstand. Eine Situation, die der Biomarkt lange nicht kannte, aber mit vielen neuen Playern auf dem Markt in den letzten 3-5 Jahren kam eben viel Unruhe rein. Eigentlich hatten wir uns vorher ganz gut von den Spekulationen entfernt. Die neuen müssen eben erst lernen, wie man sich auf einem fairen Markt bewegt.
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granola

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Bio Weizen 26€ !Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #108 am: 23. Februar 2020, 15:37:31 »

Habe ein super Verhältnis zu einigen langjährigen Biobauern, mir erscheinen die 16 € für Bioroggen die in der rbb Fernsehsendung vor 10 Tagen genannt wurden realistisch für marktferne Anbieter die in der Ernte zur Lohneinlagerung irgendwo abkippen mussten. Passt zu den 26€ für LKW Bioweizen ab Hof hier mitten in Deutschland die mir genannt wurden.
Planwirtschaft ist natürlich ein Kampfbegriff, aber wer mal die rosarote Brille absetzt, ab dem Beitrag von Ansgar mal liest und aktuelle Preise beim Handel abfragt kann sich gern einen besseren Begriff überlegen....  :frage: Wo läuft es denn hin? Für den Betriebserfolg sind Prämien- und Programmkombinationen und die Flächensicherung immer wichtiger, die Fähigkeiten auf dem Acker werden immer weniger relevant für den wirtschaftlichen Erfolg.
Diese Art die Bio-Landwirtschaft zu "fördern" ist weder nachhaltig noch eine Perspektive für bäuerliche Landwirtschaft.


Tja, so kann´s in einer Planwirtschaft ablaufen, wenn ideologisch verblendete Traumtänzer das Marktgesetz von Angebot und Nachfrage wissentlich negieren. Aber es ist ja jetzt ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, schließlich hat die bekloppte Künast wieder einen glänzenden Einfall, wie zusätzliche Nachfrage generiert werden kann.
https://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Renate-Kuenast-fordert-mehr-Bio-Lebensmittel-in-oeffentlichen-Kantinen
Wie blöd muss man eigentlich sein?

Hier mal ein paar Kommentare zu diesem ganzen Irrsinn:
https://www.bauerwilli.com/wohin-mit-bio-getreide-und-bio-schweinen/

https://www.agrarheute.com/land-leben/kuenasts-nutzlose-idee-flaechendeckenden-biokantinen-557774?fbclid=IwAR1ExjNOaVqU8E54SVvZ9CBoMXUBfdIi2dFmjYUDhysjWdkzLfMolfi-u8A
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Wade

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Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #109 am: 23. Februar 2020, 16:20:21 »

Ich habe einen Teil meines Dinkels schon seit fast 10 Jahren unter Vertrag, der läuft seitdem mit +- 2-3€ relativ konstant daher. Hab damit zwar einige Außreißerjahre nach oben nicht mitnehmen können, aber hab nun immernoch fast den gleichen Preis wie vor 10 Jahren und finde den sehr Auskommend. Ich hab ehrlich gesagt keine Lust auf den letzten Euro zu pokern, lieber hab ich einen Preis mit dem beide Seiten über die Jahre gut zurecht kommen und ich in ruhe schlafen kann und nicht hunderte Tonnen Dinkel rumliegen habe die nicht vermarktbar sind...
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Gallus gallus!

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Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #110 am: 23. Februar 2020, 18:59:02 »

Schreibt doch bitte dazu, ob Ihr von Brot- oder Futterroggen redet. Da ist doch bestimmt eine große Differenz im Preis.
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Rohana

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Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #111 am: 24. Februar 2020, 08:16:07 »

Die neuen müssen eben erst lernen, wie man sich auf einem fairen Markt bewegt.
Ist der Biomarkt tatsächlich "fair" oder in irgendeiner Weise "fairer" als ein anderer?  :o
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Biokartoffel

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Re: Bio Weizen 26€ !Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #112 am: 24. Februar 2020, 13:03:47 »

Habe ein super Verhältnis zu einigen langjährigen Biobauern, mir erscheinen die 16 € für Bioroggen die in der rbb Fernsehsendung vor 10 Tagen genannt wurden realistisch für marktferne Anbieter die in der Ernte zur Lohneinlagerung irgendwo abkippen mussten. Passt zu den 26€ für LKW Bioweizen ab Hof hier mitten in Deutschland die mir genannt wurden.
Planwirtschaft ist natürlich ein Kampfbegriff, aber wer mal die rosarote Brille absetzt, ab dem Beitrag von Ansgar mal liest und aktuelle Preise beim Handel abfragt kann sich gern einen besseren Begriff überlegen....  :frage: Wo läuft es denn hin? Für den Betriebserfolg sind Prämien- und Programmkombinationen und die Flächensicherung immer wichtiger, die Fähigkeiten auf dem Acker werden immer weniger relevant für den wirtschaftlichen Erfolg.
Diese Art die Bio-Landwirtschaft zu "fördern" ist weder nachhaltig noch eine Perspektive für bäuerliche Landwirtschaft.


Tja, so kann´s in einer Planwirtschaft ablaufen, wenn ideologisch verblendete Traumtänzer das Marktgesetz von Angebot und Nachfrage wissentlich negieren. Aber es ist ja jetzt ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, schließlich hat die bekloppte Künast wieder einen glänzenden Einfall, wie zusätzliche Nachfrage generiert werden kann.
https://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Renate-Kuenast-fordert-mehr-Bio-Lebensmittel-in-oeffentlichen-Kantinen
Wie blöd muss man eigentlich sein?

Hier mal ein paar Kommentare zu diesem ganzen Irrsinn:
https://www.bauerwilli.com/wohin-mit-bio-getreide-und-bio-schweinen/

https://www.agrarheute.com/land-leben/kuenasts-nutzlose-idee-flaechendeckenden-biokantinen-557774?fbclid=IwAR1ExjNOaVqU8E54SVvZ9CBoMXUBfdIi2dFmjYUDhysjWdkzLfMolfi-u8A

Ich denke nicht, dass es Planwirtschaft war, dass viele Neuumsteller einfach versuchen Ihre konv. "Fruchtfolgen" mit Weizen und Mais versuchen weiterzufahren.
Natürlich ist der Markt für Getreide recht klein, aber es gibt soviele Möglichkeiten jenseits vom kurzfristigen Denken bis zur nächsten Ernte! Diese ständige Jammerei (von konventionellen) über den überfüllten Biomarkt :frage: Konventionell ist das natürlich ganz einfach, weil abliefern kann man ja immer! Preis?

Ich bin ganz entspannt, ich plane langfristig und habe auch mit Dinkel sehr gute langfristigen Partnerschaften. Habe aber auch die letzten Jahre sehr gut Futterweizen vermarktet. (man kann jetzt auch mal 2, 3 Jahre keinen Weizen säen...) Wir bauen 10 verschiedene Früchte an und bin nicht auf einzelne Getreidearten spezialisiert.
Sehe auch die vielen Umsteller ganz entspannt, da wird die nächsten Jahre einiges an Fläche in den Kleegrasbereich der Fruchtfolge gehen.

Warum immer auf der Förderung rumgehackt wird verstehe ich auch nicht! In Bayern ist eine Kombination von B10 mit anderen Maßnahmen nicht mehr möglich bzw sinnvoll. Da kann jeder Konventionelle jetz locker die gleiche € Förderung pro ha rausholen mit Maßnahmenkombination!

Vielleicht hätten die Neuumsteller sogar etwas mehr "Planwirtschaft" gebraucht... (oder Beratung).
Im Milchbereich wird auch nichts aufgenommen wenn der Markt nicht da ist. Finde ich gut! Allerdings weiß jemand wie hoch der Importanteil von Bio Milch und Milchprodukten ist? war mal bei 50% vor ein paar Jahren...

Grüße
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jotesen

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Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #113 am: 26. Februar 2020, 09:17:58 »

Schreibt doch bitte dazu, ob Ihr von Brot- oder Futterroggen redet. Da ist doch bestimmt eine große Differenz im Preis.

Ich sprach von Speise. Futter produziert man ja eher nicht freiwillig.
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jotesen

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Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #114 am: 26. Februar 2020, 09:18:50 »

Die neuen müssen eben erst lernen, wie man sich auf einem fairen Markt bewegt.
Ist der Biomarkt tatsächlich "fair" oder in irgendeiner Weise "fairer" als ein anderer?  :o

Im Biobereich wird relativ gesehen transparenter mit Informationen umgegangen, dadurch ist eigentlich der Markt ruhiger und besser kalkulierbar.
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Wade

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Re: Erträge und Preise für Bioware
« Antwort #116 am: 10. März 2020, 19:05:24 »

naja hört sich auf den ersten Blick viel an, vor allem in €/Tonne. Bei 160€/dt schauts schon anders aus und wenn man dann sieht dass man nur 2-10dt erntet rückt es das schon in ein anderes Licht.

Ich hab dieses Jahr aber auch paar ha Linsen mit verschiedenen Gemengen. Mal schauen was dabei raus kommt.

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