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Autor Thema: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?  (Gelesen 16684 mal)

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guest50776

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Für die meisten Flächen in Bayern gilt laut offizieller Beratung im Landwirtschaftlichen Wochenblatt: Nach wie vor kein Fungizid nötig.
Liebe Kollegen, bitte denkt an die Umwelt und den Geldbeutel.
Vielen Dank!
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huabermaxl

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #1 am: 26. Mai 2018, 12:52:19 »

Und wer durch die Lande fährt, sieht Gelbrost ohne Ende...
Wie passt das zusammen?
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wernerzwo

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #2 am: 26. Mai 2018, 13:15:00 »

Für die meisten Flächen in Bayern gilt laut offizieller Beratung im Landwirtschaftlichen Wochenblatt: Nach wie vor kein Fungizid nötig.
Liebe Kollegen, bitte denkt an die Umwelt und den Geldbeutel.
Vielen Dank!

Schwachsinn!
Bei mir blüht der Weizen und wir hatten gestern ein Gewitter mit 18l Niederschlag
Ich fahre heute ganz sicher mit einem fusarimwirksamen Mittel durch den Weizen - einzig Insektizide lasse ich bewußt weg.

Habe zwar streifenweise (!?!) Getreidehähnchen am Weizen aber für eine Bestandsbehandlung sehe ich (noch) keine Veranlassung...
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Euro-T

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #3 am: 26. Mai 2018, 13:21:18 »

Hier passen die Aussagen der Offizialberatung auch nicht immer zur Situation - Berater ersetzen kein eigenes Können, sie unterstützen es lediglich, das verstehen manche miss.

Abgesehen davon ist es halt auch letztlich unmöglich, ein ganzes Bundesland, maximal geteilt in drei, oder vier Regionen, über einen Kamm bzgl. der Situation zu scheren, das sollte auch jedem bewusst sein.
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Gruß

~~ Olli

guest50776

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #4 am: 26. Mai 2018, 14:52:33 »

Naja, ich gebe hier ja nur die offizielle Meldung weiter.
Es sind immerhin zwölf Standorte im Monitoring.
Wenn man allerdings krankheitsanfällige Sirte anbaut, oder due Bestände nicht optimal führt, kann natürlich bei einem tvir Ort das Bild ein anderes sein...
Meine Bestände sind bis auf ein bissl Hähnchenfraß gesund.  ;D
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wernerzwo

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #5 am: 26. Mai 2018, 15:18:32 »

Das mit der "offiziellen Beratung" ist so eine Sache... :rolleyes:
Hinterher kommen dann die Versuchsberichte, wo dann drin steht:
"...wenn man am xx.xx das gemacht hätte, dann wäre...."

Abgesehen davon, hängt das ganze ja mehr oder weniger eine ganze Woche hinterher was im Wochenblatt steht, oder?
Das wird am Mittwoch gedruckt und da haben die LfL Beamten wahrscheinlich am Dienstag die Auswertungen von der Vorwoche gerade erledigt  ;D
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guest50776

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #6 am: 26. Mai 2018, 16:52:06 »

Das mit der "offiziellen Beratung" ist so eine Sache... :rolleyes:
Hinterher kommen dann die Versuchsberichte, wo dann drin steht:
"...wenn man am xx.xx das gemacht hätte, dann wäre...."

Abgesehen davon, hängt das ganze ja mehr oder weniger eine ganze Woche hinterher was im Wochenblatt steht, oder?
Das wird am Mittwoch gedruckt und da haben die LfL Beamten wahrscheinlich am Dienstag die Auswertungen von der Vorwoche gerade erledigt  ;D
Auch da muss ich widersprechen. Probenahme 22.5. Ich hab das Wochenblatt spätestens drei Tage später in den Händen.
Aber klar, wenn man spritzen will, findet man immer einen Grund. Egal, ob das dann gute fachliche Praxis ist oder nicht.
Auf jeden Fall ist ein eklatanter Unterschied zwischen den offiziellen Beratern und den PSM Firmen.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt...
 ;D
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Euro-T

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #7 am: 26. Mai 2018, 17:49:16 »

Das mit der "offiziellen Beratung" ist so eine Sache... :rolleyes:
Hinterher kommen dann die Versuchsberichte, wo dann drin steht:
"...wenn man am xx.xx das gemacht hätte, dann wäre...."

Abgesehen davon, hängt das ganze ja mehr oder weniger eine ganze Woche hinterher was im Wochenblatt steht, oder?
Das wird am Mittwoch gedruckt und da haben die LfL Beamten wahrscheinlich am Dienstag die Auswertungen von der Vorwoche gerade erledigt  ;D
Auch da muss ich widersprechen. Probenahme 22.5. Ich hab das Wochenblatt spätestens drei Tage später in den Händen.

Hier kann man das Beratungsrundschreiben per mail bekommen, ist dann quasi topaktuell - und trotzdem spiegelt es nicht immer die Realität wieder.

Zitat
Auf jeden Fall ist ein eklatanter Unterschied zwischen den offiziellen Beratern und den PSM Firmen.

Wundert nicht wirklich, oder?

Kann es auch nicht wirklich verstehen, wenn man sein Tun in die Hände eines Industrieberaters legt.

Gibt da nur ganz Wenigs hier, mit denen ich mich fachlich immer mal austausche.

Von den großen Playern ist es allerdings keiner...
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Gruß

~~ Olli

wernerzwo

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #8 am: 26. Mai 2018, 18:07:19 »

@ Kreuzschiene:
Nur zur Info: ich war z.B. von Anfang an beim "Weizenmodell Bayern" dabei, spritze i.d.R. alle Getreidekulturen nur einmal mit Fungizid, außer die Witterung ist für Fusarien optimal - denn ich will grundsätzlich gar nicht spritzen weil es Geld u. Zeit kostet.

Aber:
Ich bin bisher mit Empfehlungen von den "nichtstaatlichen" Beratungsdiensten in der Regel besser gefahren!
Wenn man selbst ein wenig Ahnung hat und auch mal über "cui bono" nachdenkt, dann läuft es...

Und das betrifft nicht nur den Getreidebau:
Mir ist immer noch ein Gespräch in der Landwirtschaftsverwaltung in den Ohren, als ich 2008 mit Sojaanbau begonnen habe und Pflanzenschutzempfehlungen haben wollte: "Was willst Du den damit? Bleib lieber beim Körnermais..." - in diesem Jahr war der Soja bei mir mit Abstand (!) die beste Frucht im Deckungsbeitrag und ca. 5 Jahre später hat es auch die "offizielle Beratung" kapiert!
Die Empfehlungen habe ich woanders bekommen....

Mit meinen ersten Triticale ging es mir ähnlich - "...Triticale kann man gaaaanz extensiv fahren..." war damals die offizielle Aussage. Mein "Lieblingsberater" einer PS-Firma hat gleich gesagt, dann soll ich es lieber sein lassen. Ich habe dann 1/3 nach der offiziellen Variante geführt und zwei Drittel nach der anderen Empfehlung. Ertragsunterschied 27 dt/ha und die "offizielle" habe ich bei meinen Zuchtsauen aufgrund Fusarien nicht verfüttern können  :-\

Daher habe ICH PERSÖNLICH keine gute Meinung über bestimmte "Beratungen"
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BNT

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #9 am: 26. Mai 2018, 18:41:13 »

Ihr beide seid aus Niederbayern, oder?

Also wenn ich mir dazu das aktuelle LFL Monitoring ansehe, ist da durchaus von einer Schadschwellenüberschreitung die Rede und zwar je nach Sorte devinitiv vor Septoria Tritici und Braunrost, wo dringender Handlungsbedarf attestiert wurde und an 4 von 14 Standorten wurde die Schadschwelle für Gelbrost überschritten.

In Worten: "Septoria-Blattdürre und Gelbrost sind die Krankheiten, die in den unbehandelten Monitoringschlägen weiterhin am häufigsten die Bekämpfungsschwellen überschreiten und sich witterungsbedingt zuletzt auch deutlich ausbreiten konnten."


Quelle: http://www.lfl.bayern.de/ips/warndienst/072264/index.php?region=6


Habe gestern mit Tebuconazol die Abschlussbehandlung gemacht. War ideal. Vorgestern Abend Regen, heute Vollblüte.
 
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guest50776

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #10 am: 26. Mai 2018, 18:58:19 »

Ich möchte hier ja niemanden bekehren. Es sollte lediglich ein Denkanstoß sein. Leider sehe hier vor Orr viele Kollegen, die Behandlungen fahren, die unnötig sind. Einfach Schema F. Jedes Jahr. Das kann es doch nicht sein. Und heuer ist nun mal ein extremes Jahr. Da kann man auch mal eune extreme PSM-Strategie fahren.
Nämlich nix machen.
Ich werde berichten, wie es ausging.  ;D
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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #11 am: 26. Mai 2018, 19:44:28 »

Ich möchte hier ja niemanden bekehren. Es sollte lediglich ein Denkanstoß sein. Leider sehe hier vor Orr viele Kollegen, die Behandlungen fahren, die unnötig sind. Einfach Schema F. Jedes Jahr. Das kann es doch nicht sein. Und heuer ist nun mal ein extremes Jahr. Da kann man auch mal eune extreme PSM-Strategie fahren.
Nämlich nix machen.
Ich werde berichten, wie es ausging.  ;D

Du verlierst auf jeden Fall was. Eine Behandlung in die Abreife rechnet sich so gut wie immer. Ansonsten spare ich an Fungi auch gerne- zumindest wenn man bedenkt was ich ernte und an Aufwand sonst so treibe.
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Ich mach's einfach mal!

guest50776

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #12 am: 26. Mai 2018, 20:00:24 »

Ich möchte hier ja niemanden bekehren. Es sollte lediglich ein Denkanstoß sein. Leider sehe hier vor Orr viele Kollegen, die Behandlungen fahren, die unnötig sind. Einfach Schema F. Jedes Jahr. Das kann es doch nicht sein. Und heuer ist nun mal ein extremes Jahr. Da kann man auch mal eune extreme PSM-Strategie fahren.
Nämlich nix machen.
Ich werde berichten, wie es ausging.  ;D

Du verlierst auf jeden Fall was. Eine Behandlung in die Abreife rechnet sich so gut wie immer. Ansonsten spare ich an Fungi auch gerne- zumindest wenn man bedenkt was ich ernte und an Aufwand sonst so treibe.
Ja, das kann sein. Mit einem Spritzfenster kann ich aber nix lernen. Deshalb mach ich's heuer einfach mal.
Was mich sehr stutzig macht: Habe heuer im Frühjahr neben ein paar Bächen Kleegrasstreifen eingesät.
Null Düngung. Null PSM. Sogar mit Kreiseleggenkombi bei der Einsaat malträtiert.
Und Stand jetzt ist NULL Unterschied erkennbar. Bis auf das Kleegras und ein paar AFS Pflanzen unkrautfrei. Da komme ich schon ins Grübeln, ob das immer alles richtig ist, was man so macht...
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wernerzwo

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #13 am: 26. Mai 2018, 20:15:28 »

Ihr beide seid aus Niederbayern, oder?

Also wenn ich mir dazu das aktuelle LFL Monitoring ansehe, ist da durchaus von einer Schadschwellenüberschreitung die Rede und zwar je nach Sorte devinitiv vor Septoria Tritici und Braunrost, wo dringender Handlungsbedarf attestiert wurde und an 4 von 14 Standorten wurde die Schadschwelle für Gelbrost überschritten.

In Worten: "Septoria-Blattdürre und Gelbrost sind die Krankheiten, die in den unbehandelten Monitoringschlägen weiterhin am häufigsten die Bekämpfungsschwellen überschreiten und sich witterungsbedingt zuletzt auch deutlich ausbreiten konnten."


Quelle: http://www.lfl.bayern.de/ips/warndienst/072264/index.php?region=6


Habe gestern mit Tebuconazol die Abschlussbehandlung gemacht. War ideal. Vorgestern Abend Regen, heute Vollblüte.
 

Vollkommen richtig, man muss nicht teuer behandeln - aber zum richtigen Zeitpunkt!
Wenn ich jetzt nicht behandle - gestern Regen, über Nacht nebelig und der Weizen blüht - wann dann???  :frage:

Ist übrigens auch meine Strategie mit Tebuconazol!
Gute Rostwirkung, gute Fusarienwirkung und leider EXTREM teuer   ;)
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NobbyNobbs

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Re: Welche Intensität ist im Weizenanbau sinnvoll/nötig?
« Antwort #14 am: 26. Mai 2018, 20:46:09 »

Ich möchte hier ja niemanden bekehren. Es sollte lediglich ein Denkanstoß sein. Leider sehe hier vor Orr viele Kollegen, die Behandlungen fahren, die unnötig sind. Einfach Schema F. Jedes Jahr. Das kann es doch nicht sein. Und heuer ist nun mal ein extremes Jahr. Da kann man auch mal eune extreme PSM-Strategie fahren.
Nämlich nix machen.
Ich werde berichten, wie es ausging.  ;D

Du verlierst auf jeden Fall was. Eine Behandlung in die Abreife rechnet sich so gut wie immer. Ansonsten spare ich an Fungi auch gerne- zumindest wenn man bedenkt was ich ernte und an Aufwand sonst so treibe.
Ja, das kann sein. Mit einem Spritzfenster kann ich aber nix lernen. Deshalb mach ich's heuer einfach mal.
Was mich sehr stutzig macht: Habe heuer im Frühjahr neben ein paar Bächen Kleegrasstreifen eingesät.
Null Düngung. Null PSM. Sogar mit Kreiseleggenkombi bei der Einsaat malträtiert.
Und Stand jetzt ist NULL Unterschied erkennbar. Bis auf das Kleegras und ein paar AFS Pflanzen unkrautfrei. Da komme ich schon ins Grübeln, ob das immer alles richtig ist, was man so macht...

Kapier' ich nich....
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Ich mach's einfach mal!