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Autor Thema: Hufgeschwüre bei Pferden  (Gelesen 30697 mal)

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Günter

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Hufgeschwüre bei Pferden
« am: 22. März 2008, 12:43:23 »

Hallo
Freunde von mir haben zwei Pferde, wovon eines jetzt schon über zwei Monate an Hufgeschwüren leidet. Das Tier ist in Tierärztlicher Behandlung, das Heißt der Tierarzt schneidet das Geschwür auf, wäscht es aus und gibt dazu eine Salbe. Die Geschwüre waren auch einmal für kurze Zeit Weg. Im Moment leidet das Tier wieder darunter und der Arzt behandelt wieder.
Nun meine Fragen.
Gibt es dazu besondere Verfahren zur Heilung und besondere gut Mittel ?  Ich dachte schon einmal in meinem Jugendlichen Leichtsinn an Huf teer. Gibt es dieses noch  und für was ist das Gut?  Woher kommen diese Hufgeschwüre und wie lässt sich so etwas vermeiden ?

Gruß Günter
Ps. Ich hoffe das die beiden auch einmal den Weg in dieses Forum finden.
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guest176

  • Gast
Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #1 am: 22. März 2008, 14:44:01 »

hallo günter,
bitte kein teer!
geschwür ausschneiden und ein angußverband mit ribanol .
 gruß joe
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Jonny B.Goode

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #2 am: 22. März 2008, 15:27:47 »

      So isses;

   Wenns ein Geschwür ist was man nach unten aufschneiden kann,ists nicht so dramatisch.Dann kann die Suppe
   nach unten ablaufen.
   Übel wirds bei Geschwüren die am Kronenrand aufgehen.
   Wir haben in so einem  Fall den Huf in Rivanol oder Soda gebadet.(Wenns Pferd stehenbleibt  ;D meisten fliegt der Eimer
   durch die Gegend)
   Wir hatten für Problemfälle einen "Hufsack" vom Tierarzt bekommen.(Ist son stabiles abgedichtetes Planengewebe)
   Bezüglich medikamentöser Behandlung ist der Tierarzt der sich auf Pferde spezialisiert die erste Wahl.
   Ohne einem auf die Füsse treten zu wollen,es gibt Tierärzte die haben von Pferden keine Ahnung.
   Würd ich mal ganz Vorsichtig in Erfahrung bringen.Hab schon die tollsten Sachen erlebt.
   
   Hufgeschwüre kommen meistens von kleinen Steinen,die sich in den Hufrand eintreten.Vielleicht mal Eisen druntermachen.
                                                     
                                                                 Viel Erfolg  Jo
« Letzte Änderung: 22. März 2008, 15:31:01 von Jonny B.Goode »
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Günter

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #3 am: 22. März 2008, 18:27:06 »

Hallo

Vielen Dank für eure bisherigen Antworten, werde die so wie von euch gegeben weiter geben.
Das mit dem Teer war eine Idee von mir, kenn mich halt mit solchen sensiblen Sachen nicht aus.
Ob der Tierarzt ein ausgesprochener Pferde Spezialist ist weiß  ich nicht aber zum Abgleich der Behandlung gibt es ja auch hier Leute mit Erfahrung, der Tipp mit dem Hufsack finde ich schon mal gut.  Die Behandlung durch den Arzt dauert für mich nur schon zu lange.  Aber die Ursache mit den kleinen Steinen im Laufhof der Pferde könnte eine Ursache sein, das sollte aber der Arzt auch sehen.   

Danke!

Gruß Günter
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wolf

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #4 am: 22. März 2008, 20:22:42 »

Hallo Günter,
zur örtlichen Behandlung eignet sich Jodoformäther 10% beonders gut. Das Jod wirkt desinfizierend und der Äther trocknet das Ganze gut aus. Verbandsbehandlung sollte in jedem Fall auch sein. Nebenbei aber doch ganz wichtig: das Pferd muss Tetanus geimpft sein.

Wenn der Hufabszess ausgeheilt ist, wäre ein Beschlag eine gute Vorsorge, da die Bakterien meist an der sogenannten Weißen Linie, das ist die Verbindung zwischen Wandhorn und Sohlenhorn, eindringen und dieser Bereich des Hufes ist dann durch das Eisen geschützt.
Gruß
Wolf
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cara

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #5 am: 23. März 2008, 09:10:57 »

Günter,

Hufteer ist ein tolle Idee, dann können deine Freunde das Pferd dann wahrscheinlich bald zum Schlachter bringen und es gibt Sauerbraten.
Schön luftdicht abschliessen, dass die Anaerobier sich noch besser vermehren können, und es wird dann wohl bald gar nicht mehr laufen können.

Wenn sie allerdings länger was von dem Tier haben wollen, sollten sie den Eimer Hufteer am besten schnellstens entsorgen, wenn sie überhaupt noch welchen haben.
Waschungen mit Rivanol, Haltebedingungen optimieren (evtl. zu feucht? Regelmässige Hufpflege)
Futterzusammensetzung überprüfen, evtl. zufüttern von Kieselgur, Biotin oder auch gekochter Hirse, sind alles Sachen, die den Huf stärken, allerdings dabei nicht vergessen, das sowas nicht von jetztauf gleich wirkt, so ein Huf wächst auch langsam, also langfristig kalkulieren.
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LiGrüss cara

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Michel

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #6 am: 23. März 2008, 10:18:56 »

Hallo Ihr Lieben,
vielen Dank für die vielen Tipps. Das besagte Hufgeschwür ist zuerst am Kronrand aufgebrochen und war dann für ca. 2 Wochen trocken. Nachdem unser Pferd immer noch am lahmen war, hab ich den Tierarzt gewechselt und einen Spezialisten von einer Pferdeklinik kommen lassen. Er hat vor 3 Tagen das Geschwür von unten eröffnet, so dass der Eiter nun ablaufen kann. Hufteer haben wir natürlich nie benutzt, als Pferdebesitzer weiss man, was passieren kann. Nachdem die Waschungen mit Rivanol beim ersten mal nicht 100 % gehofen hatten, baden wir den Huf nun mit Vet-Sept. Glücklicherweise lässt das Pferd den Fuß lange im Eimer stehen. Danach machen wir zum Schutz vor Schmutz noch Socatyl-Salbe drauf. Ich denke, man muss den ganzen jetzt mal ein paar Tage Zeit geben um auszuheilen, danach wird das Pferd - sofern es möglich ist - direkt beschlagen.
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lilly

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #7 am: 23. März 2008, 10:28:43 »

hallo michel,
willkommen hier  :daumen:
drücke dir/euch die daumen, dass es euern vierbeinern bald wieder besser geht. :D
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guest176

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #8 am: 23. März 2008, 11:13:35 »

hallo michael,
auch von mir ein herzliches willkommen !
wie du schon sagst , es braucht zeit ,viel zeit .
eisen sind aber leider kein garand gegen hufgeschwüre, wir hatten es in 2007 bei einem unserer rückepferde mit ein em hufgeschwür zu tuen ,aber nach einer behandlung durch den tierartz bis dato keine probleme mehr damit .
gruß joe
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Mathilde

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #9 am: 23. März 2008, 18:45:04 »

Hallo,

und wenn Ihr mit Rivanol behandelt dann dient das liebe Hotte ja sicherlich nicht zur Lebensmittelgewinnung  ;)

LG Mathilde

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lilly

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #10 am: 23. März 2008, 19:25:13 »

*sorry*, ein bissl offtopic.

aber wer kann schon pferde essen? *schüttel*
viele sagen, dass die schmecken, aber ich kann das nicht glauben und möchte das auch nie probieren!  :-\
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Rabe

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #11 am: 23. März 2008, 20:34:00 »

@lilly

Pferde wären sicher nicht aus Fleisch wenn man sie nicht essen könnte.

Pferdefleisch ist in bestimmen Gegenden Italiens ne absolute Spezialität. Hab da letztens mal was im Fernsehn gesehen. Die Karren die Schlachtpferde aus allen Ecken Europas da hin zum Schlachten.
In Straubing am Gäudbodenvolksfest gibts auch immer nen Pferdemetzger. Komischerweise steht der keine 100m von einem Reitstand für Kinder weg. Geh mal davon aus das die Pferde die zwischendurch umkippen Abends in die Wurst kommen.  :D Erzähl das immer fleissig den Kindern die dort zum Reiten anstehen. Die sind immer voll begeistert davon.
« Letzte Änderung: 24. März 2008, 10:27:54 von Rabe »
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elke

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #12 am: 24. März 2008, 00:47:41 »

soooo, nun setz ich mich mal in die nesseln, laechel. ich habe sehr oft mit pferden zu tun, die hufabszesse haben und die ursachen hierfuer sind sehr vielfaeltig. ganz oft kommt es zu hufabszessen, wenn der huf von eisen auf barfuss umgestellt wird (eine umstellung kann bis zu einem jahr dauern). viele pferde mit hufeisen haben sog. zwanghufe und wenn die hufe sich weiten, dann kommt es zu spannungen im huf des pferdes und dadurch kann es zu hufabszessen kommen. aber genauso koennten kleine steinchen die ursache sein, meistens aber eher nicht. Zu viel hochwertiges futter oder aber schlechte heuqualitaet muessen hier auch erwaehnt werden. wichtig ist, das das pferd laeuft und zwar auf hartem boden. durch die bewegung kommt es zu einer aktivierung der durchblutung im huf und der abszess kommt zur reifung. wenn der abszess mal einen weg nach aussen gefunden hat, ist der hauptschmerz meist sehr schnell vorbei und die lahmheit ist nicht mehr so gross. homoeopathisch wuerde ich hier myristica sebifera D6 3 x 5 Globuli bis zur eroeffnung des abszesses geben. zusaetzlich wuerde ich 3 - 5 x tgl. Traumeel ad. us vet geben. sollte das pferd oefter probleme mit schlechter hornqualitaet haben, dann wuerde ich noch schuesslersalz Silicea ueber 8 Wochen geben oder aber eine Entgiftungskur empfehlen. im stadium vor der eroeffnung des abszesses ist wie schon genannt ein angussverband angezeigt. hierfuer verwende ich entweder catholyth oder aber retterspitz. wichtig ist hier, das der verband sehr nass gehalten wird. also alle paar stunden neu angegossen wird (lauwarmes wasser). ist der abszess dann eroeffnet, wird die abszesshoele mit phlogasept oder einem anderen desinfektionsmittel gespuelt. jetzt sollte das pferd auch auf hartem boden gefuehrt werden und laufen, trotz der lahmheit. bei meinen patienten wende ich auch noch eine lasertherapie oder ein magnetfeld an, das dient auch zur durchblutungssteigerung und schnelleren heilung.
ich bin kein freund von hufeisen wenn das pferd kein problem mit barfuss laufen hat, dann ist es besser, wenn das pferd keine eisen bekommt. wenn eisen, dann bitte per kaltbeschlag, damit trocknet der huf nicht so aus und wird nicht so sproede. (machen aber viele schmiede nicht mehr)

so, hoffe ich hab nix vergessen und bei fragen einfach noch mal nachfragen

alles gute und liebe gruesse
elke

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Michel

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #13 am: 24. März 2008, 15:09:25 »

Hallo Elke,
ich bin Dir sehr dankbar für die Nennung der homeopathischen Mittel - wollte es nämlich damit unterstützen, konnte aber unsere Tierhomeop. wg. Osterurlaub nicht erreichen. So kann ich es morgen direkt in der Apo ordern. Da wir Offenstall mit verschiedenen Böden haben (Gummi, Verbundstein, Kunststoffgitter mit Sand) kann er sich trotz Lahmheit immer genug bewegen und macht das auch. Ist halt ein typischer Quarter mit eben diesen schlechten Hufen...
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Mathilde

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Re: Hufgeschwüre bei Pferden
« Antwort #14 am: 24. März 2008, 19:50:56 »

@ lilly,

also das Du das hier so postest hätte ich nicht gedacht. Ist denn ein Pferd was anderes als eine Kuh oder das schöne Rehlein vor meinem Küchenfenster?
Ich habe "Rotz und Wasser" geheult wie "meine" von mir selbst bis zu den fliegenden Wechseln ausgebildete Schimmelstute wegen Darmverschluß weg musste. Wir haben Sie selbst verladen und dort hingefahren und mein Mann hat die genommen und ist mit ihr selbst ins Schlachthaus reingelaufen.........Ich persönlich finde das für das Pferd auch nicht schlimmer wie das für mich ewig dauernde Einschläfern.
Da war ich nämlich auch schon mit dabei bei unseren Pensionspferden.
Nur die Vermarktung über die Händler und diese unsäglichen Schlachtpferdetransporte oder diese bewusste Züchtung von Haflingern für "Fohlengulasch" das ist auch nicht mein Ding >:(
LG Mathilde
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