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Autor Thema: Insektensterben durch die Landwirtschaft  (Gelesen 29303 mal)

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Biobauer

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #45 am: 17. Juli 2017, 21:28:36 »

unabhängig vom thema, nur mal kurz paar richtigstellungen, bevor hier manchen noch einer abgeht

-glypho und andere spritzmittel sind schlichtweg verboten, kupferpräparate werden allenfalls im kartoffel, weinbau eingesetzt,bei weitem nicht in den maße, wir hier welche suggerieren
-konvi gülle, gärrest darf im eu bio eingesetzt werden, mengenmässig streng reglementiert, industrielle tierhaltung ist definiert, daher ist zb hühnermist faktisch nicht möglich
-eu bio machen hier prämienoptimierer, zb ein reitstall mit 40 ha wiese und koppel, ein mutterkuhhalter mit 100ha grünland. was spricht dagegen, das sie so etwas machen. alle die mit nennenswerten mengen am markt agiern , sind verbandsbio
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen

tuning Esel

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #46 am: 20. Juli 2017, 04:02:09 »

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Rohana

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #47 am: 20. Juli 2017, 07:05:55 »

Das bisschen was da die Schnur die Pflanzen berührt reicht aus? Was ist da dran/drauf? Hab leider nicht alles verstanden, mein Agrar-Französisch lässt zu wünschen über -.-
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Biobauer

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #48 am: 20. Juli 2017, 08:09:22 »

Das bisschen was da die Schnur die Pflanzen berührt reicht aus? Was ist da dran/drauf? Hab leider nicht alles verstanden, mein Agrar-Französisch lässt zu wünschen über -.-

tröste dich, ich versteh da auch nix.
sollten die rüben bio sein und wäre da glypho im behälter, wäre dies ein ganz klarer verstoß gegen die EU-Öko-verordnung. sofortige aberkennung der felder und der ware, rückzahlungen erhaltener ausgleichszahlungen......
weiß nicht ,ob jemand dieses risiko eingehn will
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Ede

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #49 am: 20. Juli 2017, 08:16:49 »

Ich glaube das sind Möhren, aus welchen Kartoffeln mittels Strom beseitigt werden. Verstehe allerdings auch nur Bahnhof.
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hanns

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #50 am: 20. Juli 2017, 08:44:29 »

die kartoffeln werden von den umlaufenden schnüren,die mit hoher konzentration glyphosat getränkt sind,vernichtet.
von bio keine rede.
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Ede

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #51 am: 20. Juli 2017, 08:58:19 »

Ok, also eher ein Rotowiper mit Schnur  :D
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Rohana

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #52 am: 20. Juli 2017, 09:51:34 »

Von Bio war bei den Schnur-Glyphosat-Ding keine Rede, nur von "alternativer Unkrautentfernung".
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farming.ch

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #53 am: 20. Juli 2017, 09:59:32 »

Warum hier bei dem Insektenausterben wieder mal Bio kritisiert wird ist mir schleierhaft.

Wenn die Insekten tatsächlich stetig weniger werden, so wird das wohl Konsequenzen haben auf die Landwirtschaft und die anderen Verursacher- auch wenn es keinen Biolandbau gäbe !
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Wade

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #54 am: 20. Juli 2017, 12:52:27 »

Das ist die allgemeine Taktik. Ich hab damit angefangen dass Bio dabei helfen könnte. Und anstatt auf die Argumentation einzugehen wird halt Bio ansich schlecht gemacht. Und zusätzlich werde ich damit gleichzweitg diskreditiert und somit alle weiteren Argumente von mir abgeschwächt. Ist doch viel einfacher so, als wirklich auf die Argumente eingehen zu müssen...


Ich fasse die Ergebnisse/Diskussion mal zusammen:
1. Es gibt gar kein Insektensterben weil es keine ausreichenden Daten dazu gibt, die paar Leute haben davon ja keine Ahnung.
2. Falls es doch Insektensterben gibt, dann liegts überhaupt nicht am Ackerbau sondern daran dass Misthaufen abgedeckt werden müssen und Gülle sofort eingearbeiter werden muss
3. Daran ist nur wieder die grünen und linken Weltverbesserer Schuld, die wollen das ja so.
4. Falls es nun doch Insektensterben gibt kann man da eh nix dran ändern, kostet ja alles Geld und wir armen Bauern verdienen ja eh nix. (bei den hohen Pachten die wir uns Gegenseitig hochtreiben)
5. Auch wenn wir etwas ändern könnten und es bezahlbar wäre, wen juckts. Sollen doch erstmal die anderen was machen (zb weniger Land versiegeln). Außerdem ist doch eh alles im Wandel und die Dinosaurier sind schließlich auch ausgestorben. Da ist es doch das heutige Artensterben auch nur ein natürlicher Vorgang...

-> Man muss sich echt wundern warum die Landwirtschaft so nen schlechten Ruf hat, wir nehmen unsere Verantwortung doch zu 100% wahr... *wer ironie findet darf sie behalten*


Genau diese Argumentation findet auch in vielen anderen Bereichen.
z.b antropogener Klimawandel:
Gibts gar nicht
Falls doch ist der Mensch nicht Schuld
Falls der Mensch doch Schuld ist können wir eh nix ändern
Falls wir was ändern könnten ist es doch eh viel zu teuer
Falls es doch nicht zu teuer ist, sollen doch erstmal die anderen was ändern

Das sind "Argumente" um das eigene Gewissen zu beruhigen, aber nicht um Lösungen für Misstände zu finden oder Glaubhaft in der Bevölkerung/Politik rüber zu kommen...
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Todde

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #55 am: 20. Juli 2017, 13:22:06 »

ABER zu sagen dass die aktuelle konventionelle Landwirtschaft wenig Einfluss bzw keine Schuld hat bei der Abnahme der Diversität von Flora & Fauna ist einfach nur Falsch.

Gefühlte Wahrheiten sind schon was feines.
Einseitige Sichtweisen sind ebenso unsachlich.


Räumliche Verteilung ist entscheidend
http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/raeumliche-verteilung-ist-entscheidend-721

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hanns

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #56 am: 20. Juli 2017, 13:23:43 »

ich lasse mir als bauer NICHT an den kopf werfen,ich sei schuldig.punkt.
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Todde

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #57 am: 20. Juli 2017, 13:32:57 »

Heute Meldung in der Zeitung:
Schonzeit für Waschbären vorbei ....
In 2001 866 erlegte Tiere, in 2016 10.070 Tiere ....

Als Kulturfolger sind die Waschbären auch in Dörfern und Städten aktiv und räubern die Neste der Vögel aus ..... also weniger Nahrung (Insekten) und mehr Feinde für unsere Vogelwelt ....
... aber die Landwirtschaft ist an allem Schuld :frage: :frage: :frage: am Rückgang der Vögel  :frage: klare Feststellung aller selbsternannten Ornithologen, und zig Hobby Ornithologen können sich ja nicht täuschen
Ironie aus



einen grund zur abnahme der der vogelpopulation sollte auch noch mal ins spiel bringen .
https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article150717190/Illegaler-Vogelfang-liefert-zweifelhafte-Delikatesse.html

cee cazzo ,
schmekte gut kleine vogel ! ;D

Einige wichtige Punkte werden immer vergessen, die effektivität der Landmaschinen.
Der Mähdrescher hat heute ~1,5% Verluste, vor 30 Jahren waren die Körnerverluste um einiges höher.
Zu dem wird der Stoppel meist wesentlich effektiver schwarz gemacht, Vögel finden da schnell gar nichts mehr.
Dazu gab es in Niedersachsen mal eine Studie, Unterschiede am Vogelbesatz auf den Flächen gab es zwischen Bio oder Konvi nicht, nur an der Art der Bodenbearbeitung unterscheidet sich der Besatz, je extensiver die Bodenbearbeitung desto höher der Besatz an Vögeln auf der Fläche. Die Studie ist leider nicht mehr zu finden, ging glaube ich über 3 Jahre.

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Wade

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #58 am: 20. Juli 2017, 14:09:14 »

ABER zu sagen dass die aktuelle konventionelle Landwirtschaft wenig Einfluss bzw keine Schuld hat bei der Abnahme der Diversität von Flora & Fauna ist einfach nur Falsch.

Gefühlte Wahrheiten sind schon was feines.
Einseitige Sichtweisen sind ebenso unsachlich.


Räumliche Verteilung ist entscheidend
http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/raeumliche-verteilung-ist-entscheidend-721

Nur weil Bio vielleicht genauso schlecht ist, heißt das doch nicht dass konventionell keine Schuld trägt... Was ist das denn für ein Argument. Wenn beides nichts für die Diversität bringt, braucht man eben kein Bio sondern mehr Brache/Hecken/Blühstreifen... Oder es müssen halt kluge Köpfe herausfinden wie man dem am effektivsten mit möglichst geringen Aufwand gegensteuern kann.

Hab die Studie grad nicht gelesen, aber ist das nicht die Studie, bei der Biolandwirtschft auf den ganz schlechten Flächen mit dem Durchchnitt der konventionellen Flächen verglichen wurde? Die ist alles andere als Wertneutral...


ich lasse mir als bauer NICHT an den kopf werfen,ich sei schuldig.punkt.
Aha erstmal pauschal abstreiten dass man Schuld hat obwohl überhaupt nicht klar ist ob man vielleicht doch Schuld hat? Wie soll die Landwirtschaft so jemals positiv in der Bevölkerung rüber kommen? Wie erklärt ihr dass so viele Arten auf der Rote listen stehen? Als ob die Landwirtschaft da überhaupt keinen Einfluss hat! Sicher nicht alleine Schuld, aber ziemlich sicher mindestens Beteiligt...
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WilliW

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Re: Insektensterben durch die Landwirtschaft
« Antwort #59 am: 20. Juli 2017, 14:31:54 »

Oder es müssen halt kluge Köpfe herausfinden wie man dem am effektivsten mit möglichst geringen Aufwand gegensteuern kann.

Ja, das hätte was.
Genau so schick wäre es auch, die Ursache erst einmal zu ermitteln, bevor der Einfachheit halber in blindem Aktionismus der Argumentationskette gefolgt wird, dass es vermeintlich auf dem Land weniger Insekten gibt, dort Landwirtschaft betrieben wird und eben diese ursächlich Schuld daran sein muss.

So lange selbst die "Studien", die einen Rückgang "belegen", empirisch in keinster Weise abgesichert sind und somit auf zweifelhafte, weil statistisch nicht belegbare Art und Weise entstanden sind, einen ganzen Berufstand diskreditieren, habe ich dafür keinerlei Verständnis.
Das fällt für mich in die Schublade "Ängste schüren, um wahr genommen zu werden, um bei der nächsten Wahl nicht in die Bedeutungslosigkeit geschickt zu werden".

Ich bin bei belegbaren Sachargumenten durchaus bereit, Blühstreifen anzulegen.
Aber dann muss es auch Sinn machen.

Willi
« Letzte Änderung: 20. Juli 2017, 14:33:57 von WilliW »
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