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Autor Thema: Fragen zu Schafshaltung  (Gelesen 4417 mal)

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ChickenHuhn12

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Fragen zu Schafshaltung
« am: 27. April 2017, 13:09:20 »

Hallo zusammen,

hier gehts um Schafhaltung. Wir legen uns demnächst Schafe dazu und brauchen dazu noch ein paar Tipps. Welche Komplikationen glaubt ihr können auftreten, wenn man eine kleine Herde von ca. 20 Schafen gemeinsam hütet. Einfach Sachen, die euch einfallen, woran man vielleicht nicht sofort denkt.

Und meint ihr, ein kleiner Graben bzw. Bach reicht als Grenze der Weide, oder sollte man sich um einen Zaun kümmern?

Grüße
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Das Schweigen ist nach der Rede die zweite Großmacht der Welt.

sten

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Re: Fragen zu Schafshaltung
« Antwort #1 am: 27. April 2017, 13:27:47 »

Da Du direkt nach dem Graben/Zaun fragst: in der Umgebung von Hamburg sind Wölfe unterwegs, wolfssicher sollte der Zaun also sein. Ein Graben reicht da nicht aus. Über Aspekte der Haltung können sicher andere hier mehr berichten, der Kontakt zum nächstem lokalen Schäfer ist aber von Vorteil.
Carsten
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Volldorsch

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Re: Fragen zu Schafshaltung
« Antwort #2 am: 28. April 2017, 15:35:12 »

@sten: Gut, dass du es erwähnst. Ich hatte da auch so etwas in Erinnerung, war mir aber nicht sicher und hätte es wohl selbst auch nicht geschrieben.

@ChickenHuhn12: Mögliche Komplikationen fallen mir jetzt auf die Schnelle nicht ein, jedenfalls nichts was durch die Größe der Herde bedingt sein könnte. Und mit dem Rest solltest du dich ja eigentlich auskennen, wenn du vorhast, dich der Schafhaltung zu widmen. Das macht man ja nicht einfach so. Was nur wichtig ist, ist dass du sie auf Dauer in ihrer Herde lässt - denn Schafe = Herdentiere. Daher: einsame Schafe = unglückliche Schafe. Und das will ja niemand.

Was die "Grenze" angeht. Ich würde mich nicht auf einen Bach verlassen...nicht nur wegen des Wolfes, sondern auch wegen den Schafen. Wenn die Lust haben, dann schaffen die es auch an einem Bach vorbei.

Mindestens so ein Kombinetz sollte meiner Meinung nach her:



(Bildquelle: https://agri-service-walluch.de/schafhaltung )

Wenn nicht sogar ein richtiger Zaun:



Wobei du mit einem Kombinetz wohl günstiger dran bist. Ich schätze mal, dass es der Wolf da auch nicht durch schaffen sollte.

Und was meiner bescheidenen Meinung nach auch nicht fehlen darf: genug Liebe. Zeig deinen Schafen, dass du sie gerne hast und alle sind glücklicher. Versprochen. Mein Vater hatte auch mal ein Schaf namens Bibo. Die haben zusammen geboxt und er hat ihm Fußball beigebracht. Schafe können mehr, als du denkst! Schafhaltung ist demnach nicht nur füttern und gefüttert werden.
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Wade

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Re: Fragen zu Schafshaltung
« Antwort #3 am: 28. April 2017, 16:36:20 »

Hallo zusammen,

hier gehts um Schafhaltung. Wir legen uns demnächst Schafe dazu und brauchen dazu noch ein paar Tipps. Welche Komplikationen glaubt ihr können auftreten, wenn man eine kleine Herde von ca. 20 Schafen gemeinsam hütet. Einfach Sachen, die euch einfallen, woran man vielleicht nicht sofort denkt.

Und meint ihr, ein kleiner Graben bzw. Bach reicht als Grenze der Weide, oder sollte man sich um einen Zaun kümmern?

Grüße

Wollt ihr die hüten? Oder Koppeln? Hütehaltung braucht mehrere Stunden bzw halbtags jemanden der auf die Schafe aufpasst, dazu mehrere Hunde. Ich denke ihr wollt die einfach Koppeln oder?

Das einfachste dazu sind die angesprochenen Elektrozaun-Netze. Dazu ein Weidezaungerät (da gibts eigentlich nur Gallagher die wirklich was taugen). 
Ob das jedoch nen Wolf abhält mag ich mal stark bezweifeln. Das einzige was wirklich gegen Wölfe hilft ist ein Herdenschutzhund. Bei 20 Schafen wäre das aber die Kanone auf Spatzen  ;)
Ein Graben hält die Schafe nicht auf, wenns dumm läuft versuchen die Schafe drüber zu kommen und die Hälfte verreckt bei dem Versuch. Oder sie wollen dran saufen und versinken oder fallen rein, alles schon erlebt  :-\


Ansonsten zur Schafhaltung:
Täglich frisches Wasser bei Trockenheit, dazu Mineralfutter, Salz oder Leckstein und im Sommer irgendwas was Schatten spendet.
Klauenpflege nicht vernachlässigen (vor allem wenn es feuchte Wiesen sind gibt schnell Probleme mit den Klauen, z.b. Moderhinke)

Wenn Kraftfutter (eigentlich nicht nötig auf der Weide) nicht zu viel auf einmal (max 1-2kg pro Tag), Schafe sind strunz dumme Viecher, die Fressen bis sie wortwörtlich platzen. Genauso muss man beim beweiden von (jungem) Klee/Luzerne sehr vorsichtig anfangen, sonst fallen die um wie die Fliegen. Das passiert sogar erfahrenen Schäfern desöfteren...
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Bioland Landwirt seit 2012