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Autor Thema: Humusaufbau /-abbau  (Gelesen 11781 mal)

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wolf

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #30 am: 12. Oktober 2019, 10:44:13 »

Eine Studie, die mir zb sehr gut gefällt. Ist zwar auch nur für drei Jahre angelegt, aber es werden sehr interessante Aspekte aufgegriffen:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167880919303032

Und es bestätigt die Studie des Thünen-Institutes:

Zitat
Direktsaat erhöht die N2O-Emission des Bodens bei der höchsten N-Dünger-Rate signifikant

Zitat
Das Potenzial zur Denitrifikation des Bodens unmittelbar nach dem Ausbringen des Düngemittels vor dem Pflanzen war unter Direktsaat höher als unter konventioneller Bodenbearbeitung mit Zwischenwerten unter reduzierter Bodenbearbeitung

 
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2019, 10:47:00 von wolf »
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tomiq

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #31 am: 12. Oktober 2019, 11:40:23 »

Zitat
Ehrlich gesagt: Humusaufbau ist für mich fast schon irrelevant. Ein normaler Landwirt sitzt vielleicht für 30 Jahre am Ruder. Don selbst sagt, dass man, wenn's gut läuft, pro Jahr den Humusgehalt im Boden um 1 Promille steigern kann. Sind in 30 Jahren also pi mal Daumen um die 0,08 Prozentpunkte Zuwachs. Da frage ich mich, ob man das überhaupt seriös messen kann.

Seit 2004 habe ich am Betrieb Humus beprobt und ich kann ganz klar ableiten, dass wir in den
15 Jahren durch Glyphosat, Mulchsaat, Gärsubstratdüngung und intensivem ZF Anbau die
Humusgehalte von ehemals 1,9-2,2 % auf 3,0-3,3 % steigern konnte.

Ich bin mir aber ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob der Anstieg des Humusgehaltes über 3 % hinaus weiterhin
linear verlaufen wird. Irgendwann wird das hiesige Klima mit 10,2 Grad Jahresdurchschnittstemperatur und
620 mm Jahresniederschlag, unabhängig von der Bewirtschaftungsform, die Effekte des Humusaufbaus
ausbremsen. Ist aber nur mein Bauchgefühl.

Aber es ist definitiv so, dass der Humusgehalt in einer Generation nachhaltig positiv oder negativ beeinflußt
werden kann.

Dazu gab es in der DDR sehr interessante Studien, soweit ich weiß an der Universität in Halle.



ade
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BNT

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #32 am: 12. Oktober 2019, 11:50:12 »

Und es bestätigt die Studie des Thünen-Institutes:

Du musst schon alles lesen. ;)
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Panta rhei

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #33 am: 12. Oktober 2019, 12:34:49 »



Seit 2004 habe ich am Betrieb Humus beprobt und ich kann ganz klar ableiten, dass wir in den
15 Jahren durch Glyphosat, Mulchsaat, Gärsubstratdüngung und intensivem ZF Anbau die
Humusgehalte von ehemals 1,9-2,2 % auf 3,0-3,3 % steigern konnte.

Ich bin mir aber ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob der Anstieg des Humusgehaltes über 3 % hinaus weiterhin
linear verlaufen wird.

tomiq

Bernd,
ich kann die Zahlen bei vergleichbaren Betriebssystem absolut bestätigen.
Langjährige Flächen habe auch die 3%, eineige sogar bis 6%.

Das der weitere Anstieg kann meiner Meinung nach bis Richtung 5% beihnahe  linear weiterlaufen, dann müßen aber ALLE! Register gezogen werden und der Betriebsmitteleinsatz  angepasst werden.
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wolf

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #34 am: 12. Oktober 2019, 15:49:38 »

Und es bestätigt die Studie des Thünen-Institutes:

Du musst schon alles lesen. ;)

Ist etwas falsch an den Zitaten? Woher weißt du, was ich gelesen habe und was nicht?
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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #35 am: 12. Oktober 2019, 16:17:17 »

Man muss aber schon zugeben das diese Anstiege ohne wendende Bodenbearbeitung im Normalfall nur in den oberen maximal 20 cm sind. Wenn vorher auf 30 cm beprobt wurde ist das schon ein Unterschied.

Daher rühren auch manche exorbitanten Anstiege zum Beispiel bei Beprobung auf nur 15 cm.
Von Labor zu Labkr kannst wahrscheinlich auch schon 1 Prozent Unterschied haben.
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tomiq

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #36 am: 12. Oktober 2019, 17:33:48 »

Zitat
Man muss aber schon zugeben das diese Anstiege ohne wendende Bodenbearbeitung im Normalfall nur in den oberen maximal 20 cm sind. Wenn vorher auf 30 cm beprobt wurde ist das schon ein Unterschied.

Daher rühren auch manche exorbitanten Anstiege zum Beispiel bei Beprobung auf nur 15 cm.
Von Labor zu Labkr kannst wahrscheinlich auch schon 1 Prozent Unterschied haben.


Deinem Argument kann ich nicht folgen, da wir bei neu gepachteten Flächen, unabhängig von
der Vorbewirtschaftung mit oder ohne Pflug, auf Lössböden in einer ZR Fruchtfolge, immer nur
um die 2,0 % Humus erreichen.

Die Einstichtiefe ist genauso tief wie bei unseren Flächen. Mittlerweile ist der 1-1,5 % höhere
Humusgehalt auf unseren Flächen auch optisch wahrzunehmen. Und die Optik zählt mehr als
alle Bodenuntersuchungen dieser Welt, unabhängig vom Labor.


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« Letzte Änderung: 12. Oktober 2019, 21:20:55 von tomiq »
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adefrank

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #37 am: 12. Oktober 2019, 21:44:48 »


Bernd,
ich kann die Zahlen bei vergleichbaren Betriebssystem absolut bestätigen.
Langjährige Flächen habe auch die 3%, eineige sogar bis 6%.

Das der weitere Anstieg kann meiner Meinung nach bis Richtung 5% beihnahe  linear weiterlaufen, dann müßen aber ALLE! Register gezogen werden und der Betriebsmitteleinsatz  angepasst werden.
Also unstrittig dürfte sein, dass bei Direktsaat der Humusgehalt nahe der Oberfläche deutlich zunimmt. Für wahrscheinlich halte ich, dass die Humusmenge insgesamt zunimmt, aber da würde ich erwarten, dass dieser Effekt keienswegs so ausgeprägt ist wie an der Oberfläche.
Positiv wirkt sih natürlich aus, dass durch dei fehlende Bodenbearbeitung es zu weniger Humusabbau kommt. Allerdings ist ohne Bodenbearbeitung der Abbau in der Tiefe auch geringer als an der Oberfläche (vgl. Tiefflügeflächen nach Jahrzehnten). Insofern wäre es allein vom Hmusabbau eigentlich doch idel, wenn man nach Jahren der Oberflächenanreicherung einmal den Hmus in die Teife schaffen würde und dann die Oberfläche erneut anreichert (lässt inzwischen schon die Düngeverordnung nicht mehr zu, denn Humusaufbau bindet auch entsprechende Stickstoffmengen und damit ist die N-Bilanz im Eimer).
Aber um auf das Thema zurückzukommen. Die eigentliche Frage ist doch, wie entwickelt sich die Humusmenge pro qm bei den verschiedenen Bewirtschaftungsmaßnahmen. Und je nach Probentiefe wird eben die Gesamthumusmenge nicht unbedingt vollständig erfasst, bzw. überzeichnet, wenn man sich primär an den höheren Gehalten oberflächennah orientiert.
Also ich kenne das Ergebnis nicht, wie der Vergleich über die gesamte durchwurzelbare Bodenschicht aussieht bei den verschiedenen Bewirtschaftungsverfahren. Die entsprechenden Daten würden mich aber duchaus interessieren.
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Wade

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #38 am: 13. Oktober 2019, 01:04:49 »

Ehrlich gesagt: Humusaufbau ist für mich fast schon irrelevant. Ein normaler Landwirt sitzt vielleicht für 30 Jahre am Ruder. Don selbst sagt, dass man, wenn's gut läuft, pro Jahr den Humusgehalt im Boden um 1 Promille steigern kann. Sind in 30 Jahren also pi mal Daumen um die 0,08 Prozentpunkte Zuwachs. Da frage ich mich, ob man das überhaupt seriös messen kann. 

Fehlen da ein paar Zahlen oder ist das schlicht nen Rechenfehler? Bei 1 Promille pro Jahr, 30 Jahre lang komme ich auf nen anderen Wert als 0,08%.  :frage:
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BNT

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #39 am: 13. Oktober 2019, 09:08:18 »

Von welchem Humusbasisgehalt gehst du aus?

@wolf: Weil da viel interessantere Dinge drin stehen und deine Aussage in diesem Zusammenhang nicht falsch, aber unvollständig ist.

Wenn man sich nämlich den N2O Ausstoß pro Ertragseinheit ansieht, sieht die Sache schon ganz anders aus. Es bringt nichts, die N2O Bildung pro ha alleine zu betrachten. Wenn du bei Mulch- oder Direktsaat um 50% höhere N2O Bildung hast, aber auch um 50% höhere Erträge, dann ist N2O ein Nullsummenspiel.
Außerdem werden in diesem Paper ein paar Interessante Faktoren zur N2O Bildung erläutert. Böse gesagt: Wenn dein Boden staubtrocken ist, hast du natürlich keine N2O Bildung. Kann dein Boden aber Wasser gut speichern, steigt die N2O Bildung, genauso, wenn du viel organisches Material in deinem Boden hast.
Ganz böse gesagt: Gesunder Boden - hohe Erträge -> N2O. :D
Darf natürlich über eines nicht hinweg täuschen: Wir haben es in gewissem Grad auch in unserer Verantwortung. Wir wählen die Art des Düngers aus, wann er appliziert wird und wie. Diese drei Punkte alleine machen schon mehr aus, als der Unterschied zwischen Pflug-, Mulch- und Direktsaat.
Der Versuch dort liegt auf Höchsterträge in Mais. Der Rekord lag bei  Es wurde davor ein gleicher Versuch mit Gerste ohne Beregnung durch geführt. Da hatte Direktsaat niedrigere N2O Bildung als Pflugsaat.

@tomiq: Das, was bei dir gemessen wird, ist die organische Substanz, die nach Siebung deiner Bodenprobe noch in deinem Boden steckt, nehme ich mal an? Diese Probe wird dann eingewogen, dann großer Hitze ausgesetzt und dann wieder gewogen. Was verbrannt ist, ist der Kohlenstoff in deinem Boden und daraus wird der "Humus"gehalt errechnet. Die meinen mit Humus aber etwas anderes. Das im Labor zu analysieren, wie bei weitem schwieriger als das, was wir in unseren Bodenanalysen geliefert bekommen.
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BNT

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #40 am: 03. Dezember 2019, 07:45:03 »

Was mir letztens zu diesem Thema eingefallen ist: In dafür empfindlichen Regionen soll die Erosion pro Jahr und Hektar um die 3 to Boden abtragen. Damit geht dann auch so um die 35 kg Kohlenstoff verloren oder 122 kg CO2.
Also wenn man nun sagt, dass Direktsaat nicht beim Humusaufbau hilft, so hilft sie wenigstens gegen den Humusabbau.

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nofear

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #41 am: 03. Dezember 2019, 10:37:59 »

Und wie willste die durchsetzen ohne das böse … Mittel, welches demnächst verboten wird?
Noch gibt's selektive Herbizide, die da etwas leisten könne, aber deutlich unsicherer und schwieriger.
Und selbst mit dem bösen, aber eigentlich idiotensicheren Mittel hat sich die DS schon bisher nicht in den nötigen Flächen voll durchgesetzt...
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„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

nofear

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #42 am: 03. Dezember 2019, 10:39:35 »

Wenn ich sehe, was hier in meiner hoch erosionsgefährdeten Gegend (Hang, Wasser) häufig die Reaktion auf den Wegfall von Wirkstoffen ist, dann schaudert mich:
Pflügen!
Das schlimme ist, sie haben selbst in diesm trockene Jahr recht, weil die Pflüger meist die besten Rapserträge hatten (nun gut, wahrscheinlich habens die konservierenden nicht richtig drauf...)
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Gufera

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #43 am: 03. Dezember 2019, 13:28:20 »

Kommt halt drauf an was mit Erosion gemeint ist. Wohin erodiert der Boden? Hangabwärts zum Nachbar, oder in den Bach/Fluss? Oder durch den Wind? Der Boden verschwindet ja nicht einfach ins Nichts. Entweder liegt er dann beim Nachbar, oder wird irgendwo wieder angeschwemmt, oder fällt zu Boden.  ;D
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Wade

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Re: Humusaufbau /-abbau
« Antwort #44 am: 03. Dezember 2019, 13:30:52 »

oder Fließt ins Meer...
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