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Autor Thema: Fehlgärung von Silage  (Gelesen 9701 mal)

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Tim

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #30 am: 17. Januar 2019, 08:31:00 »

Schade das eine Frage so beantwortet wird.

Stimmt, das sind zwei Probleme,  das eine liegt nicht in meiner Hand,  für das zweite will ich dem Fahrer auf dem silo keinen Vorwurf machen- das haben wir schon während der Ernte ausgeboxt.

Zitat
Die Möglichkeiten mit der chemischen Seite sind Dir bekannt, Möglichkeiten gibt es viele, bei uns in Bayern sind aber wenige erlaubt. Begiff HACCP   

Das wäre mal interessant zu wissen. Aber niemand ist hier verpflichtet antworten zu geben und natürlich sollte auch jeder überprüfen was er hier annimmt.

Es ist auch niemand verpflichtet Fragen zu stellen. Insofern dennoch, Dankeschön.

MfG Tim
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wollomo

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #31 am: 17. Januar 2019, 10:34:27 »

In meiner Gegend gibt es viele größere Biogasanlagen. Dort wird eigentlich immer so siliert, dass max. 1 Tag das Silo offen ist, bedeutet mit dem Radlader, Pistenraupe oder Schlepper eine Rampe gebildet. Abkippen kann man dann natürlich nur vor dem Silo. Solche Schichten habe ich dort jedoch noch nie gesehen.
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Schorsch

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #32 am: 17. Januar 2019, 11:13:46 »

Die Möglichkeiten mit der chemischen Seite sind Dir bekannt, Möglichkeiten gibt es viele, bei uns in Bayern sind aber wenige erlaubt. Begiff HACCP

Würdest du bitte trotzdem mal konkrete Möglichkeiten nennen? Und welche Maßnahmen könnte man theoretisch machen, wenn es zulässig wäre?

Mir ist bekannt, dass manche Betriebe den Futterharnstoff bereits beim Silieren zum Futter zugeben und zwar durch Aufbringen auf die oberste Schicht. Dadurch soll es in diesem Bereich weniger Verluste geben. Die Rede war von 500 gr je m².

Noch was: Was ist ein "Texas-Betrieb"?
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donnershag

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #33 am: 17. Januar 2019, 13:31:05 »

Texas ist bei mir, sieht aus wie in Wild-West. Aber Zwiebel Vorschlag der Oberflächenkonservierung funzt sehr gut.

Gruß
Martin
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bluna

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #34 am: 17. Januar 2019, 13:43:43 »

Das ganze festfahren bringt doch sowieso wenig.
Nur der obere 1,0m erhält durch die Walzfahrzeuge seine Verdichtung.
Darunter macht das das Eigengewicht der Silage. Wäre das anders hätte das Silieren in den Holz-Hochsilos nicht 50 Jahre lang einwandfrei funktioniert.

Beispiel:
Ich siliere 2,0m gras ins Fahrsilo und lasse das mit schersten (20t) FAhrzeugen walzen.
Wenn ich jetzt noch 3,0m Mais drauf silieren, ist bei der Entnahme die Grasschicht vielleicht noch 1,4-1,6m dick,
Was hat das walzen des Grases dann gebracht: Richtig gar nichts.

Das Silo muss schnell (1 Tag) voll und der obere Meter sauber abgewalzt werden.
Dann peinlich genau zudecken und die nächsten 10 Wochen nicht öffnen.
Dann kann man meistens auf die ganzen teueren Pulverchen verzichten.
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zwiebe

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #35 am: 17. Januar 2019, 15:09:30 »

Texas... Wild West... da laufen des Öfteren die Tiere frei herum und müßen mit dem Lasso gefangen werden....

Zuerst muß ein Betrieb registriert sein und die aufnahme von zb Säuren und Harnstoff dokumentieren HACCP
https://www.q-s.de/services/files/downloadcenter/6_weitere_unterlagen/mb-saeure-futterzusatz%20%281%29.pdf
https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ite/dateien/harnstoff_merkblatt_mit_protokoll_2017-05.pdf

Kaliumsorbat, Harnstoff...
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zwiebe

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klausg

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #37 am: 17. Januar 2019, 15:54:39 »

Was spricht gegen ne gebrauchte 600 oder 800 l Anbauspritze mit 3 m Gestänge zum Aufbringen von verdünnter Propionsäure?
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ct

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #38 am: 17. Januar 2019, 16:32:14 »

Mit so einer Kombination hat mein Lehrchef 1990 auch mal erfolgreich (aus Sicht der Silagestabilität) herumexperimentiert. Hat auch einmal gut funktioniert (aus Sicht der Silagestabilität). Aber leider war danach die damals schöne neue 1000 L Holder IS 1000 reif für die Werkstatt. Sämtliche Gummidichtungen aufgequollen. Das war am Ende ein teurer Spass.
Wenn, dann nur mit spezieller Technik.

Edit: Ich habe seinerzeit gute Erfolge mit EM-Bakterien gehabt. Recht Preiswert und einfach.
Ich würde das abends, zum Abschluß für die Nacht mal versuchsweise drüber applizieren.
« Letzte Änderung: 17. Januar 2019, 17:12:31 von ct »
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Gruß ct

Tim

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #39 am: 17. Januar 2019, 18:14:56 »

Edit: Ich habe seinerzeit gute Erfolge mit EM-Bakterien gehabt. Recht Preiswert und einfach.
Ich würde das abends, zum Abschluß für die Nacht mal versuchsweise drüber applizieren.

Hast du das selber angesetzt , oder im Kanister gekauft?
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Hein

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #40 am: 17. Januar 2019, 18:41:46 »

Mit EM haben wir auch mal experimentiert, sogar der Heizstab müsste noch irgendwo liegen. Allerdings haben wir keinen spürbaren Efekt erkennen können.
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Peter

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #41 am: 17. Januar 2019, 20:42:03 »

Zitat
Möglichkeiten gibt es viele, bei uns in Bayern sind aber wenige erlaubt. Begiff HACCP

Welche Möglichkeiten sollen denn in Bayern nicht erlaubt sein und in einem anderen Bundesland schon?
HACCP is nix Bayrisches....


Ich würd sagen über die Ursache der braunen Schicht sind wir uns alle einig. Das Erntegut ist zu lang an der Luft, daduch gibt es eine Art Vergärung/Erwärmung/Veratmung was den Mais braun färbt. (Diese Schicht hatten wir frühers auch als die Maisernte mit dem Einreiher zwei Tage gedauert hat  ;D )

-Zudecken würde helfen, aber is nicht praktikabel.

-Am schönsten wär, nicht das häckseln aufzuhören. Also die größeren/schönen Felder beim Tag anhäckseln um dann nachts weiterhäckseln zu können. Das würde ich ernsthaft überlegen, auch wenn Fahrer dann durchgewechselt werden müssen.

-evtl. könnte es auch funktionieren abends fertig silierten Mais aus einem anderen Silo (vom letzten Jahr) zu holen und als ca. 30cm Schicht wieder zu verdichten. Dieser enthält schon mehr Säure und erwärmt sich nicht so schnell. Dann am nächsten Morgen weiter mit frischem Mais befüllen...

-Sollte das alles nicht realisierbar sein, würde ich abends als Notmaßnahme verdünnte Propionsäure aufsprühen.
Aufwandmenge sollte denk ich 0,5l Säure plus 2 ltr. Wasser pro qm sein. (Habe damit heuer bei recht trockenem Mais gute Erfahrungen gemacht, es konserviert den Mais einfach..)




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Tim

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #42 am: 17. Januar 2019, 20:50:28 »

Ich glaube Futterharnstoff als Silliermittel fällt raus (HACCP)

Zitat
  -evtl. könnte es auch funktionieren abends fertig silierten Mais aus einem anderen Silo (vom letzten Jahr) zu holen und als ca. 30cm Schicht wieder zu verdichten. Dieser enthält schon mehr Säure und erwärmt sich nicht so schnell. Dann am nächsten Morgen weiter mit frischem Mais befüllen...

 :gruebel: :gruebel:

Es wird auf PropSäure hinauslaufen , kaliumsorbat wird zu schwach sein .

MfG tim
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Foerdi

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #43 am: 17. Januar 2019, 21:15:09 »

...
Zitat
  -evtl. könnte es auch funktionieren abends fertig silierten Mais aus einem anderen Silo (vom letzten Jahr) zu holen und als ca. 30cm Schicht wieder zu verdichten. Dieser enthält schon mehr Säure und erwärmt sich nicht so schnell. Dann am nächsten Morgen weiter mit frischem Mais befüllen...

 :gruebel: :gruebel:
...

Mit dieser Problemstellung habe ich keine Erfahrung.
Aber bei eurer vermutlichen Silogröße stelle ich mir die Idee mit dem silierten Mais schwerig vor.
- Da ist man auch schnelle mal 2h beschäftigt
- Fehlt nachher dieser Mais als Futtervorrat (weniger Zeit vorm öffnen des neues Silos)
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ct

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Re: Fehlgärung von Silage
« Antwort #44 am: 18. Januar 2019, 01:26:48 »

EM-Bakterien
Hast du das selber angesetzt , oder im Kanister gekauft?

Selbst rangezogen aus Starterkultur und Zuckerrohrmelasse. Dann kostet das echt kein Geld.
Da ja einige auch im Pflanzenbau damit erfolgreich experimentieren, irgendwie reizt mich das Zeug ja heute noch.  :gruebel:
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Gruß ct