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Autor Thema: Bio-Zuckerübenanbau  (Gelesen 52978 mal)

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BNT

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #330 am: 04. Mai 2018, 12:59:43 »

Da spürst du am Ende des Tages noch am eigenen Körper, was du gemacht hast. ;)

Hast du Handarbeit eingeplant?
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Gufera

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #331 am: 04. Mai 2018, 13:06:51 »


Da wir in Front hacken, können wir durch die weite Sicht nach vorne fast doppelt so schnell fahren, Was auch der Grund war, meine Zwischenachsmaschinen zu verkaufen.

Kannst Du das für mich als noch eher unerfahrener "Hacker" etwas präziser ausführen, warum man beim Hacken im Frontanbau schneller fahren kann? Warum wurde dann beim Fendt GT während Jahrzehnten im Zwischenachsverfahren gehackt? Die GT's hatten ja schon sehr früh auch eine Fronthydraulik?!
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Wade

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #332 am: 04. Mai 2018, 13:27:54 »

Umso weiter vorne die hack hängt umso schöner kann man drüber peilen. Man muss ja auch immer wieder die gesamte Breite kontrollieren ob alle Schare sauber hacken. Bei der Zwischenachhacke muss man dabei fast 90° nach rechts/links und weit nach unten schauen. In der Zeit sieht man nur sehr schlecht oder gar nicht ob man noch gerade auf der Reihe fährt. Da passiert es schnell dass man einen Schlenker fährt und die Rüben weg hackt.

Vorteil der Zwischenachshacke ist, dass Lenkbewegungen nicht so stark auf die Hacke übertragen werden. Die Hacke ist ja zwischen lenkender und starrer Achse, also halbieren sich Lenkbewegungen (die Vorerreifen fahren 10cm, die Hacke macht 5cm und die Hinterachse ist immernoch da wo sie war bzw fährt nach und nach in die Spur der Vorderräder).
Ist die Hacke vor der Achse in der Front, verstärken sich die Lenkbewegungen sogar. Wenn man da nen kleinen Schlenker fährt, passiert es schneller dass man in die Reihe kommt. Wenn man jedoch gut bei der Sache ist kann man auch mit minimalen Lenkbewegungen die Hacke korrigieren.

Ist die Hacke im Heck hinter der Hinterachse, reagiert sich im ersten Moment sogar genau Gegenteilig zur Lenkbewegung. Wenn man zb zu weit rechts fährt und nach links lenkt, schwenkt die hacke hinten zuerst noch weiter nach Rechts.
In der Regel haben die Hacken im Heckanbei eine zusätzliche Lenkung, sei es durch eine weitere Person die die Hacke lenkt oder zb Kamera & Verschieberahmen. Wenn der Schlepper dann noch mit rtk fährt kann man auch oft nach hinten schauen um die Hacke zu kontrollieren.
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derhauderer

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #333 am: 04. Mai 2018, 22:31:06 »

Umso weiter vorne die hack hängt umso schöner kann man drüber peilen. Man muss ja auch immer wieder die gesamte Breite kontrollieren ob alle Schare sauber hacken. Bei der Zwischenachhacke muss man dabei fast 90° nach rechts/links und weit nach unten schauen. In der Zeit sieht man nur sehr schlecht oder gar nicht ob man noch gerade auf der Reihe fährt. Da passiert es schnell dass man einen Schlenker fährt und die Rüben weg hackt.

Vorteil der Zwischenachshacke ist, dass Lenkbewegungen nicht so stark auf die Hacke übertragen werden. Die Hacke ist ja zwischen lenkender und starrer Achse, also halbieren sich Lenkbewegungen (die Vorerreifen fahren 10cm, die Hacke macht 5cm und die Hinterachse ist immernoch da wo sie war bzw fährt nach und nach in die Spur der Vorderräder).
Ist die Hacke vor der Achse in der Front, verstärken sich die Lenkbewegungen sogar. Wenn man da nen kleinen Schlenker fährt, passiert es schneller dass man in die Reihe kommt. Wenn man jedoch gut bei der Sache ist kann man auch mit minimalen Lenkbewegungen die Hacke korrigieren.

Ist die Hacke im Heck hinter der Hinterachse, reagiert sich im ersten Moment sogar genau Gegenteilig zur Lenkbewegung. Wenn man zb zu weit rechts fährt und nach links lenkt, schwenkt die hacke hinten zuerst noch weiter nach Rechts.
In der Regel haben die Hacken im Heckanbei eine zusätzliche Lenkung, sei es durch eine weitere Person die die Hacke lenkt oder zb Kamera & Verschieberahmen. Wenn der Schlepper dann noch mit rtk fährt kann man auch oft nach hinten schauen um die Hacke zu kontrollieren.

Sehr gut erklärt [emoji106]

Desweiteren ist das wenden und einfahren in die neue reihe leichter mit zwischenachs bzw heckhacke.
 Am hang ist die zwischenachs das am besten da sie genau zwischen den Rädern hackt, bzw die Vorderachse zu hoch läuft und die Hinterachse zu tief.
Mit front oder heck hacken fährt man ohne seperate Steuerung schnell mal auf der reihe.


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Cyberlui

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #334 am: 04. Mai 2018, 23:22:42 »

als ich zu Lehrzeiten auf meinem Ausbildungsbetrieb die Rüben mit dem 31er GT hacken durfte, hat mein damaliger Chef an der Zwischenachs hacke, die Hack Parallelogramme an einer Reihe sehr eng gestellt und nach der reihe wurde gefahren. wenn da die Rübenpflanzen fielen wußtest genau in welcher Richtung du zu nahe an den Pflanzen warst und die übrigen 5 Reihen blieben noch stehen.
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Heico

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #335 am: 05. Mai 2018, 08:23:21 »

Die Sicht und die Zusammenhänge hat @Wade ja schon genau erklärt. Ich fand den kleinen Ferguson mit 35 PS früher dafür sehr gut geeignet. (hatte ich mal mit Fronthacke geliehen). Er ist sehr tief gebaut und man konnte sehr flach und weit über die Reihen sehen.
Wie @Cyberlui schon schreibt, die Reihe wo man sich orientiert wird 2 cm enger (auf zB. 8 cm)gestellt als die anderen, damit keine Pflanzen verlorengehen, wenn mal ein kleiner Schlenker passiert. Noch enger wird mit der Hackbürste in Zwischenachs gefahren. Da kommt man bei sehr langsamer Fahrt auf 6 cm Stege, die stehenbleiben. Hab ich verkauft weil es mir zu langsam war. Meine 1. Hacke ist um 6 bis 8 km/h. Die 2. Hacke kann mit 8 bis 10 km/h erfolgen bei fast gleicher Stegbreite. Somit ist bei der 1. Hacke und 3 m Maschine 1,3 bis 1,5 ha/h erledigt.
Wir hacken verschiedene Kulturen möglichst jede Woche mit jeweils verschiedenen Werkzeugen und verschiedenen Richtungen durch. Hackfläche ist mit 20 Kulturen ca 50 ha. Gesamtfläche das Jahr über summiert sich auf 300 bis 400 ha. Es sind 6 alte Hackmaschinen alle auf 3 m mit verschiedenen Hackwerkzeugen und Einstellungen vorhanden.
Die 1. Hacke ist bei schneller Fahrt sehr konzentrationsbedürftig. Die ersten 2 Hackgänge macht der Chef selber.  :)


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Gufera

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #336 am: 05. Mai 2018, 10:57:39 »

Danke euch allen für das Erklären!  :daumen:

Wir haben im Spinat bis jetzt eigentlich nur im Heck mit einer Fobro Bürstenhacke gearbeitet. Da musste halt immer jemand hinten drauf sitzen und lenken. Wir arbeiten da immer nur zwischen den Räder bei einer Spurweite von 1,5 m. in einem Beet sind 6 oder seit neustem auch 8 Reihen.
Für die 8 Reihen haben wir noch keine Maschine, auch weiss ich nicht ob die überhaupt noch schlau hackbar sind.
Dieses Jahr wollen wir mal bei den Karotten mit einer Stekeete Scheibenhacke und einem GT zwischen den Achsen ausprobieren.
Wir hätten noch einen alten 275er Kompakt-GT im Fuhrpark. Meint ihr der wäre mit einer Fronthacke besser geeignet als der mit dem Zwischenachshubwerk?
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Henrik

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #337 am: 19. September 2018, 09:10:02 »

Wie laufen die Bio Zuckerrüben dieses Jahr? Wenn ich so paar Leute höre, suchen die Zuckerfabriken ja händeringend Ware.
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nofear

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #338 am: 19. September 2018, 09:23:21 »

ZR-Schnitzel scheints für die futtersuchenden Betreibe auch kaum zu geben...
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klausg

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #339 am: 19. September 2018, 10:40:33 »

Die oberschlauen Spezialisten haben in Aussicht auf große Gewinne schon große Mengen im Juni geordert, wohlwissend, das die Mengen ohnehin gekürzt werden. Mal sehen wieviel sie kriegen und teuer weiter verkaufen können.
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Wade

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #340 am: 24. September 2018, 19:55:09 »

Meine Biorüben sind seit letzten Montag in der Fabrik, insgesamt hat es für 560dt/ha mit einem bereinigten Zuckergehalt von durchschnittlich 19% gereicht. Komischerweise lagen viele Fuhren bei 20-21%, aber es waren ein paar Ausreißer nach unten dabei (15%), die den gesamten Schnitt runter gezogen haben.


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Biokartoffel

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #341 am: 28. November 2018, 10:58:46 »

Hallo,

Ich steige nächstes Jahr auch in den Zuckerrübenanbau ein mit 5 ha. Da ich alle Hackkulturen auf 75cm Reihenabstand säe, werde ich es auch bei den Rüben so machen.
Hat hier vielleicht jemand schon Erfahrungen mit größeren Reihenweiten bei Rüben?
Die Rüben kommen bei mir auf kleine Dämme, die ich mit einem 4,5m breiten Dammgerät mache. Hier ist der erste Vorteil für mich, da ich 6 reihig Saatbettbereitung machen, säen und hacken kann. Bei 50cm Reihenabstand müsste ich wieder bei 3m Arbeitsbreite beginnen. Das hätte zur Folge, dass alle Arbeitsgänge doppelt so lange dauern.
Zweiten Vorteil sehe ich in Einsparung der Handarbeitszeit. Da haben wir heuer schon Erfahrungen gesammelt mit 75er Reihe.
Gerodet wird selbst mit einem Einreiher.
Vorfrucht Dinkel+ZF und Kleegras. Acker ist gepflügt und Dämme vorgezogen.

Schöne Grüße



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Wade

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #342 am: 28. November 2018, 12:12:51 »

ich hab das mal mit dem LFL Deckungsbeitragsrechner durchgerechnet (mit runden Zahlen), mit 500€/ha Pachtansatz, alles gleich bis auf Ertrag & Handarbeit (diese wird mit 11,83€ entlohnt)


1. Variante: Normaler Reihenabstand, 500dt Ertrag, 150h Handarbeit
DB: 2300€, Unternehmergewinn: 1300€

2. Variante: 75er Reihe, 450dt (-10% Ertrag), 100h Handarbeit (-25%)
DB: 2400€, Unternehmergewinn: 1400€

3. Variante: 90er Reihe, 375% (-25% Ertrag), 75h Handarbeit (=50%)
DB: 1953€, Unternehmergewinn: 967€

Vorteil der 90er Reihe wäre dass man es mit normaler Technik roden könnte, dann wird ausm 6Reiher eben ein 3 Reiher.


Ob die Erträge so mit der Reihenweite korrelieren weiß ich nicht, wurde so in den anderen Threads genannt. Ich denke man ist mit der normalen 45/50er Reihe immernoch auf der sicheren Seite. 75 hat leichte Vorteile. 90er Reihe fällt der Ertrag zu stark ab, da die Flächenkosten gleich bleiben schlägt das auf den Unternehmergewinn durch.
Wenn man die Flächenkosten mit 1000€ pro ha Ansetzt verschiebt sich das ganze in Richtung maximalen Ertrag.


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jotesen

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #343 am: 28. November 2018, 13:58:04 »

ich hab das mal mit dem LFL Deckungsbeitragsrechner durchgerechnet (mit runden Zahlen), mit 500€/ha Pachtansatz, alles gleich bis auf Ertrag & Handarbeit (diese wird mit 11,83€ entlohnt)


1. Variante: Normaler Reihenabstand, 500dt Ertrag, 150h Handarbeit
DB: 2300€, Unternehmergewinn: 1300€

2. Variante: 75er Reihe, 450dt (-10% Ertrag), 100h Handarbeit (-25%)
DB: 2400€, Unternehmergewinn: 1400€

3. Variante: 90er Reihe, 375% (-25% Ertrag), 75h Handarbeit (=50%)
DB: 1953€, Unternehmergewinn: 967€

Vorteil der 90er Reihe wäre dass man es mit normaler Technik roden könnte, dann wird ausm 6Reiher eben ein 3 Reiher.


Ob die Erträge so mit der Reihenweite korrelieren weiß ich nicht, wurde so in den anderen Threads genannt. Ich denke man ist mit der normalen 45/50er Reihe immernoch auf der sicheren Seite. 75 hat leichte Vorteile. 90er Reihe fällt der Ertrag zu stark ab, da die Flächenkosten gleich bleiben schlägt das auf den Unternehmergewinn durch.
Wenn man die Flächenkosten mit 1000€ pro ha Ansetzt verschiebt sich das ganze in Richtung maximalen Ertrag.

Mit 11,83€ netto wirst du im Schnitt nicht hinkommen, es sei denn, du hast sie fest bei dir eingestellt und rechnest die lohnnebenkosten noch drauf. dienstleister brutto kannst du 16-17€ annehmen.
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- = Ökologischer Landbau in der Magdeburger Börde und der Heide = -

Wer mir was gutes tun will, findet hier meine Amazon Wunschliste.

DerJo

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #344 am: 28. November 2018, 15:31:34 »

Bei der 75er Reihe wird der Bestand kaum dicht machen.
Hat man dann nicht mehr Spätverunkrautung und dadurch Mehraufwand?
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