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Autor Thema: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?  (Gelesen 4507 mal)

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Huehnerbaron

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Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« am: 17. März 2016, 20:29:04 »

Liebe Praktiker,

ich registriere erfreut, dass in diesem Forum offensichtlich eine gehörige Portion fundiertes Fachwissen ausgetauscht wird - eine wertvolle Bereicherung der Szene ...  :daumen1:

Daher meine Frage an Euch: Wer von Euch arbeitet mit einem Claas Arion 500/600 CMATIC und kann aus der alltäglichen Praxis berichten? Folgende Fragen beschäftigen mich:

- Seit wann habt Ihr ihn (Alter, Betriebsstunden)
- Warum hat er den Vorzug gegenüber der Konkurrenz bekommen?
- Wie lässt er sich bedienen?
- Wie gefällt der Fahrkomfort?
- Was leistet er?
- Bewährt sich das stufenlose Getriebe?
- Gab es Probleme?
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sten

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Re: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« Antwort #1 am: 17. März 2016, 23:01:34 »

Arbeitest Du bei Claas?
Oder willst Du einen kaufen?
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Henrik

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Re: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« Antwort #2 am: 18. März 2016, 21:34:46 »

Arbeitest Du bei Claas?
Oder willst Du einen kaufen?

Für mich liest es sich das er einen kaufen will nach Erfahrungen positver und negativer Art sucht. CMATIC ist das stufenlose Getriebe? Kenne mich in der größe überhaupt nicht aus.
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Cyberlui

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Re: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« Antwort #3 am: 19. März 2016, 18:57:33 »

das is doch bei Claas je nach Typ  ZF S-matic oder Claas eigenes getriebe??
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Karsten F

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Re: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« Antwort #4 am: 19. März 2016, 20:48:04 »

Das ist das Claas Getriebe. Es ist bis auf die Stufenschaltung technisch dem Fendtgetriebe sehr ähnlich.
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Michi

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Re: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« Antwort #5 am: 20. März 2016, 12:30:55 »

arion 500/600 haben die eigenentwicklung aus paderborn. ZF eccom/terramatic in den großen.
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nofear

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Re: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« Antwort #6 am: 23. September 2017, 22:41:26 »

Hol das hier aus aktuellem Anlass mal wieder hoch...

Was gibts mittlerweile für Erfahrungen mit den großen Arion neueren Baujahres (z.B. 650/660 als gepimpter 650er)? Fährt hier jemand sowas mit CMATIC?

Suche nen Allrounder mit FZ/FKH und FL als Mädchen für alles (Transport, FL-Arbeiten, GL von Mähen bis Pressen, Pflegearbeiten aufm Acker - 5000l Anhängespritze, zur Not auch mal Bodenbearbeitung und Aussaat-in 6m ohne Bodenbearbeitung)

Kann man den in etwa mit nem 820er Vario vergleichen? Wobei da preislich vermutlich ein gewisser Unterschied bestehen wird  ;)

MfG nofear 
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Re: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« Antwort #7 am: 27. August 2019, 16:35:29 »

Ich hol das hier auch nochmal hoch ... kann keier etwas berichten?
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charlie

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Re: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« Antwort #8 am: 27. August 2019, 18:38:38 »

Ich fahre den Arion 650 Cmatic aus 2015 und habe ihn 2018 als Gebrauchtschlepper mit neuer Frontlader Schwinge MX/Claas FL140C (mech. Parallelführührung) mit 1400h gekauft.
Der Preisunterschied zu einem gleichalten Fendt mit gleicher Stundenleistung war sehr deutlich und gab den Ausschlag, inwiefern die Kosten je Betriebstunde letztendlich differieren muss sich zeigen.

Der Schlepper macht auch alle Arbeiten im Ackerbaubetrieb von Bodenbearbeitung über Saat bis zu Pflegearbeiten.
Der Motor ist ein DPS mit Partikelfilter ohne SCR. Die Kraftentwicklung und Leistung ist ordentlich und durchzugsstark. Das Getriebe macht nach jetzt rund 600 gefahrenen Stunden einen ordentlichen Eindruck, aber feinfühliges Fahren wie mit einem Fendt ist gewöhnungsbedürftig.
Die Motor-Getriebe-Steuerung arbeitet vergleichbar mit den älteren Fendt 400/700/800 (meist aber etwas ruppiger), kommt aber nicht an den Komfort und das Fahrgefühl der neueren 500/700 SCR/S4 ran.
Der „Schaltpunkt“ des Getriebes bei 20km/h ist spürbar aber nicht störend.
Die 50 km/h auf der Straße erreicht er mit 1500 Touren, braucht im Transport aber meist mehr Sprit als 720 SCR oder 820 Com3, gerade im Teillastbereich durstiger als der Fendt, unter Volllast bei Bodenbearbeitung aber eben der Leistung entsprechend gleich. Der Tank könnte ein paar Liter größer sein.
Der Schlepper ist deutlich schwerer als ein vergleichbarer Fendt, vor allem auf der Vorderachse (gewogen ohne FL, mit Konsolen, mit FKH und FZW 8,4t, davon 4t auf der VA) und auch etwas weniger wendig (liegt aber auch an der breiten Xeobib-Bereifung). Also Vor- und Nachteil zugleich.
Ich habe noch die Vorderachse mit Einzelradfederung von Carrraro, die äußerst penibel gepflegt und geschmiert werden will (22 Nippel) am besten per Zentralschmierung, der Federungskomfort ist aber in Ordnung. Neuere Typen haben ja inzwischen die Dana-Achse.

Der Frontlader ist in der Klasse schon eine gewisse Waffe was Kraft und vor allem Hubhöhe angeht (4,60m im Drehpunkt). Ich lade damit Stroh und Heu, sowie Mist und Kompost. Leider ist für flotte Ladespiele die Hydraulikpumpe etwas klein (gibt eine größere als Sonderausstattung). Das Rangieren beim Laden ist etwas mühseliger als mit dem Fendt 700.
Leider lässt sich die Frontladerschwinge nicht so einfach an- und abbauen wie zB Stoll.
Gerade mit Ballen- oder Palettengabel, und ohne Widerstand zum gegen schieben, rasten die Verschlüsse nur schwer, auch Gleitsprays oder Fett auf den Konsolen helfen nicht wirklich. Mit schwerer Schaufel ist der Winkel etwas besser und wenn man dann noch gegen eine Mauer o.ä. drücken kann, geht es besser.

Ebenso das Ankuppeln von Anhängern und Geräten, da die Sicht auf Zugmaul und 3-Punkt äußerst besch...en ist (ohne Spiegel an der Heckscheibe ist da nix). Apropos Heckscheibe: durch die starke Wölbung ist der Heckwischer mit Viertelkreis-Wischfeld eine Zumutung.
Kommen wir zur Kabine: Platzangebot ausreichend, mech. Federung ordentlich, gut in Kombination mit dem Grammer Maximo Evolution dynamic, Bedienung per C-Motion Hebel gefällt mir sehr gut, Cebis ist nahezu selbsterklärend. Da es den Schlepper auch ohne Cebis gibt, sind einige Dinge doppelt in Cebis und Lenksäulendisplay vorhanden, witzigerweise laufen die Uhren unterschiedlich schnell  ;D
Einige Details wie Vorgewendemanagement und Hydraulik Einstellungen vor allem Zeitsteuerung und Tastenbelegung verbesserungsfähig (einiges wurde auch schon geändert).
Der Verstellweg des Lenkrades nach unten ist zu klein.
Die Klimaanlage arbeitet auch bei 40 Grad ausreichend, das Kühlfach ist besser als beim Fendt. Der Beifahrersitz gut (kein Vergleich zu den alten Fendt Varios  :rolleyes: )
Stecker (Cobo 3-Pol, Zigarettenanzünder sind innerhalb der Kabine ausreichend vorhanden, Cobo sogar vorn und hinten extra per Schalter zu betätigen, ideal für Arbeitsbeleuchtung an Maschinen)
Die Lichtausstattung ist ausreichend, hab sie noch mit LED aufgepeppt.

Die Hubkraft und Hubhöhe der Heckhydraulik ist gut. Der Oberlenker ist leider schlepperseitig zu tief angelenkt und ist deshalb bei mir oft auch im höchsten Loch noch zu tief und steil (inzwischen auch geändert). Die Unterlenker haben halt nur CBM-Stabilisatoren, da ist man von Fendt einfach verwöhnt, aber es funktioniert. Kat3 Unterlenkerbreite mag aber der Schlepper nicht unbedingt, einmal aufgrund der 710er HA-Bereifung mit enger Innenspur und auch der etwas engen vorderen Anlenkung. Die UL können in frei pendelnder Einstellung mit den Reifen kollidieren und die dann etwas schräg nach außen stehenden Fanghaken vertragen sich nicht mit allen Koppelpunkten der Anbaugeräte. In Kat2 Breite gibt es keine Probleme. Beim Ausheben bis Anschlag muss man etwas darauf achten, dass der hydraulische Oberlenker nicht mit den Kupplungen der Load-Sensing/Power Beyond Hydraulik Freundschaft bzw eher Feindschaft schließt. Die Heckbedienung der EHR und auch eines Hydraulikventils auf beiden Kotflügeln ist gut, wenn mir auch einer der französischen Ingenieure mal erklären muss, warum aus Sicherheitsgründen immer nur 10cm-weise gehoben und abgelassen werden kann, ist halt nervig aber besser als eingeklemmt zu werden.
Die Franzosen haben es ja eh mit wildem Gepiepe als Warnung, fast jede Unzulänglichkeit wie angezogene oder eben nicht angezogene Handbremse, nicht eingelegter Neutralstellung, fehlender Druck auf dem Luftkessel usw wird mit lautem Dauerpiepen (und nicht nur kurz als Erinnerung) quittiert. Kenn ich so extrem auch nur noch von MF, ebenfalls Franzosen.
Bleibt noch der Wehrmutstropfen Load-Sensing Hydraulik: die Steuerung des Schleppers passt nicht zB zur Amazone Anbauspritze, es wird kein Druck aufgebaut, erst wenn man ein anderes Hadraulikventil betätigt. Ein Booster konnte hier Abhilfe schaffen, bei neueren wohl inzwischen geändert aber ebenfalls ärgerlich.
Alles in allem bin ich aber mit dem Schlepper zufrieden. Er tut was er soll, ich fahre ihn gerne.
Natürlich muss man gewisse Dinge neu und anders erlernen. Unsere Fahrer und mein Kollege aber weniger gern als die Fendt (Gewohnheitstiere).
Probleme hatte ich bis auf die Loadsensing-Geschichte und einem wandernden Bolzen in der FKH Aufhängung durch verlorene Sicherungsschraube inkl Zerstörung des Sensor der Lageregelung noch keine. Ach ich hab das Hitzeblech am Turbo vergessen... das hat seine Haltelaschen wiederholt ab vibriert... wurde einfach von uns neu/anders konstruiert und hält jetzt.
« Letzte Änderung: 27. August 2019, 19:43:47 von charlie »
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

johndeere820

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Re: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« Antwort #9 am: 27. August 2019, 22:46:21 »

Hier läuft seit letztem Jahr auch ein Gebrauchter stufenloser Arion, allerdings mit zwei Zylindern weniger.

Der Schlepper macht auch alle Arbeiten im Ackerbaubetrieb von Bodenbearbeitung über Saat bis zu Pflegearbeiten.
Der Motor ist ein DPS mit Partikelfilter ohne SCR. Die Kraftentwicklung und Leistung ist ordentlich und durchzugsstark. Das Getriebe macht nach jetzt rund 600 gefahrenen Stunden einen ordentlichen Eindruck, aber feinfühliges Fahren wie mit einem Fendt ist gewöhnungsbedürftig.
Die Motor-Getriebe-Steuerung arbeitet vergleichbar mit den älteren Fendt 400/700/800 (meist aber etwas ruppiger), kommt aber nicht an den Komfort und das Fahrgefühl der neueren 500/700 SCR/S4 ran.
Der „Schaltpunkt“ des Getriebes bei 20km/h ist spürbar aber nicht störend.
Die 50 km/h auf der Straße erreicht er mit 1500 Touren, braucht im Transport aber meist mehr Sprit als 720 SCR oder 820 Com3, gerade im Teillastbereich durstiger als der Fendt, unter Volllast bei Bodenbearbeitung aber eben der Leistung entsprechend gleich. Der Tank könnte ein paar Liter größer sein.

Hier wird der Schlepper auch als Allrounder mit Schwerpunkt Pflegearbeiten eingesetzt. Finde die Motor-Getriebesteuerung grundsätzlich gut, allerdings kommt sie nicht ganz an die von Fendt ran, auch nicht an die von unserem COM3 700er. Charlie hat es mit ruppig gut beschrieben. Mich stört vor allem, dass der Schlepper auch bei niedrig eingestellter Beschleunigung noch zu stark über das Getriebe "bremst", wenn man den Fuß vom Fahrpedal nimmt. Beim Fendt ist das kein Problem, da kann ich mit dem Schieberegler am Fahrhebel die Verzögerung über das Getriebe reduzieren. Würde mir da von Claas wünschen, dass man Beschleunigung und Verzögerung getrennt einstellen könnte, gerne mit Speicherplätzen für Acker und Straße oder für die drei virtuellen Fahrbereiche. Letztere finde ich übrigens wirklich gut, gerade mit den zwei Tastern am Joystick zum Umschalten. Anfahren und Abbiegen geht gut im zweiten Fahrbereich, den ich i.d.R. auf 25 km/h begrenze. Darüber hinaus wird eben "hochgeschaltet". Auf dem Acker kann ich für die beiden kleineren Fahrbereiche z.B. unterschiedliche Tempomatgeschwindigkeiten einstellen und während der Fahrt wechseln (nützlich z.B. vor der Kreiselegge!).
Die Grenzlastregelung ist beim Fendt besser, da nur eingestellt wird, wann der Schlepper die Getriebeübersetzung reduziert. Bei Claas wird zusätzlich die Motordrehzahl begrenzt. Möchte ich jetzt im Transport die Grenzlastregelung auf 25-28 % einstellen, damit der Schlepper schön sparsam läuft, muss ich in Kauf nehmen, dass die Motordrehzahl auf 1600-1700 U/min begrenzt wird. Geht es dann mit vollem Anhänger mal bergauf, wird der Schlepper träge, weil er nicht über diese Drehzahl hinaus geht. Das finde ich extrem unlogisch und beim Fendt besser gelöst. Claas könnte die Funktionen trennen, dann kann man die Drehzahl nach oben oder unten begrenzen, wenn es wirklich sinnvoll ist. Gerne auch wie bei Fendt an Funktionen koppeln, z.B. die Zapfwelle. Die 4 Zapfwellendrehzahlen sind gut, das sollte in der Leistungsklasse zum Standard werden!
Bei der Tankgröße würde ich noch einen Schritt weiter gehen: der ist definitiv zu klein! Und das, obwohl der Schlepper gerade im Teillastbereich schön sparsam ist.

Der Schlepper ist deutlich schwerer als ein vergleichbarer Fendt, vor allem auf der Vorderachse (gewogen ohne FL, mit Konsolen, mit FKH und FZW 8,4t, davon 4t auf der VA) und auch etwas weniger wendig (liegt aber auch an der breiten Xeobib-Bereifung). Also Vor- und Nachteil zugleich.
Ich habe noch die Vorderachse mit Einzelradfederung von Carrraro, die äußerst penibel gepflegt und geschmiert werden will (22 Nippel) am besten per Zentralschmierung, der Federungskomfort ist aber in Ordnung. Neuere Typen haben ja inzwischen die Dana-Achse.

Für mich ist das Gewicht der größte Nachteil am Arion. Unser 4-Zylinder wiegt fast 7,5 t, allerdings mit fast Vollausstattung. Leider wohl generell ein Problem bei vielen Herstellern. 500er Vario ist in der Leistungsklasse wohl ziemlich leicht (unter 7 t).

Ebenso das Ankuppeln von Anhängern und Geräten, da die Sicht auf Zugmaul und 3-Punkt äußerst besch...en ist (ohne Spiegel an der Heckscheibe ist da nix). Apropos Heckscheibe: durch die starke Wölbung ist der Heckwischer mit Viertelkreis-Wischfeld eine Zumutung.
Kommen wir zur Kabine: Platzangebot ausreichend, mech. Federung ordentlich, gut in Kombination mit dem Grammer Maximo Evolution dynamic, Bedienung per C-Motion Hebel gefällt mir sehr gut, Cebis ist nahezu selbsterklärend. Da es den Schlepper auch ohne Cebis gibt, sind einige Dinge doppelt in Cebis und Lenksäulendisplay vorhanden, witzigerweise laufen die Uhren unterschiedlich schnell  ;D
Einige Details wie Vorgewendemanagement und Hydraulik Einstellungen vor allem Zeitsteuerung und Tastenbelegung verbesserungsfähig (einiges wurde auch schon geändert).
Der Verstellweg des Lenkrades nach unten ist zu klein.
Die Klimaanlage arbeitet auch bei 40 Grad ausreichend, das Kühlfach ist besser als beim Fendt. Der Beifahrersitz gut (kein Vergleich zu den alten Fendt Varios  :rolleyes: )

Dem kann ich zu 100% zustimmen. Am Vorgewendemanagement habe ich mich einmal versucht, das habe ich nicht zum Laufen gebracht. Zur Hydraulikeinstellung fällt mir eigentlich nur ein, dass die Zeitsteuerung nicht mit dem Taster für Hydrauliksteuergeräte am C-Motion aktiviert werden kann. Das sollte beim nächsten Software-Update wirklich mal geändert werden.

Die Hubkraft und Hubhöhe der Heckhydraulik ist gut. Der Oberlenker ist leider schlepperseitig zu tief angelenkt und ist deshalb bei mir oft auch im höchsten Loch noch zu tief und steil (inzwischen auch geändert). Die Unterlenker haben halt nur CBM-Stabilisatoren, da ist man von Fendt einfach verwöhnt, aber es funktioniert. Kat3 Unterlenkerbreite mag aber der Schlepper nicht unbedingt, einmal aufgrund der 710er HA-Bereifung mit enger Innenspur und auch der etwas engen vorderen Anlenkung. Die UL können in frei pendelnder Einstellung mit den Reifen kollidieren und die dann etwas schräg nach außen stehenden Fanghaken vertragen sich nicht mit allen Koppelpunkten der Anbaugeräte. In Kat2 Breite gibt es keine Probleme. Beim Ausheben bis Anschlag muss man etwas darauf achten, dass der hydraulische Oberlenker nicht mit den Kupplungen der Load-Sensing/Power Beyond Hydraulik Freundschaft bzw eher Feindschaft schließt. Die Heckbedienung der EHR und auch eines Hydraulikventils auf beiden Kotflügeln ist gut, wenn mir auch einer der französischen Ingenieure mal erklären muss, warum aus Sicherheitsgründen immer nur 10cm-weise gehoben und abgelassen werden kann, ist halt nervig aber besser als eingeklemmt zu werden.
Die Franzosen haben es ja eh mit wildem Gepiepe als Warnung, fast jede Unzulänglichkeit wie angezogene oder eben nicht angezogene Handbremse, nicht eingelegter Neutralstellung, fehlender Druck auf dem Luftkessel usw wird mit lautem Dauerpiepen (und nicht nur kurz als Erinnerung) quittiert. Kenn ich so extrem auch nur noch von MF, ebenfalls Franzosen.
Bleibt noch der Wehrmutstropfen Load-Sensing Hydraulik: die Steuerung des Schleppers passt nicht zB zur Amazone Anbauspritze, es wird kein Druck aufgebaut, erst wenn man ein anderes Hadraulikventil betätigt. Ein Booster konnte hier Abhilfe schaffen, bei neueren wohl inzwischen geändert aber ebenfalls ärgerlich.
Alles in allem bin ich aber mit dem Schlepper zufrieden. Er tut was er soll, ich fahre ihn gerne.
Natürlich muss man gewisse Dinge neu und anders erlernen. Unsere Fahrer und mein Kollege aber weniger gern als die Fendt (Gewohnheitstiere).
Probleme hatte ich bis auf die Loadsensing-Geschichte und einem wandernden Bolzen in der FKH Aufhängung durch verlorene Sicherungsschraube inkl Zerstörung des Sensor der Lageregelung noch keine. Ach ich hab das Hitzeblech am Turbo vergessen... das hat seine Haltelaschen wiederholt ab vibriert... wurde einfach von uns neu/anders konstruiert und hält jetzt.

Wenn ein hydraulischer Oberlenker montiert ist, unbedingt auf den Halter von Walterscheid umbauen. Damit ist der Oberlenker etwas besser zu händeln. Bedienung von Zapfwelle, EHR und Steuergerät im Heck ist super, allerdings sollte die Mengenbegrenzung des vorgewählten Hydrauliksteuergerätes auch bei Außenbedienung funktionieren.
Im Großen und Ganzen ein brauchbarer Schlepper der mir im Alltag echt Spaß macht. Aber einige nervige Kleinigkeiten sollte Claas auch bei den ersten 500er und 600er Arion mit stufenlosem Getriebe nochmal angehen und vielleicht mit Software-Update beseitigen. Denke mal, dass an der aktuellen Serie mit DANA-Vorderachse, überarbeitetem C-Motion und Cebis da schon einige Punkte überarbeitet worden sind.
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Matze

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Re: Wer fährt einen Claas Arion 500/600 CMATIC?
« Antwort #10 am: 27. August 2019, 22:50:42 »

Das Hitzeblech ist jetzt , Stand August Neu und deutlich stabiler gebaut, mein 3. bei  770 Stunden. Tja , er Schlepper muss hier ran ;D
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