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Autor Thema: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?  (Gelesen 110975 mal)

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halbspaenner

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #405 am: 20. September 2019, 11:30:12 »

Moin,
OT: Ganz toll :daumen:, wie dieser Thread läuft! Kontroverse Standpunkte werden ausgetauscht, manche Sachverhalte gerade gerückt und diskutiert.
So geht AW ohne Pöbeleien und Kraftausdrücke!
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Gruß, Rudolf
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Wade

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #406 am: 20. September 2019, 11:34:56 »

Na klar geht das auch mit Biogas. Nur was machst du denn mit dem Strom und der Abwärme. Die musst du genauso vermarkten.

Ich kenne das Gerede von Flächenkompostierung und Gründüngung nur zu gut. Auch das sind keine Prozesse ohne Wirkungsgradverluste. Das hatten wir ja schon mal als Thema, wie viel N2O nach dem Mulchen von Kleegras emittiert.

Sry wenn ich nun etwas direkter werde, aber deine "Argumentation" kann ich nur noch als Palavern oder dummes Gelaber abstempeln. Ausgangspunkt war, dass Fleisch aus der Fabrik Tierhaltung zurückdrängen oder ersetzen will.
Dein Argument dagegen war, dass man Tiere unbedingt braucht um Dünger zu erzeugen. Was aber absolut falsch ist, denn es gibt eben andere Wege aus Biomasse "Dünger" zu machen, wie zb die Angesprochene Biogas oder einfach direkt aufn Acker fahren. Natürlich auch mit Nachteilen verbunden und natürlich auch mit Verlusten behaftet, aber Tierhaltung ist keinesfalls nötig nur damit man Dünger hat!

Zitat
Was ich mich aber viel mehr frage: Was essen die Menschen, wenn sie auf tierische Produkte verzichten müssen. Mit Reis alleine wird sich niemand zufrieden geben. Irgendwo her muss das Geschmackserlebnis kommen.

Und das ist dann der Gipfel des Gelabers. Ausgangspunkt war doch dass Fabrikfleisch tierische Produkte ersetzen. Und jetzt fragst du allen ernstes was die Menschen essen sollen wenn sie auf tierische Produkte verzichten sollen??? Wie wäre es mit dem Fleisch aus der Fabrik das im ersten Schritt dazu geführt hat dass weniger tierische Produkte nachgefragt/erzeugt werden...

Ich glaub einige hier haben echt zu viel Zeit und höre sich gerne palavern. Für so ein dämliches Ringelpitz mit Anfassen hab ich aber definitiv nicht die Nerven und die Zeit...
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Wade

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #407 am: 20. September 2019, 11:37:34 »


Nein, Tiere produzieren überhaupt keinen Dünger oder Nährstoffe, das musst du vorher alles erstmal übers Futter zuführen. Die haben sogar noch einiges an Verlusten...

Mist, Jauche und Gülle sind also kein Dünger? Okay ...  :frage:

Und wo kommen die Nährstoffe in der Gülle her? Da hätte ich schon erwartet dass du so weit denken kannst um zu verstehen dass die Tiere nicht die Nährstoffe erzeugen. Keine Ahnung ob du hier gerade nur trollen willst oder du es wirklich nicht verstehst??
Man könnte auch direkt das Futter auf den Acker fahren, es braucht den Zwischenschritt "Tierhaltung" nicht damit es einen Düngerwert hat!

Ich hätte da von dir als Biolandwirt erwartet das du fachlich etwas weiter bist.
Es gibt auch noch andere Sachen als irgendwelche Nährstoffsalden.
Biologie zum Beispiel.

ah ja, dann ist also jeder der ne Zwischenfrucht anbaut und die nicht zuerst den Tieren füttert fachlich inkompetent...
Biologie gibts nicht nur im Tier, sondern auch aufm Acker  ;)


Moin,
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Gruß, Rudolf

Oh mist, hatte meinen Beitrag schon geschrieben.
Musst den Zähler für einen Thread ohne Kraftausdrücke (wobei ich mich echt zurück gehalten habe) wieder auf 0 setzen  ;D ;D
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Georg

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #408 am: 20. September 2019, 12:37:10 »


Was ich mich aber viel mehr frage: Was essen die Menschen, wenn sie auf tierische Produkte verzichten müssen. Mit Reis alleine wird sich niemand zufrieden geben. Irgendwo her muss das Geschmackserlebnis kommen.

Hallo BNT
Ich hab ja mal ein ganzes Jahr in einem Reis-Land (Japan) gelebt.
In Japan gibt es erst seit 130 Jahren Milchkühe, und Fleisch aus Mastbetrieben (Schweine, Rinder etc.) erst seit nach dem 2. Weltkrieg.

Ich hab damals in einer sehr konservativen Familie gelebt, in der Fleischkonsum ein Luxusartikel war (Ist es wegen der Preise in Japan heute noch!)
Es gab dort jeden Tag früh Mittags udn Abends Reis satt! Ja, Reis schmekct nach gar nichts und füllt eigentlich nur den Magen. Die ganzen zutaten zum Reis in asiatischen Ländern ist lediglich dazu da, um den Reis einen "Geschmak" zu geben!
Die Eiweißversorgung geht in erster Linie über Fisch und Eiweißhaltigen Gemüse.
Ich hab nie wieder so "gesund" gelebt wie damals in Japan, hab dort innerhalb von 4 Monaten 30kg abgenommen aber nie gehungert!

Nochmals zum Reis: Schau mal genau auf die Landkarte, dann fällt Dir auf, das in der Regel die Länder in denen Reis angebaut und auch Reis gegessen wird meist an irgendeiner Fischreichen Küste liegen.. Reis als Stärke und Fisch als Eiweißversorgung. Und komischerweise sind das oftmals wesentlich ältere Kulturen wie bei uns!

OK, Fisch ist auch tierisches Eiweiß. Aber auch in Japan kommt oftmals nur 1 mal die Woche (wegendes Preises) Fisch auf den Tisch. In der Regel wird der Eiweißbedarf über pflanzliches Eiweiß (Bohnen etc.) haltige Pflanzen abgedeckt.
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nofear

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #409 am: 20. September 2019, 13:42:03 »

Aber zum Thema:
Die kleineren-mittleren Ackerbaubetriebe (bis 300ha) haben hier alle zusätzliche Einkommen/Standbeine oder laufen teilweise bei guter Struktur fast im Nebenerwerb. Oder anders ausgedrückt: lukratives Hobby, das Geld wird woanders verdient.
Als kleinerer Ackerbaubetrieb (der weit von der 300ha Grenze entfernt ist) im Nebenerwerb, sehe mittlerweile das Risiko das mein außerlandwirtschaftliches Einkommen in Zukunft nicht mehr ausreicht um die Ldw. mit durchzuschleppen. Wenn sich nur die hälfte an Vorahnungen bewahrheitet, bin ich auf Programme wie z.B. Rotmilan angewiesen. Nur warum sollte es da dann noch soviel Geld für geben wie heute?

So rum kann man es natürlich auch sehen...
aber wenigstens zwingt dich keiner die Landwirtschaft aufrecht zu erhalten  ;)

PS: Sein froh wenn du ein gute außerlandwirtschaftliches Einkommen hast (wenn der Job halbwegs sicher ist)
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„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

BNT

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #410 am: 20. September 2019, 16:24:30 »


Ich hab ja mal ein ganzes Jahr in einem Reis-Land (Japan) gelebt.



Japan ist sehr interessant, weil die doch seit jeher Probleme mit ihrer Ernährungssouveränität haben. Angeblich wollten sie damit auch den Walfang legitimieren.
Japanisches Essen ist natürlich vorzüglich, aber eben auch Ergebnis einer sehr langen Entwicklung. Wenn du bei uns Fleisch von der Speisekarte streichst, wird es sehr getreidelastig. Wir sind nicht ohne Grund Mehlspeisenweltmeister; ist auch nicht unbedingt gesund. Und wenn wir es auf das Alpenkerngebiet beschränken: Milch, Käse, Butter, Milch, Käse, Butter. Was anderes gab es halt nicht.
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Georg

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #411 am: 20. September 2019, 16:47:31 »

Du hast bei Deiner Aufzählung Obst vergessen!
Des Weiteren Kartoffel und Gemüse, auch Sauerkraut ist Eingemachte Gemüse! In der richtigen Kombination passt dann Getreide und Milchprodukte recht gut zur Ernährung zusammen!

Achtung ich bin KEIN Vegetarier!

Mir persönlich schmecken Kartoffel erst dann, wenn sie von einem Schwein "veredelt" wurden.....
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