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Autor Thema: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?  (Gelesen 112288 mal)

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guest50797

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #375 am: 09. September 2018, 19:00:12 »

Zitat
Ohne den Artikel gelesen zu haben. Bäuerlich bedeutet für mich:
- Langfristiges Denken in Generationen und nicht kurzfristige Optimierung auf höchste Quartalszahlen
- Eigenbestimmtes Handeln, welches nicht durch Kapitalgeber vorgegeben wird
- Überwiegend finanziell unabhängig (3 Ernten, eine im Feld, eine im Speicher, eine auf dem Konto)

Gilt das nicht für alle Betriebsgrößen gleichermaßen?
Geldgeber möchten ja sehen daß sich ihr Geld vermehrt, wie ist doch egal Hauptsache es wird der geforderte Zuwachs erzielt oder irre ich mich da?

Zitat
Leider kommen wir durch gewisse Skaleneffekte zu einem fließenden Übergang von zu kleinen Betrieben, die ständig dem Wachstumstrend hinterherlaufen über die sogenannten "Mehrfamilienbetriebe" bis hin zu KTG und Co.
Wo würdest du denn die Grenzen zwischen den einzelnen Kategorien ziehen?
Ackerbaubetriebe nach der Hektarzahl geordentet würde ich das so einteilen:
<50ha Kleinstbetrieb
51-100ha Kleinbetrieb
100-400ha unteres Mittelfeld
401-900ha Mittelfeld
901-1500ha oberes Mittelfeld
1501-3500ha mittlerer Großbetrieb
3501-6000ha Großbetrieb
> 6000ha großer Großbetrieb.

Wobei ich glaube daß es die ersten 2,5 Kategorien in Zukunft schwer haben werden zu bestehen.

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muh

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #376 am: 09. September 2018, 20:08:12 »

@gutbrod:

Schon länger fällt mir in deinen Beiträgen auf, dass du eigentlich interessiert bist und nah an der Landwirtschaft sein möchtest.

Je mehr Ich aber von dir lese und darüber nachdenke, desto mehr bin ich der Meinung,
dass du noch viel zu lernen hast und du vielleicht in mancherlei Hinsicht deine Sicht überdenken solltest.

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BNT

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #377 am: 09. September 2018, 20:27:57 »

Wenn's keine Definition gibt, werden solche Begriffe schnell zu Buzz Words.

Wenn mich jemand drauf anspricht, verweise ich auf die Empfehlung der EU-Kommission, die da lautet, dass Betriebe mit bis zu 9 Mitarbeitern und 2 Mio Umsatz als Kleinstbetriebe zu definieren seien.

Wär jetzt interessant zu wissen, wie viele User hier im Forum über 2 Mio Umsatz machen.  8)
« Letzte Änderung: 10. September 2018, 08:42:46 von BNT »
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Tim

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #378 am: 09. September 2018, 20:43:20 »

 ;D

Es an ha zu messen ist halt einfach.
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farming.ch

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #379 am: 09. September 2018, 20:43:43 »

Wenn's keine Definition gibt, werden solche Begriffe schnell zu Buzz Words.

Wenn mich jemand drauf anspricht, verweise ich auf die Empfehlung der EU-Kommission, die da lautet, dass als Betriebe mit bis zu 9 Mitarbeitern und 2 Mio Umsatz als Kleinstbetriebe zu definieren seien.

Wär jetzt interessant zu wissen, wie viele User hier im Forum über 2 Mio Umsatz machen.  8)

Hahaha :-). Der ist gut, witzig! Aber für die Landwirtschaft nicht wirklich zutreffend...

Wir kamen mit Schweinemast und allerlei anderem damals auf deutlich über 1 Mio., notabene auf "nur" 34 ha!
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Frankenpower

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #380 am: 05. September 2019, 17:31:54 »

https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/ueber-200-ha-existenzsicherung-notwendig-557981

ich denke der klassische Ackerbaubetrieb (West mit Rübe als "Stutzfrucht") hat keine Zukunft mehr....(Beginn Thread war ja schon Ende 2015)

Zitat aus dem Agrarheute-Schreiben:

Mehr als 40 % alle Wachstumsbetriebe seit 2017 nicht mehr wirklich kapitaldienstfähig.
Banken machen erste Erfahrungen mit Verwertungen in der Landwirtschaft
Die Finanzierung landwirtschaftlicher Investitionen fußt künftig nicht mehr auf Grundschulden, sondern auf der Kapitaldienstfähigkeit

Es wird eng



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Früher war sogar die Zukunft besser (Karl Valentin)

Rammstein

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #381 am: 19. September 2019, 17:00:36 »

https://www.agrarzeitung.de/nachrichten/wirtschaft/kalifornische-denkfabrik-fleisch-und-milch-werden-zum-auslaufmodell-88617

Da kann man schonmal das Gefühl bekommen, das die Landwirtschaft keine Zukunftsbranche ist.
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Gruß Rammstein

Rohana

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #382 am: 19. September 2019, 17:49:35 »

Die können da noch so viel erzählen und prognostizieren, nichts ist so effektiv wie ein entsprechendes Tier wenn es um Fleisch- oder Milchproduktion geht. Was pflanzliche Alternativen angeht, so sind es halt immer Alternativen und nicht das Echte. Wer's will, kann's jetzt schon haben.
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Wade

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #383 am: 19. September 2019, 17:59:18 »

Sicher? so nen Rind (ver)braucht schon einges an Futter pro kg Fleisch. Schwein und geflügel ist da schon besser. (ich weiß das eine ist Grünfutter, das andere Kraftfutter).

Aber vielleicht findet ja jemand nen verfahren bei dem nahezu 1:1 die Biomasse in Eiweiß umgewandelt wird... dagegen kommt kein Tier an, das immer Verluste durch bewegung etc hat.
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Rohana

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #384 am: 19. September 2019, 18:30:48 »

Fleisch ist ja doch n bisschen mehr als "nur" Eiweiss  ;)
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tomtex

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #385 am: 19. September 2019, 19:19:49 »

Sicher? so nen Rind (ver)braucht schon einges an Futter pro kg Fleisch. Schwein und geflügel ist da schon besser. (ich weiß das eine ist Grünfutter, das andere Kraftfutter).

Aber vielleicht findet ja jemand nen verfahren bei dem nahezu 1:1 die Biomasse in Eiweiß umgewandelt wird... dagegen kommt kein Tier an, das immer Verluste durch bewegung etc hat.
Mir war immer so wie wenn ein Schwein doppelt so viel Energiezufuhr braucht um die gleiche Menge an Energie in Form von Fleisch zu produzieren wie ein Rind.

https://www.researchgate.net/profile/Cornelis_De_Haan5/publication/312201313_Livestock_On_our_plates_or_eating_at_our_table_A_new_analysis_of_the_feedfood_debate/links/59984e0eaca272e41d3c4440/Livestock-On-our-plates-or-eating-at-our-table-A-new-analysis-of-the-feed-food-debate.pdf

Und nein, der "klassische Ackerbau" hatte noch nie eine Zukunft.
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Flori

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #386 am: 19. September 2019, 20:33:26 »

Sicher? so nen Rind (ver)braucht schon einges an Futter pro kg Fleisch. Schwein und geflügel ist da schon besser. (ich weiß das eine ist Grünfutter, das andere Kraftfutter).

Aber vielleicht findet ja jemand nen verfahren bei dem nahezu 1:1 die Biomasse in Eiweiß umgewandelt wird... dagegen kommt kein Tier an, das immer Verluste durch bewegung etc hat.

 Leute die sowas denken hab ich schon bisher für bisl  :stupid: gehalten, aber sowas auch noch als Landwirt ...  :crazy:
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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #387 am: 19. September 2019, 20:39:54 »

Man muss das in der Gesamtrechnung betrachten. Tiere erzeugen jede Menge Dünger. Wo kommt der sonst her?
Die Wirkungsgrade in der Tierproduktion sind nicht so übel. Ich denke, für das, was sie leistet, sind sie mehr als akzeptabel, aber natürlich immer zu optimieren. Passiert ja auch ständig, sei es bei NH3 oder N2O.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Selbst wenn die junge Generation jetzt auf Veganismus umstellt, werden noch viele viele Jahrzehnte vergehen, bis es den Markt über den Haufen wirft.
Und selbst wenn die Tierproduktion weg fallen würde, würde das nichts an der Landnutzung ändern. Dann kommen halt Biogas oder andere Nawaro.
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Biobauer

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #388 am: 19. September 2019, 22:18:25 »

Sicher? so nen Rind (ver)braucht schon einges an Futter pro kg Fleisch. Schwein und geflügel ist da schon besser. (ich weiß das eine ist Grünfutter, das andere Kraftfutter).

Aber vielleicht findet ja jemand nen verfahren bei dem nahezu 1:1 die Biomasse in Eiweiß umgewandelt wird... dagegen kommt kein Tier an, das immer Verluste durch bewegung etc hat.

 Leute die sowas denken hab ich schon bisher für bisl  :stupid: gehalten, aber sowas auch noch als Landwirt ...  :crazy:


wieso hast du die für durchgedreht gehalten??
vielleicht auch mal den ethischen aspekt bedenken, man nutzt ein anderers lebewesen "aus", bis zum finalen ende.
ich esse selbst fleisch, viel zuviel, das meiste davon selbst erzeugt bzw erjagd, großteils auch selbst getötet, aber je älter ich werde desto mehr hinterfrage ich mein tun

und nun weg vom tier, das thema geht um ackerbau.
ich will hier mal nicht unbedingt den wirtschaftlichen aspekt reinbringen, sondern den ackerbaulichen, ich frag mich wirklich, was wir hier weiterhin anbaun sollen, 20 bp auf sand (da haben uns die 650mm immer gerettet), mittlerweile sind wir bei 450mm und klimatisch auch nicht unbedingt auf der sonnenseite in bayerisch sibirien. eine option wäre grundfutter erzeugen für andere betriebe, wird hier vermehrt nachgefragt,
oder die oberfränkische trockenfruchtfolge einführen, wr wr kg....
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Wade

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Re: Hat der (klassische) Ackerbau in (West-)Deutschland noch Zukunft?
« Antwort #389 am: 20. September 2019, 00:20:12 »

Man muss das in der Gesamtrechnung betrachten. Tiere erzeugen jede Menge Dünger. Wo kommt der sonst her?
Die Wirkungsgrade in der Tierproduktion sind nicht so übel. Ich denke, für das, was sie leistet, sind sie mehr als akzeptabel, aber natürlich immer zu optimieren. Passiert ja auch ständig, sei es bei NH3 oder N2O.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Selbst wenn die junge Generation jetzt auf Veganismus umstellt, werden noch viele viele Jahrzehnte vergehen, bis es den Markt über den Haufen wirft.
Und selbst wenn die Tierproduktion weg fallen würde, würde das nichts an der Landnutzung ändern. Dann kommen halt Biogas oder andere Nawaro.

Nein, Tiere produzieren überhaupt keinen Dünger oder Nährstoffe, das musst du vorher alles erstmal übers Futter zuführen. Die haben sogar noch einiges an Verlusten...

Und ob es noch Jahrzehnte dauert sei mal dahingestellt. So eine Entwicklung verläuft nämlich nicht Linear, sondern immer in S-Kurven. Am anfang tut sich eine lange Zeit so gut wie gar nichts am Markt, bis dann der Marktanteil exponentiell wächst und der Zuwachs am Ende wieder langsam abfällt.

Ich seh das halt ganz objektiv. Ohne Wertung. Neue Techniken haben schon immer alte ersetzt wenn sie besser waren. Auto-> Pferd, Digitalfoto -> Analog, Smartphone -> Handy, Flachbildschirm -> Röhre
Und so wird es auch bei vielen anderen Bereichen kommen. Erneuerbare Energien -> Fossile, E-Autos -> Verbrenner, Autonome Fahrzeuge -> menschl. Fahrer

Ich denke schon dass die nächsten Jahrzehnte sehr viel im Umbruch ist. Tierhaltung wird zurück gehen, extensivere Haltungsformen werden zunehmen, viele Flächen werden extensiver genutzt werden, in den Gunstlagen wir dagegen sehr intensiver Ackerbau betrieben.

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