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Autor Thema: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung  (Gelesen 10570 mal)

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Gallus gallus!

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Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« am: 07. September 2015, 12:35:55 »

Moin,

habe gerade (Hähnchen) ausgestallt und müsste zeitnah Futter für den nächsten Mastdurchgang bestellen.
Ich bin mir aber unsicher, ob ich mit dem Lieferanten weiterarbeiten sollte.

Folgende Werte habe ich erreicht, der vorherige Mastdurchgang war ähnlich:

Gewichte:
Vorgriff: 1.781 g (brutto) nach 31 vollständigen Masttagen
Endausstallung: ca. 2.354 g (brutto) nach 37 vollständigen Masttagen

Das ergibt durchschnittlich 2.223 g bei 35,5 Masttagen und täglichen Zunahmen von 62,2 g.

Soweit, so brauchbar, denke ich.


Die Futterverwertung liegt aber bei 1:1,56.
Liegt das bei den Gewichten noch im Rahmen?
Was wäre für euch ein Grenzwert, den Lieferanten zu wechseln?


Mir fehlt es da etwas an Erfahrung.
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Josef

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #1 am: 07. September 2015, 13:17:22 »

Hallo,
Wir mästen 33 und 40 Tage.
Die beiden von dir genannten Parameter ( Zunahme und FFW) bestimmen ja maßgeblich die Wirtschaftlichkeit der Mast. Mit einer FFW von 1,56 bist du meiner Meinung nach sehr gut dabei. Da sehe ich kaum Möglichkeiten das zu verbessern, wenn der Futterpreis einigermaßen zufrieden bist solltest du meiner Meinung nichts ändern.
Die Zunahme wird ja auch stark von der Mastdauer beeinflusst, je länger je mehr Gramm schaft man .
Bei deiner Dauer wäre ich auch zufrieden mit über 62 gr. Ich hab schon 68 gehabt aber nur in Spitzendurchgängen!
Also an deiner Stelle wäre ich ganz zufrieden und würde so weiter machen.
Gruß Josef
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vario

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #2 am: 07. September 2015, 14:30:29 »

Alles unter 1:1,6 ist bei den Gewichten o.k. 
Darfst auch ruhig schreiben welches Werk du fütterst.
Je mehr Energie am Ende desto besser ist die FVW.
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Gallus gallus!

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #3 am: 07. September 2015, 18:02:54 »

Nagut, da die Werte hier positiv wegkommen, will ich ausnahmsweise mal Namen nennen.
Das Futter kam in den letzten zwei Mastdurchgängen von ForFarmers. In den ersten drei bis drei einhalb Wochen habe ich die günstige Variante (Feet Fit oder so ähnlich) gefüttert, vorwiegend der Einstreu wegen. Danach gab es die durchschnittliche Variante Optima. Im vergangenen Durchgang als 90-Prozenter, bei dem die Beimischung von 10 % Weizen vorgesehen ist. Im Durchschnitt habe ich, wie eigentlich immer, rund 8 % Weizen zugemischt, beginnend mit dem sechsten Masttag mit 1 % und zum Schluss 13 %.

Die TZ schwanken bei mir immer zwischen 60 und 65g.

Ginge es nach mir, würde ich die Tiere gern schwerer mästen, leider passen die dann aber wohl nicht mehr in die Schlachtmaske. Ich hoffe, die werden da im Schlachthof mal dran arbeiten.

Vielen Dank für die kompetenten Antworten!
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Jan

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #4 am: 08. September 2015, 10:12:57 »

Hallo,
Denke auch die Werte sind gut.
Liege selber etwas darüber, 1.6 bis 1.64, allerdings bei Gewichten von 2,7-3,1 und zwei vorhergehenden Vorgriffen.
Mfg
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Gallus gallus!

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #5 am: 09. September 2015, 12:41:24 »

3,1 kg, da werde ich neidisch!
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Jan

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #6 am: 09. September 2015, 16:48:15 »

Moin, träumen ist immer gut:)

Aber die schweren Tiere sind ja auch mehr Risiko. Letztendlich zählt nur der Gewinn pro qm Stall und Jahr. Wenn das passt ist doch alles gut.
Mfg
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Gallus gallus!

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #7 am: 09. September 2015, 23:26:31 »

Klar, der ein oder andere wird auch mit Kurzmast gut fahren.
Schwere Tiere bereiten mir persönlich aber auch mehr Freude (die sollte man selbst als Betriebswirt nicht außer acht lassen).
Ich denke, Tiere mit 2.300 g und 39 kg / m² fühlen sich wohler als Tiere mit 1.600 g und 35 kg / m². Zumindest ist das meine Beobachtung in meinem Stall.
Zudem würde bei einer zusätzlichen Mastwoche jährlich eine dieser lästigen und teuren Serviceperioden entfallen.  ;)

Mal schauen, ein paar Durchgänge bin ich noch gebunden.
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Josef

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #8 am: 10. September 2015, 07:36:29 »

Klar, der ein oder andere wird auch mit Kurzmast gut fahren.
Schwere Tiere bereiten mir persönlich aber auch mehr Freude (die sollte man selbst als Betriebswirt nicht außer acht lassen).
Ich denke, Tiere mit 2.300 g und 39 kg / m² fühlen sich wohler als Tiere mit 1.600 g und 35 kg / m². Zumindest ist das meine Beobachtung in meinem Stall.
Zudem würde bei einer zusätzlichen Mastwoche jährlich eine dieser lästigen und teuren Serviceperioden entfallen.  ;)

Mal schauen, ein paar Durchgänge bin ich noch gebunden.

Hallo,
Aber die Freude ist schnell dahin wenn du am Ende Probleme mit dem Gelenken bekommst, dann kann eine Woche länger sehr lang sein. Ich bin mit meinem 2,6 kg ganz zufrieden!
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Jan

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #9 am: 10. September 2015, 21:22:32 »

Hallo,
das ist richtig, falls was schief geht, kostet das richtig Geld.
Jeder muss halt seinen Weg finden.

Mästet hier jemand getrenntgeschlechtlich?
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Josef

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #10 am: 11. September 2015, 07:52:17 »

Hallo,
das ist richtig, falls was schief geht, kostet das richtig Geld.
Jeder muss halt seinen Weg finden.

Mästet hier jemand getrenntgeschlechtlich?

Hallo,
Wir nicht, aber ich hab von Betrieben gehört die trenne, erst die Hennen als Vorfänger teilweise raus, Rest und Hähne dann bis zum Ende. Aber es sind nur ganz wenige die das machen, ich weiß auch nicht welche Integration das anbietet?
Gruß Josef
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Gallus gallus!

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #11 am: 11. September 2015, 12:37:01 »

Ja, die Sache mit den Gelenken hatte ich wohl verdrängt.  ;)



Von getrennt geschlechtlicher Mast habe ich mal aus Großbritannien gehört, mehr aber nicht.
Ich hatte mal Interesse darn, Bruteier am 18. Bruttag zu beziehen um sie dann bei mir schlüpfen zu lassen. Die Brüterei war eher weniger begeistert. (Bei denen kann ich mich freuen, wenn ich mal Küken ohne Dottersackentzündung bekomme; mal sehen was die mir heute bringen...  :-\)

Klaas Knol macht es richtig, der kauft sich nur die Eier vom Elterntierhalter. Aber sowas kann ich bei mir nicht realisieren.
http://www.optimumvita.com/de/
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Josef

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #12 am: 11. September 2015, 13:29:16 »

Ja, die Sache mit den Gelenken hatte ich wohl verdrängt.  ;)



Von getrennt geschlechtlicher Mast habe ich mal aus Großbritannien gehört, mehr aber nicht.
Ich hatte mal Interesse darn, Bruteier am 18. Bruttag zu beziehen um sie dann bei mir schlüpfen zu lassen. Die Brüterei war eher weniger begeistert. (Bei denen kann ich mich freuen, wenn ich mal Küken ohne Dottersackentzündung bekomme; mal sehen was die mir heute bringen...  :-\)

Klaas Knol macht es richtig, der kauft sich nur die Eier vom Elterntierhalter. Aber sowas kann ich bei mir nicht realisieren.
http://www.optimumvita.com/de/

Klas Knol, der wirkt garnicht weit von uns!  ;D ;D
Ich hab den Betrieb vor zwei Jahren besucht, sieht super aus wenn er so alles erzählt.
Er brütet ja komplett die Küken aus, kauft Bruteier von einem Betrieb ( immer der selbe, nur aus der Mitte der Legeperiode, der Betrieb hat wohl mehrer Ställe mit Elterntiere, kommen aus den Osten)
Klas Knol hat zwei Brutmaschinen in denen bis zum 18 Tag gebrütet wird, dann in den "Schlupfstall", dort bleiben die Küken bis zum 11 Tag und werden dann umgestallt in zwei große Endmastställe.
Er hat also:
2 Brutmaschinen
1 Schlupfstall
2 mal 2 Endmastställe
Heißt bis zu 5 verschiedene Gruppen auf dem Betrieb ( Hygiene??  Aber alles Tip Top sauber)
Das größte Problem ist das Umstallen vom Schlupfstall in die Endmastställe. 11 Tage alte Küken können überhaupt nicht weit laufen, wenn man da so in den eigenen Stall schaut soll man es nicht glauben, aber kein Küken läuft mal eben so 50 m und die müssen viel weiter! Deswegen hat er so Transportbänder gebastelt, aber viele Küken werden noch in Kisten getan und dann mit dem Radlader verfahren.
Wenn er die Ställe normal fahren würde könnte er so grob geschätzt 190000 halten, jetzt arbeiten auf dem Betrieb bis zu 5 Arbeitskräfte, was sonst eine tun könnte.
Gruß Josef
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Gallus gallus!

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #13 am: 11. September 2015, 17:46:50 »

Ich habe ihn vor ein paar Jahren mal auf einer Messe getroffen. Dass er immer Tiere im Betrieb hat, stört ihn auch. Aber Probleme seien noch nicht aufgetreten. Impfen sei auch nicht einfach.

Der Ak-Besatz ist wirklich hoch.

Weiß jemand, was ein Brutei kostet?
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Rabe

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Re: Richtwerte für Tageszunahmen und Futterverwertung
« Antwort #14 am: 12. September 2015, 00:26:53 »


Bevor ich mir ne eigene Brüterei kaufe würde ich den Kükenbezug/ die Integration wechseln.
Es braucht sehr viel Erfahrung um gute Küken produzieren zu können. Zudem wird es bei deiner Größe sehr schwierig auf den Punkt die richtige Anzahl an Küken parat zu haben. Was passiert mit Übermengen? Die Veterinärämter kontrolieren hier regelmäßig die Besatzdichten. Und wenn du zu wenig hast schießt du dir selber ins Knie.
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Planung ersetzt Zufall durch Irrtum