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Autor Thema: Einstreuen eines Hähnchenstalles  (Gelesen 12072 mal)

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Gallus gallus!

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Einstreuen eines Hähnchenstalles
« am: 26. Juni 2015, 10:52:30 »

Moin,

wie an anderer Stelle schon geschrieben, bin ich recht neu in der Hähnchenmast. Dementsprechend holprig läuft derzeit auch noch das Einstreuen.
Anfangs habe ich das Strohgranulat mit einer Handschaufel direkt aus dem (aufgeschnittenen) Bigbag verteilt. Das Bigbag stand dabei auf Palette am Radlader. Dass das kein Zustand sein kann, wird einem bei 33°C schnell klar.  ;)
Seit einigen Durchgängen streue ich mit einem Pendelrohrstreuer ein. Mehr als 2/3 eines Bigbags passen da aber nicht hinein und es muss immer ein zweiter Mann drauf sitzen und nachstochern, da es nicht sicher nachrutscht.
Manch einer streut ja mit einem Scheibenstreuer ein. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das Material da besser nachrutscht.

Hat jemand erfahrungen mit Einstreuschaufeln (Bsp.: www.ag-products.co.uk/machines/ag-fs200.php) oder Walzenstreuern (Bsp.: www.schmihing-gmbh.de/produkte/einstreumaschinen/walzenstreuer.html )?

Was auch immer es sein soll, es muss mit Strohgranulat / Dinkelspelzgranulat funktionieren, denn von letzterem habe ich gerade eine LKW Ladung bestellt.
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vario

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #1 am: 26. Juni 2015, 11:51:44 »

Hallo,
Dinkelspelzen sind schwerer als Strohgranulat und müssten besser rutschen .
Wir nehmen einen normalen Düngerstreuer mit 2 paar Scheiben , stellen gross und es rutsch leer . Passt gerade ein Big Bag rein.
Halbe Big Bag sind schwierig ,da man die nur aufschneiden kann.

 
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Josef

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #2 am: 26. Juni 2015, 11:52:00 »

Hallo,

bei uns macht das die Firma die auch die Einstreu liefert. www.einstreubetrieb-abeln.de
Fährt von Stall zu Stall , Betrieb zu Betrieb , ich weiß was du jetzt denkst aber nein, der hat einen saubereren Schlepper als Du!! ;D
Er hat einen super Ruf, was Hygiene angeht, reinigt die Maschinen nach jeden Einsatz.
Ich streue mit Ihm über 6 Jahre ein, wir sind fast zeitgleich angefangen.
Er hat wie du siehst klein Kubota Schlepper mit angebauten kleinen Einscheibenstreuer (genau zeigt er die im Netz nicht, im Anfang durfte man als Landwirt nicht einmal von oben dreinschauen, sollte als Patent angemeldet werden, nie passiert)
Wir streuen auch mit Strohpellets ein, vorher mit Hobelspänen, sein Streuer hat damit keine Probleme. Ein halber Big Pack geht in den Streuer, der Big Pack hänge ich an den Manitou und fahre ihn über den Streuer (so ein Kubota kann nicht viel heben, daher macht ein größerer Streuer keinen Sinn, und ein größerer Schlepper passt nicht in alte Ställe)
Zu seiner Technik: ein Einscheibenstreuer hat ja auch ein Rührwerk, das hat er mit einer Welle nach oben verlängert und gelagert. An der Welle hat er ein paar kurze Ketten geschweißt die die Einstreu lockern so das sie nachläuft, auf Schieber unten verzichtet er ganz, soll den Auslauf auch wohl größer gemacht haben.
PS Einstreuen 2 Ställe kostet 150 €, dafür kann ich es nicht billiger. Einstreu lagere ich auf dem Hof nicht, so mach ich mir auch keine Gedanken um verdrecken!
Gruß Josef

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Rabe

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #3 am: 26. Juni 2015, 12:33:37 »

PS Einstreuen 2 Ställe kostet 150 €, dafür kann ich es nicht billiger. Einstreu lagere ich auf dem Hof nicht, so mach ich mir auch keine Gedanken um verdrecken!
Gruß Josef

Was ist bei den 150€ alles dabei?
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Josef

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #4 am: 26. Juni 2015, 12:34:50 »

Die Arbeit! Also das einstreuen , er liefert ja auch die Einstreu, da wird er sicher auch was dran verdienen!


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Gallus gallus!

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #5 am: 26. Juni 2015, 13:10:51 »

Davon gibt es in Südoldenburg wohl mehrere Trupps.
Ich war vor Jahren mal ein paar Tage mit einem Tierarzt unterwegs. Da war eine Firma mit kleinen Isekis am einstreuen. Das könnte Huntenburg gewesen sein.
In meiner Region gibt es sowas natürlich nicht.

Zum nächsten Durchgang probier ich es mal mit Dinkel und dem Scheibenstreuer (Amazone ZAM). Da es im Winter einen neuen gibt, könnte ich da auch was umbauen lassen.

Die Geräte zum Anbau an Telelader interessieren mich dennoch. Hat jemand Erfahrungen damit?
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Rabe

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #6 am: 26. Juni 2015, 21:17:37 »

Die Arbeit! Also das einstreuen , er liefert ja auch die Einstreu, da wird er sicher auch was dran verdienen!


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Was zahlst du für die Einstreu? Ich habe im Winter 21,50€/dt im 500kg Bigbag für die Ware + Transport (2€/dt) bezahlt.

@Gallus gallus
Wir streuen zu zweit mit nem normalem Düngerstreuer ein und sind in nicht mal 45min mit nem Stall fertig. Der Streuer packt nen 500kg- Bigbag. Dienstleister gibt es hier auch nicht, aber die müssen es erstmal günstiger schaffen.
Was sollen solche Einstreugeräte kosten?
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charlie

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #7 am: 26. Juni 2015, 21:57:14 »

Zu seiner Technik: ein Einscheibenstreuer hat ja auch ein Rührwerk, das hat er mit einer Welle nach oben verlängert und gelagert. An der Welle hat er ein paar kurze Ketten geschweißt die die Einstreu lockern so das sie nachläuft, auf Schieber unten verzichtet er ganz, soll den Auslauf auch wohl größer gemacht haben.

Ich hab ja keine Ahnung von der Hähnchentechnik. Aber die Einscheibenstreuer mit dem Kettenrührwerk kenne ich vom Winterdienst. Wir streuen damit alles von Sand über Splitt bis zu relativ schlechten Salzqualitäten, die in anderen Streuern gern Brücken bilden.
Vielleicht lässt sich so ein alter Salzstreuer ja irgendwo billig schießen und mit einem größeren Trichter versehen bzw eine Erhöhung dran basteln um genug Späne oder Granulat rein zu kriegen...
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Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

Gallus gallus!

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #8 am: 26. Juni 2015, 22:43:15 »

Zitat
Was zahlst du für die Einstreu? Ich habe im Winter 21,50€/dt im 500kg Bigbag für die Ware + Transport (2€/dt) bezahlt.

@Gallus gallus
Wir streuen zu zweit mit nem normalem Düngerstreuer ein und sind in nicht mal 45min mit nem Stall fertig. Der Streuer packt nen 500kg- Bigbag. Dienstleister gibt es hier auch nicht, aber die müssen es erstmal günstiger schaffen.
Was sollen solche Einstreugeräte kosten?

Letztes Jahr hatte ich für Strohgranulat 215 € / to bezahlt, jetzt liege ich bei 190 € / to für Dinkelspelzgranulat, alles + MwSt. und frei Hof in 800 kg Bigbags. Da muss ich aber einen kompletten Zug abnehmen.

Die Einstreugeräte mit den Streuscheiben kosten rund 6.000 - 6.500 € (+ MwSt.). Ich konnte einen Hersteller in England, einen in Nordirland und einen in Sachsen-Anhalt ausfindig machen. Letzterer war mal Importeur von dem Engländer, baut jetzt aber selbst.
Bei den Walzenstreuern gibt es VDW aus Belgien, verkauft als Schmihing aus Melle und Holaras aus Holland.
Sollte das mit meinem Düngerstreuer nicht gut funktionieren, werde ich wohl etwas Geld in die Hand nehmen...
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Rabe

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #9 am: 26. Juni 2015, 22:56:09 »


@Gallusgallus
Saugt das Dinkelspelzengranulat soviel besser wie die Strohpellets? Setzte seit 5 Jahren die Pellets ein und es funktioniert.
Du weißt ja was der Bauer net kennt das frißt er net. Gibt hier leidern keinen Anbieter für Dinkelspelzengranulat. Sonst würde ich mal n paar Bigbags probieren.
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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #10 am: 26. Juni 2015, 23:35:21 »


@Gallusgallus
Saugt das Dinkelspelzengranulat soviel besser wie die Strohpellets? Setzte seit 5 Jahren die Pellets ein und es funktioniert.
Du weißt ja was der Bauer net kennt das frißt er net. Gibt hier leidern keinen Anbieter für Dinkelspelzengranulat. Sonst würde ich mal n paar Bigbags probieren.

Ich hatte mir für die ersten zwei Durchgänge schonmal Dinkel bringen lassen, aber einzelne Bigbags per Spedition. Dementsprechend teuer war das damals. Qualitativ kann ich zwischen beiden Materialien keinen Unterschied feststellen.
Bei einem anderen Anbieter hätte ich Strohgranulat billiger als Dinkelspalzgranulat bekommen. Es sind wohl einfach Marktpreise.
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Rabe

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #11 am: 26. Juni 2015, 23:59:45 »


Welche Mengen streut ihr ein? Mir reichen zwei BigBags ziemlich genau für 1600m²
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Josef

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #12 am: 27. Juni 2015, 01:08:46 »

Wir streuen 3 Big packs auf 2 Ställe a 1980m2 ein. Gewicht der Big Packs schau ich morgen mal nach!


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Gallus gallus!

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #13 am: 27. Juni 2015, 11:15:46 »

Ich nehme etwas mehr: ca. 900 - 1.000 g/m².

Ich habe ab dem Ende der zweiten Mastwoche immer das Problem, dass die Einstreu unter den Tränkelinien nass wird. In manchen Durchgängen bilden sich da kleine Deiche, bis zu 10 cm höher als einen halben Meter von den Tränken entfernt. Meistens fängt das am 11. oder 12. Masttag an. Die Nippel hängen so hoch, dass die Tiere gerade so rankommen und der Wasserdruck ist so niedrig wie möglich eingestellt.
Eine Tränkelinie hängt unterm First, recht weit entfernt von den Futterlinien. Da tritt das Problem nicht auf. Allerdings ist da der Boden auch am tiefsten, da schleppen die schonmal mehr Einstreu hin.
Ich habe schonmal ein paar laufende Meter Nippel gegen andere ("Sanistar", ohne Cups) ausgetauscht. Aber das hat auch nichts gebracht.
Der Wasserverbrauch ist unauffällig und liegt recht stabil bei ca. 180 % vom Futterverbrauch.

Weiß da jemand Abhilfe?
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Jan

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Re: Einstreuen eines Hähnchenstalles
« Antwort #14 am: 13. Juli 2015, 19:14:08 »

Hallo zusammen,
Ich streue hiermit ein, der Streuer wird mit Öl angetrieben.
Nehme Dinkelspelzengranulat, 1200gr/qm.

Zu den feuchten Stellen unter den Tränken habe ich die Erfahrung gemacht, je dunkler der Stall desto weniger kleckern die Tiere mit dem Wasser.
Mfg
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