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Autor Thema: Landwirtschaft in China  (Gelesen 13649 mal)

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Ansgar

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #15 am: 21. Juni 2015, 22:13:49 »

ist doch wie es ist. aus wikipedia:

Pestizid (von lat. pestis = Geißel, Seuche und lat. caedere = töten) ist eine aus dem englischen Sprachgebrauch übernommene Bezeichnung für chemische Substanzen, die lästige oder schädliche Lebewesen töten, vertreiben oder in Keimung, Wachstum oder Vermehrung hemmen.
Pestizid ist fur mich ein gängiger Begriff und auch treffender als Pflanzenschutzmittel.

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Ich weiß sehr wohl was Pestizide sind! Nun gut, trotzdem sollten wir mit solchen Begriffen sensibel umgehen. In jedem popeligen Seminar für Öffentlichkeitsarbeit kriegt man eingetrichtert, solche Begriffe wie Pestizide, Kunstdünger, Monokultur etc. zu meiden. Dann kann ich ja gleich sagen, dass ich mit meiner Feldspritze Gift versprühe.
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Georg

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #16 am: 21. Juni 2015, 22:16:44 »

Ich war in den letzten 10 Jahren 8 mal in China in Sachen Landwirtschaft unterwegs.

Die Frage nach LAndiwrtschaft in China ist so ähnlich wie Landwirtschaft in Afrika, oder Landwirtschaft in Europa!

China ist eigentlich ein Kontinent!
Die Nord - Süd Ausdehnung ist etwa wie Moskau im Norden und die Südägyptische Grenze. Oder Norddeutschland - Südgrenze von Algerien.

Ich denke da kann sich jeder so ungefähr vorstellen wie klimatisch unterschiedlich China ist.

Dann sind riesige Flächen von China ganz einfach nur Wüste, oder DUrch das besetzte Tibet die höchsten Gebirge der Welt

Wenn ich heir so einige Kommentare lese, müssen die Chinesen sich anscheinend alle selbst vergiften!

Fakt ist: In China leidet  niemand Hunger! Nach wie vor ist China in der Lage sich selbst zu ernähren. Und das sind immerhin dreimal mehr Menschen wie die gesamte EU die da jeden Tag essen wollen und auch bekommen!

Ich hab niergends auf der Welt ne vielfältigere Küche gesehen wie in China.  Gibt´s nicht - gibt's nicht...... ;D

@ Biobauer:
Das mit dem Bestäuben von Obstbäumen mit Pinseln hab ich 1983 als Praktikant in Japan schon gemacht, und wird auch heute noch dort gemacht. Die handbestäubte Apfelproduktion in China ist ausschließlich für den Export nach Japan. Die Apfelproduktion wäre ein Tread für sich.
So ein Apfel koste in Japan dann um die 5 Euro pro Stück!
Zu den Bienen, Japan ist ein extrem Bienenfrundliches LAnd und Bienenhaltung hat ne sehr hohe Kultur dort. Deutschland importiert im Durschnitt über 500 to Bienenhonig aus Japan! Und das alles dort trotz intensivster LAndiwrtschaft und Industrie!
Zum genfreien Biosojaanbau: Ja es wird tatsächlich auf sehr großen Flächen Bio angebaut. Vor allen Dingen auch genfreier Biosoja! Der Soja ist allerdings nicht für den heimischen Markt, sondern in der Hauptsache für den Export nach Japan. Da erlöst man den 4 bis 5 fachen Preis gegenüber dem Soja den man aus Brasilien importiert. Man vermehrt so die Menge für den heimischen Markt mal 5 fürs gleich Geld!

Zu Chinas Landwirtschaft vielleicht ein paar Interessante Zahlen: Die Hälfte der Weltweiten Schweinefleichsproduktion ist in China! Das Gleich gilt für Raps!
Landtechnik: In China wurden 2013 570 000 Schlepper über 20 PS verkauft. davon 80 000 über 65 PS! Insgesamt ist das mehr als das Doppelte vom Rest der Welt!
Ich hab letzte Woche mal den Agritechnica Plan durchgeschaut. Alleine in der Halle für Elektronik hat China einen Gemeinschaftsstand mit 400 qm gemietet! Da werden einige Überraschungen dabei sein.
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Georg

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #17 am: 21. Juni 2015, 22:21:30 »

zudem kommt immer viel biosoja aus china, was ich  für nicht glaubwürdig halte

Freud aus Österreich war mal da, die machen Bio, aber da ist teilweise soviel Schwefel und anderes in der Luft, da brauchst auch gar nicht spritzen  ;) Auch wenn nicht gespritzt, gesund wird das nicht sein. Dann lieber von Konvi von hier, da weiss ich wenigstens was drin ist  ;D

Da würde ich Dir aber mal raten, alles was Du so ist gaaaaaaaaaaaaaaanz genau anzuschauen! Du glaubst gar nicht wie viele Inhaltsstoffe unserer Lebensmittel schon aus China kommen! China ist bie Lebensmittel derzeit Handelsbilanzneutral! Also alles was wir an Milch und Schweinefleischprodkte nach China leifern kommt wieder zurück! Meist in Form von Handarbeitsintensiven Produkten wie Beeren aller Art!
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Biobauer

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #18 am: 21. Juni 2015, 22:30:56 »


Das mit dem Bestäuben von Obstbäumen mit Pinseln hab ich 1983 als Praktikant in Japan schon gemacht, und wird auch heute noch dort gemacht. Die handbestäubte Apfelproduktion in China ist ausschließlich für den Export nach Japan. Die Apfelproduktion wäre ein Tread für sich.
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Zu den Bienen, Japan ist ein extrem Bienenfrundliches LAnd und Bienenhaltung hat ne sehr hohe Kultur dort. Deutschland importiert im Durschnitt über 500 to Bienenhonig aus Japan! Und das alles dort trotz intensivster LAndiwrtschaft und Industrie!



redn ma jetzt über japan oder china?

und 500 to san pillepalle, ich meine allein aus mexiko kommen über 15000 to.
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen

309CA

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #19 am: 02. März 2017, 20:58:04 »

In China bekommens ja immer noch 3 €/kg SG bei den Schweinen das wäre doch was für Stratthof.....
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Warum gibt es Gülleauflagen ? wäre es Umwelttechnisch nicht besser wenn möglichst viel der Arbeitnehmer usw mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren müssen ?  Viele Schweine-viele Scheine. Zuviel Schweine-zu wenig Scheine.

Henrik

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #20 am: 03. August 2018, 07:46:17 »

Gibt es eigentlich auch Zahlen was China an Getreide bzw. Reis produziert? Ganz klein ist China ja auch nicht. Das sie mehr Käufer als Verkäufer sind auch klar.
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BNT

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #21 am: 03. August 2018, 07:57:29 »

350 Mio to Getreide produzieren sie. Verbrauch ca. 380 Mio to. Aber: Sie haben volle Lager (300 Mio to).

Wie die meisten anderen Staaten ist China vor allem Sojaimporteur.
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #22 am: 03. August 2018, 23:21:22 »

Danke. Das die Chinesen die Lager voll haben wundert mich nicht. Die denken ja sehr strategisch.
Wenn die soviel haben, hat das Auswirkungen auf die Preise.
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farming.ch

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #23 am: 04. August 2018, 08:41:32 »

350 Mio to Getreide produzieren sie. Verbrauch ca. 380 Mio to. Aber: Sie haben volle Lager (300 Mio to).

Wie die meisten anderen Staaten ist China vor allem Sojaimporteur.

Und importieren mit dem Soja gleich auch noch Phosphor, Stickstoff, etc...
Haben sie ev. auch eine Bodenphosphor-Strategie? Würde mich nicht verwundern, da P aus den Lagerstätten ja knapp zu werden droht in Zukunft.

China hat auch eine sehr alte, Tausende von Jahren, Tradition in Intensiv-Landwirtschaft. Bzw. wir würden das wohl eher als Gartenbau ansehen.
High-Input und High-Output pro Fläche.
Es gibt da das sehr interessante Buch "4000 Jahre Landbau in China, Korea und Japan" von F.H. King, einem US-Amerikaner.

"F.H. King, ehemals Professor der Agrarwissenschaft an der Universität Wisconsin und Leiter der Bodenabteilung des Landwirtschaftsministeriums der USA, bereiste den Fernen Osten und schrieb diesen fesselnden Reisebericht. Er macht anschaulich, wie es diesen Völkern gelang, mit wenig Vieh und trotz Überbevölkerung die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, ohne Kunstdünger anzuwenden - allein durch die zahllosen Methoden der Kompostwirtschaft, Mulch- und Mischkulturen, Gründüngung und Direktsaat."
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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #24 am: 04. August 2018, 08:44:18 »

Gerne. China hat auch ein paar Mäuler zu versorgen und vielleicht wollen sie keine steigenden Lebensmittelpreise riskieren. China verfügt auch über entsprechende finanzielle Mittel.
Und natürlich, mit so hohen Lagerbeständen lässt sich sehr gut arbeiten.

Etwas übertrieben ausgedrückt: Wie sich China am Markt verhält hat größere Auswirkungen auf den Getreidemarkt, als die Ernteergebnisse in der EU.


Noch kurz zum Biogetreidemarkt. 34% des dt. Biogetreides werden importiert, hauptsächlich aus Rumänien und der Ukraine. Da dies über längerfristige Verträge läuft, wird man sich immer auch an deren Ernteergebnisse orientieren müssen.

Ja klar importieren die auch Nährstoffe, aber wohin sollen sie die tun? Es führt doch zu denselben Problemen, die unsere viehstarken Betriebe haben. Irgendwann bist du mit P in Versorgungsstufe E und dann sind die Vorteile weg.

In China werden jetzt übrigens auch da und dort mal 10 to Weizen gedroschen.
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #25 am: 09. November 2018, 20:37:46 »

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #26 am: 01. Februar 2020, 23:33:22 »

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Georg

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #27 am: 02. Februar 2020, 10:07:21 »

https://www.agrarheute.com/management/agribusiness/china-lebensmittel-knapp-564388

Wie wird es weiter gehen ?

.... ganz normal...
Du musst lediglich mal das Ganze in´ein augenscheinliches Verhältnis setzen!
50 Millionen Einwohner in China sind geraade mal ca.3 bis 4 % der Chinesischen Bevölkerung!
Umgerechnet zu Deutschland wären es ca 2,5 Mio.
Klar, der Pluspunkt waöre heir so wie es in China derzeit ist, die Landwirtschaft bzw Nahrungsmittelproduktion würde wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Die Lösung für China wäre ganz einfach: Die Nahrungsmittelversorgung wird auf Vegan umgestellt und (fast) alle Probleme wären gelöst!?!?!? Das gilt übrigens für die meisten überbevölkerten Länder/Gebiete/Städte auf der Welt!

Wozu müssen Chinesen Ratten, Schlangen, Insekten etc. essen? Von dort kommt anscheinend der Corona Virus.
Afrikanische Schweinepest... Warum müssen die Chinesen soviel oder überhaupt Schweinefleisch essen?
 
Nun zu allen Übel wurden vorgestern wegen neuerlichen des Ausbruches der Vogelgrippe 17000 Geflügel in der Nähe von Wuhan gekeult.... Also wozu noch Geflügel?

Ich war schon einige male in Wuhan. Ein Chinesischer Händler verkauft von dort aus verschiedene Produkte von uns.

Als ich vor 5 Jahren das erste mal dort war, kannte ich zuvor noch nicht mal den Namen der Stadt.
Die Stadt und die Gegend sind mehr oder weniger "echtes, original neues China"!
Die Stadt hatte vor 5 Jahren (O-Ton meines Händlers) offiziell 10 Millionen Einwohner jedoch geschätzt ca 14 Millionen.

4 Millionen unregistrierte Menschen braquchen jeden Tag Nahrung, erzeugen unkontrolliert Abwässer und Müll....

Das eigentliche Problem:

Diese Menschen sind in der Regel Wanderarbeiter oder besser die ehemalige Landbevölkerung (Bauern Handwerker etc) die wegen der Industrialisierung nicht mehr von ihren 2 ha udn 20 Schwienen leben bzw. ihre Familien ernhähren können. Die einzige Möglichkeit ist, als Wanderarbeiter zeitweise in die Industriezentren zu ziehen und zu versuchen unter Ausbeutung etwas Geld zum Überleben zu verdienen.

Bekannt sind ja bei uns in der Regel nur Peking udn Shanghai. Beides Zentren, fast mit unserem Standard verleichbar! Ich meine Da vor allen Dingen die Ver- und Entsorgung  mit Lebensmittel udn Müll.

Es kann sich ja wahrschienlich jeder vorstellen, wie es mit der Hygiene aussieht, wenn in einer Großstadt bis zu 30% der Bevölkerung keinen wirklichen Zugang zu Duschen und/oder Toiletten haben?
Bei uns ist es in Städten ab und zu ein Problem das man am Rande eines Gehsteiges mal in einen Hundehaufen tritt...
Dort in diesen Zentren sind es meist Exkremente von anderen Lebewesen......
Das ist übrigens nicht nur  in den Zentren Chinas sondern ist z.B. in Kairo, Bombay, Mexico City oder Sao Paulo etc. oftmals ähnlich!

Und nun der Link zu unseren derzeit diskutierten Problemen mit Trinkwasser. Trinkwasser gehört wie Fleisch und Gemüse zu einem wichtigen Lebensmittel, wenn nicht, sogar zu dem wichtigsten!

In dem Hotel, ( "westlicher Standart") in dem ich in Wuhan schön öfters übernachtet habe, stehen im Bad zwei Flaschen Minneralwasser (made by Nestle) zum Zähneputzen... Am Wasserhahn stheht auf eine Plakette: "Kein Drinkwasser"!

Zurück zu China:
Sie zahlen nun den Preis der Industrialisierung der letzen 30 Jahre. So einfach ist es! Entweder sie bauen nun mit Ihren bebunkerten Dollars ein Hygienestandart auf, dass so viele Menschen auf so engen Raum leben können oder sie werden an ihrem Dreck scheitern....
Das wirtschaftliche Problem: Die Produkte aus China werden dann genauso teuer wie aus Japen oder USA oder Europa.

Es ist halt wie es ist (Sorry für das Beispiel): Wenn man eine Ratte in einen Käfig sperrt udn sie füttert udn tränkt gehts der Ratte gut. Sperrt man mehre Ratten in den gleichen Käfig der nur Platz hätte für eine Ratte, werden alle Rateen krnak und gehen ein. Das ist in unzähligen Tierversuchen nachgewiesen.

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ulli

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #28 am: 03. Februar 2020, 00:58:22 »

Georg, du machst den selben Fehler wie sehr viele Europäer. Du unterschätzt China massiv. Das ist nicht mehr die Werkbank der Welt, die streben durchaus höheres an. Das hier ist zum Beispiel der neue Campus von Huawei, bekanntlich die Firma ohne die wir "Dichter und Denker" kein Handynetz mehr zum laufen bringen:




Dein letzter Vergleich ist unerträglich abfällig...
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Panta rhei

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Re: Landwirtschaft in China
« Antwort #29 am: 03. Februar 2020, 06:05:27 »

Noch beachtlicher ist doch der Bau von zwei Krankenhäusern in 10 Tagen :o
Heute sollen wohl die ersten Patienten dort aufgenommen werden.
Bei uns ist sowas in 10 Jahren nicht mehr umsetzbar.
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Es sind nicht die schlechten Jahre, die uns Probleme bereiten, es sind die falschen Entscheidungen in den guten Jahren!
Standort: westliches Moseltal