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Autor Thema: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen  (Gelesen 181433 mal)

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Kamile

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #585 am: 18. Januar 2019, 13:12:33 »

Im Weinbau bringe ich Glyphosat nur im Unterstockstreifen aus. Die Wildschweine graben in diesem Streifen immer zuerst. Für mich Beleg dass Glyphostat Regenwürmer nicht schädigt, eher fördert.
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Desperado

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #586 am: 18. Januar 2019, 16:35:25 »

Im Weinbau bringe ich Glyphosat nur im Unterstockstreifen aus. Die Wildschweine graben in diesem Streifen immer zuerst. Für mich Beleg dass Glyphostat Regenwürmer nicht schädigt, eher fördert.

Glyphosat hat - anders als hohe Kupfermengen - keinen Einfluss auf das Bodenleben, zumal ja kurze Zeit später schon wieder frisch angesät werden kann.

Ein besonders schlauer Glyphosatgegner wollte dennoch nachweisen, dass Glyphosat sich schädlich auf die Regenwurmpopulation auswirkt. Dazu hat er in Blumentöpfen mit vielleicht 2-3 Liter Fassungsvermögen Gras einngesät und den Boden von Regenwürmer besiedeln lassen. Nach ein paar Wochen wurde dann das in einigen Töpfen mit Glyphosat abgetötet und am Ende der Versuchsreihe wurde dann geschaut, welche Population sich stärker vermehrt hat. Und welch Wunder war natürlich die Reproduktionsrate der Würmer im dauergrünen Topf größer.

Aber statt auf die naheliegende Erkenntnis zu kommen, dass durch das frühzeitige Abtöten den Würmern die Nahrungsquelle entzogen wurde, war natürlich mal wieder das böse Glyphosat schuld. Und diesen Versuch auf Kindergartenniveau hat dann der Bayerische Rundfunk auch noch groß gefeiert.
Sorry, aber da fällt mir nichts mehr zu ein.

Was jedes Jahr im Herbst auffällt, ist, dass die Flächen, auf denen nur sehr wenig Bodenbearbeitung betrieben wird, sehr viel stärker von Wildschweinen heimgesucht werden. Mit Glyphosat, das bei der konservierenden Bodenbearbeitung sehr viel stärker zum Einsatz kommt, hat das herzlich wenig zu tun, weil sich Glyphosat gegenüber dem Bodenleben weitestgehend neutral verhält (in der ausgebrachten Konzentration ist Glyphosat auch nicht toxisch).
Je stärker aber das natürlich Bodengefüge durch eine intensive Bodenbearbeitung zerstört wird und je geringer das Nahrungsangebot (Erntereste) ist, desto weniger Regenwürmer gibt es letztendlich auch.

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sten

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #587 am: 18. Januar 2019, 17:09:02 »

Du meinst die Studie der BOKU Wien. Bei dieser wurden noch eine andere Reihe merkwürdiger Fehler gemacht.
Die Töpfe wurden gezielt mit definierten Populationen besiedelt. Es wurde kein normales Glyphosat verwendet sondern auch in Europa nicht übliche Formulierung, so zum Beispiel  Round up Speed in sehr hoher Aufwandmenge. In den insgesamt 36 Töpfen wurde die ganze Zeit in allen Töpfen gleichmäßig bewässert, egal ob Bewuchs da war oder nicht. Bei den mit Glyphosat behandelten Töpfen stieg nach der Behandlung sogar die Zahl der Kothaufen erst an, bevor die Würmer starben. Kann sich jeder einen Reim drauf machen, was eigentlich die logische Schlussfolgerung sein sollte.
Carsten


Im Weinbau bringe ich Glyphosat nur im Unterstockstreifen aus. Die Wildschweine graben in diesem Streifen immer zuerst. Für mich Beleg dass Glyphostat Regenwürmer nicht schädigt, eher fördert.

Glyphosat hat - anders als hohe Kupfermengen - keinen Einfluss auf das Bodenleben, zumal ja kurze Zeit später schon wieder frisch angesät werden kann.

Ein besonders schlauer Glyphosatgegner wollte dennoch nachweisen, dass Glyphosat sich schädlich auf die Regenwurmpopulation auswirkt. Dazu hat er in Blumentöpfen mit vielleicht 2-3 Liter Fassungsvermögen Gras einngesät und den Boden von Regenwürmer besiedeln lassen. Nach ein paar Wochen wurde dann das in einigen Töpfen mit Glyphosat abgetötet und am Ende der Versuchsreihe wurde dann geschaut, welche Population sich stärker vermehrt hat. Und welch Wunder war natürlich die Reproduktionsrate der Würmer im dauergrünen Topf größer.

Aber statt auf die naheliegende Erkenntnis zu kommen, dass durch das frühzeitige Abtöten den Würmern die Nahrungsquelle entzogen wurde, war natürlich mal wieder das böse Glyphosat schuld. Und diesen Versuch auf Kindergartenniveau hat dann der Bayerische Rundfunk auch noch groß gefeiert.
Sorry, aber da fällt mir nichts mehr zu ein.

Was jedes Jahr im Herbst auffällt, ist, dass die Flächen, auf denen nur sehr wenig Bodenbearbeitung betrieben wird, sehr viel stärker von Wildschweinen heimgesucht werden. Mit Glyphosat, das bei der konservierenden Bodenbearbeitung sehr viel stärker zum Einsatz kommt, hat das herzlich wenig zu tun, weil sich Glyphosat gegenüber dem Bodenleben weitestgehend neutral verhält (in der ausgebrachten Konzentration ist Glyphosat auch nicht toxisch).
Je stärker aber das natürlich Bodengefüge durch eine intensive Bodenbearbeitung zerstört wird und je geringer das Nahrungsangebot (Erntereste) ist, desto weniger Regenwürmer gibt es letztendlich auch.
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Kamile

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #588 am: 18. Januar 2019, 17:20:52 »

Dieses Thema kam mir nur in den Sinn, weil ich gestern Frau Ministerin Kloeckner bei Lanz gesehen habe. Dort hat Sie behauptet es würde nach Faktenlage entschieden. Naja vielleicht liest ja jemand im Ministerium AW, wäre wahrscheinlich nicht die sinnloseste Beschäftigung der dort nach gegangen wird. Ansonsten stellen wir in fünf Jahren um und behandeln mit Dampf, wollte schon lange meine Dampfmaschine zurück haben.
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sten

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #589 am: 18. Januar 2019, 17:34:56 »

Hier mal eine Stellungnahme der AGES, die sicher auch nicht unparteiisch ist.
https://www.ages.at/fileadmin/AGES2015/Themen/Pflanzenschutzmittel_Dateien/BOKU_Regenwurmstudie_Stellungnahme.pdf

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nofear

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #590 am: 18. Januar 2019, 17:35:37 »

@ Kamile: Du wirst doch dann als Bio sicher nur nachwachsende Rohstoffe/regenerative Energie zur Dampferzeugung einsetzten oder  ;D
« Letzte Änderung: 18. Januar 2019, 20:00:24 von nofear »
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sten

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #591 am: 18. Januar 2019, 17:38:51 »

nur weil ich bio mache heisst das ja noch nicht, dass ich die aktuelle Debatte über Glyphosat gut finde. Glyphosat steht doch nur so im Fokus, weil es kampagnenfähig ist. Ob die Sorge berechtigt ist oder nicht, ob andere Mittel gefährlicher sind, darum geht es doch den meisten Beteiligten nicht.
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Cyberlui

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #592 am: 18. Januar 2019, 23:54:10 »

Glyphosat hat - anders als hohe Kupfermengen - keinen Einfluss auf das Bodenleben, zumal ja kurze Zeit später schon wieder frisch angesät werden kann.

Ein besonders schlauer Glyphosatgegner wollte dennoch nachweisen, dass Glyphosat sich schädlich auf die Regenwurmpopulation auswirkt. Dazu hat er in Blumentöpfen mit vielleicht 2-3 Liter Fassungsvermögen Gras einngesät und den Boden von Regenwürmer besiedeln lassen. Nach ein paar Wochen wurde dann das in einigen Töpfen mit Glyphosat abgetötet und am Ende der Versuchsreihe wurde dann geschaut, welche Population sich stärker vermehrt hat. Und welch Wunder war natürlich die Reproduktionsrate der Würmer im dauergrünen Topf größer.

Aber statt auf die naheliegende Erkenntnis zu kommen, dass durch das frühzeitige Abtöten den Würmern die Nahrungsquelle entzogen wurde, war natürlich mal wieder das böse Glyphosat schuld. Und diesen Versuch auf Kindergartenniveau hat dann der Bayerische Rundfunk auch noch groß gefeiert.
Sorry, aber da fällt mir nichts mehr zu ein.

Was jedes Jahr im Herbst auffällt, ist, dass die Flächen, auf denen nur sehr wenig Bodenbearbeitung betrieben wird, sehr viel stärker von Wildschweinen heimgesucht werden. Mit Glyphosat, das bei der konservierenden Bodenbearbeitung sehr viel stärker zum Einsatz kommt, hat das herzlich wenig zu tun, weil sich Glyphosat gegenüber dem Bodenleben weitestgehend neutral verhält (in der ausgebrachten Konzentration ist Glyphosat auch nicht toxisch).
Je stärker aber das natürlich Bodengefüge durch eine intensive Bodenbearbeitung zerstört wird und je geringer das Nahrungsangebot (Erntereste) ist, desto weniger Regenwürmer gibt es letztendlich auch.


Irgendwie kapier ich das mit den Zitaten nicht, aber egal.

Auch ich habe diesen Herbst wieder die Leidvolle Erfahrung gemacht das nach Raps mit wenige Bodenbearbeitung, allerdings Glypho Anwendung sich die Wildschweine wohlfühlen. Leider hat der Jäger erst eine erwischt.

***Zitat repariert***
« Letzte Änderung: 19. Januar 2019, 01:44:43 von charlie »
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treckeripaq01

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #593 am: 19. Januar 2019, 00:32:29 »

Das sehe ich nicht so da wird schon was dran sein das Glyphosat das Bodenleben schädigt.





Und auch die neuen Pflanzenwurzeln schädigen kann wenn diese in mit den alt Wurzeln im Boden in Kontakt kommen

« Letzte Änderung: 19. Januar 2019, 00:34:40 von treckeripaq01 »
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Gruß Toni

sten

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #594 am: 19. Januar 2019, 06:32:47 »

Der Effekt des Übergangs von Wirkstofff aus sterbende Wurzeln in keimende Pflanzen ist nicht von der Hand zu weisen und in der Praxis immer wieder gefunden worden. Auch ist es nicht ausgeschlossen und auch eher wahrscheinlich, dass Bodenorganismens auf den Wirkstoff reagieren und damit auch Regenwürmer. Bei anderen Wirkstoffen sind negative Auswirkungen bekannt bzw anzunehmen, man brauch sich nur mal Gedanken über die ganzen Fungizide und deren Auswirkungen auf das Bodenleben machen. Oder sich vor Augen führen, wie lange Bodenherbizide im Boden wirksam sind, oder wie wohl ein Pirimor auf die Mikrofauna auf dem Boden wirkt. Sicher will ich keinen Wirstoff verteidigen, aber die Fokussierug auf diesen Wirkstofff hat nur sehr wenig mit der tatsächlichen Gefährdung zu tun.
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NobbyNobbs

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #595 am: 19. Januar 2019, 08:12:51 »

Das sehe ich nicht so da wird schon was dran sein das Glyphosat das Bodenleben schädigt.





Und auch die neuen Pflanzenwurzeln schädigen kann wenn diese in mit den alt Wurzeln im Boden in Kontakt kommen



Komm bei mir schauen, was du findest. Da stichst du einmal mit dem Sparten rein und kannst nen Kochtopf mit Regenwürmern füllen. Dann gehst du über den Feldrand zum Pfligweltmeister und musst drei Mal stechen um überhaupt einen zu finden.
Es ist primitiv nachweisbar, dass das System, oder die Systeme, die für Glypho stehen, um ein x-Faches bodenschonender sind. Man muss es halt nur richtig machen.
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Uwe

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #596 am: 19. Januar 2019, 08:40:40 »

Wahrscheinlich jede Pflanzenschutzmaßnahme führt auch zu einer Schädigung von irgendetwas.
Das gilt natürlich auch für jede Bodenbearbeitung.
Es geht in der Landwirtschaft nur eben darum abzuwägen ob bei einer Maßnahme, ob der Nutzen wesentlich höher ist, als die damit einhergehende Schädigung.

Wenn wir eine Nulltoleranzstrategie fahren würden, dürften wir nicht mal säen, da dabei schon Bodenleben gestört wird.
Anderes Beispiel: Bei Nulltoleranz wären (fast?) alle Medikamente in der Humanmedizin verboten, da sie eigentlich immer Nebenwirkungen haben!

Es ist also klar, dass auch Gen-Soja geringfügig von Glyphos geschädigt wird. Aber jedes andere Herbizid würde auch Schäden hervorrufen. Jede mechanische Unkrautbekämpfung würde Schäden hervorrufen. Eine unterlassene Unkrautbekämpfung wird bei Soja wahrscheinlich durch Konkurrenz die mit Abstand größte Schädigung hervorrufen!

In letzter Konsequenz würde eine Nulltoleranz gegenüber Umweltschäden dazu führen, dass wir gar keine Nahrungsmittel mehr Produzieren dürften und alle(!) Menschen verhungern müssen. Jede Gewinnung eines Lebensmittels führt schließlich zu irgendeiner Schädigung irgendeines anderen Lebewesens...

...aber jetzt wird es arg philosophisch.
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Ruebe

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #597 am: 19. Januar 2019, 09:18:49 »

Jedes Leben ist ein existieren auf Kosten eines anderen Lebewesens ..... Nichts kann ohne Beeinträchtigung eines  anderen Lebewesens existieren, selbst das Atmen nimmt jemand anderem den Sauerstoff weg, gibt aber den Pflanzen das CO2 ......

Zum Glyphos:
ich hatte neulich auch schon geschrieben das auf meinen Direktsaat Flächen die Wildschweine MASSIV auftreten .... egal ob Raps in StripTill mit UFD (die Schweine sind genau auf den Reihen lang) oder Weizen in Direktsaat .... beim nachbarn mit intensiver BB ist nichst .... man sieht die Grenze auf den Zentimeter

Wer behauptet das Glyphos Jungpflanzen (bei vernünftigen Aufwandmengen) schädigt handelt unseriös. Es ist nicht bewiesen das die Abbauprodukte der Wurzelen, die Leichengifte der Pflanzen oder das was vom Glyphos über bleibt die Schädigungen der Jungpflanzen hervorruft.

Ich ahbe schon oft kurz vor oder nach der Saat eine Glyphos Behandlung druchgeführt ... aber mit mit geringen Aufwandmengen und ohne Schädigung der Kulturpflanze!!

Dazu sollte man sich die Wirkweise vom Glyphos vor Augen führen. Es wird über den Saftstrom in der Pflanzen verteilt und bindet Eiweiß, kommt eine hohe Aufwandmenge, verteilt such das Glyphos nur unvollständig in der Pflanze weil der Absterbeprozess unmittelbar beginnt, Glyphos bleibt konzentriert ohne Bindung in Pflanzenresten.

Mit geringen Aufwangmengen hat die Pflanze Zeit das Glyphos überall hinzutransportieren und erst dann die Wirkung zu entfalten. Durch die Einbindeprozesse in den Eiweßkreislauf wird gleichzeitig der Wirkstoff abgebaut und verleirt damit seine Toxizität gegenüber den Jungpflanzen.

Hier setzt meine Kritik ein: => hohe Wirkstoffmengen, schnelle Abtötung, massives Auftreten von "Leichengiften" der absterbenden Pflanzen.

Bei geringen Wirkstoffmengen vertrocknen die Pflanzen und verlieren wenig "Flüssigkeit" in den Boden.

Ich habe das bei meinen Versuchen mit dem DynaJet System gut beobachten können. Neben den offiziellen Versuchen bin ich auch eigene Versuche mit unterschiedlichen Aufwandmengen und Glyphos gefahren.
Beim Dyquat ist es umgekhrt, geringe Aufwandmengen verletzen die Blätter minimal, die Tropfenstellen werden auf dem Blatt größer und nach einem gewissen Zeitraum ergrünen die betroffenen Stellen wieder. Hohe Dyquat Mengen verbrennen die Blätter ohne echte Schädigung der Wurzel => Raps stirbt ab; Gras, Distel etc kommt wieder, selbst großer Gelbsenf kommt wieder weil die unteren Blätter bei einem dichten Bestand nicht richtig benetzt werden
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Schorsch

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #598 am: 19. Januar 2019, 09:58:46 »

Wer behauptet das Glyphos Jungpflanzen (bei vernünftigen Aufwandmengen) schädigt handelt unseriös. Es ist nicht bewiesen das die Abbauprodukte der Wurzelen, die Leichengifte der Pflanzen oder das was vom Glyphos über bleibt die Schädigungen der Jungpflanzen hervorruft.

Ich ahbe schon oft kurz vor oder nach der Saat eine Glyphos Behandlung druchgeführt ... aber mit mit geringen Aufwandmengen und ohne Schädigung der Kulturpflanze!!

Das sehe ich anders. Ich meine, dass eine mögliche Schädigung von nachgebauten Kulturen weniger von der Aufwandmenge des Glypho abhängt sondern davon, wieviel vitale Pflanzenmasse behandelt worden ist. Denn davon hängt es ab, welcher Anteil des Wirkstoffs zunächst nicht an Tonminerale und Huminstoffe gebunden und inaktiviert wird, sondern zunächst im Zellsaft von absterbenden Pflanzen verbleibt und für diesem Zeitraum seine mögliche Wirksamkeit behält.

Hier auch noch nie erkennbare Nachbauprobleme bei Mais, Rübe, Weizen oder Gerste. Allerdings wurde dabei jeweils kein üppiger Aufwuchs behandelt, sondern kleine Unkräuter oder sehr junger Ausfallraps. Das dürfte bei Dir ähnlich sein.
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dirkk

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #599 am: 19. Januar 2019, 11:15:13 »

Zitat
Auch ich habe diesen Herbst wieder die leidvolle Erfahrung gemacht, das nach Raps mit wenig Bodenbearbeitung, allerdings Glypho Anwendung sich die Wildschweine wohlfühlen.
  Bei mir steht der E-Zaun immer noch draußen und wird bei offener Witterung auch " bestromt " . Hab Mitte Dezember mal ein kleines Stück den Zaun abgebaut - nach zwei Nächten ging es schon wieder massiv mit Schweinen los .  Da ist dann umgehend der Zaun wieder hingekommen . Bei längerer offener Witterung sind viele Regenwürmer an der Bodenoberfläche - ein gefundenes Fressen für die Schwarzkittel . Hab es vor Jahren schon erlebt , daß bei warmfeuchter Witterung der Boden so mit Regenwürmern bedeckt ist , daß kein Schuh irgendwo reinpasste , ohne einen Wurm zu treten .
Felder mit intensiver Bodenbearbeitung sind schweinefrei - ich hab wohl " zuviel " Bodenleben mit Glyphosat .  >:(


 Das der Wirkstoff in die behandelten Pflanzen einzieht und von dort aus auch neue Keimpflanzen schädigen kann bei direktem Wurzelkontakt , ist vor einiger Zeit schon geklärt worden . Muss der Wirkstoff dagegen Boden berühren , wird er unwirksam - selbiges geschieht auch ,wenn beim  Glyphosat spritzen Staub auf den Blättern landet  . In Übersee gibt es auch viele Berichte , das Glyphosat , welches mit erdhaltigem Wasser ( aus Gräben oder See usw. ) zur Brühe angesetzt wird , sofort unwirksam wird .
 Heißt also im Umkehrschluß , behandelt man grosse Pflanzenmassen mit kurzer Wartezeit und geringer Bodenbearbeitung vor der nächsten Neubestellung , ist mit Problemen zu rechnen , weil die " Brücke "  Altwurzel  zur Neuwurzel im Boden reichlich vorhanden ist . Muss der Wirkstoff aber an Boden , weil entweder zuwenig intakte Wurzelmasse der Altpflanzen da ist oder diese wegen längerer Rottezeit schon in den Boden übergegangen ist , bleiben Symptome oder Schäden an den Neupflanzen aus .

Gruss
dirkk
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