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Autor Thema: Wildschwein Schadensvermeidung  (Gelesen 41470 mal)

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andi85

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Wildschwein Schadensvermeidung
« am: 05. März 2015, 19:47:42 »

Welche Möglichkeiten seht ihr eure Flächen vor Wildschweinen zu schützen?

Aktuell arbeiten wir mit Vergrämung und Einzäunung der betroffenen Flächen mit einem e Zaun was aber auch nicht immer von Erfolg gekrönt ist da die Schweine teilweise durch den Zaun gehen trotz Strom

Mfg

Andreas

*Überschrift korrigiert*
« Letzte Änderung: 12. November 2019, 20:46:12 von Hage »
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Pfahlhappe aus Leidenschaft

nofear

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Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #1 am: 05. März 2015, 21:25:07 »

Ich mach kein E-Zaun mehr.
Wenn der Druck so hoch ist, dann sind die Tiere so clever, die wissen es tut nur kurz weh. Un wenn sie einmal drinnen sind, dann werden die Randpflanzen ganz gezielt nach außen auf den Zaun gedrückt, so dass kein Strom mehr drauf ist. Und von Zaunkontrolle und Ausmähen regelmäßig in der so schon arbeitsreichen Sommerzeit ganz zu schweigen.
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Stanky

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #2 am: 05. März 2015, 21:41:51 »

Moin,
auch wenn ich gleich Nackenschläge von den Jägern kassiere, das ist doch eine Aufgabe, die die Jagdpächter zu erledigen haben, die ich aber natürlich so gut ich kann, unterstütze.
Grüße
Stanky
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Pelikan

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #3 am: 10. März 2015, 19:55:47 »

Hallo,

wir hängen an der Waldkante entlang Beutel mit Haaren auf. Das hilft eine ganze Weile und wenn die Schweine wieder Brechen werden neue aufgehangen.
Die Haare gibts beim Friseur.
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ct

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #4 am: 10. März 2015, 23:04:40 »

Eigene Notdurft oder Windeln gehen auch  ;D
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Gruß ct

Ruebe

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #5 am: 11. März 2015, 06:52:44 »

Zitat
Eigene Notdurft oder Windeln gehen auch 

ist das nicht schon unerlaubte Düngung und Müllbeseitigung? CC relevant  ;D
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Henriette

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #6 am: 11. März 2015, 08:06:03 »

Wir arbeiten mit unserem Jagdpächtern in der Jagdgenossenschaft zusammen.
Die haben inzwischen ein Jagdsystem entwickelt, dass gut greift: U.a. saubere Absprachen und Zusammenarbeit mit den Nachbarrevieren. Eine Revierübergreifende Drückjagd, die mal so richtig Unruhe reinbringt. Es werden keine großen Standsauen sondern vor allem die kleineren geschossen. Das Fleich geht inzwischen in Direktvermarktung: Leberwurst, Salami, Schinken, Braten, Bratwurst, Gulasch und jetzt zur Grillsaison auch Kurzgebratenes. Sind grad mal wieder ausverkauft.
Unsere Anbauplanung wird mit den Jagdpächtern besprochen. Wir bauen 2 Klassen Mais an: die normalen Sorten und die mit kleinerer FAOzahl. Den "kleinen" Mais bauen wir außenrum und in späteren Jagdschneisen an.
Einzäunen machen wir nicht mehr. Zeitlang haben Duftmarken gewirkt, aber die Tierchen gewöhnen sich doch schnell. Wildschaden gibt es für Biogasmais nur, wenn die selber einzäunen. Unsere Futterrüben bekommen Intensivbewachung udn Einzäunung. Allerdings sind da mittlerweile kurz vor Ernte nicht die Schweine das Problem, sondern die Hirsche (Dam- und Rotwild).
Am besten wirkt das Jagdsystem. Wir haben fast keine Überbestände mehr.
Also die Schäden sind trotz intensivem Biogasmaisanbau in unserer Gegend deutlich zurückgegangen. Enge Zusammenarbeit und saubere Absprachen zahlen sich aus.
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fons

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #7 am: 11. März 2015, 09:47:40 »

Ich habe heute vor einer Woche einen Wildschaden bei der Gemeinde angezeigt.
Habe aber bis heute nichts gehört weder von der Gemeinde noch vom Jäger !
Gibt es da irgendwelche Fristen die eingehalten werden müssen ?
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Mfg. Fons

Henriette

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #8 am: 11. März 2015, 09:59:13 »

Wieso mischt bei so vielen von Euch die Gemeinde mit?
Bei uns geht die das nix an. Wildschaden ist Sache der Landwirte, Jagdverpächter und Jagdpächter.
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ct

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #9 am: 11. März 2015, 10:17:51 »

Gemeinde ist der letzte Weg, wenn auch der rechtlich sicherste für den Geschädigten. Nur sollte es allen daran liegen so etwas gütlich zu lösen.
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Gruß ct

klausg

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #10 am: 11. März 2015, 10:53:35 »

Wieso mischt bei so vielen von Euch die Gemeinde mit?
Bei uns geht die das nix an. Wildschaden ist Sache der Landwirte, Jagdverpächter und Jagdpächter.

Paragraf 34 Bundesjagdgesetz:

§ 34 Geltendmachung des Schadens
Der Anspruch auf Ersatz von Wild- oder Jagdschaden erlischt, wenn der Berechtigte den
Schadensfall nicht binnen einer Woche, nachdem er von dem Schaden Kenntnis erhalten
hat oder bei Beobachtung gehöriger Sorgfalt erhalten hätte,bei der für das beschädigte
Grundstück zuständigen Behörde anmeldet. Bei Schaden an forstwirtschaftlich genutzten
Grundstücken genügt es, wenn er zweimal im Jahre, jeweils bis zum 1. Mai oder 1.
Oktober, bei der zuständigen Behörde angemeldet wird. Die Anmeldung soll die als
ersatzpflichtig in Anspruch genommene Person bezeichnen.


Unbenommen davon, wie der Schaden letztenendes geregelt wird, muss der Landwirt erstmal einen Schaden Fristgerecht melden. Tut er das nicht, braucht der Ersatzpflichtige keine Ansprüche anerkennen.
Man geht davon aus, das ein Landwirt mindestens alle 4 Wochen seine Flächen auf evtl. Wildschäden kontrollieren muss, um seiner Sorgfaltspflicht nachzukommen. Dies wurde wohl auch in einigen Gerichtsurteilen so bestätigt.

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ZX25

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #11 am: 11. März 2015, 12:59:02 »

moin,


heikles thema!!!   

wie hast du genau bei der gemeinde gemeldet? fläche, größe des schadens, verursacher, datum der feststellung, frucht, hoffentlich. und schriftlich. wenn sich der jagdpächter noch nicht zu einem gütlichen termin gerührt hat sofort das offizielle vorverfahren gegen die jagdgenossenschaft und den jagpächter eröffnen lasssen! das ist erst mal nix schlimmes, ist aber rechtlich zwingend erforderlich, sonst hast du keine chance(im zweifelsfall..).

die gemeinde muss dann binnen 2 wochen(meine ich, habe das gesetz gerade nicht zur hand) einen schlichtungstermin(mit vertretern von JG und pächter) ansetzen. dort kannst du auf wusch auch scho den schätzer fordern und alles muss protokolliert werden!!!

leider wissen die meisten gemeinden nicht was sie tun........ in meinem fall(seit 2013 offen..) hat mir der richter zu nur zu einer diestaufsichtsbeschwerde geraten...... wenn die gemeinde mal wieder nicht spurt...

fakt ist: wenn das prozedere mit allen fristen nicht eingehalten wird hast du keine chance!!!!
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Thomas

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #12 am: 11. März 2015, 15:08:40 »

Wieso mischt bei so vielen von Euch die Gemeinde mit?
Bei uns geht die das nix an. Wildschaden ist Sache der Landwirte, Jagdverpächter und Jagdpächter.

Konkret ist das hier das Amt, was die Ermittlung des Wildschadens übernimmt, wenn keine Einigung zwischen Landwirt und Pächter zustande kommt. Auch eher selten, aber es gibt zum Einen Landwirte, die die Pächter übers Ohr hauen wollen und wir hatten auch schon wirklich große Schadensfälle, wo alle gesagt haben, da nehmen wir mal besser den Schätzer, bevor wir anfangen zu diskutieren.
Und im Mais gabs noch nie nen Schätzer, das ist eigentlich alles leicht lösbar.

Gruß
Thomas
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fons

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #13 am: 11. März 2015, 17:06:11 »

Ich habe mir im Internet was ausgedruckt
ANMELDUNG VON WILDSCHADEN/JAGDSCHADEN NACH & 46 THÜRINGER JAGDGESETZ

Oben steht Adresse der ZUSTÄNDIGEN GEMEINDE.

Ich warte noch bis nächste Woche dann ruf ich dort mal an.
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Mfg. Fons

Henriette

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Re: Wildschwein Schadensvermeidung
« Antwort #14 am: 11. März 2015, 20:12:54 »

Als Landwirte sollten wir in der derzeitigen gesellschaftlichen Stimmungslage alles dafür tun, uns mit uns nahestehenden Organisationen zu verbünden.

Wie wäre es, wenn Du bevor du dich offiziell ans Amt/Gemeinde wendest es noch ein leztztes Mal mit dem Jagdpächter versuchst und ihn dabei freundlich darauf hinweist, dass du sonst zu nächsten Insatnz zu gehen gezwungen bist?
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