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Autor Thema: Landwirtschaft in den USA  (Gelesen 24155 mal)

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Josef

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #30 am: 17. April 2019, 07:44:53 »

https://www.agrarheute.com/land-leben/usa-selbstmordrate-farmern-extrem-hoch-553167

Nicht gut  :o

Sicher nicht gut, aber wir sind doch auf den besten Weg dort hin!
Immer mehr Fremdkapital auf den Höfen, Maschinen geleast, Acker teuer gepachtet!
Niedrige Zinsen machen anschließend alles möglich. Bänker sind froh wenn sie das Geld an
Bauern los zu werden!
Mein Vater war froh und stolz den Hof schuldenfrei zu übergeben, ich hoffe ich schaffe das auch!
Das sollte doch leicht fallen, wenn du noch paar Jährchen vor Dir hast. Denn das Klima für Investitionen in der Landwirtschaft ist doch aufgrund der derzeitigen Unsicherheit welche Regeln zukünftig noch Bestand haben mehr als schlecht...

Die Unsicherheit mag da sein, aber das hält gefühlt niemanden mehr ab. Angst hat anscheinend keiner, obwohl Angst nie ein guter Ratgeber war/ist!

Aber wir schweifen vom Thema hier ab!
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wollomo

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #31 am: 17. April 2019, 08:21:57 »

Angst ist sicher kein guter Ratgeber. Andererseits lässt die Kauflust der Landwirtschaft kaum nach. Das Thema Marketing, Kundenbindung und das Vermitteln des Wunsches nach immer "bessere" Maschinen hat die Landtechnikbranche sehr gut drauf.

Wo auf der Welt geht es der Landwirtschaft denn gut? Wir haben hier sicher andere Problem als die drüben in den USA. Amerika hat i.d.R. eben eine ganz andere Flächenstruktur, Bevölkerungsdichte (arbeiten am Ortsrand) und einfach unendlich viel relativ günstige Fläche. Dafür sitzen wir eben in einem Wespennest von Naturschützern aber dafür eben auch direkt bei den Verbrauchern.
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #32 am: 17. April 2019, 08:58:02 »

https://www.agrarheute.com/land-leben/usa-selbstmordrate-farmern-extrem-hoch-553167

Nicht gut  :o

Sicher nicht gut, aber wir sind doch auf den besten Weg dort hin!
Immer mehr Fremdkapital auf den Höfen, Maschinen geleast, Acker teuer gepachtet!
Niedrige Zinsen machen anschließend alles möglich. Bänker sind froh wenn sie das Geld an
Bauern los zu werden!
Mein Vater war froh und stolz den Hof schuldenfrei zu übergeben, ich hoffe ich schaffe das auch!
Das sollte doch leicht fallen, wenn du noch paar Jährchen vor Dir hast. Denn das Klima für Investitionen in der Landwirtschaft ist doch aufgrund der derzeitigen Unsicherheit welche Regeln zukünftig noch Bestand haben mehr als schlecht...

Die Auftragslage der Landtechnik Industrie und die hochnässigkeit bei den Preisen spricht für mich eine andere Sprache....

Das war im übrigen bei der letzten Krise in den USA Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts auch so. Gibt halt wenig Literatur dazu. Aber die Banken haben in den 70iger Jahren sehr großzügig Kredite vergeben, sehr viel wurde auf Pump verkauft. Die Betriebe mit einer hohen Verschuldung (was am Anfang richtig war, nur musste man rechtzeitig umsteuern) sind dann alle kaputt gegangen. Ist im übrigen derzeit nichts anderes im Osten, da werden jetzt auch schon viele Betriebe verkauft mit hohen Schulden und wenig bis gar kein EK. Egal wie Rentabel der Betrieb ist, am Ende ist immer die Liquidität der begrenzende Faktor.
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nofear

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #33 am: 17. April 2019, 10:11:53 »

Leute, habt ihrs noch nicht gerafft: Eín langfristiger Invest (20 Finanzierung z.B. Jahre wie bei Gebäuden üblich) ist mMn Harakiri.
Es ist politisch, und vermutlich auch von der Bevölkerung (zumindest vom lauten Teil) nicht mehr gewollt hier konventionelle Tierhaltung und konventionellen Ackerbau (so zumindest die beiden Zielgruppen bisher...) zu betreiben.

Und wirtschaftlich darstellbar schon gleich garnicht.

Wie soll man langfristig zu Weltmarktpreisen (und andere seh ich ich für die austauschbaren Rohstoffe derzeit und auch in naher Zukunft leider nicht) unter hiesigen Auflagen und Kosten produzieren?

Schaut euch an, wie Kosten gestiegen sind und wie die Erlöse... soviel kann unsere Produktivität niemals zugenommen haben, um das abzufedern. 
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„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

251at

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #34 am: 17. April 2019, 16:43:48 »

Die Frage ist ob der große Einfluß der "Umweltschützer" und "Tierschützer" weiterhin so bleibt und nicht wieder etwas zurück geht. Ein paar Jahre das wetter so wie letztes Jahr und die Preise für Getreide steigen extrem und in den 3.Weltländern wieder gehungert. Die aussage das weltweit genug Lebensmittel vorhanden sind und man daher auf ökologische Landwirtschaft setzen kann steht auf tönernen Füßen.

Aber ja auf 20 Jahre kann man die Zukunft kaum voraussagen, das ist mehr ein Lottospiel, schon 10 Jahre sind schwierig. Das einzige was klar ist ist das der Mensch auch in 20 Jahren noch essen wird, aber ob es dann das Öko-Extensiv-Freilandschwein oder das Kunstfleisch aus der Retorte ist wird sich zeigen.
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farming.ch

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #35 am: 22. April 2019, 07:14:50 »

"The proper role of government, however, is that of partner with the farmer - never his master. By every possible means we must develop and promote that partnership - to the end that agriculture may continue to be a sound, enduring foundation for our economy and that farm living may be a profitable and satisfying experience."

  - Special Message to the Congress on Agriculture, January 9, 1956

"You know, farming looks mighty easy when your plow is a pencil, and you're a thousand miles from the corn field."

  - Address at Bradley University, Peoria, Illinois, September 25, 1956

Quelle: https://www.dwightdeisenhower.com/180/Agriculture

In USA läuft eine Eisenhower-Kampagne, vor allem von den Demokraten. Auch ich denke, er war ein grossartiger Präsident. Und eignet sich gut als Integrations-Symbol für die gespaltene Nation.
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Tim

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #36 am: 05. Juni 2019, 20:59:38 »

https://www.msnbc.com/all-in/watch/trump-mistakes-thousands-of-london-protesters-for-well-wishers-61322309717

Ich schau mir die tweets von jason mauck immer gerne an , das hätte ich so aber nicht erwartet.
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Tim

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #37 am: 30. Dezember 2019, 13:03:51 »



 ;D  ging mir grad so durchn Kopf , hab gestern mit Grosscousin ne kleine Runde gedreht und sind an ner BGA vorbei die Rüben einsetzt. Der Haufen wurde in ganzen Rüben in ein Maissilo gekippt und hat dort an manchen stellen schön oben raus gedampft, nix zu gedeckt usw.  :gruebel:

da musst ich an diese grossen Lager bei den ammis denken , wo sie bei Frost mit dicken Rohren Luft in den Haufen Pumpen , aber aktuell sieht das bei denen wohl eher so aus

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Tim

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #38 am: 30. Dezember 2019, 13:34:50 »

Die Rüben im November schon zu mulchen? Ich mein solange sie im Boden einfrieren sind sie ja noch nicht schlecht?
https://mobile.twitter.com/CarahHart/status/1199398099317334025

scheint ja dann auch unheimlich kurze Kampagne zu sein.


Rübenfabrik triffts dann wohl auch hart.
https://mobile.twitter.com/chrisbergPOVNOW/status/1196574053320024065
« Letzte Änderung: 30. Dezember 2019, 13:37:49 von Tim »
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tomiq

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #39 am: 30. Dezember 2019, 15:01:33 »

Hallo Tim,

Zitat
;D  ging mir grad so durchn Kopf , hab gestern mit Grosscousin ne kleine Runde gedreht und sind an ner BGA vorbei die Rüben einsetzt. Der Haufen wurde in ganzen Rüben in ein Maissilo gekippt und hat dort an manchen stellen schön oben raus gedampft, nix zu gedeckt usw.  :gruebel:

Es ist auch für mich erschreckend, wie fährlässig manche Biogas Kollegen mit dem Rohstoff Zuckerrüben
auf ihren Anlagen umgehen.

Entweder es ist Unwissenheit, Unfähigkeit oder eine Kombination aus beidem.

Mir blutet bei solchen Bildern jedesmal mein Herz und ich bin froh, dass wir durch jahrelange Erfahrungen,
die ZR Lagerverluste entsprechend gering halten können.

Die Zuckerrüben ist nämlich die Königin im Fermenter, vorausgesetzt man behandelt sie gut, einer Königin würdig  ;D


ade
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Georg

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #40 am: 30. Dezember 2019, 19:15:25 »

Die Rüben im November schon zu mulchen? Ich mein solange sie im Boden einfrieren sind sie ja noch nicht schlecht?
https://mobile.twitter.com/CarahHart/status/1199398099317334025

scheint ja dann auch unheimlich kurze Kampagne zu sein.


Rübenfabrik triffts dann wohl auch hart.
https://mobile.twitter.com/chrisbergPOVNOW/status/1196574053320024065

Mein Rat:
Einfach mal vom 15. 10 bis ca 15. 11 im Red River Valley als Fahrer beim Rübenroden anheuern, dann weisst Du weshalb irgendwann gemulcht werden muss
Einfach mal
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dirkk

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #41 am: 30. Dezember 2019, 20:47:57 »

In größeren Teilen des mittleren Westens gab es dies Jahr ein besonders nasskaltes Jahr . Es fing mit einem nassen Frühjahr an und ein Großteil von Mais , Soja und Rüben wurde erst im Juni bestellt ( sonst April - Mai) . Und der Herbst war kaum besser - wegen Nässe konnten viele Rüben zeitweise nicht gerodet werden und irgendwann kam rechtzeitig so kräftiger Frost. ,dass kein Roden mehr ging . Und der Frost ging auch gleich richtig tief rein ( -10 bis - 17 Grad )  , das die Rüben nach dem Auftauen Matsch sind , wenn es überhaupt noch im Herbst auftaut .  Damit war die Kampagne zu Ende und es waren grad so zwei Drittel der Rüben raus ....... der Rest wird dem Frost überlassen . https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=23&ved=2ahUKEwiPmubDj97mAhUC26QKHQRKDJ0QFjAWegQIAxAB&url=https%3A%2F%2Fwww.dtnpf.com%2Fagriculture%2Fweb%2Fag%2Fnews%2Farticle%2F2019%2F11%2F18%2F2019-beet-harvest-frozen-sugarbeets&usg=AOvVaw1RyoLH0OiQiT_yuHv1RUrv Zur Erleichterung der Neubestellung werden im Winter dann schon mal die Köpfe abgemulcht .......

Und das Video mit den Rübenhaufen im Wasser ist von einer Lagerstelle einer Zuckerfabrik . Das ist schon schlimm ...... das ist dort zur Zeit richtig nass und meist sind die Böden draußen tief gefroren , so daß das Wasser nicht einsickern kann . Normalerweise ist dort Dauerfrost mit Schnee und die Rübenhaufen werden mit Frostluft "eingefroren" für eine lange Verarbeitungszeit - die Gebläse sind auf dem Video nicht zu übersehen .

Bei Soja und Mais ist alles ,was geerntet wird , ja über dem Boden . Dort konnte die Ernte nach dem Wintereinbruch Anfang November und dem Abtauen des Schnees auf teilweise tief gefrorenen Boden fort gesetzt werden ... Soja ist weitgehend vom Feld , aber Körnermais steht landstrichweise noch erheblich im Feld . Für etliche Anbauer auch ein Jahr , was man kein zweites Jahr haben möchte - vor allem , weil der Mais vorm Frost teilweise noch gar nicht richtig reif war und auch jetzt kaum weiter abgetrocknet ist . Das ergibt hohe Trocknungskosten und zeitweise Engpässe bei der Gasversorgung .  Nach so einem Jahr denkt man nicht an Klimawandel .........
« Letzte Änderung: 30. Dezember 2019, 20:59:23 von dirkk »
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Henrik

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Stanky

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Re: Landwirtschaft in den USA
« Antwort #44 am: 24. Februar 2020, 19:01:43 »

Moin,
https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/farmkriseusa-farm-pleiten-8-jahreshoch-564413
Nicht schön  :(
was meinst Du wohl, was hier los ist, wenn dieses Jahr ähnlich wie 2018 wird? Wer hat denn hier die Löcher schon gestopft, die wir uns in 2018 gerissen haben? Und die Jahre davor waren ja nun auch nicht gerade geeignet Reichtümer anzuhäufen.
Im Moment erscheint mir der Beginn des Jahres 2020 sehr ähnlich zu 2018, und dann wird's kein Zuckerlecken!
Gruß
Frank
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