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Autor Thema: Landwirtschaft in Holland  (Gelesen 37418 mal)

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Wade

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #105 am: 03. Oktober 2019, 17:09:06 »

@Wade:
Punkt 1: Wir Landwirte machen uns über den Klimaschutz lächerlich? Also WIR produzieren seit 2004 erneuerbare Energien, 2015 kam dann noch Biogas dazu, ICH hab das letzte mal 2006 in einem Flugzeug gesessen, wir fördern Humusaufbau im Rahmen dessen was uns möglich ist. Alles (natürlich) auch im eigenen Interesse, aber sicherlich nicht nur!

Punkt 2: Was hilft mir das Geld, wenn unser Ansehen weiter so zerstört wird wie die letzen Jahre? Diese jetzt geplanten Demos sollen ja eben nicht mit einem Ruckwied enden, der so und so viele Millionen fordert....

Zu Georg sag ich mal lieber nix. Das eskaliert sonst nur....

Da bis du leider in der Minderheit wenns um Klimaschutz geht. Der wesentlich größere Tenor wenn man mit Bauern spricht ist da anderer Meinung. Ich wage zu beaupten: Umso älter und umso konservativer die Politische Einstellung ist, umso ablehnender sind diese Personen gegenüber Klimaschutz & EE. Es gibt sicher immer wieder Aussnahmen, aber das ist so die Tendenz die sich abzeichnet, sei es Online oder Offline.

Bei uns ists zum Glück noch nicht so weit dass Landwirte und deren Kinder gemobbt werden, ist aber auch eine sehr ländliche Region.
Wobei vielen oft auch so Schlagworte wie Nitrat & Massentierhaltung auf den Lippen hängt bzw unterbewusst irgendwo berankert ist. Da finde ich gehört die ganze Debatte auf jeden Fall versachlicht, aber es wird heute halt oftmals nur noch mit FakeNews, Halbwahrheiten etc Stimmung gemacht...
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Frankenpower

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #106 am: 04. Oktober 2019, 15:14:18 »

Mal jetzt die Emotionen und falschen Vermutungen über meine Wenigkeit aussen vor gelassen:

Was genau soll sich verändern?

Wahrgenommen werden ist ein schönes Ziel, bringt aber noch nicht einen €uro mehr im Geldbeutel, aber genau das ist ja das, um was es letztlich geht - wo ist der Hebel?


Nur weil ich es gewagt habe, nicht lauthals in den Aktionismus einzustimmen, heisst das noch lange nicht, das ich kritisiere, oder gar dagegen bin, im Gegenteil.

Es muß aber erlaubt sein, auch etwas weiter um sich zu schauen und zu versuchen, in der Bewegung ein argumentatives Fundament zu sehen, nichts anderes tue ich.

Und genauso wird es auch von aussen wahrgenommen: wenn es nur mal um`s "Luft machen" geht, dann wird das ganz gemütlich ausgesessen: "richtige Forderungen kamen ja zum Glück nicht und die Gesellschaft geht auch morgen wieder zu Aldi&Co".
(richtige Forderungen kommen aber bspw. aus Brüssel..teure Forderungen..)

Die Wertschätzung unserer Ministerin uns gegenüber sollte wohl jedem klar sein und Hocker wird mit Sicherheit alles, aber nicht ihr Nachfolger (auch wenn ich es mir wünschen würde).

Und es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich gegen eine Deponie, oder sonstwas bin - denn das ist in einem Satz jedem verständlich zu erklären und vor allem: es tut  sich keiner weh dabei, dagegen zu sein - so wie sich auch aktuell keiner weh tut, aber es braucht eben ein klares Ziel - und wenn auch nur ein kleines, sonst ist das alles für die Katz`!

So schlimm wie das ist, aber "wir können und wollen so nicht mehr" geht heute links rein und rechts raus, das hört man schon morgen wieder von den Piloten, dann von den Bahnbeschäftigten und übermorgen von Opel. 

Wenn man was verändern will, dann muß es jetzt im Zuge der Bewegung geschehen und dann muß es klar formuliert werden, ansonsten ist es nur Luft machen und übermorgen vergessen - wär` doch Schade drum!


ich will nicht opportun sein, aber leider muss ich da unserem 1. Vorsitzenden etwas beipflichten...

Ganz klar....ich bin auch für einen Protest....den stillen Protest mit den Kreuzen habe ich mit gemacht, und bei dem lauten Protest, der sich nun ankündigt...bin ich auch dabei.

Nur....

WAS WOLLEN WIR DAMIT KONKRET ERREICHEN?

so weit ich weiss, war doch in diesem Jahr eine Demo  :kloppe: :cara: in Münster? Hat diese Demo irgend etwas bewirkt, außer ein Schaulaufen von Frau Klöckner und ein paar Verbandsfuzzis auf öffentlicher Bühne zu ermöglichen? Was ist für die Bauern geblieben?.... :hilfe: :nixweiss:

Zunächst sollte sich die Spitze der Demo-Organisation genau überlegen, welche konkrete Ergebnisse durch die Demo erreicht werden sollen. Nur ein allgemeines Geschrei zu machen ist die Sache nicht Wert, denn mit jedem (im Sande verlaufenen) lauten Protest wird die uns die Gesellschaft immer weniger ernst nehmen, denn die Bauern schreien nur...und sterben dann letztlich stumm....

Ich finde es gut, dass die Landwirtschaft sich sammelt, und auch dass da der Wille da ist gemeinsam aufzustehen. Nur nach meiner Meinung.....Wenn wir aufstehen, dann nicht nur für ein paar Stunden, und bisschen Verkehrschaos. Nein wir müssen nachhaltig.... und im Zweifelsfalle....ein paar Tage lang Flagge zeigen.

Nur muss klar sein, was wollen wir mit dem Protest erreichen? Nur wenn man mit Forderungen antritt, auch dann nur kann man Ziele erreichen, und kann man "was verhandeln". Wenn wir uns nur hinstellen, jammern und lamentieren, wie besch.... die ganze lw. Situation ist.....erreichen wir gar nichts, außer paar mitleidige Blicke, die im nächsten Supermarkt wieder der Gier gewichen sind...

Falls keiner Ideen hat....ich habe paar Anregungen....

Standarts - Es müssen für alle EU Staaten die gleichen Regeln gelten.....bezüglich Düngung/Pflanzenschutz/Immisionsschutz/Tierschutz/Mindestlohn? ---- einfach nur Chancengleichheit
Jeder der in die EU lw. Waren importieren (will) muss die selben (o. g.) Produktionsstandarts nachweisen
gleiche gekoppelte Zahlungen oder überall keine gekoppelten Zahlungen...
Wolf und Biber auf verträgliche Bestände reduzieren
Wissenschaftlich fundierte Belege zur "Nitrat/Phosphat im Grundwasser Problematik" - Forderung die Rolle der Kläranlagen und Kanalisation dabei offenzulegen.

Ich weiss nicht wie ich es jeweils ausformulieren soll.....daher Schlagworte für "lw. Standpunkte" die eben noch zu Forderungen formuliert werde müssen....
"weg von der grünen Ideologie hin zum sachlichen Pragmatismus!"
"Chanchengleichheit der Landwirtschaft gegenüber NGOs/Naturschutzverbänden" 
"Faire Berichterstattung über die LW in den (Leit-)Medien"
"Achtet die Rolle der Landwirtschaft als CO2 Senke" --- gerade da wäre doch in der jetzigen Disskussion ein + Punkt für uns möglich!
"Müll ist teurer als Getreide"
"Nachhaltigkeit ist unsere Stärke....seit Generationen"


.....paar Dinge fallen mir vielleicht noch ein wenn ich ausgeschlafen habe...... :seufz:

Nochmal.....es ist es nur Wert- und sinnvoll diesen ganzen Protest zu machen, wenn wir damit was erreichen (Ziele).....nur mal den emotionalen Dampf rauszulassen (um dann knapp 3 Wochen später unbeschwert zur Agritechnica fahren zu können) bringt uns gar nichts, dann besser Zuhause bleiben, denn mit jedem versickerten Protest wird man weniger ernst genommen....




ich habe sogar 2 mal drüber geschlafen....

letzten Endes muss eigentlich eine Sache geklärt werden....

Will die Politik noch dauerhaft eine landwirtschaftliche Produktion in Deutschland?

Somit müssten wir bei "unserem Protest" folgendes hauptsächlich einfordern.....

Wir fordern von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zur landwirtschaftlichen Produktion in Ihrer bisherigen Vielfalt in Deutschland! 


ich denke es wäre nun an der Zeit dieses eindeutig zu klären. Wenn das geklärt ist, dann kann man sich um Details streiten, oder einfach die ganze deutsche Landwirtschaft sauber und fair abwickeln....
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nofear

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #107 am: 04. Oktober 2019, 23:48:06 »

ich denke es wäre nun an der Zeit dieses eindeutig zu klären. Wenn das geklärt ist, dann kann man sich um Details streiten, oder einfach die ganze deutsche Landwirtschaft sauber und fair abwickeln....

Genauso, wie die Produktion von Antibiotika und anderen lebenswichtigen Medikamenten, um dann im nicht unwahrscheinlichen Falle eines Handelskrieges festzustellen, dass man ja abhängig ist  :wall: :nacht:
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BNT

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #108 am: 05. Oktober 2019, 08:48:12 »

Derweil im aufstrebenden Osten:

https://youtu.be/xNngsOFN3-0?list=PLbnMTcZEga8S_LEmCg6mqpsUf4KToFE6Y&t=284


Wir werfen da gerade etwas weg.


Ich muss ja seit geraumer Zeit einen sog. Tierwohlstall planen. Es gibt es sehr sehr große Differenzen zwischen dem, was die Marketing Menschen unter Tierwohl verstehen und was die Fachwelt unter Tierwohl versteht. Kann sich dann jeder selber überlegen, was ihm wichtiger ist.
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kitkat1975

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #109 am: 05. Oktober 2019, 09:19:26 »

warum musst du?
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BNT

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #110 am: 05. Oktober 2019, 09:24:00 »

Order vom Chef. :D
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kitkat1975

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #111 am: 05. Oktober 2019, 09:39:21 »

vom pabst? ;D
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BNT

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #112 am: 05. Oktober 2019, 09:47:31 »

So circa scheint es mir zu sein. Rational ist der Plan nicht begründbar.
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Henrik

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #113 am: 24. März 2020, 16:36:07 »

Nur mal aus neugierde, habe länger nichts aus Holland gehört oder gelesen. Haben die Landwirte dort alle Ziele erreicht? Weiss jemand mehr?
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Frankenpower

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #114 am: 30. März 2020, 15:23:27 »





letzten Endes muss eigentlich eine Sache geklärt werden....

Will die Politik noch dauerhaft eine landwirtschaftliche Produktion in Deutschland?

Somit müssten wir bei "unserem Protest" folgendes hauptsächlich einfordern.....

Wir fordern von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zur landwirtschaftlichen Produktion in Ihrer bisherigen Vielfalt in Deutschland! 


ich denke es wäre nun an der Zeit dieses eindeutig zu klären. Wenn das geklärt ist, dann kann man sich um Details streiten, oder einfach die ganze deutsche Landwirtschaft sauber und fair abwickeln....

Meine 2 letzten Sätze hat nun Herr Andresen mittlerweile auch in seine Stellungnahmen aufgenommen....

Hat nur bisschen gedauert..... :denk:

https://www.agrarheute.com/politik/duev-lsv-sprecher-andresen-macht-seinem-aerger-luft-566795
« Letzte Änderung: 30. März 2020, 15:28:41 von Frankenpower »
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