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Autor Thema: Landwirtschaft in Kanada  (Gelesen 267414 mal)

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BNT

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #765 am: 06. Juli 2019, 20:21:16 »

Direkteinspeisung wird in Deutschland seit wie vielen Jahren diskutiert? :D
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Jens

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #766 am: 06. Juli 2019, 22:31:18 »

Immer wieder schöne Eindrücke von dir, da kann man schon neidisch werden. Ist das Grasvermehrung am Ende des Videos mit dem Mulcher?
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Der_Oberfranke

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #767 am: 07. Juli 2019, 01:22:56 »

Direkteinspeisung wird in Deutschland seit wie vielen Jahren diskutiert? :D

Sags du mir! Ich sag ganz ehrlich, dass die Thematik nicht unbedingt mein Steckenpferd ist. Und bin mir fast sicher, dass 95% aller deutschen Landwirte noch nie davon gehört haben... :) ;D

@ Jens,

Jawoll, das ist ein Teil unserer Vermehrungsflächen. Da wird im Video gerade der Pufferstreifen angelegt. Da wir hier Trespe vermehren, und um die Vermehrungsfläche auch hauptsächlich Trespe wächst ist dies notwendig um anerkanntes Saatgut zu produzieren. Außerdem ist Trespe die Art von Gras, die man hier im Norden von Alberta hauptsächlich in Straßengräben antrifft, sprich wir müssen auch die ganzen Gräben in der Nähe des Felds ausmähen.... :-X

Dies dürfte auch so ziemlich fast der einzigste Böschungsmulcher sein, der hier im Umkreis von gefühlt 1000 km existiert. Haben wir dieses Jahr gekauft, nachdem ich letztes Jahr mit dem Traktor und den Sichelmulcher in den Gräben rumgekraxelt bin..., was nicht unbedingt die sicherste Alternative war.
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #768 am: 07. Juli 2019, 09:08:25 »

Na ja, so "ganz neu" ist auch für Deutsche Landwirte das Thema Direkteinspeisung von Planzenschutzmittel nun doch nicht!
Raven hat das Ganze vor mehr als 25 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Hersteller von Terragator entwickelt. Ab mitte der 90 er Jahre konnte man die Dreiräder mit aufgebauter Pflanzenschutzspritze udn Direkteinspeisung von bis zu 5 Mitteln ab Werk kaufen.
In Europa wurde es 1999! das erstemal von meinem Englischen Händler, der in England auch Raven verkaufte auf meinem Agritechnica Stand in Hannover vorgestellt.
Das Interesse der Landwirte und vor allen Dingen von Instituten wie UNI´s und BBA sowie Großbetrieben war damals relativ groß.
Es war damals ja auch das große Precision Farming Spezial mit 48 Ausstellern mit der großen Euphorie für diese Technik. (auf der Agritechnica 2001 waren es dann noch genau 6 Firmen mit Precision Farming Technik)

Wir haben damals auf der Agritechnica 6 Anlagen an verschiedene Institutionen verkauft.
Es wurde dann auch 2000 viel probiert.
Die Euphorie für die Direkteinspeisung war aber sehr schnell erledigt. Funktioniert hat alles super, und zwar mit Mittel wie Round up oder sonstigen Mitteln die eine Wasserähnliche Konstitenz hatten.

An den verschiedenen Konsitenzen der Mittel (Pulver, Teigig bis Wasserförmig etc.) ist das ganze letztendlich bis zum heutigen Tag gescheitert.
Und wenn sich da von Seiten der Planzenschutzindustrie nichts ändert, bleibts bei Einzellöungen, oder besser gesagt, die Technik funktioniert nachweislich, scheitert aber aus vorgenannten Gründen.

Oberfranke, wenn man nur Glypho einsetzt mags ganz nett sein, aber wenn man (teilwise zulassungsrechtlich fragliche) Europäische "Cocktails" anmischen will ist gleich vorbei mit der Direkteinspeisung. Den 10 gr von Diesen und 0,5 ltr. und 0,8 kg/ha von Jenenen plus Haftmittel, das überfordert manchaml schon den einzelnen Landwirt beim füllen der Spritze und dann erst recht die Direkteinspeisungstechnik.

Die Idee war udn ist immernoch, am Ende des Pflanzenshcutzvorganges keine Restmengen in der Sprtize zu haben und für den nächsten Pflanzenschutz eine saubere Pflanztenschutzspritze zu haben.

Inzwischen hat die Industrie zum Teil recht brauchbare andere Lösungen für die Probleme entwickelt.
Trotzudem ist die Problematik der Restmengen und Reinigung in der Praxis nicht wirklich gelöst.

Die einzig wirklich brauchbare Lösung ist derzeit, KEIN Pflanzenschutz mehr! Hört sich komisch an, ist aber so!

Ich weiß, ich weiß, und ich nehme Diejenigen aus, die jedesmal soviel Frischwasser dabei haben und wie von Umweltschützern gewünscht, das komplette Pflanzenschutzgerät nach beenden der Arbeit auf dem Feld abwaschen damit keine Restmengen irgendwo in der Kanalisation "verschwinden"....

Und auch da liegt die Crux, den auch bei der Direkteinspesung sollte nach der Arbeit zumindest das Gestänge auf dem Feld abgewaschen werden.

Zur "Lösung" dieses "Problems" ist derzeit die neue "EU-Pflanzenschutzverordnung" in Vorbereitung!


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Uli0815

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #769 am: 07. Juli 2019, 15:11:58 »

Gott sei Dank läuft die Legislative auf Hochtouren, was sollten wir auch sonst den ganzen Tag machen.

Ich hoffe nur dass sich die Exekutive in allen Eu Mitgliedsstaaten auch daran hält, was in den Verordnungen steht...
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Habe mir gerade Bauklötze und ein Dreirad bestellt, fange nochmal ganz von vorne an.

Der_Oberfranke

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #770 am: 07. Juli 2019, 16:34:13 »



Hallo Georg!

Vielen Dank für deinen interessanten und aufklärenden Beitrag.

Ich kann deine ganzen Argumente sehr gut nachvollziehen, bin aber gleichzeitig der Überzeugung, dass sich Vor- und Nachteile weltweit je nach Region und angebauten Kulturen in ihrer Gewichtung stark unterscheiden.

Zitat
An den verschiedenen Konsitenzen der Mittel (Pulver, Teigig bis Wasserförmig etc.) ist das ganze letztendlich bis zum heutigen Tag gescheitert.

Da bin ich voll bei dir, allerdings aus europäischer bzw. deutscher Sicht. Global gesehen relativiert sich die Aussage wieder. In den Anbaugebieten der USA, wo viel auf RR-Genetik basiert (Soja und Mais) verschwindet dieser Nachteil fast gänzlich. Hier bei uns oben sind die volumenmäßig wichtigsten Pflanzenschutzmittel Glyphosat gefolgt von Glufosinat. Solang man diese Produkte sinnvoll über das Direct-Inject händeln kann ist jeder happy. Anwendungen die "Cocktails" erfordern fahren wir auch, aber das ist in meinen Augen kein Problem. Sowas kann ich immer noch über die externe Einspülschleuße schnell und sauber abwickeln.

Dann kannst du natürlich sagen, dass man mit dieser Vorgehensweise deinen angesprochenen Hauptvorteil der Technik elliminieren würde:

Zitat
Die Idee war udn ist immernoch, am Ende des Pflanzenshcutzvorganges keine Restmengen in der Sprtize zu haben und für den nächsten Pflanzenschutz eine saubere Pflanztenschutzspritze zu haben.

Worauf ich sage (wieder global gedacht - nicht falsch verstehen, unter deutschen Gesichtspunkten geb ich dir in jeder Einzelaussage recht): Hier spielt diese ganze Restmengendiskussion (noch) keine Rolle. Klar, rein technisch gesehen kontaminiere ich mir damit erstmal wieder meinen Spritzbrühentank. Aber ne 3x Spülung vom Tank ist einfach und relativ schnell durchzuführen. Also wenn ich ab und zu mal nen "Cocktail" fahren muss, erkauf ich mir dadurch keinen riesigen Nachteil unter hießigen Gesichtspunkten.

Wo wir aber jetzt zu den tatsächlichen Nachteilen, die hier für die Region gelten, kommen. Theoretisch hab ich 4 Chemikalien-Tanks bzw. zwei Pumpen auf der Spritze. Sprich ich hätte theoretisch die Möglichkeit unser zwei Hauptprodukte Glyphosat und Glufosinat seperat in einem jeweiligen System zu nutzen. Nur wenn ich die arbeitswirtschaftlichen Vorteile des Systems ausnutzen will wäre es sinnvoll alle 4 Tanks bzw. beide Pumpensysteme mit beiden Produkten nutzen zu können um die Teilvolumen der beiden System aufzuaddieren und mehr Kapazität zu erreichen. Und dann kommt das Problem und der Nachteil der für uns und für viele regionale Farmer gilt (aber für Deutschland wiederum keine Relevanz hat): Bin ich z.B. mit der Behandlung des Rapses mit RoundUp durch und will auf Glufosinat, sprich Liberty-Link-Raps wechseln so dauert die 3x Spülung der Spritze mit Spritzbrühentank und Gestänge ca. ne Stunde. Nutz ich aber die Direkteinspeisung und will alle 4 Tanks nun statt für RoundUp für Liberty nutzen muss ich ZUVERLÄSSIGST alle dieser 4 Tanks spülen, die dazugehörigen Leitungen und Pumpen, was machbar ist, aber deutlich länger dauert als die klassische Spritzenreinigung. Nur letztlich würde nichts anderes übrig bleiben. Deshalb blieb das System bisher bei uns ungenutzt.

Letztlich gibts zwei Optionen:

- Entweder wir nutzen das System weiterhin nicht
- Oder nutzen es nur für RoundUp

Alles andere macht unter lokalen Bedingungen kaum Sinn, anderweitig würden wir mit den potentiellen Nachteilen sämtliche Vorteile vernichten.

Zitat
Ich weiß, ich weiß, und ich nehme Diejenigen aus, die jedesmal soviel Frischwasser dabei haben und wie von Umweltschützern gewünscht, das komplette Pflanzenschutzgerät nach beenden der Arbeit auf dem Feld abwaschen damit keine Restmengen irgendwo in der Kanalisation "verschwinden"....

Und ja...solche Argumente sind für den Großteil der Welt natürlich komplett unrelevant. Die entstammen der deutschen "Wir-sind-ein-Zwergenland-aber-werden-die-Welt-retten"-Mentalität. Nicht falsch verstehen...., klar bleibt uns hier in Deutschland solangsam keine Alternative mehr als uns solche "Blödsinn" (der schon einen gewissen Sinn hat, aber irgendwo muss einfach mal ne Grenze sein) zu fügen.

« Letzte Änderung: 07. Juli 2019, 16:38:09 von Der_Oberfranke »
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #771 am: 08. Juli 2019, 11:29:50 »

Hallo Oberfranke.
Nochmal eine Frage zu Eurer Spritze.
Augescheinlich ist die ja neu, weil Du ja schreibst: "Die kam so mit der Direkteinseisung..."
Interesanter wäre zu wissen ob die auch mit den neuen elektrisch pulsierenden Düsen und dadurch auch mit Einzeldüsen Abschaltung ausgestattet ist?

Zu Deiner Anmerkung "Fliegeschiss Deutschland". ja ist vieleicht richtig so. Amis erklären mir immer: Germany is just a inch on the Worlmap" udnj auhc das ist richtig. Deutschland produziert ja mit 50 Mio Tonnen Mähdruschfrüchte nur ca. 2,5% der Weltmenge. Ganz Australien hat im Schnitt nur die Hälfte! Wenn ich Körnermais und Reisbei Mähdruschfrüchten rausnehme dann siehts schon ganz anders aus......
Und ganz nebenbei, Deutschland entwickelt udn produziert derzeit (Im Wert) fast 12% der weltweiten Landmaschinen.
So klein ist der "Fliegenschiss" dann gar nicht..... ;D

Ja, Du arbeitest sicherlich auf einer sehr schönen Farm (zumindest an 100 Tagen im Jahr)

Wie lange wird auf diesem Betreib schon so intensiv mit Glypho gearbeitet?
Ich hab ja zu einigen Betrieben sehr guten Kontakt.
Auffalend für mich ist derzeit, das, vor allen Dingen im Mittleren Westen viele Betriebe auf "Glypho frei" umstellen.

Der Grund:
1. Die Problematik des Masidurchwuchses im Soja. Man muss im Soja trotzdem ein Herbizid einsetzen um den Mais abzutöten da ja Glypho nich twirkt, also kann man gleich auf GMO verzichten.
3. Und das ist scheinbar das größere Problem, sind die Glypho resistenzen die nun nahc ca 30 JAhren bei vielen Unkräutern auftreten. Für mich eine Sch :frage:lussfolgerung: Man kan machen was man will, die Natur regelt es von selbst oder "schlägt zurück"..... Man muss sich ja nur die Ackerfuschschwanzproblematik in Mitteleuropa anschauen.
4. Du schreibst das Ihr nahezu die komplette letzte Ernte noch in den Silos habt weil der Preis bisher nicht gepasst hat.
Im kaufmännischen Bereich gibt es das Schlagwort: "Nach Marktbedürfnissen produzieren"! Ich kann Dir eine ganze Reihe Nordamerikanische Betriebe nennen, die aeit sie "Glyphofrei" produtzieren, in den letzten Jahren richtig gutes Geld zusätzlich verdient haben. Produkte aus Glyphofreien Anbau sind in verschiedenen Teilen der Welt (Japan, Europa etc.)derzeit gesucht und haben gute Preise.

Bitte versteh mich richtig. Der Eigentümmer der Farm auf der Du derzeit arbeitets macht anscheinend derzeit alle richtig, sonst könnte er ja Deinen Monatslohn nicht zahlen. ;)
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BNT

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #772 am: 08. Juli 2019, 11:45:44 »

Darum Glyphosat und/oder Glufosinat.

Wie viel wird für Glyphosat free bezahlt?
« Letzte Änderung: 08. Juli 2019, 11:48:16 von BNT »
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canuck

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #773 am: 08. Juli 2019, 14:35:03 »

Sorry das ich mich da einmische!
An Georg:richtig es sind Betriebe GMO frei nichteinfach roundup-free
Bei Raps kenne ich die Zahlen nicht ,aber Mais ist zur Zeit immer noch weit ueber 90% GMO Soya aehnlich.
Preise sind um 10% hoeher ohne GMO .Aber vielmals hab den Eindruck das der Kaeufer mit dem Aufpreis pokert.So habe ich es erlebt bei Soya.Es sind ploetzlich gewisse Sorten nicht mehr gefragt und meist diese aus Farmeigenem Saatgut .
Ich persoehnlich verzichte auf diese Praemie und bleibe vorlaeufig bei GMO ,den es handelt sich nicht nur um Round-up.
Dazu ist der Einsatz von Herbiziden wesentlich einfacher und sicherer,trotz den vielen Resistenzen von denen immer wieder erzählt wird.
Ganz zu schweigen von Corn borer Wurzel borer heat Toleranz etc
Ja mein Nachbar baut immer no-GMO an ,da scheiden sich eben die Geister wer und wo,mehr verdient.
Aus kaufmännischer Sicht macht der Farmer absolut das richtige:buy when is low ,sell when its high
Das einzige was es dazu braucht ist eine gesunde Finanzlage und gerade das fehlt den meisten.
Den auch non Roundup- Ready unterliegt den selben Preis Schwankungen.
Stichwort gutes Geld verdient ;D diese Aussage wuerde ich nicht zu laut sagen in der heutigen Mid- West Situation.Der Preis, Wetter,Politik,Zins Cocktail ist nicht das richtige fuer die Meisten.
« Letzte Änderung: 08. Juli 2019, 14:47:08 von canuck »
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #774 am: 08. Juli 2019, 14:37:00 »

Bei einem Landwirt in Iilnois der ca 4000 acre (ca 1600 ha)  halb Soja und halb Mais im Wechsel  bewirtschaftet hab ich Einblick in die Buchführung.
Er hat allerding nicht nur auf Glyphofrei sondern vor 4 Jahren Schritt für Schritt  noch auf GMO frei umgestellt. Das ist so das derzeitige USA-Bio... ;D

Er nimmt bei seinem Ertragsniveau um die 200 US$ pro ha mehr ein. Also um 300 000 US $ mehr, und zwar mehr Gewinn!
Die Gründe:
Sein Aufwand für den Pflanzenschutz ist etwas höher.
Die Applikationskosten sind etwas höher weil er 2 solche JD Hochradspritzen hat und nun beim Pflanzenschutz wieder wesentlich pünktlicher sein muss wie bei GMO Mais wegen Wurzelbohrer und Maiszünsler und auch bei der Unkrautbekämpung muss er wesentlich pünktlicher sein wie wenn er mit Round Up arbeiten würde. Auch die Mittel gegen Unkraut sind etwas teurer.
Dafür sind neue Sorten Mais und auch Soja bis zu 10% Ertragreicher als die alten GMO Sorten die zum Teil schon 20 Jahre alt sind. Man mag es kaum glauben, aber trotz das Monsanto, Pioneer etc., versuchen immer die kleinen Saatgutzüchter aufzukaufen, gibt es doch immer wieder Idealisten unter den Züchtern die wieder neue Sorten auf dne Markt bringen.

Für den Farmer ist die Kalkulation eigentlich einfach:
1 Spritze braucht er für seinen Betrieb sowieso.
der echte Maheraufwand für Ihn ist die 2. Spritze für ca 250 000 US$ plus Fahrer. Da er mit seinem Sohn zusammen die Farm bewirtschaftet hat er mit Fahrer kein Problem.

Wenn man den Mehrerlös gegen den Mehraufwand rechnet, hat er ca 150 000 Euro mehr Gewinn gegenüber GMO udn Glypho. Das sind am Ende um die 80 Euro/ha.

Man muss allerdings dazu sagen, das dieser Farmer eine echte "Traumfarm bewirtschaftet. Alle Flächen um seine Siloanlage, Flächen alle größer 60 ha in der besten Gegend von Ilinois (ca 100 km südlich von Chicago brettl ebend Felder beim Mais in den letzen 10 Jahren im Durschnitt 14 to/ha Mais trocken verkaufte Ware.

Es ist halt wie überall auf der Welt. Wenn die Rahmenbedinungen (Boden, Infrastruktur etc.) passen kann man sich fast "Alles erlauben" und verdient meist auch noch mehr Geld dabei.

Ein solches Beispiel ma auf der Farm von Oberfanke am Peace River wahrscheinlich überhaupt nicht passen....

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canuck

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #775 am: 08. Juli 2019, 15:10:10 »

Ertraege sind ja bekanntlich das Steckenpferd vieler Bauern ;D
Alte GMO Sorten existieren nicht mehr.Da ist ein unglaublicher Wechsel vor allem bei Mais .
Diese 10% mehrertrag koennen vielleicht stimmen im Einzelfall.Aber offizielle Anbauversuche
Belegen das ueberhaupt nicht.
Ich kenne keine 20ig jaehrige Maisorte die angebaut wird.
Ja es kann sicher mehr Einkommen pro Flaeche erwirtschaftet werden.Aber der Aufwand und Risiko
ist ebenfalls groesser.
Dies ist kein Bio.Das bio label hier in Canada unterliegt sehr strengen Auflagen.
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #776 am: 08. Juli 2019, 15:56:10 »

Canuck
Ich bin da 100% bei Dir!
Jder muss wissen und ausrechnen was für ihn passt! Den jeder ist am Ende gegenüber der Bank seiner Familie udn sich selbst verantwortlich.
Ich stelle lediglich fest das in Nordamerika und eigentlich überall auf der Welt die Diskussion über Organic oder Bio Farming genauso diskutiert wird wie in Mitteleuropa.

Es gibt keinen Königsweg. Aber es gibt halt auch noch andere Möglichkeiten wie dieser (für die Masse) reine "Chemiefrei Wahnsinn" der die Landiwrtschaft udn vor allen Dingen die NAhrungsmittelproduktion in den Abgrund führen kann.
Mir persönlich ist es egal, denn ich persönlich bin auf hoffentlich weiterhin finanziell in der Lage die zwangsläufig höheren Lebensmittelpreise zu bezahlen. Ob ich jetz 10 oder 15 % meines Einkommens für Lebensmittel ausgebe ist nicht so entwcheidend. Wie sich das auf Länder udn soziale Gefüge auswirkt bei Ländern die bis zu 50 oder 70% des Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen, ich weiß nicht so recht...
Ich erinnere mich lediglich noch als vor einigen Jahren der Weizen, Mais und Soja Preis "durch die Decke" ging, was in Mexiko, Nordafrika, und in verschieden Asiatischen Ländern los war.

Klar, wenn jder nur 50 % weniger Fleisch essen würde dann brauchts keinen Preisanstieg.

Was ich eigntlich sagen wollte ist, das es anscheinend auch ohne Glypho und GMO für eine gewisse Zeit mal wieder gehen würde.

Allerdings gehöre ich so wIE Du auch, noch zur Generation die ohne Glypho erlebt hat und das Wunder der Einführung von Round Up noch live erlebt hat. Plötzlich fast keine Quecken und sonstige Wurzelunkräuter mehr.....
Oder die Rüben udn Kartoffelmittel... Plötzlich war durch die Saattechnik (Endabstand) und Legetechnik kein verfluchtes Hacken mehr notwendig....
Rübenanbau war plötzlich noch einfacher wie Getreideanbau! Drillen, aufpassen beim Pflanzenschutz, Roden und Abfuhr macht der Maschinenring......
Und jetzt soll man Biorüben anbauen um noch ein paar Euro zu verdienen? Wieder mit der Hackmaschine rumeiern...?!?
Vor lauter Unkraut geht das Roden fast nicht.. (Der Lohner kommt nur wenn er das doppelte Geld bekommt...)usw.

OK, man kann e sja auch rechnen und ich denke schon fas Jede(r) hat das für seinen Betreib schon mal gemacht.

wennich es für das Nördliche Bayern reche ist mein Ergebnis:

Keine Düngung und kein Pflanzenschutz spart man um die 300 Euro/ha plus durchnittlich knapp 300 Euro Zuschuss für Bio ergibt ca 600 Euro/ha. Umgerechnet auf 15 Euro/dz Weizenpreis baucht man schon mal 40 dz weniger zu ernten.

Hier leigt der Weizen im Schnitt der letzen 10 Jahre bei ca 70dz.
Das heißt ich muss etwas mehr wie 25 dz Bioweizen ernten, (für Bio gibts ja bsher etwas mehr wie bei Konvi?) damit ich auf das gleiche Ernteergebnis komme.

Diese Kalkulation stimmt aber nur, wenn ich nichts weiter speziell für den Bioanbau investieren muss.
OK, wenn ich beim Bianabau Hacken, oder striegeln tue, dann werden auch diese Kosten ber etwas Mehrertrag beim Bioanbau gedeckt. Aber in der Regel wird da auch nur das Geld gewechselt.

Und nun käme aber mein persönliches Problem udn das ist nicht zu unterschätzen!

Jder von von Euch mag es einfach währen des Jahres mal die Felder abzufahren udn die schönen Bestände anzuschauen und zufrieden ins Bett gehen.
Ich weiß nicht wie es mir gehen würde, am Abend bei der Feldrunde meine Ackerfuschschwanz, Quecken, Ackerwinde und Distelbestände anszuschauen......?!??!
OK, dann werden halt Sommerfrüchte angebaut.... Erbsen-Unkraut-Gemisch? Braugerste -Unkrautgemisch mit 70% Vollgerste udn nur 20 dz/ha Ertrag?
Wieder 50 Bullen in den Stall stellen damit man ein bischen Gülle als Dünger hat?

Mag ja alles so für die Allgemeinheit so funktonieren... Hat ja bis Anfang der 60 er Jahre auch so funktioniert! allerdings mit bis zu 20% der Bevölkerung in der LAndiwrtschaft tätig udn bie einem Familieneinkommen von ca 8000 DM.
Ich brauch doch nur die Meisterarbeit meines Vaters aus 1962 durchzulesen...

8 Kühe mit Nachzucht, 12 Muttersauen, 40 Mastschweine 8 ha Feld und 4 ha Grünland. Dieser Betrieb war damals "zukunftsfähig" und konnte Opa und Oma, Meine Mutter und meinen Vater udn drei Schulpflichtige Kinder ernähren...

Nicht so ganz hat mein Vater in seiner damaligen Kalkulation berücksichtigt, das die Oma den HAushalt geschmissen hat, mein Opa , meine Mutter und er selbst als Voll AK von früh bis Abend, auch am Heilig Abend und Silvester beschäftigt waren udn die drei Kinder nach der Schule auch noch zusammengerechnet als eine Voll AK auf dem Hof beschäftigt waren. Geld wurde verdient und uns ging es eigentlich für damalige Verhältnisse sehr gut.

Aber, ich sehne mich keine Minute an diese Zeit zurück! Da esse ich lieber weiterhin glypho GMO...

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canuck

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #777 am: 08. Juli 2019, 16:59:28 »

Genauso ist es Georg
Ich vergesse oder vermisse die gute alte Zeit auch nicht.
Aufgewachsen aehnlich wie du schreibst.
Heute bin ich ehrlich froh um GMO ,nicht das es nicht ohne ginge ,aber es macht mein Leben jetzt in Semi Retierment um einiges einfacher.Von den Gefahren muss ich zuerst was persoehnlich sehen,da ist sehr viel Hokuspokus dahinter und Schwarzmalerei.
Kann sogar im Sommer eine groessere Reisen Planen und nicht staendig Bestaende checken und
hacken.
Ich war kuerzlich in Europa und es scheint mir die Umwelt Diskusion hat dort Formen angenommen die wir hier noch nicht kennen. Der Steuerzahler fuehlt sich berechtigt in alle Agrarfragen sein Expertise mitzutellen.
Ja organische Produkte haben auch hier ihren Marktanteil es wird sich zeigen wer gewillt ist ein wenig mehr fuers Essen zu zahlen.Aber wie schon immer vieles hoert beim Portmonee auf.
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BNT

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #778 am: 08. Juli 2019, 18:09:24 »

In Vancouver gibt es solche Umwelt Diskussionen sicher auch. ;)
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canuck

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Re: Landwirtschaft in Kanada
« Antwort #779 am: 08. Juli 2019, 18:40:45 »

Ja sicher gibts Diskussionen sogar Proteste (Pipeline)
Proteste gegen Carbontax oder dafuer.
Aber das Niveau der direkten Anklage gegen die Landwirtschaft ist hier sehr viel geringer.
Ich merke das Vorschriften bei Umwelt oder Neubauten zunehmen aber nie auf dem Level wie z.B. In der Schweiz.
Was mir aufgefallen ist die Mentalitäten sind sehr verschieden.Ein nicht Einhalten einer Regulierung,wird meist sofort gemeldet in der Schweiz.Hier denken die Leute anders. Freiheit hat ein andere Formulierung.
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