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Autor Thema: Erfahrungen Dinkelanbau  (Gelesen 21585 mal)

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Kai-Uwe

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Re: Erfahrungen Dinkelanbau
« Antwort #60 am: 12. August 2019, 18:04:20 »

Saatgut soll ca 200€/ha kosten. entspelztes Saatgut

Kontraktmenge muss man im Vorfeld festlegen. Übermenge wird zum Tagespreis abgerrechnet.

Ich hab nun dankend abgelehnt wiel mir der Dinkel im Vergleich zum A-Weizen nur ca 10€ DB Vorteil je ha bringt.
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Steinreich!

ggunter

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Re: Erfahrungen Dinkelanbau
« Antwort #61 am: 12. August 2019, 20:49:26 »

und das weißt Du im Voraus?
Wir hatten Im Dinkel deutlich bessere Erträge als im Weizen.
Aber es ist gut wenn in dem engen Markt nicht so viele auf und ab springen.

Gruß gg
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Kai-Uwe

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Re: Erfahrungen Dinkelanbau
« Antwort #62 am: 12. August 2019, 21:17:21 »

Wissen tu ich es nicht, ich habe für meine Berrechnungen an Erträgen aus der Nachbarschaft und Aussagen des Landhändlers orientiert.
ich hab auch nicht das Interesse mal einfach so 5ha Dinkel machen zum probieren. da ist ein jahr, kein Jahr.

Und das mit dem kleinen Markt glaub ich Dir sofort. ich hab bei meinen Recherchen von Preisen von 26€/dt gelesen vor ein paar Jahren....
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Steinreich!

Gameorg

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Re: Erfahrungen Dinkelanbau
« Antwort #63 am: 12. August 2019, 21:42:08 »

200 € / T finde ich zuwenig. Wir hatten die letzten beiden Jahre 220. Davor war aber auch mal ein Jahr mit 190. Aufgrund meiner Menge die ich liefere bin ich aber in einer ganz guten Verhandlungsposition - Einfach ist es mit den Mühlen aber nicht immer ;). Voriges Jahr konnte ich 2 Züge auch am freien Markt gut verkaufen - und heuer ist Dinkel wohl knapp, meiner aber schon bei der Mühle. Großteils Vertragsanbau.

Bei mir hat sich dinkel gegenüber weizen bereits 2x gelohnt. Voriges Jahr war Fusarium ein rießen Problem bei uns, Der Dinkel war aber gesund trotz Mulchsaat nach Mais. - und heuer hatten wir mit 5.1T Schnitt tatsächlich mehr Ernte als Beim Weizen weil der e-weizen zu dicht stand und aufgrund der trockenheit 1/3 der ähre leer war.

Hektoliter (Sorte Divimar) war heuer aber unterirdisch, jetzt soll ich eine alte Sorte (Rotkorn etc) bauen. Aber da kann man 1T abziehen, das bezahlt dir keine Mühle. Denke aber werd auf eine neuere gehen, Zollernspelz oder wenn möglich Zollernperle, die sollten auch stabile Werte haben. Ansich ist divimar aber eine gute Sorte weil standfest und gesund, in nem normalen Jahr hätte HL auch gepasst.

Sähen tun wir schon seit Anfang an mit dem Düngerstreuer auf 14M ca 210kg. Hatte heuer 520 Ähren am m2 also ideal. Und wär nicht die Hitze gekommen wären wohl heuer 6T drinnen gewesen, was absoluter Rekord wäre aber viele Vesen waren einfach leer.
« Letzte Änderung: 12. August 2019, 21:44:31 von Gameorg »
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Cyberlui

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Re: Erfahrungen Dinkelanbau
« Antwort #64 am: 12. August 2019, 21:46:33 »

Fusarium ist bei Dinkel aber auch problembehaftet und was mich da am meisten stört ist das die Fallzahl so schnell weg ist, was bei uns schon öfters mal der Fall war. Nachbar baut an, ich bekomme das nur teilweise immer mal so mit wenn er den dann fürs Vieh schrotet.
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dirkk

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Re: Erfahrungen Dinkelanbau
« Antwort #65 am: 12. August 2019, 23:19:46 »

Bei mir geht Dinkelanbau fast so leicht wie Weizen und alles im Vertragsanbau. Bislang gab es auch keine Probleme mit Fallzahl usw. , weil der bei Reife zügig abgeerntet wurde .

Nur ohne WR wird der recht lang und dort muß , wie bei allen Behandlungen , auf die Zulassungen geachtet werden . Es gehen weniger Mittel als beim Weizen .
Gesät wird bei mir entspelzte Ware mit ca . 200 Kö/m2 ( Zollernspelz , in Zukunft auch Zollernperle ?) . Die Logistik ist bei der Ernte gefragt , weil im Prinzip das doppelte Volumen im Vergleich zum Weizen umgeschlagen werden muss ( Überladewagen + Abfuhr) und auch eingelagert werden muss . Eine große Feld - Lager - Entfernung funktioniert also nicht .
 Ertraglich ist der Dinkel ca. 1 to unter Weizen ( Reform ) . In den letzten beiden trockenen Jahren 5,5 bis 6,5 to und in normalen Jahren so bei 8 to und etwas mehr  .  Als Stoppelweizen geht Dinkel auch recht gut .

Entwicklungsmäßig ist er im Frühjahr dem Weizen erst etwas hinterher , um dann nach dem späterem Ährenschieben mit dem Weizen zur Reife fast gleich zu ziehen .

Gruss
dirkk
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Gameorg

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Re: Erfahrungen Dinkelanbau
« Antwort #66 am: 13. August 2019, 08:32:08 »

Fallzahl Probleme hatten wir noch nie, sind aber auch immer früh dran mit ernten. Dinkel kann man ohnehin etwas früher ernten, ein bisschen grün Anteil macht da nicht so viel, da er relativ "luftig" liegt in der Halle.

@Dirkk: Waren die Mühlen bisher zufrieden mit deinem Zollernspelz, Werte ausreichend gut?

- 1to unter Weizen war bisher bei uns auch die Regel in Normal-Jahren.
- Logistik, absolut, wir bauen aus dem Grund Dinkel immer in Betriebsnähe. Das Volumen sollte man nicht unterschätzen.
- Lageranfälligkeit, lieber die kurzen Sorten wählen. Unbehandelt werden die langen Sorten (meist die älteren Sorten) locker über 1,5M lang  :o :o :o
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dirkk

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Re: Erfahrungen Dinkelanbau
« Antwort #67 am: 13. August 2019, 09:13:40 »

Es gab beim Zollernspelz keinerlei Bedenken bei der Mühle . Baue aber erst seit 4 Jahren Dinkel an , zuerst so 25 ha , und zur Zeit 55 ha  . RP immer sehr gut - wird zu Anfang gedüngt wie Weizen ( bei mir also eher schoßbetont ) , und bei der Spätgabe reichen 30 -40 N aus . Zollernspelz zeigt durch seine Aufhellung sehr gut an ,wann er mehr N braucht . Ist ansonsten sehr dunkel im Blattwerk .  Und zweimal WR , je nach Wasserversorgung dosiert , ist bei mir Standard .

Natürlich schaue ich jetzt auch nach noch besseren Sorten .

Gruss
dirkk
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Helmo

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Re: Erfahrungen Dinkelanbau
« Antwort #68 am: 13. August 2019, 10:57:30 »

Bei mir auch der Zollernspelz. Erträge sind aber schon deutlicher unter dem Weizen bei uns, weil sehr extensiv geführt. Ging aber noch nie ins Lager, eingekürzt wird nie. Dieses Jahr Anzeichen für Fusarium nach Mais, aber noch kein Handlungsbedarf

Logistik ist nicht zu unterschätzen, wir fahren immer mit 2x8t Kippern die Ware in die Halle ins Flachlager, da haben wir beim Tucano keine ruhige Zeit und müssen rödeln.

bei uns auf der Alb sind alle Landhändler auf Dinkel eingestellt, wenn er reif ist muss er aber auch gedroschen werden (Fallzahl).
Ich verkauf immer im Frühjahr, hier kann ich deutlich höhere Preise generieren, zur Ernte meist so um die 200€/t, im Frühjahr ab Februar/März geht es ehr in Richtung 30€.
Mein Vater ist 2005 in den Dinkelanbau eingestiegen da war es deutlich lukrativer mit teilweise über 500€/t. 
« Letzte Änderung: 13. August 2019, 11:31:26 von Helmo »
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Kai-Uwe

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Re: Erfahrungen Dinkelanbau
« Antwort #69 am: 14. August 2019, 18:52:11 »

Ich hätte da noch ne Verwertung fürs Stroh
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Steinreich!