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Autor Thema: Hirsen als Zwischenfrucht/Gründünger?  (Gelesen 2713 mal)

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Puszta

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Hirsen als Zwischenfrucht/Gründünger?
« am: 26. April 2013, 10:21:56 »

Ist vielleicht eine Schnapsidee, aber hier meine Überlegungen, bzw. Eckdaten.

Wir haben bei uns (wie den meisten bekannt) oftmals mit großer Sommertrockenheit, gepaart mit Temps >=35° und Dauerwind, vor allem im Zwischenfruchtanbau zu kämpfen.

Senfbestände bekommt man rel. zuverlässig hin. Buchweizen, Phazelia und Mungo (Ramtilkraut) ist bereits mit Risiko behaftet. Vom Anbautermin her hat sich Mitte-Ende Juli als sicherste Variante herausgestellt. Leguminosen fallen bei mir weg, ich habe N über Gärsubstrat im Sommer und will den so gut es geht pflanzlich festhalten.

Prinzipiell sind wir ein Frühdruschgebiet. Die Ernte beginnt mit Wintergerste bereits um mitte Juni. Winterweizen ist in der erste Juliwoche weg. Sommerdurum ist ein wenig später. Aber Ende Juli steht kein Getreide mehr. Winterweizen kommt bei uns erst Ende Okt/Anfang Nov in den Boden. Warum das so ist hinterfragen ich gerade mit Kollegen, aber das ist ein anderes Thema.
Jetzt wäre es natürlich sinnvoll die Vegetationszeit zu verlängern und aus dem Zeitpotential durch unsere frühe Ernte auch zu profitieren.

Raps ist in der Fruchtfolge, je nach Landwirt von 25% bis zu 30% drin. Auf Kreuzblütler will ich verzichen.

Jetzt sind mir die Hirsen (Panicum miliaceum) bzw. die Sorghumhirsen (Sorghum bicolor, nicht Sorghum Sudanense) vor allem im letzten Jahr mehr als positiv bezüglich Trockenheit und hohen Temperaturen aufgefallen.
Hat jemand von euch schonmal darüber nachgedacht Hirsen bzw. Sorghumhirsen als Zwischenfrucht anzubauen? Mir geht es nicht darum hier noch eine Ernte einzufahren, sondern einfach um die Eigenschaften der Pflanzengattung hinsichtlich ihrer Leistungen aus dem Blickwinkel einer Zwischenfrucht.
Als C4 Pflanze wird schnell organische Masse produziert. Das Nährstoffaneignungsvermögen ist hoch, die Gülleverwertung sehr gut. Ich könnte an Erntematerial aus der letzten Saision für rund 1ha herankommen. Klar ist das kein Saatgut, aber als Zwischenfrucht mit höherer Aussaatstärke sollte das doch funktionieren.

Bei uns gibt es so gut wie keinen Mais. Die sonst vielerorts übliche Unkrauthirse ist bei uns kaum vorhanden.

Ist an der Idee etwas dran oder verlaufe ich mich gedanklich zu weit?
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Ostösterreich, ca. 15km östlich von Neusiedl am See; 500-600mm Jahresniederschlag; Frühsommertrockenheit; lT - ulT Böden mit 30-50cm Auflage;

Jochen

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Re:Hirsen als Zwischenfrucht/Gründünger?
« Antwort #1 am: 26. April 2013, 12:40:11 »

Hallo du bekommst Gärsubstratt warum also das Zeug nicht nochmal Ernten?

Ich kenn hier nur die Variante Triticale in der Teigreife Häckseln und dann noch Silohirse, macht die eine oder andere BGA so, die Hirse soll sogar besser sein nach der Triticale wie als Hauptfrucht, (Unkrautfreier und bleibt stehen)

Mit Sudangras haben wir recht gute Erfahrungen gemacht, und wenn das Zeug wächst hast du wirklich "dick" Masse am Acker auch ohne wirklich viel Regen
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Mathias

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Re: Hirsen als Zwischenfrucht/Gründünger?
« Antwort #2 am: 14. Februar 2020, 19:02:41 »

Gibt es ungebeiztes, konventionelles Hirse- bzw. Sorghum Saatgut?!
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Tim

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Re: Hirsen als Zwischenfrucht/Gründünger?
« Antwort #3 am: 14. Februar 2020, 19:05:10 »

DSV Nutrihoney
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Mathias

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Re: Hirsen als Zwischenfrucht/Gründünger?
« Antwort #4 am: 14. Februar 2020, 19:15:08 »

Ah danke, hast du nen ungefähren Preis pro kg oder Einheit?
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Mathias

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Re: Hirsen als Zwischenfrucht/Gründünger?
« Antwort #5 am: 14. Februar 2020, 19:17:42 »

Ich will mir nämlich eine Universelle ZF zusammenstellen, deren Bestandsbildner etwas eingeschränkt sind weil die Folgekultur im Jahr 2021 noch nicht fix ist.
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Tim

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Re: Hirsen als Zwischenfrucht/Gründünger?
« Antwort #6 am: 14. Februar 2020, 19:33:56 »

müsst ich nach schauen , ist nicht allzu teuer, gibts in 25kg Säcken auf kilo basis, friert sehr schnell ab, da reichen kalte nächte im september, macht deswegen keinen Sinn hier
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Fox!

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Re: Hirsen als Zwischenfrucht/Gründünger?
« Antwort #7 am: 16. Februar 2020, 15:41:48 »

Was ist denn aus der ursprünglichen Idee geworden @Pustza?

Ich liebäugle aktuell auch mit Sorghum für die ZF Mischung, aus denselben,  witterungstechnischen Gründen.

In Reinkultur bei entsprechender Bestandsentwicklung könnte man den Bestand evtl. umwalzen und den folgenden Mais direkt reindrillen. Gute Bestände sollten doch eine dicke Mulchauflage bilden.
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