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Autor Thema: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?  (Gelesen 40763 mal)

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Franzl

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Re:In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #15 am: 07. August 2014, 18:31:02 »

Muss dieses Thema wieder hervorholen, da ich sehr kritisch sehe, was derzeit wieder betrieben wird: Erst Kalkstreuen auf die Stoppel und paar Tage drauf Gülle fahren. Nach meinem chemischen Grundverständnis und laut dem was ich im Studium gelernt habe, führt der kurz zuvor gestreute Kalk zu einer weiteren Beschleunigung der Ammoniakverluste, da das Ammonium-Ammoniak-Verhältnis bei höherem pH-Wert Richtung Ammoniak verschoben wird.

Dazu folgende Grafik:


Quelle: http://www.zoo-hoefler.de/


Ist da jeder Kalk gleich "schlimm", oder gibts da Unterschiede?

Reicht ein einfacher Grubbergang, um die Problematik zu umgehen, oder sollte Kalkung und Güllegabe gar am besten nicht im selben Jahr erfolgen? Wie machts ihr?


mfg
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Josef

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Re:In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #16 am: 07. August 2014, 18:36:26 »

Hallo

bei uns wird meist Kalkmergel eingesetzt und da gibt (soll) es keine Probleme geben
Gruß Josef
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MF6170

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Re:In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #17 am: 07. August 2014, 21:03:44 »

Servus,
Branntkalk "treibt" das Ammoniak aus (haben wir in der Schule gelernt).
Kohlensaurer Kalk macht keine Probleme.
Gruß Günter
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Mit freundlichen Grüßen
Günter

bayernfarmer

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Re:In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #18 am: 07. August 2014, 22:03:06 »

Hallo,
Brandkalk und Gülle ist NOGO!!!

Kohlensaure, feuchte Kalke, Scheidekalk etc. ist kein Problem.
Bei uns wird auch oft Schwarzkalk zur Gülle gemischt und in einem Arbeitsgang ausgebracht, hat den Vorteil, das er sogar eine N-bindende Wirkung wie Didin hat.
mfg
fritz
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MUKUbauer

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Re:In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #19 am: 08. August 2014, 07:28:19 »

Ich würds nicht machen 4 Wochen zwischen Kalk und Gülle macht sich nicht schlecht
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christian79

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Re:In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #20 am: 08. August 2014, 08:21:31 »

Was passiert denn genau dabei?
Gilt das für die Zeit, wo die Gülle dann an der Oberfläche liegt oder auch nach der Einmischung bspw. durch Eingrubbern bzw. Pflügen?
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dirkk

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Re:Gülleausbringung und Kalkung - geht das ?
« Antwort #21 am: 08. August 2014, 09:00:20 »

Moin !

Von meinem persönlichen Verständnis sehe ich keine Probleme , wenn die Gülle sofort ( Einarbeitungsgerät ist am Fass angebaut bzw. innerhalb weniger Minuten im Boden verarbeitet ) mit dem Boden vermischt wird . So hab ich es auch schon öfters machen lassen .

Wenn die Gülle längere Zeit liegt , dazu zähle ich auch die gesetzlichen 4 Stunden auf umbestellten Boden ( stellen wir uns das bei 30 Grad vor ) ,  dann sind die Verluste auf frischem Kalk (noch ) höher .
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Stefan81

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #22 am: 07. Januar 2017, 10:27:43 »

Hallo Leute
Gibt es etwas neues bei diesem System? Setzt es schon jemand ein, oder ist es in der neuen Düngeverordnung verankert?
Wenn man z.b. 2l / m³ Gülle in den Behälter einrühren würde, würde das auch schon den Beton angreifen? Bei den Flüssigdünger gab es ja Probleme wenn man die Grube als Lager nutzte, aber das währe ja nur eine Konzentration von 2 Promille.
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Mit freundlichen Grüßen
aus Österreich
Stefan81

nacki13

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #23 am: 05. Februar 2017, 16:49:35 »

Hallo,

ich hab mich auch mal in die Thematik der Gülle Ansäuerung rein gelesen. Ich finde das ganze sehr interessant. Nur frage ich mich warum hat sich das System bisher hier in Deutschland nicht durchgesetzt?? Hier hab ich dazu noch einen Interessanten Vortrag im Internet gefunden http://3-n.info/media/4_Downloads/pdf_WssnSrvc_Srvc_Nds_Vrtrg_Pacholski_Andreas.pdf

Scheint für mich mehr Vorteile als Nachteile zu haben....
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tomiq

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #24 am: 05. Februar 2017, 19:07:43 »

Hallo nacki13,
vielen Dank für den Link ... das System hat natürlich große Vorteile.

Ich habe mich die Tage einmal etwas näher bezüglich dem System erkundigt und auch
ein Telefonat mit dem Süddeutschen Vertrieb geführt.

Vor Jahren habe ich mir über das System schon einmal Gedanken gemacht, fand
aber den Gedanken, 1000 l Säure in der Front mitzuführen schon etwas "skurril".

Um so ein System umzusetzen, braucht es zwingend eine Trennung von Feld/Straße in der
Güllelogistik. Mit unserem Xerion wäre natürlich die Geschichte etwas eleganter zu lösen,
indem der Säuretank auf dem Heckaufbaurahm platziert würde.

Was das System sehr interessant macht ist die Tatsache, dass Schleppschläuche mit SyreN
ähnlich gut abschneiden wie Schleppschuhevorteiler bzw. Schlitzgeräten. Bedingt durch
die Säurezugabe fängt die Gülle/Gärsubstrat sehr stark das schäumen an, deshalb kann man
die Schwefelsäure auch nur im Güllefluss kurz vor dem Verteiler zudosieren und nicht in den
Güllebehälter kippen ;-)

Was aber auch in meinem Fall erwähnt werden muß ist die Tatsache, dass Biogas Gärsubstrat
zum Absenken des ph-Wertes ca. 6 l Säure pro m3 zudosiert werden muß. Bein einem 30 m3
Güllefaß muß also pro Fass 180 l Säure eingebracht werden ... nach Fünf Fässern (!!!) muß
der 1000 l Säuretank schon wieder getauscht werden.

Dies erachte ich als größten Hemmschuh ... laut Aussage vom Vertriebler würden im
moment in Deutschland 2 Systeme laufen.

Wenn natürlich anstatt einem sehr teuren Schleppschuhverteiler auf ein Schleppschlauchgestänge
ausgewichen werden kann und man sich die Überfahrt für eine separate Schwefeldüngung spart,
wird das System sicherlich einen gewissen Charm entwickeln können.

ABER: Ein von Hause aus stark Säure abbufferndes Gärsubstrat mit 6 l anzusäuren erscheint mir dann
aus der Praxis heraus gesehen bzw. logistisch doch etwas "schwierig"


ade
tomiq
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nacki13

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #25 am: 05. Februar 2017, 19:54:08 »

Hallo tomiq,

wie kommst du auf 6 Liter pro m³, hast du da irgendwelche Infos zu? Im Internet kursieren ja zahlen zwischen 2 und 4 Liter....
Ich hab mal nachgesehen. Unser Gärrest hat einen ph Wert von 7,9. Zielgröße ist ja ph Wert 6 oder?? Kann man sich irgendwo nachlesen wieviel Säure man zudosieren muss bei jeweiligem ph Wert??

Wie sieht es denn von den Kosten her aus?? 100 kg Schwefelsäure kosten ca. 35 €. 1 Liter soll 1,85 kg wiegen das heißt das 1 Liter 0,65 € kostet. Bzw 1m³ ansäurern 3,88 € kostet (bei 6 Liter/m³). Oder hab ich da eine Denkfehler drin?? Zu Mais würde das mit den kosten ja überhaupt kein Sinn mehr machen, weil man ja die Gülle meist sowieso einarbeitet. Man hat zwar den Schwefel mit drin und weniger N Verluste nur Rechnen muss sich das ganze ja auch irgendwie...
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Guido

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #26 am: 05. Februar 2017, 19:58:05 »


Hallo tomiq und nacki

Der einzige wo ich kenne wo erfahrung hat mit Gülle ansäuern hat ist Reto der ist hier im forum.
Oder wärst an Schweizer agrowissen treffen gekommen dort war er auch. ;D

gruss Guido
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charlie

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #27 am: 05. Februar 2017, 20:04:04 »

Wäre ein Ansäuerungseffekt der Gülle nicht kostengünstiger ohne die teure Anlage direkt am Ausbringgespann über ASL oder ATS möglich?
Die Ammoniakverluste sollten auch damit zurückgehen.
Natürlich bringt man da auch noch zusätzlich N mit in die Mischung, was evtl bei Gülleüberschuß kontraproduktiv ist.
Schwefel würde man ja mit beiden ergänzen.
Mit ATS hätte man sogar noch einen nitrifikationshemmenden Effekt ala Piadin.

Hier wurde das ja schonmal andiskutiert (weniger im Hinblick auf den Ansäuerungseffekt)
http://www.agrowissen.de/de/forum/index.php?topic=21217.0
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Gruß

Charlie

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #28 am: 05. Februar 2017, 20:05:13 »

Bisher war der N-Dünger in Deutschland zu billig damit sich das rechnet. Wenn aber die Bedingungen in der neuen Düngeverordnung bezüglich der Ausbringungsverluste sich ändern und der N Düngerpreis sich erhöht kann das durchaus interessant werden. Was ich mir nicht gut vorstellen kann wie man die Logistik für so ein gefährliches Produkt hinbekommt.
Gruß Walter
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Guido

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #29 am: 05. Februar 2017, 20:14:21 »



Hallo charli

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