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Autor Thema: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?  (Gelesen 40764 mal)

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Jochen

  • Gast

Hallo

Hier läuft die Werbung grad das man in den Gülle eigenen Güllekalk einmischen kann/soll weil´s eine Überfahrt mit der Ausbringung erspart ...
in der Fachschule wurde immer erklärt Kalk erhöht die Ausgasung von Stickstoff
die Sagen Nein - Kohlensaurer Kalk macht das nicht ...
http://www.bodenkalk.at/g%C3%BCllekalk

Und jetzt ist mir in einer Zeitung ein System aufgefallen das Säure einmischt in die Ausbringung der Gülle um den pH-Wert zu senken und damit die N- Verluste zu senken ...

Also was ist jetzt richtig ?

war mein bisheriges handeln also unbegründet (hab immer geschaut das ein Abstand drin ist und wenn der Kalk nicht eingearbeitet werden konnte hab ich gewartet das es den Kalk wenigstens einmal angeregnet hat)

oder stimmt beides?

mfg
Jochen
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nofear

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #1 am: 31. Januar 2012, 11:33:29 »

Gute Frage Jochen, hab ich mir auch schon paarmal gestellt. Aber so richtig konnt´s mir noch keiner beantworten. Im Prinzip das gleiche wie bei Dir von niemals Kalk und Gülle zusammen/kurz nacheinander bis alles kein Problem...

Aber in manchen Ställen, wird ja auch mit Kalk/Kalk-Stroh-Gemisch eingestreut und das Zeug kommt ja auch nach und nach in die Gülle. Wobei das nicht die großen Mengen an Kalk sind.

MfG nofear
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„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

Georg

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #2 am: 31. Januar 2012, 11:44:04 »

Das mit der Säure würde mich auch malnäher interessieren.

So wie ich das verstehe, wird die Säure erst biem Ausbringen in die Gülle eingemischt?

So wars wenigsten auf der Agritechnica von einer Dänischen Firma ausgestellt udn promotet. Ich weiß den Namen nicht mehr, aber ich kenne den Inhaber dieser Firma sehr gut. Es ist Morten Toft. Morten kenne ich schon seit 1992. Er war damals bie Dronningborg beschäftigt und hat damals das ganze Fieldstar System konzipiert. Als Agco dann vor 10 Jahren diese Abteilung in Dänemark aufgeöst hat udn nach Brasilein transferiert hat, ist Morten nicht mitgegangen und hat sich selbständig gemacht.
Das Ergebnis seiner Selbständigkeit hat nichts mehr mit Precision Farming zu tun, sonder ist diese Injection von Säure zur N-Bindung in Gülle. Nach seinen AUssagen wird das in Dänemrk inzwischen schon recht erfolgreich eingesetzt.

Ich glaube ihm das auch, den so wie ich Mrten Toft über all die JAhre kenne, promotet er nur Dinge die auch wirklich funktionieren.
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MF6180

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #3 am: 31. Januar 2012, 11:56:11 »

Das mit der Säure würde mich auch malnäher interessieren.
So wie ich das verstehe, wird die Säure erst biem Ausbringen in die Gülle eingemischt?
So wars wenigsten auf der Agritechnica von einer Dänischen Firma ausgestellt udn promotet. Ich weiß den Namen nicht mehr, aber ich kenne den Inhaber dieser Firma sehr gut. Es ist Morten Toft. Morten kenne ich schon seit 1992. Er war damals bie Dronningborg beschäftigt und hat damals das ganze Fieldstar System konzipiert. Als Agco dann vor 10 Jahren diese Abteilung in Dänemark aufgeöst hat udn nach Brasilein transferiert hat, ist Morten nicht mitgegangen und hat sich selbständig gemacht.
Das Ergebnis seiner Selbständigkeit hat nichts mehr mit Precision Farming zu tun, sonder ist diese Injection von Säure zur N-Bindung in Gülle. Nach seinen AUssagen wird das in Dänemrk inzwischen schon recht erfolgreich eingesetzt.

Ich glaube ihm das auch, den so wie ich Mrten Toft über all die JAhre kenne, promotet er nur Dinge die auch wirklich funktionieren.

Dann meinst du glaub den Laden hier: http://biocover.dk/

http://biocover.dk/images/stories/Brochure/SyreN_brochurer_II_-_version_Oktober.pdf

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Georg

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #4 am: 31. Januar 2012, 13:33:55 »

Ja das meine ich.
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Jochen

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #5 am: 31. Januar 2012, 13:48:21 »

Hi Georg naja in den Güllepot einrühren wird so einfach nicht sein - das hält unter Umständen der Beton nicht aus
sonst könnte man ja den einen oder anderen Sauren Flüssigdünger einquirlen und gut wär´s davon wird aber abgeraten weils zu Problemen mit dem Topf kommen kann ....

mfg
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Gregor

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #6 am: 31. Januar 2012, 14:00:20 »

Das ist das System SyreN!

Wir hatten an der FH im Modul Organische Düngung vor drei Wochen einen Vortrag des Herrn Toft!
Das System setzt auf die Eindosierung von hochkonzentrierter Schwefelsäure in den Güllestrom, was die Ammoniak Ausgasung auf nahezu 0 reduzieren soll.
Herr Toft hat gerade die Zulassung für den deutschen Markt erhalten und eine Ausnahmegenehmigung für Dänemark und Holland, wo mit diesem System auch Gülle mit Schleppschläuchen in Gebieten ausgebracht werden darf, wo es sonst nicht zulässig ist!

Die Menge der Eindosierung schwankt zwischen 2 und 7 Litern pro qm, die Menge orientiert sich am NH4-N-Gehalt der Gülle. Das mitführen eines 1000l Vorrates in der Front sei kein Problem. Das System ist so ausgelegt, dass der Fahrer keine Möglichkeit besitzt, mit der Säure in Berührung zu kommen, da das "anstechen" des neuen Fasses vollautomatisch und ohne Handschlag möglich ist. Also scheint es Praxistauglich zu sein, auch besteht in Deutschland keine Sachkundenachweispflicht! Da Schwefelsäure hoch ätzend ist, wundert mich das schon ein wenig!    

Ich hab gerade die genauen Reaktionsabläufe nicht mehr im Kopf, aber es war einfachste Chemie und durchaus plausibel.
Neben den EInsparungen an Stickstoff reduziert das System die Geruchsbelastung und mindert den Ausstoß klimawirksamer Gase um über 40%. Den Angaben von Herrn Toft zufolge wäre das in Deutschland mehr (in CO2-Äquivalenz) als durch die Einführung von Umweltzonen in Deutschland gespart wird.

Das System ist grundsätzlich an jedem Güllefass nachrüstbar, auch an Fässern mit Breitverteilung! Allerdings hat er, seiner Aussage nach,  so etwas noch nicht gemacht, weil die Einsparpotenziale durch die "richtige" Verteiltechnik in Verbindung mit dem richtigen Zeitpunkt der Düngung etwa gleich sind.

Das System kostet rund 75 000€, der Säurebezug läuft auch über ihn. Seinen Wirtschaftlichkeitsberechnungen zufolge rechnet sich das ganze ab 5.000 qm jährlicher Ausbringleistung. Der Säure wird auch bereitgestellt und kostet 1€/l, wenn ich mich nicht irre, da Schwefelsäure oft in der Industrie als Abfallstoff anfällt.

Zu dem System gehört auch eine GPS-Überwachung zur Dokumentation, weil das auch in Dänemark Pflicht ist. Nach Aussage von Herrn Kowalewsky der Kammer NDS wird es auch in Deutschland in spätestens 10 Jahren Pflicht sein, Gülle entweder per Injektor oder Schleppschläuchen in Verbindung mit solchen Systemen auszubringen... also eigentlich ganz schön, dass mal nicht die Deutschen hier die Vorreiter spielen müssen!

Das System wird in Deutschland in Verbindung mit der Firma Kotte vertrieben, mehr dazu ist auf der Homepage zu erfahren.

Gruss
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Jochen

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #7 am: 31. Januar 2012, 14:21:35 »

Echt 75.000 Euro? :o
dann noch 100.000 Euro für´s Faß dazu (wenn man das jetzt was in der Profi drin ist annimmt) :o

5 Euro für die Säure pro /m3 - das soll sich bei 5000m3 ausgehen? wie denn?

Ich glaub bevor ich für 5000m3 diese Investion mach stell ich auf Festmist um ... :o

mfg
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Gregor

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #8 am: 31. Januar 2012, 14:29:08 »

So ganz glauben konnte ich das auch nicht, aber die Rechnung des Herrn Tofts gingen von vorheriger Breitverteilung mit 100% Ammoniakverlusten aus oder von 6m Arbeitsbreite und Injektortechnik. Da war der Großteil der Investition durch verringerte Überfahrten bei 24m Schleppschläuchen und seinem System getragen! Das ist in Deutschland eigentlich nicht anlegbar, aber in Dänemark muss man das mit einrechnen, weil es keine Alternative zur Injektion, sei es Güllegrubber oder Schlitzgerät, gibt.
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Georg

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #9 am: 31. Januar 2012, 14:53:59 »

Irgendwie stimmen dem Gregor seine Zahlen nicht!

Wennich mich recht an das Gespräch mit Herrn Toft erinnere beträgt der Preis bie 20 000 cbm Gülle im Jahr und 50kg Gülle N/ha ca. 15 Euro das ha. Und zwar für die Technik /bie 5 Jahre Abschreibung udn die Säure!
Kann natürlich sein das ich da was falsch verstanden habe. Wenns teurer kommen würde, kann er es als Geschäft derzeit vergessen!

Gute Dinge verbreiten sich nur wenn sie sich für nen Landwirt nachvollziehbar rechnen! Und bei mehr wie 15 Euro seh ich derzeit keine positive Rechnung.

Das Problem ist nämlich: Dirzte dieser Schwefelsäure Einmischung bleibt dieses neue Einarbeitungsgebot!

Wenn er das noch zusätzlich durch die Säurezugabe kippen könnte, dann wäre er klar im Vorteil......
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Gregor

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #10 am: 31. Januar 2012, 15:06:22 »

Natürlich kann ich mich irren, aber das hatte ich noch im Kopf!

Hab gerade nochmal in meinen Aufzeichnungen nachgeguckt... Die Säuremenge war zu hoch, 1-4 liter/qm

Mit eingerechnet werden muss, dass keine Schwefeldüngung mehr erfolgen muss.

Die Rechnung geht bis jetzt seiner Aussage nach in Dänemark und Holland glänzend auf....
« Letzte Änderung: 31. Januar 2012, 15:23:36 von Gregor »
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Jochen

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Re: In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #11 am: 16. Februar 2012, 18:44:04 »

Hallo

Hab mir das jetzt von jemanden erklären lassen der sich wirklich besser auskennt ...

Im Güllekalk ist Gips drin  - Kalziumsulfat - durch diese Beimischung wird der pH-Wert nicht erhöht in der Gülle - allerdings ist die Wirkung nicht so hoch dadurch - besser gelehrte als ich hier im Forum können das sicher besser erklären....

mfg
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Rogler

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Re:In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #12 am: 28. September 2013, 21:29:45 »

Hallo,
war schon lange nicht mehr hier. Das mit der "Gülle ansäuern" interessiert mich sehr. Hat jemand aktuelle Infos darüber bezüglich Technik, Kosten und praktische Erfahrungen, evtl. auch Anerkennung durch (neue) Dünge-VO?
Hab selbst nur diese pdf gefunden:
http://www.kotte-landtechnik.de/fileadmin/content/pdf/SyreN_foldebrochurer_DE.pdf

Helmut
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Groupie

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Re:In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #13 am: 14. Oktober 2013, 16:19:06 »

Säure kostet ordentlich Geld /m²
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Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.

Rabe

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Re:In Gülle Kalk oder Säure einmischen? Was ist nun wirklich besser?
« Antwort #14 am: 15. Oktober 2013, 21:22:09 »

Säure kostet ordentlich Geld /m²

Kannst du das mal genauer erläutern?
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Planung ersetzt Zufall durch Irrtum